Hochschule: … denn sie wissen nicht, was sie tun?

rd | 05. September 2018, 11:14 | 31 Kommentare
Sumpf, als Reflexion zu sehen im Spoykanal (Foto: Klaus Oberschilp)

Gestern Mittag versandte das Justitiariat der Hochschule Rhein-Waal eine Mail. Empfänger waren nicht nur diejenigen, die es angeht, sondern alle Mitarbeiter der Hochschule und sämtliche rund 7000 Studenten. Unter dem Betreff „Aktueller Stand zum Präsidentenamt“ erhielten die Empfänger Mitteilung darüber, dass Dr. Naderer „mit sofortiger Wirkung vom Amt der Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal zurückgetreten“ sei, und dass „viele von Ihnen“, den ca. 7000 Empfängern also, sicher davon ausgegangen seien, dass Naderers „Dienstverhältnis mit der Hochschule beendet ist“. Es folgt der Satz: „Ihr [Naderers] Anwalt hat uns jedoch am Donnerstag informiert, dass sie weiterhin als kommissarische Präsidentin der Hochschule arbeiten wolle.“

Dies seien „aktuelle Ereignisse“, aufgrund derer man gezwungen sei, nun doch eine Hochschulwahlversammlung – die davor war unmittelbar nach dem Rücktritt abgesagt worden – einzuberufen. Insgesamt sei „offenkundig geworden, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Dr. Naderer und den Entscheidungsgremien der Hochschule nachhaltig gestört ist“. Im Folgenden werden alle aufgezählt, die nicht mehr mit Heide spielen möchten: „weder das verbleibende Präsidium noch die Dekane noch die Dezernentenrunde noch die Personalräte noch der Hochschulrat“, wobei der guten Ordnung halber angesichts der überraschenden Inflation vermeintlicher „Gegner“ angemerkt werden darf, dass das größte der genannten Gremien, die „Dezernentenrunde“ überhaupt nicht als Gremium existiert. Für die Deutung des Schreibens ist wohl der Hinweis wichtig, dass es hier also „nicht um ein paar anonyme Personen in der Hochschule [geht], sondern um die gesamte Führungsebene“. 

Der Absatz schließt mit der Bitte um Verständnis, dass „wir auf Details in der Öffentlichkeit verzichten, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt“. Zum Abschluss weisen die Verfasser darauf hin, dass sie „trotz dieser Angelegenheit den Blick nach vorne richten möchten“.

Etwa so, wie der Autofahrer, der gerade einen Fußgänger überfahren hat, nun aber nicht auf das von ihm angerichtete Unglück zurückblicken möchte, sondern lieber mit Vollgas nach Hause flüchtet.

Bemerkenswert an dieser – im Tonfall leicht patzigen – Mail sind zwei Aspekte:

