Der Start war etwas ruckelig und sorgte sogar dafür, dass Fernsehsender Kamerateams nach Kleve schickten, doch dann, so schien es, hatte sich der erste (und bisher einzige) Automatenkiosk im Kernbereich der Klever Innenstadt etabliert. Snackomore versorgte seine Kundschaft zunächst rund um die Uhr und später immerhin noch zwischen 6 Uhr und 23 Uhr mit Getränken, Snacks und sonstigen Kleinteilen, außerdem hielt der Laden für ein eher jüngeres Publikum verschiedene Spielmöglichkeiten bereit. Doch zusätzlich zum Warenangebot ist in der vergangenen Woche ein neues Schild hinzugekommen: „Zu vermieten“, so schreibt der Klever Makler Magnus Losch, der sich auf Gewerbeangebote in der Innenstadt spezialisiert hat, auf einem Plakat, das rechts im Eingang hängt.
„Es stimmt“, sagt Multiunternehmer Ingo Marks, der neben Snackomore noch zwei Dutzend weitere Geschäfte betreibt, darunter zahlreiche Tabakwarenläden der Kette Tobacco & more. „Wir hören Ende des Jahres auf.“ Der Grund: „Es macht einfach keinen Spaß mehr.“ Behördenärger einerseits, aber auch Vandalismus andererseits raubten dem Unternehmer die Lust an dem Geschäft.
Der Verdruss fing für Ingo Marks schon an, als er nach den ersten Kioskgründungen in Kleve auf den fahrenden Zug aufsprang und mitten in der City ein leerstehenden Ladenlokal anmietete und darin die Automaten aufstellte. Für die Stadt Kleve handelte es sich um eine Nutzungsänderung, die sie erst einmal so nicht genehmigte. Auch die Größe des Firmenschilds an der Fassade sorgte in der Verwaltung für Unmut – die Gestaltungssatzung der Stadt Kleve erlaubte nur kleinere Tafeln. Im Januar 2024 eröffnete Marks seinen Snackomore-Kiosk, im Vertrauen darauf, dass sich der Bürokram schnell erledigen lassen.
Noch im selben Monat musste er sein Geschäft jedoch wieder schließen. Erst sprach Marks von„technischen Problemen“, dann jedoch nahm der Unternehmer kein Blatt mehr vor den Mund: „Schwachsinnige Vorgaben“ seitens der Stadtverwaltung seien der Grund, dass er seinem Gewerbe an dieser Stelle nicht nachgehen könne. So kündete es ein Aushang in der gläsernen Eingangstür – und die Fernsehteams kamen, um den rebellischen Unternehmer zu interviewen. Erst 68 Tage später konnte Snackomore, diesmal mit allen erforderlichen Dokumenten ausgestattet, wiedereröffnen.
Rund zwei Jahre später fällte Marks den Entschluss, den Laden wieder dranzugeben. „Snackomore trägt sich“, versichert er. Aber durch den verhagelten Start seien ihm neun Wochen verloren gegangen, die nicht wieder aufzuholen gewesen seien. Er habe 20.000 Euro in das Ladenlokal investiert, doch statt solche Investitionen wertzuschätzen, nehme die Verwaltung Unternehmern „jeden Elan“, so die Einschätzung von Marks.
Acht Monate können die Klever den Kiosk noch nutzen, bevor der Vorhang fällt. Links und rechts davon stehen Ladenlokale leer, auf der gegenüberliegenden Seite auch, all dies in bester Innenstadtlage. Das hat es in Kleve seit dem Wiederaufbau nach Kriegsende noch nicht gegeben. Marks selbst betreibt noch sechs weitere Geschäft in unmittelbarer Nähe: Tobacco & more (An der Münze, Fischmarkt, Kavarinerstraße), Games & more (Große Straße), Playmore (Hagsche Dtraße), Flowers & more (Stechbahn). Vor wenigen Wochen eröffnete auf der Kavarinerstraße (im Randbereich der Innenstadt, nahe des ehemaligen Sexshops) ein weiterer Automatenkiosk.


Gut, dass der Inhaber nicht mehr so viel Spaß an diesem Automatiek, wie die Holländer sagen, hat. Sonst wären es nachher noch mehr geworden.
Seelenlose Automatikläden sind das letzte, was die Klever City braucht.
Ich verstehe überhaupt nicht nicht wer da überteuert einkauft.
Snackomore 6-23 Uhr. Brüggemeyer 6-22h, kaufland 7-22h. (Früher mal sogar 24h)
(Und dann noch die durchgehend geöffneten Tankstellen.)
Wer geht im ungefähr gleichen Zeitfenstern ein geringers Sortiment an gleichen Waren für mehr Geld einkaufen?
Wenn Kavarinerstr, dann lieber frische Brötchen schon um um 5h bei Heicks. 🙂
(Vermisse trotzdem die Stadtbäckerei Timemrmanns. Und die vielen anderen. Wann schloss eigentlich die Bäckerei Stertkamp?)