Wechsel bei der Staatsanwaltschaft: Von Kleve über den Libanon in den Ruhestand, von Wuppertal nach Kleve

Nachfolger, Minister, Vorgänger

Im großen Saal des Museums Kurhaus hatte sich so ziemlich alles versammelt, was im öffentlichen Leben des Kreises Kleve Rang und Namen hat, Bürgermeister, Landrat, Polizeichef, Gerichtspräsidenten, dazu viele Richter und Staatsanwälte, sogar der nordrhein-westfälische Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) war gekommen, und die Schar der Gäste bekam zum Auftakt von der deutsch-niederländischen Sängerin Sarah Bouwers eine zuckersüße Version des Louis-Armstrong-Klassikers „What a wonderful world“ dargeboten.

In der Auswahl des Liedes mag entweder eine feine Ironie oder eine gehörige Portion Optimismus gelegen haben, denn die Hauptpersonen der Festakts in dem Klever Museum gehen gemeinhin nicht davon aus, dass in der Welt alles wunderbar zugeht: Gefeiert wurde die Amtseinführung des neuen Leitenden Oberstaatsanwalts in Kleve, Michael Stöckl, und zugleich wurde das Wirken seines Amtsvorgängers, des Leitenden Oberstaatsanwalts a.D. Günter Neifer, gewürdigt.

Der neue Mann an der Spitze der Behörde bekam einiges an Vorschusslorbeeren zu hören, zuallererst von Generalstaatsanwältin Dr. Christina Wehner, die den neuen „LOStA“ duzte: „Michael, du hast dir einen exzellenten Ruf erarbeitet und bringst alles mit, um eine Behörde wie die Staatsanwaltschaft Kleve souverän und sicher in die Zukunft zu führen.“

Justizminister Benjamin Limbach bezeichnete das eingangs gesungene Lied als „Regionalhymne“, denn es beschreibe den Kreis Kleve perfekt. Er widmete sich in seiner Ansprache zunächst dem Ende April ausgeschiedenen Vorgänger, der einen „exemplarischen Lebenslauf“ für einen Freund der Personalentwicklung absolviert habe. 

Sein Nachfolger Michael Stöckl ist schon seit fünf Monaten in Kleve im Amt (es fand sich kein früherer Termin für die Feier) und war somit schon mit einer Mammutaufgabe betraut – der Einführung der elektronischen Akte. Limbach dankte allen, die diesen Weg engagiert mitgegangen sind und wünschte Stöckl „viel Erfolg bei Ihrer Tätigkeit“. Ein zusätzliches Lob gab es für Volker Brähler, der die Zeit zwischen den beiden Chefs kommissarisch überbrückte – nicht zum ersten Mal übrigens.

Landrat Christoph Gerwers (in dieser Funktion auch Chef der Kreispolizeibehörde) wünschte dem neuen Leiter der Staatsanwaltschaft „das richtige Maß an Entschlossenheit“, Andreas Vitek, Präsident des Landgerichts, gab Stöckl einige Einblicke, wie familiär es in der Justiz am Niederrhein zugeht: „Man kennt sich gut.“

Günter Neifer, der im Ruhestand offenbar das Stand-up-Paddling für sich entdeckt hat, holte noch einmal zu einem autobiografischen Schnelldurchlauf aus und ließ die schillernden Stationen seines Berufslebens Revue passieren – angefangen von Ermittlungen zu einem Terroranschlag in Berlin über die Zeiten nach dem Mauerfall bis hin zu den Ermittlungen für die UN im Libanon nach der Ermordung des Staatschefs Rafiq al-Hariri.

Neifer war mit Unterbrechungen rund 20 Jahre in Kleve, sein Nachfolger Stöckl fängt gerade erst an, die Stadt und den Niederrhein kennenzulernen, was beispielsweise seiner erstaunten Bemerkung zu entnehmen war, dass, als er erstmals nach Kleve gefahren wurde, der Tacho seines Wagens als erste Ziffer eine zwei zeigte. So schnell sei er noch nie unterwegs gewesen. Auf der A 57 nach Kleve geht das. 

Dass Kleve die Nordgrenze des Gerichtsbezirks Düsseldorf bildet, habe ihn einerseits an den römischen Limes erinnert, andererseits an den Wall in der TV-Serie Game of Thrones, bekannte Stöckl. Am Niederrhein leben dahinter allerdings die Niederländer, und die Grenze ist – auch mitunter zum Leidwesen der Justiz – wesentlich durchlässiger. An alle im Saal anwesenden Gäste gerichtet, schloss er seine kurze Rede mit einer optimistischen Botschaft: „Es macht Sinn, sich für das öffentliche Wohl einzusetzen.“

Herausgeber, Minister

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3 Kommentare

  1. 1

    klevewerbeblog, das neue Amtsblatt des Kreises Kleve.
    Damit ist gesichert , dass es demnächst keine kritischen Berichte mehr gibt, über die Tätigkeiten der Staatsanwaltschaft Kleve.