  1. Es soll offenbar insinuiert werden, dass es eben nicht nur eine Gruppe anonymer Kritiker gab, die sich gegen die Präsidentin wandten, sondern das alle, wirklich alle, sogar die nicht existierende Dezernentenrunde, gegen die Präsidentin sind. Soll man das glauben? Kann es einem Menschen überhaupt gelingen, alle gegen sich aufzubringen (und das nicht zu bemerken)? Interessant, was ein Student in einer Diskussion zu der Mail auf Facebook dazu schrieb: „Es gibt schon einige Gremien unserer Hochschule, Professoren und sogar Dekane, die weiterhin Dr. Naderer vertrauen. Es gab schon vor zwei Jahren hitzige Diskussionen im Senat über Dr. Naderer. Auf mich wirkt es so, als ob es zwei Gruppierungen innerhalb der Hochschulgremien gibt, und es trifft auf keinen Fall zu, dass niemand Dr. Naderer und ihre Arbeit schätzt. Tatsächlich hat Dr. Naderer vieles im besten Sinne für die Studenten verändert, unter anderem hat sie versucht, die Politiker von der Idee, Studiengebühren für ausländische Studenten zu erheben, abzubringen. Das zeigt auch, dass ihre Arbeit auch politisch war, und so erscheint es mir nur natürlich, dass nicht jeder mit ihr und ihrer Arbeit übereinstimmt.“
  2. Kennt die „gesamte Führungsebene“ der Hochschule überhaupt die gesetzlichen Grundlagen, nach denen in einer solchen Einrichtung gearbeitet wird? Zweifel sind erlaubt. Denn im nordrhein-westfälischen Hochschulgesetz heißt es unter § 20, Abs. 4: „Hauptberufliche Rektoratsmitglieder sind, soweit andere Gesetze oder Verordnungen nicht etwas anderes bestimmen, im Falle ihres Rücktritts oder nach Ablauf oder nach einer sonstigen Beendigung ihrer Amtszeit verpflichtet, das Amt bis zur Ernennung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers weiterzuführen.“ Langsam, zum mitschreiben: v-e-r-p-f-l-i-c-h-t-e-t. Das Gesetz schreibt also vor, dass sie weiter amtiert – und zwar bis (womöglich sogar erst in sechs bis neun Monaten, wie der Hochschulratsvorsitzende Prof. Dr. Aloys Krieg der Presse mitteilte) ein Nachfolger ernannt ist. Sinnentnehmendes Lesen führt zu der Erkenntnis, dass von „Wollen“ nicht die Rede sein kann. Wer Beamter ist, hat halt auch Pflichten, und die können manchmal auch richtig unangenehm sein. (Dass die Führungsgremien der Hochschule solche Falschinformationen verbreiten, ist noch ein Skandal im Skandal. Und zwar sowohl, wenn es wissentlich erfolgt ist, als auch wenn es in Unkenntnis geschehen ist.)

Entscheidender als die inhaltliche Fragwürdigkeit dieses Schreibens ist aber die Außenwirkung insgesamt. Es ist ja nicht so, dass es um den Ruf der Hochschule zum Besten steht – insbesondere seit Prof. Dr. Krieg vermutlich im Zorn das überhastete Abwahlverfahren initiierte. Die Mail zeigt künftigen Mitarbeitern, evtl. auch Kandidaten für das Präsidentenamt, dass die „gesamte Führungsebene“ auch nicht vor Vorgehensweisen zurückschreckt, die einem Rufmord nahekommen, wenn es mal nicht so läuft wie gewünscht. Ist der Ruf erst ruiniert…

Die Studenten gelangen auf Facebook zu bemerkenswerten Einschätzungen: Einer schreibt, nachdem er zu seiner Überraschung darauf hingewiesen wurde, dass es sich um eine offizielle Mitteilung der Hochschule handele, das sei „even more disturbing“ (noch verstörender). Ein andere postete den folgenden Kommentar: „Meiner Ansicht nach fehlt dieser Mail das Niveau von Reife, das erwartet werden kann, wenn die gesamte Hochschule und alle Beschäftigten angesprochen werden. Es wird keine andere Information offenbart als: ,Keiner will mit ihr arbeiten!‘“ 

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31 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 31. jean baptiste

    „Kennt die „gesamte Führungsebene“ der Hochschule überhaupt die gesetzlichen Grundlagen,…“
    jetzt wieder eine gerichtliche Meinung die es anders sieht.
    https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-ovg-weist-beschwerde-von-naderer-zurueck_aid-36799869

     
  2. 30. Jens-Uwe Habedank

    Neues zum Thema „noch Präsi…?“

    https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-ovg-weist-beschwerde-von-naderer-zurueck_aid-36799869

     
  3. 29. otto

    @28.Mito,

    im Gegenteil, der Hochschule wünsche ich, dass sie wächst und ihren guten Namen zurück
    erhält, so wie es durch Dr. Naderer hätte werden können.

    Offene und sachlich fundierte Kritik, wer hätte sich das nicht gewünscht! Nur waren und sind
    diese gefährlichen Untergrundkämpfer hierzu nicht bereit, bzw. in der Lage.

     
  4. 28. Mito

    @26 und 27, Otto: Ich vermute, dass die zahlreichen Daumenrunter nicht nur von Naderer-Gegnern stammen. Es ist schon ziemlich irritierend, dass Sie der ganzen Hochschule den Untergang wünschen. Denn das wäre die Konsequenz aus dem was Sie in Ihrem Kommentar (26.) schreiben.
    Außer denen, die ganz klar für oder gegen Frau Naderer sind und ihre Meinung auch nicht mehr ändern werden, gibt es auch Menschen, die sich ihre Meinung nach den ihnen zur Verfügung stehenden Informationen bilden. Ich hoffe nicht, dass Sie letztere mit den Naderer-Gegnern in einen Topf werfen nur weil von denen vielleicht auch ein kritischer Kommentar gegenüber Frau Naderer gekommen ist.

