Hochschule Rhein-Waal: Erste Bettelstudenten aufgetaucht

rd | 13. April 2011, 15:01 | 16 Kommentare

Er wusste nicht mehr weiter und bettelte bei einer kirchlichen Hilfsorganisation: »Kann ich etwas Geld bekommen?« Der Vorfall ist nicht so glamourös wie das, was sonst an Fassadenmeldungen über die Fortschritte der Hochschule Rhein-Waal in die Welt hinausposaunt wird, zeigt aber, dass die Etablierung der HRW mit Hilfe von Studenten aus den ärmeren Regionen Asiens nicht ganz unproblematisch abläuft. Denn mindestens einer der aus Fernost stammenden und in Emmerich kasernierten Studenten der Hochschule Rhein-Waal war offenbar völlig abgebrannt, ohne Chance auf weitere Unterstützung aus seinem Heimatland und auch erfolglos bei dem Versuch, irgendeine bezahlte Arbeit zu finden. Folge: Er hatte nicht mal mehr Geld, um das Mittagessen in der Mensa zu bezahlen und wandte sich deshalb an eine kirchliche Einrichtung. Dort konnte ihm kurzfristig geholfen werden – was aber nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass in solchen Fällen eigentlich derjenige in der Pflicht stehen sollte, der die Studierenden hierhin gelockt hat.

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  1. 16. Lausemädchen

    @StudentHRW

    Danke für Deine Antwort, ich war einfach mal neugierig wie es Dir als Studenten/Studentin an der HRW mit den ausländischen Studenten so ergeht.

    Ich gebe Dir natürlich recht, dass die Gefahr auf eine Abwanderung ins Ausland durch verbesserte Englischkenntnisse vergrößert wird. Allerdings ist es, meiner Meinung nach, in Zeiten der zunehmenden Intenationalisierung von Unternehmen und Forschungseinrichtungn keine Alternative deshalb weiterhin nur auf deutsch zu lehren.

    Und klar ist es schwierig wenn der komplette Studiengang in englischer Sprache stattfindet. Allerdings ist dies wirklich die einzige Möglichkeit es richtig zu lernen. Der Anfang ist natürlich hart (auch wenn man Englisch LK hatte), aber nach ca. 2 Semestern müsste es eigentlich laufen…. (Kopf hoch!).

     
  2. 15. StudentHRW

    @ Lausemädchen
    Die Bangladeshis sind sehr nett und wir kommen gut mit Ihnen klar, ich finde es aber problematisch in ein Land zu kommen und kein Wort der Landessprache zu sprechen.
    Aber, der Kulturenunterschied ist doch sehr groß, besonders was Essen und Pünktlichkeit angeht.
    ZU dem Aspekt der Englischen Studiengänge: du hast recht, wir Deutschen müssen unser Englisch verbessern, aber nicht umbedingt in einem kompletten Dtudiengang, viele Leute wollen nicht in Kleve studieren weil das Englisch abschreckt, ich selber habe auch große Probleme mit dem English, obwohl ich es fließend spreche und English LK hatte. Ich denke es ist problematisch so viele verschiedene Landsleute hier zu haben, denn sie werden nach dem Studieren alle wieder in Ihre Heimat gehen und somit ja nicht Deutschland bereichern, obwohl uns so viele Fachkräfte in Industrie und Forschung fehlen und durch das Englisch werden auch viele Deutsche später im Ausland arbeiten und dass finde ich schade.

     
  3. 14. Lausemädchen

    @StudentHRW

    Mich würde sehr interessieren ob die deutschen und asiatischen Studenten miteinander in Kontakt stehen. Gibt es zwei Gruppen von Studenten oder entstehen deutsch-asiatische Freundschaften, Lerngruppen und lernt man – als Student – gegenseitig einanders Kulturen kennen? Wie ist Deine Erfahrung?

