Normalerweise stehen an den Zapfsäulen der Esso-Tankstelle an der Tiergartenstraße die Fahrzeuge mit niederländischen Kennzeichen Schlange, um den in Deutschland geringfügig preiswerteren Kraftstoff zu ergattern. Heute aber war dort kein einziges Auto zu sehen. Die großen Preistafeln waren ausgeschaltet, die Zapfsäulen mit rot-weißem Flatterband umwickelt. Der Grund: Die Niederländer haben in den ersten sieben Tagen, in denen in Deutschland der Tankrabatt gilt, die Tankstelle leer getankt.
Die Klever Esso-Tankstelle, die nächstgelegene des Konzerns zur niederländischen Grenze, war offenbar nicht die einzige. Auch andere Tankstellen des Unternehmens im Grenzgebiet mussten wegen Spritmangels ihren Betrieb einstellen. Wie zu hören war, hatte die übergroße Nachfrage dazu geführt, dass das für den Niederrhein zuständige Lager in Duisburg an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Esso selbst begründete den Engpass mit der Niedrigwassersituation im Rhein, die die Belieferung mit Nachschub erschwere.
Der übergroße Andrang aus den Niederlanden ist für uns Deutsche nicht nachvollziehbar. Große Teile des Tankrabatts sind bekanntlich nicht bis zu den Endverbrauchern durchgereicht worden, sodass der Unterschied zu den Kraftstoffpreisen in den Niederlanden nicht so gravierend ist. „Die Niederländer sehen wohl Rabatte, die wir Deutsche nicht sehen“, so die Kassiererin an der Esso-Tankstelle.
Heute Morgen gab es noch die letzten Tropfen Sprit, dann musste das Team der Tankstelle die Säulen sperren und den Betrieb einstellen (Zigaretten können allerdings weiterhin gekauft werden). Der Pächter hofft, dass heute Nacht wieder Kraftstoff geliefert wird. Dann könnte morgen der ganz normale Wahnsinn an den deutschen Zapfsäulen weitergehen.
Der Tankrabatt ist auf genau drei Monate befristet und gilt vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Durch den „Rabatt“ auf die Energiesteuer wird der Kraftstoffpreis rein rechnerisch um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Zusammen mit dem sinkenden Umsatzsteueranteil ergibt sich an den Zapfsäulen eine avisierte maximale Gesamtentlastung von rund 17 Cent pro Liter (exakt 16,7 Cent) für Benzin und Diesel. Mit der Maßnahme will die Bundesregierung Autofahrer und die Wirtschaft bei extrem hohen Spritpreisen direkt an den Zapfsäulen finanziell entlasten.


Dass sie sich in einem kapitalistischen Umfeld marktorientiert verhalten, ist ihnen kaum vorzuwerfen. Die Rahmenbedingungen sind halt absurd.
Ist ja auch sehr wichtig, dass die Niederländer hier günstig tanken und einkaufen können, kommen in Scharen den Kofferraum mit Kanister gefüllt und pumpen hier die Tankstelle leer,klasse. Genauso in den Läden Kaufland, Dm und Rossmann. Sie verstopfen die Strassen, blockieren die Parkplätze und benehmen sich teilweise wie die Henker. Langsam reicht es.