     
  5. 27. otto

    Die zahlreichen Daurus zeigen, dass man sich getroffen fühlt. Ich hoffe, auf weitere Daumenrunter!

    Im Laufe dieser traurigen und beschämenden Verhaltensweisen der Dr. Naderer Gegner hat es bis heute
    keine akzeptabele Kritik gegeben. Heckenschützen mit ihren Heimlichkeiten haben ihr Werk vollendet.

     
  6. 26. otto

    Aus den Vorgängen an der Hochschule ist positiv zu vermerken, dass die dort agierenden Totengrãber nicht
    erkennen, dass sie ihr eigenes Grab schaufeln. Sie werden den Erfolg ihres Eifers irgendwann schmerzlich
    spüren kõnnen, hierzu ist ihnen der Erfolg sicher♨️

     
  7. 25. KleverCompliance

    Hat das Justitiariat der Hochschule hier ein Süppchen eventuell heißer serviert als es gekocht wurde?
    Es sieht doch stark danach aus, dass der anwaltliche Beistand der zurückgetretenen Präsidentin hier nichts anderes unternommen hat, als das jeder Anwalt tun würde. Er hat – m.E. völlig losgelöst von dem was daraus gemacht wurde – die Arbeitsleistung seiner Mandantin angeboten. Und zwar wörtlich. So wie man das macht, wenn Ansprüche nicht gefährdet werden sollen. Da steckt nichts hinter, genau so wenig wie bei den meisten arbeitsrechtlichen Klagen. Da wird auf Wiedereinstellung geklagt, weil es keinen anderen Anspruch gibt. Wollen tun das die wenigsten. Aber es geht nicht anders. Am Ende vergleichen sich die Parteien und gut ist. Und so ist das m.E. eventuell hier auch. Der Rücktritt vom Amt ist schön und gut, aber wie sieht die arbeitsrechtliche Problematik dahinter aus? Hat da viellicht jemand ganz feinfühlig völlig überreagiert in dieser hoch sensibelen Verwaltung? Und die Herren dahinter dann gleich durchgedreht? Es wirkt fast so. In diesem Falle, wäre die ganze schöne Diskussion inklusive der über 7.000 versandten E-Mails völlige Makulatur. Für nichts gut. Nur für eine saubere Blamage.

     
  8. 24. Biene

    Es ist ein schrecklicher Scherbenhaufen entstanden. Ursprung vermutlich: jemand (soll man auch sagen: eine Frau?) verrichtet ohne Getöse und effektiv unter erschwerten Bedingungen (siehe Wahl und Amtseinführung) einen anspruchsvollen Job. Dem einen passt dies nicht, dem anderen das nicht, mancher ist wohl auch zufrieden mit der Amtsführung. Die zitierte Stellungnahme der ASTA-Vorsitzenden (@18 rd) verbuche ich jedenfalls als großes Kompliment an Frau Naderer. Nun ja – manch einer wünscht seine Chefin, seine Vorgesetzte hin und wieder weg. Meist ohne Erfolg.
    Anders in der Hochschule Rhein Waal. Gründe werden der staunenden, ratlosen Öffentlichkeit nicht genannt. Angeblich ja, um Frau Naderer zu schützen im „laufenden Verfahren“. Dazu die schadenfrohe Schreibe der RP – igitt.
    Soweit mir bekannt ist, war die verbleibende Amtszeit bis zur Wahl doch relativ begrenzt. Mir erschließt es sich weiterhin nicht, welcher Schaden mit der geplanten vorzeitigen Abwahl Frau Naderers von der Hochschule abgewendet werden sollte. Unglaublich, dass man damit durchkommt.

     
  9. 23. rd

    @Mito Das ist ein wichtiger Hinweis. Dem ist zuzustimmen. Um so schlimmer, dass sie unter dem schäbigen Verhalten der Führungsriege (HSR, Restpräsidium, Kanzler und ein paar Wichtigprofessoren) leiden müssen.