    Zu Deiner zweiten Anmerkung über die englischsprachigen Studiengänge kann ich nur sagen, dass ich dies sehr fortschrittlich finde (vorallem für Deutschland!!). Im internationalen Vergleich ist das Englisch der Deutschen nämlich auffällig schlecht und werden die deutschen Hochschulen und Universitäten in internationalen wissenschaftlichen Debatten oft ausgeschlossen, bzw. schliessen sich, durch mangelnde Englischkenntnisse, selbst aus. Dass die HWR durch das Angebot von englischsprachigen Studiengängen diesem entgegengehen möchte, finde ich sehr lobenswert. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Dozenten der englischen Sprache auf hohem Niveau mächtig sind. (-;

     
  4. 13. StudentHRW

    Ich selbst studiere an der HRW, zu dem Aspekt, dass ein Bangladeshi gebettelt hat kann ich nur sagen, dass die ganze Situation sehr schwierig ist. Bekannt ist, dass Bangladesch eins der ärmsten Länder der Welt ist und ich finde es schwierig, dass unsere asiatischen Mitstudenten nicht richtig auf unsere Kultur, Sprache und eigentlich alles vorbereitet wurden. Noch schwieriger finde ich, dass die Hochschule (oder unser Staat, dass weiß ich nicht genau) den Bangladeshis Geld zur Verfügung stellt, welches sie unterstützen soll. Doch dies soll nur eine Starthilfe sein und dann sollen sie sich Jobs suchen um ihr Leben hier einfacher zu gestalten. Doch meine Frage ist, wie soll jemand hier einen Nebenjob finden, wenn er der Deutschen Sprache nicht mächtig ist? Und außerdem, warum müssen in Kleve am Niederrhein dreiviertel der Studiengänge auf Englisch angeboten werden? Warum kann man nicht auf Nationaler Ebene die Studenten anwerben oder vielleicht erst unsere Nachbarländer ansprechen?

     
  5. 12. bommelmütze

    @ Lausemädchen

    Ich bin ganz Deiner Meinung. Mal eine ehrliche Frage an die HRW: Wie viele Studenten sind denn nun vorhanden? Und wie viele Studenten wechseln bis zum Abschluss von der Uni? Und weiß jeder Student genau, was er denn da studiert und was er anschließend damit machen kann?

    Ich denke man sollte national erstmal auf “Studentenfang” gehen und dann erstmal bei unseren europäischen Nachbarn suchen, bevor man in Asien Hoffnungen bei jungen Memschen weckt, die nicht erfüllt werden.

     
  6. 11. Meiner Einer

    @MMJM & Ich

    Es ist halt immer die Frage, wie man es den Studenten verkauft.

    Ich kenne einen Vermieter, der sein Mietshaus im Vertrauen auf die Versprechen der HRW an Bangladeshi (schreiben die sich so?) vermietet hat (zu einem tatsächlich fairen Kurs).

    Die jungen Leute sind mit total falschen Vorstellungen nach Emmerich gekommen, hatten kaum finanzielle Mittel und sind dann Hals über Kopf aus der Unterkunft gezogen, in eine Abwrackbude, weil es dort eben billiger ist. Die Studenten hatten, wohl insbesondere aufgrund des “Anwerbeverfahrens” total falsche Vorstellungen von einem Studium in Deutschland.

    Der Vermieter selbst wurde in der Presse abschließend übrigens als Unmensch dargestellt, da er die Studenten angeblich rausgeschmissen habe. So leicht kann man die Allgemeinheit dann verar… . Oder aber die Wahrheit über die Studenten vertuschen… Die Renovierung hat den Eigentümer im übrigen nicht nur 5 Euro gekostet. Vom Mietverlust ganz zu schweigen.

     
  7. 10. Ich

    @MMJM
    Ich stimme dem voll zu!

     
  8. 9. MMJM

    @ralf.daute Natürlich siehst Du das anders, ansonsten hättest du den Artikel ja nicht geschrieben. 😉

    Über die Anwerbepraxis der HRW in Asien kann ich nichts sagen. Allerdings bringt “tut nichts zu sache” wohl ein entscheidendes Argument: Wir reden hier von gut vorgebildeten und finanziell zum oberen teil der dortigen Gesellschaft gehörenden Menschen und nicht von 16 jährigen Thailänderinnen, die noch nie eine Schule besucht haben und die man mit dem Versprechen von Jobs und Reichtum zur Prostitution nach Europa locken kann.

    Wer hier studieren darf ist in soweit gebildet, dass er sich über unterschiedliche finanzielle Voraussetzungen im klaren ist.

     
  9. 8. ralf.daute

    @Ich In Kenntnis des Geschäfts, aber ohne Kenntnis des präzisen Ablaufs einer solchen Anwerbeveranstaltung habe ich geschrieben: vermutlich.

