Flughafen Weeze: Klärungsbedarf?

rd | 23. November 2010, 14:38 | 25 Kommentare

Einem Klever Bürger, der es wagte, unbequeme Fragen zum Flughafen Weeze stellte, wollte die Kreisverwaltung dreisterweise sogar Gebühren für die Auskunft in Rechnung stellen. Daraufhin meldete sich der Mann bei der Kreistagsfraktion der Grünen, die jetzt die demokratisch verankerte Möglichkeit nutzte, Landrat Spreen eine – kostenlose – Anfrage zu stellen. Es geht um Ungeklärtes aus Weeze, wie so oft – diesmal aber durchaus wörtlich zu verstehen.

Thema der Anfrage sind überraschenderweise die Abwässer, die der Flughafen verursacht. Es sei erstaunlich, heißt es in dem Schreiben, dass “der Flughafen Weeze trotz überregionalem Trainingszentrum, Hotelanlagen, Gaststätten, 650 Wohnhäusern und Funktionsbauten, Unterkünften für Zeitarbeitskräfte und nicht zuletzt einem täglichen Passagieraufkommen von durchschnittlich 7000 Passagieren (2009) seine Abwässer dezentral über eine Pflanzenkläranlage beseitigt!

Hier die Fragen im Einzelnen – auf die Antworten darf man mal wie immer gespannt sein.

  1. Trifft es zu, dass sämtliche Abwässer des Flughafen Weeze allein über eine Pflanzenkläranlage eingeleitet, darüber gereinigt und dem Untergrund wieder zugeführt werden? Falls nicht, welche Behandlungsstufen für das anfallende Schmutzwasser sind nachgeschaltet?
  2. Welche Informationen hat die Verwaltung zur vollständigen Elimination von Schadstoffen über diese Form der Abwasserreinigung. Nach welcher Parameterliste wird das gereinigte Abwasser untersucht, bevor es eingeleitet wird?
  3. Welche Einleitungswerte sieht die wasserrechtliche Erlaubnis (Indirekteinleiterverordnung) für das einzuleitende Abwasser vor?
  4. Welche Abwasserwerte müssen vor Einleitung in den Untergrund oder Vorfluter eingehalten werden? Muss der Betreiber eine Abwasserabgabe entrichten?
  5. Was geschieht mit dem kontaminierten Schmutzwasser, welches bei der Enteisung der Flugzeuge während der Frostperiode anfällt? Sind diese Enteisungsstoffe biologisch abbaubar und werden diese ebenfalls in die Pflanzenkläranlage eingeleitet? Wenn ja, mit welcher Teilstromkonzentration?
  6. Was geschieht mit den den Abwässern aus Fettabscheidern (Schmierstoffe, Öl etc.)?
  7. Laut EG-Richtlinie ist ab einer bestimmten Größenordnung zwingend eine leitungsgebundene Abwasserbeseitigung festgelegt. Warum ist der Flughafen Weeze trotz, eines als nicht unerheblich anzunehmenden, täglichen Abwasseranfalls nicht an ein leitungsgebundenes, öffentliches Beseitigungssystem angeschlossen?
  8. Wer ist Betreiber der Pflanzenkläranlage und wer ist Genehmigungsbehörde? Wurde der Betreiber von der kommunalen Abwasserandienungspflicht (Anschluss- und Benutzungszwang) befreit? Wenn ja, aus welchem Grund wurde die Befreiung erteilt und von wem und wie wurde sie begründet?
  9. Wie hoch ist das durchschnittliche, tägliche Abwasseraufkommen auf dem Flughafen Weeze? Bitte getrennt nach Niederschlagswasser, haushaltsähnlichem und gewerblichen Abwasser. Werden die gewerblichen Abwässer (Teilströme) mit den weniger belasteten verdünnt?
  10. Sind die Becken der Pflanzenkläranlage zum Erdreich und Grundwasser hin abgedichtet? Wenn ja, in welcher Art und Weise? Wie wird der anfallende Klärschlamm entsorgt?