     
  10. 22. otto

    @18.rd,

    kann es sein, dass ein AFD-Mitglied (Achtsamkeit für die, die denken ) der Professoren-Riege im Sinne seiner
    richtigen Entscheidung sich für Frau Dr. Naderer entschieden hat? Es dürften nach vernünftiger Abwägung
    doch noch einige mehr sein? Warum verstecken die sich eigentlich?

     
  11. 21. Mito

    @20, jean baptiste: Nur ein Teil der Führungsriege einer Hochschule ist mit der Lehre befasst, u.a. deshalb weil nicht alle Mitglieder der Führungsebene Professoren sind. Für die Lehre sind Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter, die zum größten Teil in keinem Gremium Mitglied sind, verantwortlich. Sie haben unter Punkt 1 in Ihrem Kommentar auf das „Fußvolk“ der Hochschule eingeschlagen. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass „vergessen“ wird, dass einige hundert Hochschulbedienstete sich redlich bemühen ihre Arbeit so gut wie möglich zu machen.

     
  12. 20. jean baptiste

    Irgendwie schon bestürzend, was an der HSRW so alles abläuft.
    Im Generellen stellen sich mir 2 Fragen:
    1. Ist der fachliche Unterricht ebenso simpel gestrickt, wie die allgemeinen Kenntnisse der hier aktierenden ?
    2. Gilt eigentlich das Datenschutzgesetz nicht an der Hochschule , oder : wer stellt eigentlich wem die Emailadressen zur Verfügung, und auf welcher gesetzlichen Grundlage ist das geschehen ?

    Eine Hochschule ist kein rechtsfreier Raum und Vergehen gegen geltende Gesetze gehören durch den Staatsanwalt untersucht zu werden.

     
  13. 19. rd

    @chewgum Auch wenn ich hier gegen Windmühlenflügel anschreibe: Der Rücktritt wurde „ab sofort“ erklärt, der Rest steht im Gesetz, wo der Fall eines Rücktritts ausdrücklich eingeschlossen wird.

     
  14. 18. rd

    @Mimi Das aber ist nun die lustigste Wendung in der Geschichte. Klar, am Ende ist der Überbringer der schlechten Nachricht schuld.

    Nur wenige erinnern sich vermutlich noch daran, wie alles anfing – mit diffusen Vorwürfen einer Gruppe von Professoren, die lieber anonym bleiben wollten, und die fatalerweise vom Vorsitzenden des Hochschulrats, Prof. Aloys Krieg, ernst genommen wurden. Nur für die Geschichtsbücher: Diese Vorwürfe sind immer noch nicht konkretisiert worden. Jetzt ist es halt die „Zerrüttung“, die aber erst durch das dilettantische Vorgehen verursacht wurde.

    Was die Berichterstattung angeht: kleveblog ist bekannt dafür, eine klare Haltung zu haben und wird auch in dieser Sache seine Haltung bewahren, ob es dem Rest der Hochschule nun passt oder nicht. Es ist halt manchmal unangenehm, wenn einem der Spiegel vorgehalten wird. Die gegenwärtige Eskalation haben jedenfalls der Hochschulrat (insbesondere dessen Vorsitzender) mit seiner unsäglichen Art der Konfliktbewältigung sowie die „gesamte Führungsebene“ mit ihrer unprofessionellen Mail „an alle“ zu verantworten.

    Lassen wir als neutrale Stimme einmal Heather Ventresco (AStA-Vorsitzende) zu Wort kommen, die in einer langen (sachlichen) Mail die Studenten über den Stand der Dinge aufgeklärt hat. Im letzten Absatz schreibt sie: „Der AStA dankt Frau Dr. Naderer für ihre vielen Verdienste um unsere Hochschule und für ihre unermüdliche Unterstützung der Studierenden. Wir möchten auch unsere Enttäuschung über die Art und Weise, wie dieser Konflikt gehandhabt worden ist, zum Ausdruck bringen. Wir bitten die Führungskräfte unserer Hochschule, über diese Situation nachzudenken und besser darauf vorbereitet zu sein um Meinungsverschiedenheiten zu bewältigen, wenn sie in der Zukunft auftreten. Die Studierenden der HSRW haben etwas Besseres verdient.“

    Schon peinlich, sich so etwas von den Studenten sagen lassen zu müssen. Diese Reaktion ist jedenfalls erwachsener als alles, was bisher von denen gekommen ist, die sie unterrichten.

