Todeskreuzung am Postdeich: Warnlicht soll weitere Unfälle verhindern

Provisorisch installiertes Warnlicht (Foto: Claudia Philipp)

Ralf K. holt diese Maßnahme auch nicht mehr zu den Lebenden zurück, allerdings könnte sie dazu beitragen, weitere fatale Unfälle zu verhindern: Vor der Einfahrt in die Kreuzung Emmericher Straße/Postdeich, auf der vor neun Tagen der Finanzbeamte aus Kleve von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und tödlich verletzt wurde, steht seit gestern ein provisorisch errichtetes Warnlicht. Es blinkt in Orange, versehen mit dem Warnhinweis „Achtung! Unfallgefahr“ sowie einer schematischen Zeichnung, die Kollision eines abbiegenden Lastwagens mit einem Radfahrer darstellt. „Das Licht ist nicht zu übersehen“, sagen Autofahrer, die gestern die Kreuzung passierten. Verantwortlich für die Kreuzung ist der Landesbetrieb StraßenNRW.

Es erscheint zumindest möglich, dass ein Hinweis wie der nun aufgestellte den tödlichen Unfall vom Dienstag der vergangenen Woche verhindert hätte. Allerdings befand sich der Radfahrer vermutlich im toten Winkel des abbiegenden Lastwagens. Der 24 Jahre alte Fahrer des Gespanns hatte den Radfahrer nicht bemerkt und durch den Abbiegevorgang den Weg abgeschnitten. Ralf K., ein routinierter Radfahrer, hatte keine Chance mehr, dem Lastwagen auszuweichen. Die Kreuzung war nach dem Unfall für mehrere Stunde gesperrt.

Unterdessen zeigt ein Blick auf die Gesamtstatistik zu verunglückten Radfahrern, dass das Jahr 2026 wohl als schwarzes Jahr für Radfahrer bezeichnet werden muss. Allerdings ist bei der Zahl der getöteten und schwerverletzten Radfahrer auch zu berücksichtigen, dass es Alleinunfälle gegeben hat, bei denen der Sturz fatale Folgen hatte, ohne dass es eine Fremdeinwirkung zu verzeichnen gewesen ist.

Im laufenden Jahr (Stand: 2. Juli 2026, wird aktualisiert, sobald neuere Zahlen vorliegen) sind im Kreis Kleve vier Menschen als Radfahrende verstorben. Dagegen gab es im gesamten vergangenen Jahr nur einen Radfahrenden, der tödlich verunglückte. Ein ähnlicher Anstieg lässt sich bei Radfahrerinnen und Radfahrerinnen prognostizieren, die bei Unfällen schwer verletzt wurden. 91 Personen wurden bis zum 30. Juni 2026 als schwerverletzte Radfahrende erfasst. Im gesamten Vorjahr 2025 waren es 154 Personen.

Die Unfallarten gliedern sich wie folgt: Kollision Radfahrer gegen andere Fahrzeugart und Fußgänger: 225, davon in 44 Fällen Radfahrender als Unfallverursacher; Alleinunfälle Radfahrende: 104; Radfahrender gegen Radfahrender 32.

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3 Kommentare

  1. 2

    Ich kann nur jedem raten, sich nicht darauf zu verlassen, dass der LKW-Fahrer oder auch der Fahrer jedes anderen Fahrzeuges einen sieht, wenn die rechts abbiegen. Ich lasse denen immer die Vorfahrt, es sei denn ich bin sicher, dass die mich wirklich gesehen haben und angehalten haben. Wenn ich plattgefahren werde, nützt es mir nichts, im Recht gewesen zu sein.

  2. 1

    Nach dem tödlichen Verkehrsunfall wurde nunmehr ein für alle gut sichtbares Verkehrsschild zur Verbesserung der Verkehrssicherheit aufgestellt.

    Es stellt sich daher die Frage, weshalb eine vergleichsweise EINFACHE und KOSTENGÜNSTIGE Maßnahme nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt umgesetzt wurde.