Sind es Illuminaten? Tag und Nacht Festbeleuchtung fürs HRW-Parkhaus

rd | 13. Januar 2013, 12:11 | 12 Kommentare

Leuchtendes Beispiel? (Foto: © Claudia Philipp

Von allen wunderlichen Geschichten, die zurzeit über die Hochschule Rhein-Waal (HRW) und deren indolente Leitung kursieren, ist dies die am einfachsten zu fassende, weshalb wir damit einfach mal anfangen: Die nagelneue Hochschule Rhein-Waal leistet sich den Luxus, in Zeiten, in denen jeder denken lernt, dass Energie ein kostbares Gut ist und in denen selbst die Stadtwerke Broschüren verteilen, wie sich der Verbrauch reduzieren lässt, ihr ohnehin kaum genutztes, nachts dann aber völlig leerstehende Parkhaus rund um die Uhr in aller Pracht zu illuminieren. Begründet wird dies mit dem – zumindest für die akademische Welt – völlig aberwitzigen Argument, dass die Energie wegen eines eigenen Blockheizkraftwerkes »sowieso« da sei.

Zuletzt gab es diese Denkungsart in der längst untergegangenen DDR, wo in den Wohnungen, die mit Fernwärme beheizt wurden, im Winter keine andere Möglichkeit blieb, als die Fenster sperrangelweit zu öffnen, wenn man es etwas kühler haben wollte.

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12 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 12. Andre Gerritzen

    Seid ca. 2 Wochen wird die Beleuchtung am Tag abgeschaltet. Nachts ist das Parkhaus natürlich komplett beleuchtet.
    Dabei ist es inzwischen zu einem Magnet für die Klever Jugend geworden.
    Ich habe dort schon einige Interessante Aktionen beobachtet.
    – Autorennen die Rampen hoch und runter, 1 Mal sogar im Rückwärtsgang
    – Rennen mit Motorrollern durchs Parkhaus und anschliessend Full Speed über das Hochschulgelände
    – Testgelände für Autobassanlagen, weil es bei der niedrigen Decke besonders gut bumst
    – Fussballplatz bei schlechtem Wetter. Ist ja überdacht und der Ball kann durch die Gitter nicht weg. Sollte kein Ball vorhanden sein, reichen auch Bierdosen
    – Drehort für Gansta-Rap-Videos
    – Autowerkstatt, weil der Wagen komplett ausgeleuchtet wird

    Am Wochenende wird das Parkhaus und der Parkplatz vom Radhaus aufgeräumt, da dort zahlreiche Gestalten rumhängen und alles zumüllen. Als Radhaus-Gäste kann diese Gestalten nur eingeschränkt bezeichnen. Sie sind mehr Gäste des Parkhauses.

     
  2. 11. Andreas

    Bewegungsmelder:
    Ginge schon, wenn denn auch eine intelligente Steuerung vorhanden ist.
    Der Melder erfasst eine Bewegung (müssen ja nicht die günstigen sein, gibt gute Melder mit vernünftiger Auswertung) und schaltet zur bestimmt sowieso vorhandenen Minimalbeleuchtung eine Zone (also meinetwegen einzelne Leuchten) zu.
    Gleichzeitig wird ein Zeitglied initiiert, welches bei erneuter Erfassung durch den betreffenden oder einen angrenzenden Melder die gesamte Ebene für eine bestimmte Zeit zuschaltet.

    Hab´ ich auf unserer Einfahrt auch so gemacht, ist effektiv.
    Orientierungslicht per Dämmerungsschalter und Zeitschaltuhr.
    Wenn dann eine Bewegung erfasst wird, wird zunächst eine einzelne lichtstarke Leuchte zugeschaltet.
    Wird innerhalb von einer Minute eine weitere Bewegung nach der letzten erkannt, schalten sich drei weitere Leuchten zu.

    Das bedeutet:
    Kommt die Zeitung morgens, findet die zustellende Person den weg auf die Einfahrt. Bei Annäherung wird der Person der Weg ausgeleuchtet. Sollte der Vorgang länger als eine Minute dauern (kleine Auffahrt, unwahrscheinlich), so wird es sehr hell. Im Notfall hilfreich, im Zweifelsfall abschreckend und generell für Aufmerksamkeit sorgend.
    Was parallel dazu im Haus passiert ist nebensächlich 😉

    Nur so am Rande:
    Auch die beste Beleuchtung schützt nicht vor Vandalismus. Wenn es darum geht, Straftaten zu vermeiden … okay, die Hemmschwelle steigt. Aber effektiver Schutz sieht anders aus.

    Und:
    Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Das wird der von Herrn Daute hier häufiger per Bild eingebrachte Fotokünstler sicherlich spezieller kommentieren mögen.
    Prinzipiell lernt das aber auch jeder Elektriker.
    Wenn man eine Treppe falsch ausleuchtet, wird diese zur Stolperfalle.
    Wenn man ein Objekt hell ausleuchtet, wirkt dessen Umgebung bei Nacht wesentlich dunkler.
    Das Auge konzentriert sich auf die Helligkeit und blendet das im Schatten befindliche Geschehen nahezu aus.