     
  15. 17. Mimi

    @rd: also kann man mit Wohlwollen Frau N. unterstellen dass sie sich „nur“ dreimal unentschieden hat und die Rufschädigung in einem angeblichen vierten Mal besteht, das die Hochschule erfunden haben soll? Sie haben doch aber schon viel früher von Rufschädigung gesprochen, oder irre ich da? Wo war die?

    Sie machen genau das, was Sie der Hochschule vorwerfen. Sie deuten vage Anschuldigungen und Verfehlungen an, ohne irgendetwas Konkretes zu benennen. Sie beschwören anonyme Kritiker und hinterhältige Intrigen, sind aber der einzige, der diese scheinbar kennt und aber nicht weiter darauf eingeht. Auf Nachfragen reagieren Sie gar nicht oder geben ausweichende Antworten. Ihre einzige Verteidigung pro Frau N. sind undifferenzierte Angriffe auf die Hochschule.

     
  16. 16. rd

    @chewgum Da müssen Sie schon den Anwalt fragen. Meiner Erfahrung nach weisen die Juristen gerne auf die geltende Rechtslage hin, insbesondere, wenn sie eindeutig ist. Der Gesetzestext verwendet – wie bereits geschrieben – die Formulierung „ist verpflichtet“, insofern spielen Wunsch und Wille keine Rolle. Insofern würde mich wundern, wenn etwas in dieser Richtung geschehen wäre, auch wenn die Mail „an alle“ anderes behauptet.

     
  17. 15. Chewgum

    Ansonsten haben hier wohl alle begriffen, dass es nicht um einen ‚Rücktritt vom … Rücktritt‘ gehen kann, sondern nur um eine Übergangszeit nach einem offiziell verkündeten Rücktritt, bis es eine/n Nachfolger/in gibt. Das können wir mal festhalten. Der Artikel von der RP ist in der Tonlage nicht wohlwollend bzw. Pro-Naderer, aber sachlich richtig.

    Bleiben diese offenen Fragen:
    1) Was hat Dr. Naderers Anwalt der HSRW mitgeteilt?
    2) Warum ließ Dr. Naderer dies so zügig mitteilen?
    3) Hätte sie ihre offizielle Rücktrittsankündigung nicht anders formulieren müssen? Statt „ab sofort“: ‚kommissarisch bis zur Regelung der Nachfolge‘?

     
  18. 14. Chewgum

    @rd Wenn Dr. Naderer nichts will (im Sinne von beabsichtigen), warum dann die zügige Mitteilung durch den Anwalt? Gibt es die Mitteilung an die HSRW so nicht? Stand drin (sinngemäßt) ‚weise ich darauf hin, dass trotz meines Rücktritts noch eine Verpflichtung zur kommissarischen..‘ oder stand drin ‚werde/beabsichtige ich, die kommissarische Leitung zu übernehmen bis …‘ ???

     
  19. 13. rd

    @chewgum Die RP hat es genüsslich ausgebreitet, und einige Kommentatoren auch. Und nochmal: Dr. Naderer „will“ nichts. Insofern ist die Massenmail der Hochschulverwaltung mindestens grob irreführend, und die Verwaltung weiß, was sie da getan hat.

     
  20. 12. Chewgum

    „als scheinbar wirrer „Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt“ aufgefasst wird“
    Wer hat das gesagt oder geschrieben? NIEMAND.

    Die HSRW hat mitgeteilt, dass Dr. Naderer beabsichtigt, weiterhin als kommissarische Präsidentin arbeiten zu wollen – das kann man durchaus übersetzen mit: Dr. Naderer will weiterhin als kommissarische Präsidentin arbeiten.

    „Wollen“ impliziert an der Stelle nicht zwingend, dass jemand sich riesig darauf freut etc.

