Moyland (3): Schlossgespenster, nee, nee, nee

rd | 11. September 2007, 19:50 | keine Kommentare

Schloss Moyland

Immer wenn man denkt, es geht nicht schlimmer, kommt noch eine unfassbare Steigerung – diesmal durch das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung von heute, auf dessen erster Seite Stefan Koldehoff eine derart gründliche Abrechnung mit den absurden Vorkommnissen auf Schloss Moyland vornimmt, dass man als Verantwortlicher die nächsten Tage lieber nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten und statt dessen in weiter Entfernung Deckung beziehen sollte.

Wussten Sie zum Beispiel, dass…

  • in der Museumsstatistik von SM kein Unterschied zwischen den Besuchern der Beuys-Sammlung und denen des ach so beliebten Weihnachtsmarkts (mit “Kunsthandwerk”) gemacht wird?
  • die Entscheidung für das Museum von Landesvater Rau auch unter dem Eindruck des schlechten Gewissens gefällt wurde, in seiner Zeit als Wissenschaftsminister Beuys als Kunstprofessor gefeuert zu haben (als Reaktion von Beuys übrigens das legendäre “Ja Ja Ja Nee Nee Nee Nee Nee”, wenn ich mich recht entsinne)?
  • den Stifterbrüdern van der Grinten in der Satzung der Stiftung lebenslange Renten von 100.000 Mark pro Jahr sowie “anschließend 65.000 Mark für die Ehefrauen und 12.000 Mark für die leiblichen Kinder” zugestanden wurden?
  • die 60.000 Werke umfassende Sammlung nach Auffassung der Witwe Eva Beuys den Brüdern nur “treuhänderisch” überlassen wurden und nicht in deren Besitz übergegangen seien?
  • Eva Beuys nicht einmal eingeladen wurde, als das Museum 1997 eröffnet wurde?
  • nachdem die taz zwei Wochen nach der Eröffnung des Museums bericht hatte, das Beuys-Bild eines fliegenden Schwans hänge verkehrt herum, eine Museumssprecherin erklärte, ein niederländischer Förster habe versichert, dass Schwäne “nur so herum fliegen könnten” (das ist fast schon wieder Kunst)?
  • die Witwe die angebliche (?) Freundschaft zwischen Beuys und Hans van der Grinten so beschreibt: “Dabei kam er doch nur zum Abholen”?
  • So viel ist sicher: Die andere Seite ist am Zug. Und sie wird nicht mit der Gelassenheit eines JB antworten: Ja ja ja nee nee nee nee nee.

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