Fatale Mutprobe: Kalkarer (19) stürzt auf dem Union-Gelände von Baukran in den Tod

rd | 20. September 2018, 11:18 | 15 Kommentare
Schauplatz des tödlichen Unfalls in der Nacht: Baukran an der van-den-Bergh-Straße

Gegen Mitternacht betraten zwei junge Männer aus Kalkar die Baustelle an der van-den-Bergh-Straße. Dort sprachen sie dem Alkohol zu, bevor sie ihre Idee verwirklichten, eine Mutprobe zu vollführen. Ihr Plan: den etwa 40 Meter hohen Baukran auf dem Gelände zu erklettern und sich dann vom Ausleger abzuseilen. Doch die waghalsige Aktion endete für einen der beiden 19 Jahre alten Männer tödlich: Nachdem die beiden Freunde auf der Plattform eine Leitung durchtrennt hatten, wollte einer der 19-Jährigen an dem in die Tiefe hängenden Stück hinunterhangeln. Dabei überschätzte er seine Kräfte, sodass er das Seil nicht mehr fassen konnte und aus großer Höhe in die Tiefe stürzte. Er erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. 

Nachstehend die Meldung der Polizei im Wortlaut: „Mittwoch, 19.09.2018, 23:53 Uhr, betraten zwei 19-Jährige aus Kalkar den Baustellenbereich an der van-den-Bergh-Straße. Auf dem Gelände konsumierten sie Alkohol und kletterten anschließend auf einen dortig sich befindlichen Baukran. In einer Höhe von ca. 40 m bestiegen sie eine Plattform und trennten Industrieleitungen des Krans. An diesen hangelte sich einer der Beiden herab. Als seine Kräfte nachließen stürzte zu Boden und erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Beamte der Kriminalpolizei nahmen die Ermittlungen auf. Die Angehörigen wurden durch Beamte des Opferschutzes der KPB Kleve betreut.“

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15 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 15. Andreas Bulkens

    Mein Beileid den Angehörigen.
    Uns als Eltern, mir als Vater wurden die Knie weich und der Magen zog sich zusammen, als ich von diesem Unglück erfuhr.
    Wir können, ich kann nur hoffen, alles soweit richtig gemacht zu haben, als das unsere Kinder auch unter dem etwaigen Einfluss von Alkohol kurz nochmal nachdenken, innehalten und mit viel Glück einem solchen Schicksal entgehen.
    Was die Beiden zu dieser Heldentat getrieben haben mag ist für die meisten Außenstehenden ungewiss, aber ich hoffe das dieser schmerzliche Verlust in seiner Sinnlosigkeit sensibilisiert und andere Menschen vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt.

     
  2. 14. zzz

    Andre: Danke!

    Die „dieJugendvonheute“-Keule ist seit Jahrhunderten die gleiche … spart es euch!

    Nehmt nur mal dir Drogenprobierszene der 80er zB in jedem als Beispiel… mit all ihren Folgen damals

    Mir tut es leid für den Jungen und seine Familie

     
  3. 13. Andre Gerritzen

    Und wie ich an den Kommentaren sehen kann, kennen einige Menschen die Fakten & Details sofort und wissen genau was wirklich passiert ist.
    Weil es einfach so besser ins eigene Weltbild passt.
    Sollten andere Informationen auftauchen, können das doch nur „Fake News“ sein.

    Früh war erst denken dann schreiben, heute ist wichtig zu schreiben und denken „Ach egal“

    @2 Könnte es sein das die Selbstdarstellung, die sie den Jugendlichen vorwerfen, vielleicht auch der Grund für ihre Posts ist. Einfach mal sich selbst kritisch Hinterfragen.
    Und mir ist auch bewusst das mein Post eventuell aus dem gleichen Grund gerade entsteht.

    Ach ja. Solche Unfälle mit leichtsinnigen Jugendlichen gab es schon lange bevor es Handys gab.

     
  4. 12. ???

    Auf keinen Fall möchte ich zu dieser speziellen Katastrophe etwas bemerken. Die hinterbliebenen Menschen sind mit diesem Schicksal überaus zu bedauern und zu bemitleiden.

    Wie immer wieder zu beobachten ist, werden allgemeine Situationen und Grenzen des für Menschen, Tiere und Natur Erträgliche, auch bei Kindern und Jugendlichen hemmungsloser. Die Gesellschaft sollte sich die Fragen stellen, woher und wieso kommt das?

    Leider kann man auch immer wieder feststellen, dass es zu oft in gefährlichen Situationen keinerlei Zivilcourage gibt.

     
  5. 11. Klaus

    @9. NA
    Sie haben recht, aber die Übertreibung macht die Sache sehr deutlich und alle Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen. Das war kein „DummeJungsStreich“.

    @3. rd
    Unsinn gemacht? Ja, aber nicht Einbruch und Sachbeschädigung.
    Wer weiß was am nächsten Tag den Arbeitern am und unter dem Kran noch hätte passieren können.
    Da ist der Alkoholpegel noch das kleineste Übel, rechtfertigt aber bestimmt nicht die Taten.
    Neben der psychologischen Betreuung sollte der Freund auch konsequenterweise zur Verantwortung gezogen werden, um ihn vor solchen Dummheiten in Zukunft zu beschützen.

     
  6. 10. K

    Mein Beileid an die Hinterbliebenen. Ich verbiete mir jede Spekulation über Sinn dieser fatalen Aktion, das ist einfach nur tragisch.