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  1. 25. Andreas

    Jepp, der besteht.
    Welche Enteisungsmittel werden denn aktuell verwendet?
    (Findet die Entesung nur vor Take-Off statt oder wird auch vorbeugend aufgetragen?)
    Was geschieht mit dem dem Lfz anhaftenden Enteisungsmittel, wo wird dieses abgeworfen und wie wird die Bodenbelastung kontrolliert?
    Warum werden die Niederschlagsmengen entgegen der Betriebsgenehmigung nicht dokumentiert oder warum wird die 169,95€ billige Hobbyanlage auf dem Dach der Verkehrsleitung nicht weiter genutzt?
    Wie hoch ist der Anteil des in den Vorfluter eingeleiteten geklärten Abwassers im Verhältnis zum über die Beete abgesickerten Grundwassers?
    Warum wird trotz Kapazitätserhöhung nicht weiter in M´Gladbach sondern nunmehr kostengünstiger in Geldern entsorgt?
    Woher und in welchem Verhältnis zur eigenen Pumpstation bezieht der Verkehrslandeplatz Frischwasser?
    Warum wird das Niederschlagswasser auf den versiegelten Flächen nicht dem Wurzelraumklärwerk zugeführt und wie wird sichergestellt, dass dieses Niederschlagswasser nicht in die Abwasserkanalisation gelangt?
    etc.pp.
    Kurzum: Die Wasserwirtschaft am Verkehrslandeplatz ist schon arg seltsam, entsprechend schwammig und unverbindlich ist ja auch die Antwort auf die Anfrage der Kreistagsfraktion der Grünen gehalten.

     
  2. 24. maaslaender

    Der Landrat hat nun doch noch einen Weg gefunden, auf das Auskunftsersuchen zur Abwasserbeseitigung auf dem Airport zu reagieren…und diesmal sogar Gebührenfrei (zumindest für den Auskunftsersuchenden). KLÄRUNGSBEDARF dürfte es danach aber auch weiterhin geben!

    Das Schreiben des Kreises Kleve kann man vorab schon mal hier einsehen: http://www.abwasserschlacht.com

     
  3. 23. Andreas

    Zu meiner Zeit (schöne Floskel) wurden die Beprobungen durch die FN beauftragt und bezahlt (naja, zur Zahlungsmoral und so….).
    Den Beprobungsumfang hatte die BezReg festgelegt (und nach dem Ausbleiben der geforderten Nachweise immer wieder teuer erweitert), der BezReg waren die Beprobungsergebnisse unaufgefordert und regelmäßig vorzulegen.
    Nachweispflicht der Betreiberin.

    Aber mal im ernst, das dort vorhandene Wurzelraumklärwerk kann definitiv nicht alles Abwasser des Südteils filtern, da würde die Anlage ja Dauernotfluten (was wiederum echt teuer ist).
    600(?) Mitarbeiter der Firma OTTO inkl. aller denkbaren Frischwasserverwertungsmöglichkeiten (Küchen, Kneipe, Waschmaschinen, etc.pp.), die legalisierten Anwohner (bei Einfahrt auf das Gelände zur Linken), das Trainingszentrum, die Gastro ausserhalb und innerhalb des Terminals, die im Südteil ansässigen Firmen und dann auch noch das Terminal selber?
    Tower, Feuerwehr, Polizei, Bundespolizei, GAT und Halle IV….
    Und das ganze Abwasser soll durch das Wurzelklärwerk gefiltert und in die Spanische Ley eingeleitet werden?

    Niemals.

    Ich war de Tage mal ohne Kamera dort, werde aber mal ein paar Bilder machen fahren.

     
  4. 22. maaslaender

    Nun lieber Herr Müller,

    Andreas hat es doch nicht schlecht getroffen…die Frage ist doch ob das Landesamt das bei jedem -privaten- Betreiber macht oder machen würde oder hier ne Sonderbehandlung erfolgt. Ich kenne das eigentlich auch so, das für private Anlagen der “private” Betreiber verantwortlich ist und somithin die Kontrollen beauftragen und auch bezahlen muss. Hier beim Airport handelt es sich doch auch (seit kurzem) um eine private Anlage, die von einer Behörde kontrolliert und wahrscheinlich von uns allen finanziert wird. Und die nächste Frage wäre doch, inwiefern geprüft wird und wie genau…schließlich hat man ja ein öffentliches Interesse daran, dass die Anlage gut funktioniert…

     
  5. 21. Müller

    Werter Andreas,
    Sie sollten doch den Unterschied zwischen Eigenüberwachung und Fremdüberwachung kennen.

