Die Umstellung auf die Sommerzeit war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wie schon so oft, musste mitten in der Nacht ein Gerichtsbüttel in die Spitze des Schwanenturms klettern und dort mit einem 72-er Maulschlüssel solange am Uhrwerk drehen, bis die Uhr eine Stunde weiter war. Doch damit ist es künftig vorbei: Noch vor der Umstellung auf die Winterzeit sollen die vier Ziffernbätter auf dem Turm durch eine gut lesbare digitale Anzeige ersetzt werden. Dabei sollen arabische Ziffern zum Einsatz kommen, die sich seit Tchibo 1979 für die Zeitanzeige besonders bewährt haben.
Verantwortlich für die Umstellung ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der in den vergangenen Jahren hunderttausende Euro in die Uhr investiert hatte, um sie up to date zu halten. Immer wieder ging etwas kaputt. Jeder Blitz schlug zuverlässig ins Uhrwerk ein, jeder Sturm riss einen Zeiger. Damit ist nun Schluss! Bürgermeister Markus Dahmen steht hinter der Entscheidung, fügt sie sich doch nahtlos in sein Programm, „Kleve jeden Tag ein Stückchen besser zu machen “.
Künftig kann die Uhr per App gesteuert werden. Die Admin-Rechte liegen bei Rainer Hoymann, dem Vorsitzenden des Klevischen Vereins. Weitere Admin-Rechte hat das Gericht. Hoymann ist zwar unter den Aspekten des Denkmalschutzes nicht so begeistert („Der Schwanenritter kannte keine Digitaluhren“), sieht aber den größeren Nutzen: Zum einen können immer weniger Menschen die Zeit von einem Ziffernblatt ablesen, zum anderen lassen sich auch Alarme einstellen, mit denen die Klever Bürger morgens geweckt werden können. Weitere Anwendungen sind denkbar, beispielsweise lässt sich zum Jahreswechsel wie am Times Square in New York ein Countdown einstellen, mit dem die Zeit bis Mitternacht abgezählt werden kann.


Bitte mit Musik wecken! 😂
Oh je mit ne.