    Gerne auch hier nachzulesen, dass wollen ein Synonym für ‚beabsichtigen‘ ist:
    https://www.openthesaurus.de/synonyme/beabsichtigen
    https://www.duden.de/rechtschreibung/beabsichtigen

     
  21. 11. rd

    @Mimi Die Rufschädigung liegt, soweit ich das nachvollziehen kann, in dem Umstand begründet, dass die „gesamte Führungsebene“ der HSRW einen angeblichen Willen von Dr. Naderer kommuniziert (der dann, wie beabsichtigt, als scheinbar wirrer „Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt“ aufgefasst wird). Der aktuelle Stand ist aber lediglich, wie von einem Kommentator schon dargelegt, die Folge einer gesetzlichen Regelung.

     
  22. 10. Mimi

    @rd: Wo ist die Rufschädigung? Sind Unwahrheiten über Frau N. verbreitet worden? Wurde sie öffentlich angegriffen für Dinge, die sie nicht getan hat? Wurden Interna an den hochschuleigenen Informationskanälen vorbei an die Medien weitergegeben, die für eine Seite ein negatives Bild gezeichnet haben? So blöd ist doch keiner und wenn dann hätte man davon doch spätestens hier gelesen. Die einzigen Informationen von Hochschulseite, die ich in der Zeitung und hier gelesen habe besagten, dass man nicht mehr mit ihr arbeiten möchte. Niemand hat sich bisher über konkrete Gründe dafür geäußert. Und Sie sind der Meinung es sei unprofessionell diese nicht öffentlich zu machen? Wollen Sie ernsthaft eine Auflistung bekommen? Mal unabhängig davon was und wieviel oder wenig auf so einer Liste stünde.

    Oder war es von ihr selber vielleicht unbedacht sich viermal(!!!!) umzuentscheiden, ob sie bleiben oder gehen will?

    Zeigen Sie doch bitte die Rufschädigung auf. Ich sehe sie nicht.

     
  23. 9. rd

    @mito Wie diese scheinbar eindrucksvolle Liste zustandegekommen ist, wird noch Gegenstand von Recherchen sein. Klar ist aber, dass eine professionell handelnde Verwaltung das nun im Gesetz vorgeschriebene Verfahren in die Wege geleitet und gegebenenfalls neutral darüber berichtet — und nicht gleich eine rufschädigende Abrechnung daraus gemacht hätte. Aber an der HSRW ist offenbar ein hohes Maß von Unprofessionellität am Werk, und zudem scheinen die handelnden Personen jegliche Grenzen des Anstands vergessen zu haben.

     
  24. 8. otto

    Wer erinnert sich noch an die vor Naderer-Zeit mit ihrem Prrinzen-König Adjutanten? Der Vorverurtelung
    und Negativ-Sammlung i.S. Naderer, Willkür vermischt mit Schwachsinn und Missgunst?

    Jetzt den Augenblick heranzuziehen, um Fallgruben als Notwendigkeit zu erklären, ziemlich erbärmllich
    dieses hohle Geschwätz.

    Personen, die ihre Stellung zum persönlichen Wohl genutzt haben, sind und bleiben
    gefährlich.

    Es handelt sich keineswegs um eine üble Provinzposse, sondern um charakterliche Offenbarung
    schmieriger Vorgehensweisen, um Frau Dr. Naderer nachhaltig zu schädigen.

     
  25. 7. Mitleser

    @rd Was genau finden Sie am ersten Facebook-Zitat interessant? Interessant, dass sich der Kommentator auf den normalen Ablauf eines politischen Prozesses beruft, dass er offenbar einer der Wenigen zu sein scheint, die den Inhalt der E-Mail hinterfragen, etc.?

     
  26. 6. Mito

    Die in der oben zitierten E-Mail genannten Gruppen (Dekane, Dezernenten, Personalräte, etc.) stehen im Allgemeinen nicht im Verdacht gut miteinander zurechtzukommen, da sie oft ziemlich verschiedene Ziele haben oder zumindest unterschiedliche Ansichten haben wie die Ziele zu erreichen sind. Deshalb ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass diese Gruppen sich zusammengetan und beschlossen haben die Präsidentin zu stürzen. Aus eigener Erfahrung mit Hochschulen weiß ich, dass eher die Hölle zufriert als dass diese Gruppen gut zusammen arbeiten oder ein Ziel gemeinsam verfolgen würden. Das lässt nur noch den Schluss zu, dass die ehemalige Präsidentin einen deutlichen Anteil an den Konflikten hat. Dass der eine oder andere die Situation nutzt, um eigene Ziele zu erreichen, ist wahrscheinlich.