    Das Landesamt nimmt im Rahmen der von dort vorgenommenen Überwachung (Probenahmen und Analytik) eine lt. Wassergesetze geforderte öffentliche Aufgabe wahr.

     
  6. 20. Andreas

    Zitat von der Website der Grünen:
    “Die Kläranlage wird vom Landesamt für Natur und Umwelt (Lanuv) überwacht und auf ph-Wert, Temperatur. Blei, Arsen, Chrom, Kupfer. Zink, Cadmium, Quecksilber, Eisen, Nickel, Stickstoff, Phos­phor, Sauerstoff. Chlorid und organisch gebundene Haloge­ne (AOX) geprüft.”
    Falsch, überwachen und die Überwachung nachweisen muss die Betreiberin, welche also die Beprobung beauftragt und bezahlt.
    Wo beprobt wird ist leider nicht definiert (auf der Website).
    Offensichtlich hat man vom harnstoffbasierten und geregelt verrieselbarem Enteisungsmittel auf die Glykolplörre umgestellt.
    Muss FR eigentlich die Enteisungsvorgänge getrennt zahlen? Wenn der Niersverband nämlich den Tanklaster gefüllt nach M´Gladbach karrt, dann nicht wirklich zum Freundschaftspreis 🙂
    Die Effektivität eines Saugfahrzeugs liegt bei rund 80%, 20% werden also nicht eingesammelt, Prost.
    Jetzt nochmal deutlich:
    Laarbruch hätte durchaus eine Chance, harnstoffbasiertes Enteisungsmittel zu sammeln und kontrolliert zu verrieseln, die Investitionen würden sich lohnen.
    Glykol zu “entsorgen” ist im Übrigen auch nicht umweltverträglicher.

    Und was den Nordteil betrifft:
    Dort finden nicht nur Großveranstaltungen statt, was mag wohl mit dem restlichen Abwasser geschehen?

     
  7. 19. maaslaender

    hallo zusammen und frohe weohnachten,

    die antwort liegt vor. man hat sich diesmal auch tatsächlich dazu herabgelassen, die fragen etwas ausführlicher zu beantworten und es ist mal wieder erstaunlich wie man manche dinge für sich passend auslegen kann…man kann gegebenheiten eben so oder so auslegen, liegt immer im ermessen und interesse des kommunalen weisungsträgers…der zuständige fachbereich hat sich da schon mal wieder viel mühe gemacht alles schön zu umschreiben, aber im moment sollte man dann doch lieber die schöne winterlandschaft geniessen…der tag wird kommen das ganze zu kommentieren…und wer weiß…vielleicht ist es demnächst ja eh nur noch ein biotop…weil die passagiere dann im osten oder in eindhoven pinkeln…

     
  8. 18. Andreas

    Schade,
    eigentlich wollte man mir auch eine Kopie der Antwort zukommen lassen.
    Naja, vielleicht kommt die ja noch 😉

     
  9. 17. ralf.daute

    @Andreas Die Antwort liegt vor und wird ausgewertet (nicht von mir)

     
  10. 16. Andreas

    Und, schon Neuigkeiten?
    Eher nicht 😉

    Wie lange dauert denn in der Regel die Beantwortung derart simpler fragen?

     
  11. 15. Konfuzius. a. D.

    Am Airport versucht man sich jetzt mit peinlichster Presse. Schließlich sind dort bei Schnee und Glätte weniger Flüge ausgefallen als dort drüben in Düsseldorf. liest man bei Antenne, aber nicht dort, wo der irre Ire dem Kreis Kredit jetzt den Rest gibt! Im April 2011 wird er noch einmal nachziehen, runter auf 5 – sage ic nur mal so! Bis dahin ist auch Willi und die Hauptstadt Geschichte. Der setzt auf Kranich und Qualität.

