Kleve bekommt 1. Büdchen

Noch Leerstand, bald Büdchen

Der Einfluss kölscher Lebensart auf die Klever Alltagskultur beschränkte sich in den vergangenen zwanzig Jahren in erster Linie darauf, dass die Kölschbrauerei Früh im Herzen der Altbierregion ein Brauhaus unterhielt, das Gasthaus Früh in der Gasthausstraße. Doch jetzt kommt – voraussichtlich ab Mitte August – ein weiteres zentrales Element der mittelrheinischen Kultur nach Kleve: Die Stadt bekommt ihr erstes Büdchen!

Der Unternehmer Halit Sahin, der in zentraler Lage in Köln an der Apostelnstraße seit nunmehr sieben Jahren „Onkels Büdchen“ betreibt, wird in Kleve an der Großen Straße (direkt gegenüber der Einmündung Kavariner Straße) eine Filiale seines Geschäfts eröffnen, ebenfalls „Onkels Büdchen“ genannt.

Der Start des Büdchen darf als Lichtblick für die zuletzt gebeutelte Innenstadt gewertet werden – viele Ladenlokale sind derzeit unvermietet, selbst in bester Lage. Und wer Dinge des täglichen Bedarfs (Bier, Zigaretten, Chips, Tageszeitungen, Gummibärchen, Tütensuppen) benötigt, muss bisher entweder zum Automatenkiosk Snackomore gehen (mit allerdings beschränktem Angebot) oder zum Kiosk an der Hagschen Straße, oder eben zu einem der Supermärkte, die aber ein bisschen außerhalb der Innenstadt liegen.

Ein Büdchen, so wie es der Kölner kennt, ist mehr als nur ein Kiosk. Es ist eine zentrale Anlaufstelle für Kleinstbesorgungen aller Art zu nahezu jeder Uhrzeit, verbunden mit der Möglichkeit, z. B. mit einer Flasche Bier in der Hand über die Zeitläufte zu sinnieren und etwas länger im Ladenlokal zu verweilen, als es der bloße Einkauf erfordern würde. Ein Büdchen ist sozialer Klebstoff. Nicht ohne Grund nennen die Kunden in Köln Sahin „Onkel“, woraus sich der Name des Büdchen ableitet.

Sahins Büdchen in Köln ist von der lokalen Zeitung Express sogar in einer Serie vorgestellt worden (Mitten in der Kölner City – was den „Onkel“ so besonders macht), dem Text ist zu entnehmen, dass dort der bekannte Fernsehmoderator Alfred Biolek (2021 gestorben) seine Tageszeitung kaufte, entweder vor oder nach dem Erwerb der von ihm so geliebten Baguettes.

Warum aber nun Kleve, Herr Sahin? Der 48 Jahre alte Geschäftsmann sagt, dass ihm sein Lieferant verschiedene interessante Standorte für ein weiteres Geschäft vorgeschlagen habe. Unter anderem auch Düren und Aachen. Aber Kleve machte wegen der günstigen Lage der Immobilie (ehemals Rottler) und der guten Rahmenbedingungen das Rennen. Büdchen haben normalerweise sieben Tage die Woche geöffnet, und das bis in die späten Abendstunden. Inwieweit das bei Onkels Büdchen in Kleve der Fall sein wird, ist noch offen. Sahin will austesten, was funktioniert und danach entscheiden.

Deine Meinung zählt:

15 Kommentare

  1. 15

    Die Wiedereröffnung des Kiosks am Mittelweg ist eine Frage von Wochen (im unteren einstelligen Bereich).

  2. 14

    Sehr schade. Das lockt bestimmt keinen Besucher nach Kleve. Hatte gehofft, dass der Gebäudebesitzer dort einen höheren Anspruch hat. Eine freundliche Miete hätte ihm bestimmt nicht wehgetan.

  3. 12

    @4 Das stimmt aber nicht, dass sich am Sebus-Kiosk nichts tut. Seit kurzem sind nicht nur Schienen für die Leuchtreklame zu sehen, es hängen jetzt auch Kabel. Drum herum wird schon aufgeräumt und die gläserne Eingangstür ist mit Zeitungen zugehängt. Es sieht so aus, als könne Fehti bald wieder öffnen! 🙂

  4. 11

    Demnächst gibt es in Kleve sogar eine Trinkhalle in der Fussgängerzone. Kann nicht mehr lange dauern, dann fährt auch der Niersexpress pünktlich und zuverlässig.

  5. 10

    Kommentar eines ehemaligen Kollegen, seinerzeit Ausbilder in der Metallwerkstatt des TBH, zur Bude am Mittelweg (Johanna-Sebus-Kiosk) und den davorstehenden Trinkern:

    „Da darf ich nicht einkaufen, da kennt mich jeder.
    Die haben alle schon mal eine Ausbildung bei mir abgebrochen.“

  6. 8

    Bin in Köln mit ,,Büdchen ,,,groß geworden ,wenn das so klappt ,wie in Köln ,dann finde ich es einfach ,,,super ,,,,

  7. 7

    Ich finde die Idee richtig gut und hoffe dass der Laden läuft ,in Duisburg gibt es überall solche Büdchen. Jetzt ist natürlich ganz in der Nähe eine 24-Stunden-Tankstelle mit Shop wo man fast alles bekommt. Wenn jetzt das Angebot von dem Büdchen etwas anders ist dann kann er sich dadurch halten.

  8. 6

    War schon lang nicht mehr in der Unterstadt, hab hier oben alles was ich brauch und muss nachher nicht mehr über rotgepflasterte Ödniss hochlatschen.

  9. 3

    Dann kann man ja günstig vorglühen, und danach, auf 1 Bier bei Ralf um die Ecke, in der Zentrale. Nur Spaß..:)

  10. 2

    Wär mal interessant eine Stadtchronik zu erstellen was wann wo drin war an Klever Ladenbetrieben.