    Der Satz „Empfänger waren nicht nur diejenigen, die es angeht, sondern auch alle Mitarbeiter…“ degradiert die Bediensteten der Hochschule zu Befehlsempfängern, die weder ein Recht auf Information noch auf eine eigene Meinung haben.

     
  27. 5. Jemand der mal nachfragt

    @Jemand der Lesen kann und @J.-U. Habedank.
    Stimmt das wirklich? Wann genau hat denn welches Gremium nach dem 28.08 getagt und Frau Dr. Naderer nach §20 (4) Satz 2 HG NRW gebeten von der Weiterführung abzusehen? Hierzu findet sich für mich keine Information.

    @Mimi
    Wirklich kein einziger hochrangiger Mitarbeiter? Was ist denn mit den Stabstellen der Präsidentin? Komisch, dass die Leute, die tatsächlich per Gesetz gegenüber für die Präsidentin (oder ehemalige?) arbeiten diese Mail nicht mitgezeichnet haben, die Dezernenten, welche eigentlich im Verantwortungsbereich des Kanzlers arbeiten (und damit auch explizit nicht direkt der Präsidentin unterstellt sind) aber schon. Oder ist den MitarbeiterInnen der Hochschule vielleicht gar nicht klar wer für welchen Bereich eigentlich verantwortlich ist?

     
  28. 4. Mimi

    Es bleibt dabei, dass diese Provinzposse höchst unterhaltsam ist.

    Einzelne Studierende, die sich auf Facebook befremdet von den Vorgängen fühlen, sind wohl auch nicht die große Menge an Unterstützern, die immer wieder beschworen wurde. Wenn die einzige Information ist, dass niemand, kein einziger hochrangiger Mitarbeiter, mit ihr arbeiten will, ist das schon eine Menge an Information, wenn auch nicht die pikanten Details, die man sich wünscht. Ich denke auch nicht, dass Kommentare Pro-Naderer hier nicht veröffentlicht werden. Öffentlicher Rückhalt würde ihr doch ganz gut tun in diesen schweren Zeiten.

    @rd: Jetzt bekennen sich namentlich alle Kritiker von Frau N. und Sie sind noch immer nicht zufrieden? Ist Ihnen die Menge an Namen noch nicht genug und Sie reiben sich daran, dass die Dezernatsvorsitzenden keine hochschul-rechtlich relevante Gruppe sind? Das ist alles was ihnen dazu einfällt?

    Für mich sieht es so aus, als hätte sich Frau N. In ihren juristischen Winkelzügen verrannt.

     
  29. 3. Der Laie

    (…) Wer glaubt denn ernsthaft daran, dass jemand die Brocken hinwirft, um sich dann der Mühe zu unterziehen, den Laden weiterhin kommissarisch leiten zu wollen. Dass Prof. Dr. Krieg seiner Aufgabe als Vorsitzender nicht gewachsen ist, zeigt die zögerliche und naive Vorgehensweise oder von welchem Datum ist das erste Rücktrittsangebot von Frau Naderer? Da kann man nur sagen: Schuster bleib bei deinen Leisten, oder in diesem Falle bei der Zahlentheorie und lass die Finger vom Personalmanagement.

     
  30. 2. J.-U. Habedank

    Da hat 1. recht..:
    https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=1&bes_id=28364&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=397571

     
  31. 1. Jemand der Lesen kann

    Bitte §20 auch zu Ende zitieren:
    „Dies gilt nicht, wenn das Gremium, welches sie oder ihn gewählt hat, darum bittet, von der Weiterführung abzusehen.“

    Scheint ja hier der Fall zu sein.

    Mir kommt Ihre Sichtweise vor wie die des Autofahrers, der im Radio von einem Geisterfahrer hört und sich denkt: „Einer? Nein, Hunderte!“