     
  12. 14. maaslaender

    Der Kreis weiß schon mehr als er bereit ist preiszugeben! Was die Kreistagsabgeordneten angeht stimme ich zu…diese wissen sicherlich vieles nicht, wollen vieles vielleicht auch erst gar nicht wissen und können auch nicht in allen Dingen sachkundig sein…andererseits: wenn man sich an einer abstimmung beteiligt, dann sollte (ist man als Bürgervertreter verpflichtet) sachkundig zu sein bzw. sich sachkundig zu machen! Der Kreis könnte mehr preisgeben, versucht sich aber aus der Affäre zu ziehen indem er dem fragestellenden Bürger ganz einfach eine horrende Gebührenrechnung zustellt, in der Hoffnung sich damit des lästigen Übels zu entledigen! Dabei wird ganz klar das Informationsfreiheitsgesetz ausgehebelt. Dieses wurde geschaffen um mehr Bürgerbeteiligung am politischen Geschehen zu schaffen. Die damit einhergehende Gebührenordnung lässt zwar eine Gebührenstellung zu, für einfache Anfragen sind aber keine Gebühren zu erheben und die Behörde “KANN” auch selbst entscheiden ob sie Gebühren erhebt oder nicht…liegt alles im ermessen, also in diesem Fall im Ermessen des Landrates. Dieser KANN muss aber nicht. Im Sinne einer Bürgernahen Verwaltung sollte er aber vielleicht doch anders reagieren.

     
  13. 13. Andreas

    @maaslaender:
    Deinen Ausführungen stimme ich zu.
    Der Kreis kann aber nicht mit offenen Karten spielen. Der Kreis wird dumm gehalten. Dem Kreis werden sicherlich gefilterte Informationen zur Verfügung gestellt, einzelne Personen werden sicherlich auch mehr wissen als andere, aber unterm Strich, davon bin ich überzeugt, hat der überwiegende Teil der Klever Kreistagsabgeordneten sehr wenig bis überhaupt kein Sach- und Fachwissen, was den Verkehrslandeplatz betrifft.
    Im konkreten Fall Laarbruch ist es doch so, dass die Passagiere dahin kommen wo Ryanair ist. Ryanair kommt mit seinem Geschäftsmodell eben nicht in Düsseldorf an, weil DUS keine Sonderkonditionen für den Sozialticketflieger einräumt, warum auch?
    Was der Kreis da betreibt, das ist eine Milchmädchenrechnung. Das Modell Verkehrslandeplatz ist auf Sand gebaut und die Blase platzt exakt dann, wenn Ryanair weggeht.
    Das man das Gelände vielfältig nutzen kann zeigt ja die (zögerliche) Gewerbeansiedlung … da ist der Kern, also der “Flughafen” eigentlich nur teures, schmückendes Beiwerk.

    Wie dem auch sei, nach wie vor scheint es keine Antwort des Landrats zu geben – und das hat seine Gründe.
    Wäre der Kreis und also auch der Landrat umfassend informiert, so hätte man die Anfrage der Grünen doch fix mal beantworten können.
    Anderslautende Anfragen wird der Kreis sicherlich ebenso zögerlich beantworten, denn m.W. sind viele (u.a. hochgradig sicherheitsrelevante) Einrichtungen am Verkehrslandeplatz nach wie vor noch stark verbesserungswürdig.
    Ob für manche Anlagenteile überhaupt eine hinreichende Genehmigung besteht ist gleichfalls fraglich. Diverse Dinge wurden vorübergehend genehmigt und deren Entwicklung danach nicht weiter verfolgt.
    Okay, mit LvB als Geschäftsführer darf man davon ausgehen, dass vieles wirklich professionell abgewickelt werden wird, aber auch LvB stehen nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung.
    Hilfreich kann es u.U. sein, wenn man zwar um die Probleme weiß, deren Lösung bereits ausarbeitet und vorhält um dann, wenn die Probleme punktgenau hinterfragt werden, entsprechend kontern zu können.

    Vielleicht auch interessant in diesem Zusammenhang:
    Wieviel kostet eine Enteisung und wieviel zahlt Ryanair tatsächlich für diese Enteisung?

