Lästig wie Mücken in der Nacht

rd | 11. April 2007, 17:19 | 3 Kommentare

Es gibt Dinge, die sind so lästig wie Mücken in der Nacht. Man versucht sie zu ignorieren, aber scheitert damit. Von irgendwo her kommen sie wieder angeflogen. Für mich zählt dazu die “Zeitschrift” mit dem Titel Kleve live, die sich selbst als “Das unäbhängige Stadtmagazin für Bürger/innen und Gäste” bezeichnet. Zartes Grün dominiert das Cover der aktuellen Ausgabe, dazu die Schlagzeile “Garten, Lust, Leben und Besinnung”, was übersetzt – glaube ich – Humba, Humba, Tätärää heißt. Der dazu gehörige Text im Heft stellt fünf Gärten “im Kleverland” vor – von denen dann auch vier folgerichtig in Bedburg-Hau liegen.

CoverOhne auf grausam geschriebene Texte und Mülltonnenoptik näher einzugehen, hat mich doch der “Aktivitätenkalender” für die Monate März bis Mai näher interessiert. Demnach gibt es in Kleve innerhalb von drei Monaten ganze 51 Veranstaltungen – darunter beispielsweise eine “Haar- und Nagelanalyse im eoc-Gesundheitszentrum”, vier Forstgartenkonzerte und zwei niederrheinische Kaffeetafeln (bei genauerer Betrachtung stellt sich allerdings heraus, dass die in Kranenburg stattfinden).

Verantwortlich für den journalistischen Sondermüll ist übrigens eine Live Magazine Verlagsgesellschaft aus Xanten, in personae Thomas Költgen und Angelika Horlemann. Never heard. Fragt sich, wovon diese Zeitschrift unabhängig sein will. Mit Sicherheit nicht vom Kleve Marketing (gleich drei Artikel nehmen Bezug auf Veranstaltungen des Kleve Marketings…). Mein Tipp: unabhängig von den üblichen Standards der Berichterstattung. Auf einer Doppelseite (“Klever Handwerker zeigen Ihnen, was alles möglich ist…”) stehen Einrichtungstipps – natürlich genau von den Leuten, die unten auf der Seite inseriert haben. Im Inhaltsverzeichnis werden “Firmenporträts” angekündigt. Es handelt sich um Anzeigen – und viel mehr steht dann auch nicht mehr drin. Einfach nur peinlich.



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  1. 3. ralf.daute

    Wenn ich beim WDR wäre, würde ich in der Tat den ganzen lieben langen Tag nur Paternoster fahren und mir überlegen, wie ich die Gebührengelder am schönsten verbrate. Bin ich aber nicht (und auch ganz froh drüber).

     
  2. 2. Thomas Költgen

    Danke für die Blumen, Herr Daute. Auch wenn’s nur Disteln sind und kein Raps.

    Jaaaaa, im sicheren Schoß der Öffentlich-Rechtlichen tut man sich sicher leichter unabhängig und neutral zu sein als zwei Ritter von der Traurigen Gestalt, die jedes Mal wieder zum Sturm auf die Windmühlen der Finanzierung eines privaten Zeitschriftenprojekts aufbrechen müssen.

    Scharfe Kritik ist gut. Aber hier eigentlich unnötig. So wichtig sind wir doch gar nicht, dass sich einer vom WDR um uns kümmern müsste.

    WIR SIND UNWPRDIG, MEISTER!!!!!

    PS: Konstruktive Verbesserungsvorschläge wären sinnvoller gewesen.

     
  3. 1. ralf.daute

    Kleiner Nachtrag: Wunder, o Wunder gleichen die besinnungsreichen Gartentexte fast wortwörtlich denen der Broschüre “Offene Gärten im Kleverland” – herausgegeben vom Kleve Marketing.