    Grob gesagt macht es wenig Sinn, ein Objekt präventiv maximal zu beleuchten.

     
  3. 10. Kollege

    Jaja, liebe Rückseite der Medaille, nicht, dass der Nöldner die Rückseite des Parkhauses heimlich in ein vermeintliches Sündenpfuhl-Freudenhaus verwandelt.
    Es lebe die jungfräuliche Unversehrtheit des niederrheinisch grauen Betons, oder vielleicht besser des Betons niederrheinischen Grauens.

     
  4. 9. MalwasSag

    Ne Rückseite der Medaille hat Recht. Bewegungsmelder sind für so einen Apparat nicht tauglich.

     
  5. 8. Rückseite der Medaille

    Ach Mist, dass ich da nicht dran gedacht habe, dass es die ja kostenlos gibt…

     
  6. 7. ralf.daute

    @Rückseite der Medaille: Bewegungsmelder?

     
  7. 6. Rückseite der Medaille

    Was mit dunklen, schlecht Beleuchteten Ecken und Plätzen geschieht, muss hier doch keinem mehr erläutert werden, oder?

    Lieber alles hell erleuchtet, als in einem Jahr verschandelt. Ganz zu schweigen von den betretenen Gesichtern hier, wenn es die ersten gewaltsamen Übergriffe gegeben hat und keiner hat’s gesehen.

    Aber hauptsache den Euro gespart…

     
  8. 5. Scheinheiliger

    Dieses chicke Bauwerk ist der geheime Tempel der Er- nein, äh, Beleuchtung des Ordens der Illuminati.
    Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit bewundere ich diese ganzjährige, kostenlose Vollzeit-Lichtinstallation.
    Da man mit dem Blockheizkraftwerk Strom in unendlicher und kostenloser Fülle zur Verfügung hat, konnte man beim Bau sogar den Lichtschalter einsparen.
    Da dieser Strom eh nix kostet, noch ein Vorschlag:
    Dreht das Blockheizkraftwerk noch ein wenig auf, laßt das Licht dieser meistens leeren Hülle noch heller erstrahlen.
    Dann strahlt dies in voller Kraft das gesamte Wissen der HRW als Erleuchtung bis ins Rathaus.
    Weiterer Vorschlag. Da man den Strom eh zur Verfügung hat, kann man als Klever Werbegag auch die Weihnachtsbeleuchtung anschliessen und ganzjährig Tag und Nacht brennen lassen.

     
  9. 4. B.R.

    Ich bin nur 30 Minuten auf dem Hochschul-Gelände gewesen beim Tag der offenen Tür während der zweitägigen Eröffnung;
    das stand für mich schon fest, dieses Durcheinander an Studiengängen, wofür man teilweise überhaupt keine Ressourcen oder Synergien hat, kann nur ein ökonomisches und bildungspolitisches Desaster geben.

    Als ich dann hier gelesen habe, von dieser Studentin, die Frühkindliche Bildung studiert , und knochentrockenen BWL Stoff vorgesetzt bekommt; diesem zusammen gemixten Studiengang bionics and journalism; oder den beiden Professoren mit dem realitätsfremden Forschungsauftrag „ Wie kann man ohne Einsatz von Kapital und ohne unternehmerisches Risiko sichere Gewinne machen“ , habe ich mir gedacht, dass die Probleme wahrscheinlich noch viel größer sind als wie man bei so einem Eröffnungstag schon erahnen kann.

    Um von diesem ganzen Desaster abzulenken, braucht man natürlich Projekte, die eine gewisse Strahlkraft besitzen, wie dieses dauervollbeleuchtete Parkhaus:
    dann können die ausländischen Studenten bei ihrer Ankunft in Kleve abends in der Dämmerung schon staunen:
    Yeah, look , there is university Kleve applied sciences.

    Nur in Amerika, in Bedburg Hau und in kekscity ist alles möglich.

     
  10. 3. vom Schüler

    Wenn die Energie sowieso da ist, würde ich die Kosten für ein Erdkabel (ca. 200m) übernehmen, um das eigene Haus und Heim zu illuminieren… wenn die Energie sowieso da ist.

     
  11. 2. KlePeter

    Die Argumentation ist doch nachvollziehbar. Bei uns kommmt der Strom doch auch aus der Steckdose. :-))

     
  12. 1. J.H.

    Vielen Dank für diesen Betrag! Ich hatte schon sehnlichst drauf gewartet, das dieses Thema hier angesprochen wird. Ich schaue mir diese Lichterflut, dank Wohnung auf der anderen Seite des Spoykanals, täglich an und frage mich warum dort unmengen an Licher brennen. Aber ich habe auch schon was neues entdeckt: Die Blättersammlung am Eingang eines jeden Gebäudes-die Blätter sind irgendwann weg, die Tesafilm-Reste kann man noch bestaunen-sieht unglaublich heruntergekommen aus-und die Hochschule ist doch noch lange kein Jahr alt.