     
  10. 7. Lausemädchen

    “Bettelstudenten” hin oder her, das Ganze ist schon etwas absurd, wenn man bedenkt, dass die grundsätzliche Frage eigentlich lauten sollte: “Ist es neben den ganzen Internationalisierungs-Aktionen der HRW oder HSRW (jeder so wie er möchte)in Richtung Asien nicht vorallem (auch) sinnvoll, die Hochschule national, europaweit oder gar in Richtung Amerika zu etablieren?” Denn bei einer Überzahl von Studenten aus Asien, könnte ich mir vorstellen, dass das Interesse inländischer, europäischer oder amerikanischer Studenten abnimmt bzw. gar nicht erst geweckt wird.

     
  11. 6. Ich

    @ralf daute
    …und das geht vermutlich in der Detailtiefe “Oh wie schön ist Panama”
    Genau: vermutlich!!! Warum wird hier so unsachlich von Ralf Daute berichtet? Wiedermal nur Stimmungsmache?
    Kennen Sie die finanzielle Situation so genau?

     
  12. 5. Konfuzius a. D.

    @ tut nichts zur Sache

    Die Hochschule Rhein-Waal verwendet die Abkürzung HRW, und nicht die Abkürzung HSRW. Wo besser als auf den Webseiten der Hochschule unter http://www.hochschule-rhein-waal.de könnte man davon lesen? Siehe zum Beispiel unter dem Menüpunkt “Jobs” die “Jobbörse der HRW”. Zu der Qualität des Links auf einen fremden Betreiber sage ich mal nichts. Passend zu dem Thema aber die Frage: Bekommt die HRW Geld für diesen netten Link auf die Webseite einer KG? Vermutlich nicht, aber warum denn nicht? Ein Bangale konnte es wohl gut gebrauchen.

    Ich hielt die Abwerbung von Studenten aus Ländern, in denen nicht damit zu rechnen ist, dass Studenten oder deren Eltern in der Lage sind, ca. 770 Euro Kosten pro Monat (DAAD Info) zu tragen, schon immer für äußerst “kritisch”. Wenn man in Kleve zudem nicht an Bürgschaften für solche Studenten aus dem Ausland gedacht hat, dann will ich gar nicht wissen, was sonst noch schief läuft.

    Wie wäre es wenn KIK eine Patenschaft übernimmt?

    Und wie geht es dem Bangalen jetzt, Herr Daute? Braucht er noch dringend Hilfe, oder wurde bereits eine Lösung gefunden?

     
  13. 4. Jens-Uwe Habedank

    Am Besten wäre wohl, wenn ganz dringend eine ganz große Delegation der Stadt Kleve mal nach Bangladesch und Umgebung jettet und die Lage mal vor Ort begutachtet!? Geht ja immerhin um “Bildung” und da investieren wir doch gerne, oder..?

     
  14. 3. tut nichts zur Sache

    Alle Studenten aus Bangladesh, die zur HSRW kommen, (nicht HRW, die ist in Mülheim an der Ruhr!), haben bereits dort einige Semester studiert – oder haben gar schon einen Bachelor-Abschluß.
    Und neben den fachlichen Dingen muß man bei solchen Kandidaten voraussetzen können, dass die sich entsprechnd über das Gastland – und die Lebenshaltungskosten dort informiert. Drastisch gesagt: Wer sich nur auf Grund von blumigen Versprechungen oder Werbeflyern auf so eine Aktion einlässt, der braucht sich hinterher nicht zu wundern.

    Wenn ich mir auf Grund von Werbeversprechen ein Auto auf Pump kaufe und hinterher feststelle, dass ich die Rate nicht bezahlen kann, dann hilft mir der Hersteller auch nicht weiter….

     
  15. 2. ralf.daute

    @MMJM Sehe ich anders, denn die Studenten werden durch HRW-Büros vor Ort z. B. in Bangladesh angeworben, und das geht vermutlich in der Detailtiefe von »O wie schön ist Panama!«

     
  16. 1. MMJM

    Mit Verlaub, Ralf, das halte ich für Quatsch. Wenn ich mir überlege “hm, ich geh mal in die USA zum studieren, Harvard bietet mehr als die Unis in meinem Land”, dann muss ich dafür sorgen, dass ich mir das auch leisten kann. Ich kann doch dann nicht plötzlich von der Uni verlangen, dass sie mir hilft, wenn mir das Geld ausgeht.