»Murren« im Rathaus – oder doch ein Beben?

Vor einer Woche wurde bekannt, dass die Vergabekammer der Bezirksregierung in ihrer 36-seitigen Entscheidung zum Ergebnis der Klever Rathausausschreibung verfügte, dass beide Bieter (Erich Tönnissen, ten Brinke) ihre Angebote nachbessern dürfen. »Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen«, so etwa äußerten die Verantwortlichen aus dem Rathaus, nachdem ihnen der Entscheid zugestellt worden war.

Kleinkram, Formalien, im Grunde alles richtig gemacht, nur eine geringfügige Verzögerung von wenigen Wochen, so oder ähnlich deklamierte die Klever Troika, vielleicht auch ein wenig euphorisiert und/oder benebelt durch Gemeinschaftsausflug zur ExpoReal nach München (die Kreis Klever Delegation umfasste 39 Mitglieder).

Heute aber schreibt Andreas Gebbink in der NRZ von einem gewissen »Murren im Rathaus«. Der Rechtsbeistand der Stadt, Dr. Peter Kamphausen, soll dem Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend empfohlen haben, Beschwerde gegen den Spruch der Vergabekammer einzureichen. Wenn »Murren« ein Synonym für Beben ist, trifft es die Sache ganz gut.

Man muss kein Seher sein, um zu verstehen, was da vorgefallen ist. Die Bezirksregierung sagt, beide Bieter dürfen noch einmal nachbessern. Das freut den Unterlegenen, aber was sagt eigentlich der Mann aus Bocholt, der ursprünglich den Zuschlag erhalten hatte? Der schon einen Millionenauftrag in seiner Tasche wähnte – und nun noch einmal »nachbessern« soll? Freut der sich auch?

kleveblog gibt gerne die Antwort:
Der Mann wird einen Auftstand gemacht haben, vermutlich mit der Faust auf den Tisch geschlagen und gesagt haben: »So lasse ich mit mir nicht umspringen. Dagegen werde ich klagen.«

Die menschlich wie ökonomisch verständliche Reaktion brachte nun aber die Stadt in die Bredouille – und führt nun offenbar in letzter Konsequenz dazu, dass Kleve sich auf die Seite des Investors ten Brinke schlägt und das Verfahren nun mit Brachialgewalt zu einem Ende führen will. Im Rathaus spricht man allerdings schon jetzt hinter vorgehaltener Hand davon, dass der Zeitplan komplett umgeworfen werden muss. Mittlerweile ist von Verzögerungen in der Größenordnung von drei Monaten die Rede, mindestens.

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4 Kommentare

  1. 3

    @Jules Winnfield

    „The service you have asked for is just at this moment temporarily not avalaible. In case of an emergency write to our senior helpdesk supervisor ronald.pofalla@bundestag.de. For all other cases don’t hesitate to call the helpdesk during office-hours at +492821997770.“

     
  2. 1

    Tja…. Ich sag nur das passt ja mal wieder wie die Faust aufs Auge.. Die Verwaltung, unter freundlicher mithilfe der Ratsfraktion mit den vielen Sitzen, hat es mal wieder geschafft….
    Da haben sie den vogel, oder besser gesagt schwan, mit abgeschossen….