     
  7. 9. NA

    „Ich wette die Speicherkarte im Smartphone ist voll mit Bildern der beiden Jungs auf dem Kran!
    Sicher auch wir haben früher ausprobiert (allerdings nie auf einen Kran, Bauwerk oder Zug geklettert soviel Grips hatten wir dann schon) aber diese beiden Jugendlichen wollen sich gegenüber dem anderen profilieren und nach Möglichkeit vielleicht noch Selfi`s dabei im Sozial Media posten.“

    @sorry, Herr Shields, aber das geht zu weit!

     
  8. 8. Jens-Uwe Habedank

    @3, rd:
    Was denn bitte -“ manchen Unsinn gemacht, und es war mitunter auch einfach Glück, dass man’s überlebt hat.“

    – Nen Artikel im Pegasus geschrieben…?
    – Sich erdreistet im Bus auf die hinteren Plätze zu setzen, wo die „harten Jungs“ saßen…?
    – N’n Tempo neben dem Abfalleimer geworfen…?

    WOW – wahrlich rebellischer, mutigster Unsinn oder sonst was; von Ihnen Hr. Daute…

    Fakt ist doch – dass man „früher“ schon mal Grenzen überschritt um zu provozieren/ aufzuzeigen/ den Spiegel vorzuhalten/ zu rebellieren/ nachdenklich zu machen. Meistens kam der Hammer der Konformität so oder so…

    Welchen Zusammenhang das mit voll idiotischen Besoffenen-Spielchen auf 40m Höhe ohne jede Botschaft haben soll – erschliesst sich mir nicht. „Unsinn in Jugendtagen…“ ???

     
  9. 7. Guenther Hoffmann

    Mutprobe ? Uns bekannte Indianer mussten einem Adler in seinem Horst eine Feder aus dem Hintern o.ä. rupfen und wurden so zu Kriegern. Die Möglichkeiten des niederrheinischen Jungmann sind da wohl eher beschränkt. Aber sorry,so eine traurige Geschichte, wie jetzt, zeigt das “ Mann sein und zeigen “ auch heute noch in Form einer „Mutprobe“ seinen archaischen Charakter nicht verloren hat.

     
  10. 6. Dietmar Shields

    @rd ja haben wir gehabt.
    Aber da gab es auch nicht so eine Aufklärung über Gefahren wie heutzutage. Die wollen für volljährig gehalten werden, haben eventuell schon einen Führerschein für Kfz und bauen dann so einen Scheiß?
    Ich wette die Speicherkarte im Smartphone ist voll mit Bildern der beiden Jungs auf dem Kran!
    Sicher auch wir haben früher ausprobiert (allerdings nie auf einen Kran, Bauwerk oder Zug geklettert soviel Grips hatten wir dann schon) aber diese beiden Jugendlichen wollen sich gegenüber dem anderen profilieren und nach Möglichkeit vielleicht noch Selfi`s dabei im Sozial Media posten.
    Jetzt doch mal ehrlich rd, dass Netz ist doch voll von Warnungen und Warnvideos das man nicht auf Kräne, Bauwerke, Güter- und Personenzügen klettern soll, weil man sich entweder zu Tode stürzt oder von der stromführenden Oberleitung bei 2m Abstand durch den entstehenden Lichtbogen gegrillt wird.
    Die beiden wollten das kalkulierte Risiko und haben sich dabei kräftig verzoggt, der Preis war der Tod des Einen, dass ist bedauerlich.
    Es sollte dem Anderen und vielen anderen Jugendlichen zukünftig eine hoffentlich heilsame Lehre sein.

     
  11. 5. jean baptiste

    @3 rd

    vom menschlichen Aspekt betrachtet teile ich die Ansicht von rd voll und ganz, die Tragik verbietet jegliche Häme.
    Aber mit einem angemessenen zeitlichen Abstand von der Tragödie sollte man doch einmal in die Diskussion eintreten, wie man die hinter diesen challenges versteckte Kreativität in positive Bahnen leiten kann.

     
  12. 4. Harald Dikkers

    @Dietmar Shields
    Wer so wie Sie, Herr Shields, über seine Mitmenschen schreibt und urteilt, dem ist sämtliche Empathie abhanden gekommen. Sie sind keinen Deut besser, als die Menschen, die Sie verurteilen.
    (…)

     
  13. 3. rd

    @DS Das ist jetzt aber sehr mitleidslos. Selbst hat man als junger Erwachsener ja auch manchen Unsinn gemacht, und es war mitunter auch einfach Glück, dass man’s überlebt hat.

     
  14. 2. Dietmar Shields

    Ja dämlich gelaufen, saufen und Mutproben haben noch nie zusammen gepasst.
    Und so traurig es ist, mein Mitgefühl hält sich bei dieser doch heutzutage so aufgeklärten Jugend die doch alles besser weiß, bei Null.
    Jeder muss heutzutage sich per Video auf Youtube profilieren und der Community zeigen was Er / Sie für ein toller Kerl oder Frau ist, nur die Schwerkraft holt sie doch alle ein.
    https://www.youtube.com/watch?v=gLDYtH1RH-U
    Wer die Gefahr sucht kommt darin um, diese alte Weißheit hat heute noch Bestand.

    Also nächster Tagespunkt.

     
  15. 1. beobachter

    Nun, WAS soll man dazu noch sagen …

    Mir tun nur die Hinterbliebenen leid …