Geschäftsmodell Billigflughafen

rd | 06. November 2008, 13:58 | 2 Kommentare

Man hört ja nur noch gute Nachrichten aus Weeze, gerade heute war irgendwas zum Thema Umschulung in der Lokalpresse zu lesen. Ich hab’s aber nur überflogen, sah aber sehr schön aus. Dafür brennt im Südwesten der Baum, dort, wo bekanntlich die Mutter aller Billigflughäfen steht – in “Frankfurt-Hahn” (Ryanair-Sprech). Gerade berichtet die FAZ, dass der Flughafen Frankfurt als Eigentümer erwägt, den Laden abzustoßen – mangels Rentabilität (mehr hier), was wiederum die Frage aufwirft, ob es eigentlich aus Weeze auch irgendwelche anderen Zahlen gibt als ständig steigende Passagierzahlen und immer mehr “Destinationen”.

Nachtrag: Das schreibt die Lufthansa in ihrem Politikbrief (März 2007):

Augenwischerei in Weeze: Am 6. Februar 2007 verkündete Ryanair-Chef O’Leary, am Flughafen Weeze 140 Millionen Euro investieren zu wollen – zwei Tage später entschied sich der Kreis Kleve daraufhin, die Piste für 17 Millionen Euro teilweise zu verstaatlichen. Der Haken an der Geschichte: Von den angeblichen „Millioneninvestitionen“ durch Ryanair sieht der Flug-
hafen nichts. Die Investition bezieht sich lediglich auf die beiden Flugzeuge, die Ryanair in Zukunft von Weeze aus starten lassen will! Angesichts jährlicher Verluste des Flughafens in Höhe von 4,5 Millionen Euro kann sich der Kreis Kleve als stolzer Airportbesitzer auf ein Fass ohne Boden einstellen. Eine schlechte Tradition: In Weeze sind für die Hoffnungen auf Luftverkehr bislang öffentliche Zuschüsse in Höhe von mindestens 50 Millionen Euro bewilligt worden – Tendenz ungebrochen.

Natürlich sind solche Veröffentlichungen interessengeleitet, aber soweit ich die Landschaft überblicke, stehen darin zwei Zahlen, die niemals irgendwo dementiert worden sind. Wie viele Stadien man dafür bauen könnte! (Jaja, ich kenne den Unterschied zwischen Kreis und Stadt Kleve.)

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  1. 2. killerplautze

    @messerjocke

    “Lieber Kreis Kleve, glauben Sie, dass Sie mit einem eigenen Unternehmen erfolgreich sein könnten?”

    Befragen wir dazu mal einen der Gründerväter dieses Mega-Airports:

    Zitat des Ex-Landsatrapen Rudolf Kersting:

    “Der Kreis Kleve fliegt nicht.”

    Falls der Dampf-Plauderer Leary seinen Willen nach “Möhrchen” (DB-Mähdorn) nicht kriegt, wird schon mal das eine oder andere Ziel einfach nicht mehr angeflogen:

    > http://www.holidaylettings.co.uk/travel-resources/travel-news/airline-and-transport-news/ryanair-to-close-valencia-base/a-3-145-1427/

    Na, wann kommt der Airport Hahn dran?

    > http://www.ftd.de/unternehmen/handel_dienstleister/:Medien-Fraport-will-Geb%FChren-f%FCr-Ryanair-am-Flughafen-Hahn-verdreifachen/436016.html

     
  2. 1. Messerjocke

    Herr O’Leary, glauben Sie, dass Sie… nein, anders:

    Lieber Kreis Kleve, glauben Sie, dass Sie mit einem eigenen Unternehmen erfolgreich sein könnten ?