     
  14. 12. maaslaender

    Der Konfuzius trifft den Nagel auf den Kopf…grundsätzlich spricht nichts gegen einen Airpotz…sei es nun militärisch oder zivil genutzt..irgendwo müssen die Dinger hin…fraglich ist aber ob jedes Provinzkaff nen Airport benötigt oder nicht auch eine andere Nutzung sinnvoll gewesen wäre. Muss immer aus allem Profit geschlagen werden oder hätte man das Gelände nicht einfach dem Volk zurückgeben können als Erholungsgebiet? Rundum schafft man kleine Ersatzparzellen (Kiesindustrie schafft Naturgebiet indem ein paar Kühe auf eine Wiese gesetzt werden)…nicht mehr als Prestige um dem schlechten Gewisse genüge zu tun…das mal am Rande erwähnt. Sicherlich sind hier Arbeitsplätze geschaffen worden, aber auch ich frage mich ob hier das gesunde Verhältnis noch gewahrt ist?
    Was die Abwassergeschichte anbetrifft oder den Umweltschutz: Beim Militär hatte man keine Handhabe..die machten was sie wollten und liesen sich nicht in die Karten gucken. Uns Bürgern im Kreis Kleve wurde jahrelang vorgegaukelt es würden dort keine Atomwaffen gelagert. Ich selber weiß das dort ein Bezirk war der 4-fach eingezäunt war, von den Amerikanern gesichert wurde und selbst die Engländer dort nichts zu melden hatten. Kürzlich wurde bestätigt was jahrelang vermutet wurde: Es lagen dort Atomwaffen. Genauso verhält es sich mit dem Umweltschutz: wenn dort Treibstoff beim Betanken überlief dann hieß es nur: SHIT. Alles im Erdreich versickert. Heute kann man etwas verändern und Einfluss nehmen, darum geht es und nicht darum das man jemandem etwas gönnt oder nicht. Und im weiteren geht es darum, das jedem das gleiche gegönnt wird und nicht bestimmte Institutionen nicht das Recht haben, für sich zu entscheiden wie sie dies und jenes handhaben. Würde der Kreis mit offenen Karten spielen dann gäb es erst gar keine “dummen” und “zwickenden” Fragen!

     
  15. 11. Andreas

    @MalWasSag:
    Soweit ich das verstanden habe, ist die Anfrage kein Gemeckere über den Flughafen, sondern der Versuch, die rechtlichen Grundlagen der Abwasserentsorgung zu klären.
    “Warum darf der Flughafen das und eine Privatperson darf das nicht?”
    Ich halte es bzgl. der Deicingfrage für recht wahrscheinlich, dass die Briten nicht so häufig ihr fliegendes Material enteisen mussten…die Maschinen konnten ja in den dafür vorgesehenen Sheltern und Hallen abgestellt werden.
    Natürlich mussten auch die Briten die Rollwege freihalten – und das waren ja mehr als die wenigen aktuell noch genutzten.
    Für die Abwasserklärung hatten die Briten eine eigene konventionelle Kläranlage, welche aber in der Zeit zwischen dem Totalabzug der Briten und der Aufnahme des Flugbetriebs durch “Fachleute” unbrauchbar gemacht wurde.

    Der “Wirtschaftsfaktor” ist eine andere Baustelle. Die Briten gehörten lange Zeit einfach dazu, viele Einzelhandelsgeschäfte bspw. in Goch, Kevelaer, Weeze, … hatten sich auf die britische Kundschaft (teil-)spezialisiert. Das war echte Kaufkraft.
    Diese Kaufkraft aber bringen die Fluggäste heute keinenfalls in die Region. Wer heute aus dem Ausland nach Weeze geflogen wird, der flüchtet in aller Regel möglichst zügig in die echten Städte – die wenigsten machen am linken Niederrhein einen ausführlichen touristischen Vollstopp.

     
  16. 10. Konfuzius. a. D.

    @ MalWasSag

    Besatzungsmacht! Jammern hätte ganz bestimmt wenig gebracht! Oder glauben Sie, die Engländer hätten ausgerechnet dem Deutschen in Sachen Fluglärm einen Gefallen getan?

    Heute dagegen fließen Steuergelder in gigantischer Summe in diesen absolut überflüssigen Airport. Scheinbar haben Sie nicht gut gelesen. Wieviel Mäuler könnte man mit mind. 30 Mio Euro Steuergeldern in Weeze durchfüttern? Aha! Sicherlich mehr als die deutlich unter 100, die in Vollzeit am Flughafen beschäftigt sind. Wenn dann noch diese Steuergelder in die private Hand eines Niederländers fallen, dann ist die Stimmung gedrückt. Nehmen wir es aber sportlich, auch wenn ich einen Teil der Steuermillionen lieber bei Nico in der Formel 1 als beim Niederländer in der Formel 3 gesehen hätte. Und ich nehme es ganz bestimmt gelassen, ärgere mich nur über den Stil der Politik, aber von mir steckt da nicht ein Steuergroschen drin…..Gott sei Dank!

