Auf seiner jüngsten Sitzung beschloss das Klever Rosenmontags-Komitee (KRK), dass die Garde des Klever Prinzen künftig auch mit Frauen besetzt sein darf – ein erster Schritt, möglicherweise überkommene Traditionen über Bord zu werfen und den Weg zu einer Prinzessin zu ebnen. Schon in der nächsten Session können also Frauen und Männer gleichzeitig den Prinzen eskortieren, aber bislang hat sich noch keiner Gedanken darüber gemacht, was die Frauen eigentlich anziehen sollen! Die Uniformen der Männer sind jedenfalls nicht geeignet, das steht schon mal fest. Doch zur Lösung solcher Probleme gibt es zum Glück kleveblog! Die Redaktion hat ein Large Karnevalskostüm Model (LKM) damit beauftragt, zu entwerfen, wie die weiblichen Mitglieder der Garde künftig auftreten sollen. Hier der Überblick:
1. Entwurf: Zeremoniale Würde mit militärischem Schneid

Dieser Schnitt hat Schneid! Der Entwurf übersetzt die historische Gardetradition in eine klar definierte, weibliche Silhouette. Der taillierte, rotgrundige Uniformblazer ist streng konstruiert, mit scharf gesetzten Schultern und goldenen Epauletten als explizitem Zitat militärischer Rangabzeichen. Die Front ist reich ornamentiert, jedoch symmetrisch und kontrolliert. Das verleiht dem Entwurf Würde und formale Autorität. Der kurze, weiße Faltenrock sorgt für Leichtigkeit und Bewegungsfreiheit, ohne die Zeremonialität zu unterlaufen. Weiße Stiefel mit moderatem Absatz verlängern optisch das Bein und halten den Look insgesamt funktional, auch wackelige Bühnen bilden so kein Hindernis für den Auftritt. Insgesamt ein Entwurf, der Disziplin, Tradition und Präsenz vermittelt – bewusst nah an der klassischen Prinzengarde, aber eindeutig weiblich interpretiert.
2. Entwurf: Ein opulentes Spiel der Formen

Dieser Entwurf ist der opulenteste. Er macht keine Kompromisse und ist klar als repräsentatives Statement gedacht. Neckisch ist der verlängerte Uniformrock mit asymmetrischem Saumverlauf, der eine dramatische Silhouette mit fließender Bewegung schafft. Mehrlagige, weiße Volants kontrastieren die strenge Linienführung des roten Oberteils, lassen tief blicken und bringen eine theatralische Leichtigkeit ins Bild. Goldene Posamenten, Kordeln und Knopfleisten sind bewusst üppig eingesetzt und zitieren höfische Insignien. Die Taille ist stark betont, wodurch eine majestätische Sanduhrform entsteht. Fazit: Dieser Look ist weniger funktional als symbolisch: Er steht für Macht, Sichtbarkeit und festliche Überhöhung.
3. Entwurf: Warum nicht Tomboy?

Der Tomboy-Stil, grundsätzlich ein lässiger, androgyner Look, der maskuline und feminine Elemente kombiniert und von Komfort, Funktionalität und Selbstbewusstsein geprägt ist, könnte als zeitgemäße Interpretation der Gardistinnen-Idee ein Statement jenseits aller Geschlechterkonformität schaffen. Der Blazer bleibt formal und strukturiert, wird jedoch mit einer schmalen weißen Hose kombiniert, was dem Ensemble eine moderne, beinahe diplomatische Anmutung verleiht. Die Linienführung ist reduziert, die Ornamente sind feiner und gezielter platziert. Die Silhouette wirkt aufrecht, selbstbewusst und urban – weniger karnevalesk, mehr State-Occasion. Dieser Entwurf kommuniziert Führungsanspruch, Souveränität und Zeitgeist, ohne den Bezug zur traditionellen Farb- und Formensprache der Garde zu verlieren.
4. Entwurf: Feminine Oktoberfestoffenheit

Wir alle haben die Diskussion um das Donsbrügger Oktoberfestplakat noch im Kopf, und genau daran knüft mit etwas erotischem Knistern Entwurf Nummer 4 in seiner Formensprache an. Der Look bricht bewusst mit militärischer Strenge und setzt auf Bewegung, Körperlichkeit und Ornamentik. Das Oberteil bleibt uniforminspiriert, öffnet sich jedoch stärker im Dekolleté und arbeitet mit weicheren Linien. Der Rock ist voluminös, aus mehreren Lagen leichter Stoffe aufgebaut und erzeugt bei jeder Bewegung Dynamik und Spiel- und Ansichtsfreude. Goldene Stickereien und ein reduzierter Einsatz von Rangabzeichen verschieben den Fokus von Hierarchie hin zu Ausdruck und Performance. Dieser Entwurf transportiert Lebensfreude, Eleganz und Selbstbewusstsein – eine bewusste Fusion aus Gardeästhetik und moderner Bühnenmode. Man muss es allerdings wollen.
kleveblog meint: Ganz schön schwierig, sich da zu entscheiden!


Man sollte davon ausgehen, dass die betreffenden Frauen selber bestimmen, wie sie sich kleiden ….. in welcher Uniform sie sich wohlfühlen.