Kleves solideste Immobilie steht zum Verkauf

rd | 29. März 2018, 10:10 | 14 Kommentare
Unscheinbar und unzerstörbar: Baumann-Büros an der Nassauerallee

Unscheinbar und unzerstörbar: Baumann-Büros an der Nassauerallee

Die Wände sind so massiv, dass ein durchschnittlich begabter Panzerknacker sieben Jahre bräuchte, um bis zum Tresorraum vorzudringen: Das Gebäude der ehemaligen Zweigstelle der Landeszentralbank an der Nassauerallee wurde im besten Kanzleramtsstil (Bonn) für die Ewigkeit gebaut, eine moderne Trutzburg des Geldes, als selbiges noch in Gold aufgewogen wurde und nicht zu einer flüchtigen elektromagnetischen Schwingung degenerierte. Doch schon lange sind die Herren des Geldes dort nicht mehr zu Hause, das Bargeld wird in großen Container-Lkws aus Düsseldorf nach Kleve gebracht. Die Container sind neutral beschriftet, so können potenzielle Räuber nicht wissen, ob nun Altglas oder Bargeld drin ist.

Für das Gebäude, in dem die Bankiers residierten, bedeutete dies einen langjährigen Leerstand, der erst endete, als eine zweite solide Kraft unseres Gemeinwesens die festigende Wirkung, die von dem Gemäuer ausgeht, für sich entdeckte: das Rechtswesen! Anwalt Jan Baumann zog mit seiner Kanzlei in die Immobilie. Doch auch diese Nutzung scheint nun zu Ende zu gehen: Ein großes Plakat der Klever Remax-Makler vor dem Haus kündet davon, dass das Bankgebäude erneut zum Verkauf steht. Remax-Chef Thomas Dammers persönlich kümmert sich um das Objekt. Wer 898.000 Euro übrig hat, kann zuschlagen, es ist reichlich Platz vorhanden (16 Zimmer). Außerdem wirbt der Makler damit, dass – wie nebenan auf der Bellevue – die Häuser nun doch etwas größer sein dürfen als früher, sodass dem (von der Straße aus eingeschossigen) Komplex noch ein zusätzliches Obergeschoss verpasst werden kann.

Was aber macht Anwalt Baumann? Er hat sich vor einiger Zeit schon mit dem Senior Hans-Günther Schloesser zusammengetan und in Kleve als weiteren Standort dessen Kanzlei an der Tiergartenstraße für sich entdeckt. In Kranenburg hat er zudem die Villa Mentrop gekauft, die nun ebenfalls als Kanzlei genutzt werden soll. Das Domizil in Kranenburg ist aus strategischen Gründen von Vorteil – es geht um die Nähe zur niederländischen Kundschaft. Bis Mitte des Jahres, so die grobe Planung, soll der Umzug erfolgt sein.

Einen Kommentar schreiben





14 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 14. rd

    Übrigens jetzt auch in der RP. Manche Formulierungen kommen einem bekannt vor, aber dafür mit einem sehr schönen Foto!

    http://m.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/im-bauch-von-kleves-altem-geldspeicher-aid-1.7498550

     
  2. 13. rd

    Die Landeszentralbank war da, wo jetzt der Woolworth-Parkplatz ist… klassischer Fall von Klever Umgang mit den wenigen verbliebenen Altbauten.

     
  3. 12. Niederrheinstier

    @7
    mmmuuuh, Korrektur, die Auskunft von Opa Niederrheinstier war nicht ganz korrekt, mmuuuuh.
    Die LZB war früher “An der Münze” (nomen est omen?), nicht in der (nahegelegenen) Wasserstr., mmuuuh.

     
  4. 11. Alfons A.Tönnissen

    Ach, der äußerst günstige Erstehungspreis der LZB an der Nassauer Allee ist doch bekannt! Ging durch Indiskretion durch die Presse! Vergessen?