     
  17. 9. MalWasSag

    Hallo
    Ich lese den Kleve Blog sehr gerne. Mal ein Kompliment an R.D. Aber in diesem Beitrag kommen mir nun doch einige Fragen auf.
    Es war einmal ein militärischer Flughafen……….
    Die Militärflugzeuge flogen früher immer im Flüstermodus. War das wirklich so? Grübel Grübel.
    Hat da auch immer die ganze Bevölkerung gejammert?
    Jetzt wo am Flughafen Geld umgesetzt wird und Arbeitsplätze geschaffen worden sind, wo gewisse Leute auch Geld daran verdienen.
    Da kommen die ganzen Nicht Gönner aus ihren Löchern.
    Wie wurde denn früher die Abwässer geklärt?
    Wie wurden denn früher die Flugzeuge enteist. Wahrscheinlich hatten die früher noch umweltschonendere Mittel wie Heute. Ach was schreib ich da. Früher wurden einige Pioniertrupps eingeflogen um die Flugzeuge mit dem Eiskratzer zu enteisen.
    Wenn alles ach so schädlich wäre……
    ….ich glaube nicht das alles dann so gemacht werden würde.
    vg
    MalWasSag

     
  18. 8. Andreas

    ” 09.12.2010

    Weeze: Keine Probleme mit Enteisungsmittel

    Der Airport Weeze hat im Gegensatz zu den Berliner Flughäfen keine Probleme mit den Enteisungsmitteln. Die Tanks seien randvoll, sagte Airport-Sprecher Holger Terhorst heute Nachmittag auf Anfrage von Antenne Niederrhein. Enpässe seien ebenfalls nicht zu erwarten, so Terhorst. ”

    So berichtet die lokale Verdummungswelle im Netz … und ein Moderator war heute der Meinung, man würde mit Salz enteisen …
    ***Wenn Du mal ausnahmsweise keine Ahnung hast : Schnauze halten ***

    Die Grünen haben ja eine Anfrage an den Landrat geschickt, der ist ratlos und fragt den Verkehrslandeplatzluden, also den Luddie, der Luddie fragt seinen Publicityholgi und der fragt … irgendwen der die Unterlagen mal weitergeführt haben könnte … wenn derjenige, welcher da gefragt wird dann auf der Höhe ist und nicht erst bei der enteisenden Firma nachfragen muss …

    Okay, der Wollie hat entweder vom Luddie noch keine Antwort bekommen oder der Wolle hat´s den Grünen noch nicht verklausuliert … auf jeden Fall ist die Anfrage alt und die Antwort steht aus.

    Wenn ein Bürger jetzt mal bei DUS-International nachfragt, so bekommt er binnen Wochenfrist ausführliche Antwort … selbst getestet 😉

    Aber NRN, das ist halt der Laden wo jeder sein Ding macht und keiner wissen darf was die anderen so tun … ausser halt Superluddie 😉 Aber der sagt´s niemandem …

     
  19. 7. rainer

    Hallo, “einem klever bürger”, erinnert mich an ein buch wat ich ma gelesen hab, (-abwässer vom lötscher-). keine große literatur, aber die geschichte war lustig. da gehts um einen kanalarbeiter, der schicht in unterirdischen schmutzwasserkanälen macht + oberirdisch is umsturz + revolution

