Kleve huldigt dem Erfinder des Kuhbismus

rd | 31. März 2015, 15:32 | 1 Kommentar
Frühes Selbstporträt

Frühes Selbstporträt

Und wie Maywald ihn sah (gespiegelt)

Und wie Maywald ihn sah (gespiegelt)

Frühe Kühe

Frühe Kühe

(Achtung, Kultur!) Die Essenz des Werkes von Ewald Mataré, in einem Wort zusammengefasst, könnte lauten: Kuhbismus. Die Rindviecher hatten es ihm angetan, seine Skulpturen der Tiere mit ihren sanften, weichen, fließenden Formen, die man unwillkürlich streicheln möchte, sind weltberühmt. Es hat schon seinen Grund, dass das Klever Museum Kurhaus in einem gewissen Sinne, um die Wortspielhölle ins Unermessliche zu steigern, auch ein Museum Kuhhaus ist – der Namenszusatz des Museums Ewald Mataré Sammlung zeigt, wie wichtig den Klevern das Erbe des Künstlers ist.

Und, Ewald Mataré wird von den Klevern offenbar auch geliebt, wenn man den Andrang zur Eröffnung der Ausstellung „Ewald Mataré – Die Berliner Jahre“ als Maßstab dafür gelten lassen kann. Mehr als 300 kunstsinnige Menschen kamen am Sonntagvormittag zusammen, um dabei zu sein, als die von Valentina Vlasic mit viel Akribie zusammengetragene Werkschau eröffnet wurde.

Zu sehen sind rund 100 Exponate (oder Reproduktionen, wenn die Werke des für die Nazis als „entartet“ gebrandmarkten Künstlers zerstört oder verschollen sind). Sie zeigen, wie Mataré im Laufe der Jahre – die Ausstellung deckt ein Vierteljahrhundert seines Schaffens ab, Mataré war schon 45, als er von Berlin ins Rheinland zog – allerlei Stilrichtungen ausprobierte, bevor er auf die Kuh gekommen ist. Unter den Werken, die gezeigt werden, finden sich anatomische Studien, Stillleben, Porträtzeichnungen und zahlreiche Holzschnitte.

Zu dieser Technik fand Mataré in Ermangelung anderer Materialien während eines längeren Aufenthalts auf der Nordseeinsel Wangerooge, wo er mit angeschwemmten Treibholz zu experimentieren begann. Doch wie immer, wenn es um Kunst geht, sollte man sich kurz fassen und sich dem, was der Künstler ausdrücken wollte, hingeben. Deshalb hier nur noch ein Foto von der Eröffnung, verbunden mit der dringenden Empfehlung, sich das Ganze einmal vor Ort anzuschauen:

In weiter Ferne: Joachim Schmidt, Stellvertreter von Bürgermeister Brauer

In weiter Ferne: Joachim Schmidt, Stellvertreter von Bürgermeister Brauer

Unter den Gästen: Sonja Mataré (Tochter des Bildhauers), Bettina Paust (Museum Schloss Moyland), Joachim Schmidt (stellvertr. Bürgermeister), Jörg Cosar, Wolfgang Gebing (CDU), Udo Janssen (erstmals bei einer Ausstellungseröffnung gesichtet, Bürgermeisterkandidat der CDU), Erich Tönnissen (Unternehmer), Michael Bay (Psychologe), Hans-Günther Schloesser, Dr. Karl Haas (Rechtsanwälte), Helmut van Bebber (Antiquariat) u.v.a.m.

„Ewald Mataré – Die Berliner Jahre. Das Frühwerk“, 29.03. bis 28.06.2015, dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr.

(Über den „Toten Krieger“ von Mataré und die Installation des Künstlers Max Knippert vor dem Restaurant Akropolis wird gesondert berichtet, sobald es die Windgeschwindigkeiten zulassen.)

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  1. 1. Bernd Derksen

    http://www.deutschlandfunk.de/bildhauer-ewald-matare-nach-dem-kern-alles-seienden-fragen.871.de.html?dram:article_id=315565