Rollator köj vergätte

rd | 14. Dezember 2007, 14:06 | 1 Kommentar

Der im Klever Wochenblatt erschienene Leserbrief von Mathilde Vervoorst aus Kranenburg vermittelt nicht nur einen Eindruck von der Wucht des niederrheinischen Idioms (es klingt doch wie Deutsch mit zu hohem Cholesterinspiegel, oder?), sondern bringt dazu noch ein fast schon Tabuthema ans Licht der Öffentlichkeit: Sind unsere schönen Innenstädte überhaupt noch geeignet für die Menschen, die darin leben?

Immerhin zeigt dieses Dokument, dass die Geranienoffensive der Kranenburger CDU, für die sich sogar Kleveblog-Leser aus den Vereinigten Staaten interessierten (vermutlich Exil-Kranenburger), bei der Kernzielgruppe (Kranenburger Jahrgang 1940 und älter) wirklich gut ankommt: “Kroanenbörg es doch soo schöön!”

Leichte sprachliche Probleme bei der Übertragung ins Hochdeutsche bereitet übrigens das Wort “Gemier”: Schlamassel? Dilemma? Gefrett? Molesten? Gemöhre? Oder was?

Leserbrief

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  1. 1. Mierenrätsel gelöst | kleveblog

    […] Das Mierenrätsel, von Maria Vervoorst aus Kranenburg in diesem Leserbrief aufgeworfen, ist gelöst: Mieren ist das plattdeutsche Wort für Würmer. Gemiere ist also ein Gewürm, oder vielleicht besser Würmergewimmel. Schlamassel oder Durcheinander trifft’s also. (Mit herzlichem Dank an Gisela Koekkoek, die mich auch auf das bemerkenswerte Wort Schöttelschlätt hinwies, womit in urniederrheinischen Kreisen der Aufnehmer bezeichnet wird (ich kannte nicht mal das hochdeutsche Wort, haha)). […]