     
  20. 6. Andreas

    maaslaender,
    ich versichere Dir, dass dort nichts versickert.
    Das geklärte Wasser wird in die Ley eingeleitet.
    Würde das geklärte Wasser versickern, so müsste man auch in diesem Bereich Grundwasserproben ziehen.
    Dies ist nicht der Fall.
    Schau Dir doch mal das Wurzelraumklärwerk an – vielleicht hast Du es ja auch bereits getan?
    Wenn Du die von Fachleuten auf breiter Ebene empfohlene durchschnittliche Quadratmeterzahl pro Person (gerechnet auf Kläranlagen für kleinere Ortschaften) zu Grunde legst und dann rückrechnest anhand der Fläche des Wurzelraumklärwerks … wird das nichts 😉
    Das Deicing:
    2006 wurde ausschließlich auf Position 9 “enteist”.
    Position 9 ist die Parkposition an der äußersten rechten Ecke zum Sicherheitszaun hin, ganz hinten.
    Von dieser Parkposition aus konnte das mit dem Deicingmittel kontaminierte Wasser in ein Auffangbecken fließen.
    Dieses Auffangbecken wurde bei Bedarf, also in den Wintermonaten recht häufig, durch den Niersverband leergepumpt und der Inhalt wurde meist in MG geklärt.
    Ich wiederhole mich, aber Deicingflüssigkeit ist eine gelartige Substanz mit hohen Harnstoffanteil.
    Das Flugzeug wird mit dem Deicingmittel eingenebelt und das Mittel bleibt am Flugzeug haften.
    Wenn das Flugzeug nun auf der Rollbahn beschleinigt, wird das Deicingmittel abgespült (das Gel verflüssigt sich durch Druck und Bewegung, Ketchupeffekt).
    Dies bedeutet, dass sich eine hohe Konzentration der Mischung Deicingflüssigkeit/Wasser an den Schulterstücken der Rollbahn wiederfindet.
    In der Konzentration ist dieses Mischung umwelttechnisch unbedenklich.
    Wenn nun mittlerweile Deicingflüssigkeit über das Kanalsystem in das Wurzelraumklärwerk gelangen sollte, so wirkt es dort wie Dünger.
    Auch der Landwirt verwendet kontrolliert Harnstoff als Dünger.
    Hier allerdings schließt sich der Kreis, denn die Ley fließt durch die Felder und wird dort durch die Landwirtschaft wesentlich höher mit Harnstoff belastet.
    Was nun die Betriebsstoffe angeht:
    Die Koaleszenzabscheider werden regelmäßig, respektive nach Bedarf gereinigt.
    Ich bin mir aber sehr sicher, dass Du durch die BezReg eine kostenneutrale oder zumindest recht günstige Ausfertigung der Genehmigung zum Betrieb des Wurzelraumklärwerks erhalten wirst.
    Und am Rande bemerkt:
    Andrere, also richtige Flughäfen verfahren ähnlich.

     
  21. 5. maaslaender

    Der Kreis Kleve, hier insbesonders der Fachbereich Technik, vertritt vehement die These, dass die leitungsgebundene Abwasserbeseitigung über ein öffentliches System, sprich Kanalisation, die größtmögliche Sicherheit einer ordnungsgemäßen Abwasserbeseitigung darstellt. Hierbei handelt es sich eindeutig um eine Falschaussage. Im Mittelalter gab es nichts besseres, der heutige Stand der Technik erlaubt dagegen mitunter eine vollständige Aufbereitung und Verwertung von Abwässern. Wenn die Kanalsisation alleinig eine ordnungsgemäße Beseitigung darstellt, dann ist es doch wohl berechtigt nachzufragen, weshalb der Airport mit täglich bis zu 7.000 Passagieren (Stand 2009), seine Abwässer über ein dezentrales System, nämlich eine Pflanzenkläranlage beseitigt. Nicht nur der einzelne hat hier einen Anspruch auf Aufklärung sondern die gesamte Bevölkerung, denn immerhin ist ein Großteil des bewilligten Kredits (zumindest nach offiziellen Anhgaben) für die Abwasserbeseitigung bestimmt. Es handelt sich hier um Steuergelder, jeder einzelne Bürger des Kreises Kleve ist daran beteiligt….da für ein Auskunftsersuchen nochmals Gebühren zu verlangen wäre doch wirklich nicht nötig gewesen. Dem Landrat sollte vielmehr daran gelegen sein, ausführlich und sachgerecht Auskunft zu erteilen, anstatt Bürger mit hohen Gebühren “mundtot” zu machen. Da braucht sich die Politik nicht wundern, wenn immer mehr Bürger misstrauisch werden.
    Noch eine Ergänzung zum untenstehenden Beitrag von Andreas: Auf die gestellten Fragen hat der Fachbereich Technik am 22.09.2010 mehr oder weniger lakonisch geantwortet. Demnach wird das behandelte Abwasser über bewachsene Bodenfilter versickert. Ob im weiteren etwas in die Ley eingeleitet wird und ob die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden, darüber hat man sich ausgeschwiegen, ebenso darüber wie die kontaminierte Enteisungsflüssigkeit aufgefangen wird. Gibt es vielleicht doch einiges was die Bevölkerung lieber nicht wissen sollte?