     
  5. 10. Niederrheinstier

    Mmmuuhhh, das hier ist etwas für den Rechenstier in mir, mmuuuuh.
    Also, mal schnell aus dem alten Schuppen den Rechen rausholen und das Problem durchkämmen, mmuuuhh:
    EUR 898.000.- Kaufpreis
    + EUR 58.370.- Grunderwerbssteuer (6,5%)
    + EUR 30.712.- Maklercourtage (3% + 19% MwSt.)
    + EUR 12.918.- Notargebühren und sonstige Nebenkosten
    ———————–
    EUR 1.000.000.-
    Egal, welcher Millionär da mit dem Gedanken des Zuschlags spielt, mmmuuuuh:
    Millionär, halt ein! Erstens kannst Du hier wohl noch knallhart verhandeln, mmuuuuhh.
    Und zweitens bedenke, wieviel Hektar besten und saftigsten Dauergründlands Du für die verbleibende Kohle für (D/M) eine Rinderherde kaufen kannst, mmuuuuh! Bestes und saftigtes Dauergrünland kaufen ist auf jeden Fall viel nachhaltiger, mmuuuuh – trotz (oder wegen) der dicken Betonmauern, mmuuuuh!

    PS 1:
    Laut Opa Niederrheinstier währte die Geschichte der LZB an der Nassauerallee gar nicht so lang, mmuuuuh.
    In den siebziger Jahren hätte die LZB noch in der Wasserstrasse residiert, ungefähr dort, wo jatzt Cafe Lust keine Lust mehr (oder wie die LZB auch seine Schäfchen im trockenen?) hat, mmuuuhhh.

    PS 2: @rd
    Hier noch ein Hinweis von Writewatch zur korrekten Schreibweise von “Nassauerallee” an Sie, mmuuuuhh:
    https://rat.kleve.de/ris/ris-2014/x.-buergerantrag-schreibweise-nassauer-allee-analog-nassauer-mauer-in-kleve-2740369/
    Die Eingabe von “Nassauerallee” und “Nassauer Allee” unter der Suchfunktion von Kleveblog zeigt auf,
    dass Kleveblog dieses Mal die von der Stadt Kleve gewünschte Schreibweise gewählt hat, aber das in der Vergangenheit nicht immer der Fall war, mmuuuuhh! Hoffentlich erhält Kleveblog dafür nicht noch nachträglich ein Knöllchen von der Stadt Kleve, mmuuuuuh!

     
  6. 9. Alfons A.Tönnissen

    Ach,die Vorgabe—atombombensicher !

     
  7. 8. Alfons A.Tönnissen

    Die Pläne kamen von dem Nachbarn Dipl.Ing. Kurt Mühlhoff,er hatte genaue Vorgaben der Bundesbank! Danach müßte das umgesetzt werden! Die LZB ist nur eine Untergliederung der Bundesbank! Parallel wurde auch in Mönchengladbach eine Zweigstelle errichtet. An beiden Objekten war ich beteiligt! Chapeau!

     
  8. 7. otto

    @5.???,

    ….so war es von mir auch nicht gemeint, habe zu schnell auf senden gedrückt!
    Schöne Ostertage wünscht dir

    otto

     
  9. 6. ???

    @2. otto

    Ich habe mit meiner Frage nicht an die Rettung meiner Person gedacht.
    Es ist einfach das Interesse, ob man bereits bei der besonderen Planung und Aufbau dieser Immobilie, an eine solche katastrophale Situation, die hoffentlich nie kommen wird, gedacht hat?

     
  10. 5. Rüdiger Weizenkeim

    Schlechter Geschmack muss nicht billig sein…

     
  11. 4. anonymous

    Dies Objekt ist so dermassen runter das zu bezweifeln ist, inwiefern überhaupt jemand fast 1Mio. Euro investiert um in solch dunkelen Räumen zu residieren. Nach einem Anwaltsbüro sieht es dort nicht, vielmehr nach dem Arbeitsamt anno 1986. Depressionen sind garantiert.

     
  12. 3. R K H

    Meine Ausbildung zum Bauzeichner hab ich gemacht in einem damals hiesigem „Büro für statische Berechnung“. Wir ham det Ding damals jerechnet da war ick schon Jesselle. LZB hieß dette damals, Landeszentralbank (klingelt da wat?). Viel Spass beim Abriss, det Ding kriegste nich mit Hammer und Meißel weg

     
  13. 2. otto

    @1.???,

    angenommen es wäre so, was machst du dann, alleine in einem verseuchten Umfeld und unter schwer Kranken?

     
  14. 1. ???

    Bietet diese Immobilie auch Schutz vor einem Atom GAU?