     
  22. 4. Andreas

    Dann ist der Tenor der Anfrage doch:
    Warum darf der Flughafen das und mir werden Steine in den Weg gelegt?
    Dezernat 54 bei der BezReg DUS ist in diesem Fall wohl die richtige Anlaufstelle, zumal die Untere Wasserbehörde da nicht immer zuständig ist.
    Neben dem Flughafen gibt es aber doch sicher noch weitere “Selbstklärer”…oder?

     
  23. 3. maaslaender

    Hallo zusammen,

    Keineswegs hat hier jemand aus dem “Abwasserbereich” nach-/ausgeholfen. Hier hat nur jemand ins Wespennest gestochen, der seine häuslichen (gereinigten) Schmutzwässer künftig nicht mehr in irgendein Gewässer oder ungenutzt in die Kanalisation einleiten will (wodurch auch durch verbesserte Maßnahmen immer noch die Gewässer verschmutzt werden), sondern diese gemäß den Vorgaben von Wasserhaushaltsgesetz und EU Wasserrahmenrichtlinie aufbereiten und wiederverwerten will. Technische Innovationen können dies heutzutage problemlos gewährleisten. Gesetzlich verboten ist dies nicht, selbst wenn eine Kanalisation vorhanden ist…nur die Kommunen und auch der Kreis Kleve sieht das anders, ganz einfach weil diese ihre Daseinsberechtigung schwinden sehen und Angst um die Refinanzierung unsinniger Kanalbaumaßnahmen im Aussenbereich und Erweiterung von Kläranlagen haben. Die Wasser- und Mülllobby ist eben allgegenwärtig und hat erkannt, dass mit Abwasser und Müll Geld zu machen ist und deswegen wird dem Bürger das verboten, was andere für sich in Anspruch nehmen, nämlich die ungesetzliche Einforderung von Eigentum (nichts anderes ist häusliches Schmutzwasser und Müll, solange der Verursacher dieses noch nutzten möchte) per Anschluss- und Benutzungszwang. Laut EU Richtlinie wird die Kanalisierung nicht für Einzelanwesen im Aussenbereich gefordert, wohl aber für konzentrierte Siedlungsgebiete. Deshalb ist es erstaunlich, dass der Airport Weeze nicht an eine leitungsgebundene Kanalsisation angeschlossen ist, sondern seine Abwässer über eine Pflanzenkläranlage entsorgt.

     
  24. 2. Andreas

    Die Wassermenge die da in die “Spanische Ley” fließt, entspricht mit Sicherheit nicht dem Gesamtabwasseraufkommen des Flughafens.
    Die Obere Wasserbehörde, also die BezReg DUS hat die Genehmigung erteilt. Betreiberin ist die FN.

    Frage 1 und Frage 10:
    Es handelt sich um eine horizontale Anlage. Die Anlage ist gegen den Boden und somit gegen das Grundwasser abgedichtet.
    Das geklärte Wasser wird in die Ley eingeleitet (Messprotokolle werden bei jeder Einleitung automatisiert angelegt (wenn Fa. Horlemann die Steuerung inzwischen im Griff haben sollte)).
    Beprobungen sind Teil der Genehmigung, der Umfang wurde in der Genehmigung festgelegt.

    Nur kurz zur Verdeutlichung:
    Deicingflüssigkeit ist eigentlich harnstoffbasiert. Harnstoff fällt in der Viehhaltung an, Harnstoff ist in Kosmetika enthalten und Harnstoff ist konzentrationsabhängig natürlich auch nicht ungefährlich.
    In aller Regel darf aber die Deicingflüssigkeit in verdünnter Form kontrolliert verrieselt werden.
    Über Deicing gibt es im Netz eine große Anzahl sachlich und fachlich fundierter Abhandlungen, nicht nötig das jetzt hier alles wiederzukäuen.

     
  25. 1. Ewige Blumenkraft

    Sehr interessante, im “terminus technicus” formulierte Fragen.
    Hat da ein in der Abwasserbehandlung bewanderter Fachmann Unterstützung geleistet?