Kiesow-Nachfolge: Es gibt einen Favoriten

Geschäftsaufgabe nach 175 Jahren: Prozente bei Kiesow

Die Klever Gerüchteküche brodelt, doch Sebastian Kiesow, der Inhaber des Traditionsgeschäfts Kiesow bags & travel, sagt, dass noch nichts unterschrieben ist.

175 Jahre gab es das Fachgeschäft für Lederwaren, nach dem Krieg siedelte es sich in der Mitte der Großen Straße an, in bester Lage. Als allerdings sowohl das Weihnachtsgeschäft wie auch der große Jubiläumsverkauf im Februar die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllten, zog Sebastian Kiesow die Reißleine. In dem Familienbetrieb, den er in der fünften Generation führt, findet seit einer Woche ein Ausverkauf statt. Ende Dezember ist Schluss.

Schon weit vorher hatte Sebastian Kiesow allerdings damit begonnen, die Immobilie, die sich im Familienbesitz befindet, aktiv zu vermarkten. Er sprach Makler an, die sich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert haben, und er nahm auch selbst Kontakt zu möglichen Mietern auf. Klar ist: Das Ladenlokal mit seiner Verkaufsfläche von 450 Quadratmetern ist eines der wenigen Objekte, in denen sich größere Unternehmen unterbringen lassen. Insgesamt krankt die Klever Innenstadt daran, dass viele Ladenlokale zu klein sind, um den Erfordernissen der neuen Zeit zu entsprechen. Als Konsequenz daraus stehen beispielsweise in unmittelbarer Umgebung von Kiesow schon drei Ladenlokale lange leer, zwei davon seit mehreren Jahren (Backwerk, Jeanstown).

Einer der möglichen Interessenten für die Nachfolge ist allerdings bereits eine bekannte Größe in der Stadt. Nach Informationen von kleveblog soll sich die Optik-Kette Fielmann für die Kiesow-Immobilie interessieren. Sebastian Kiesow wollte dies auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren und verwies darauf, dass noch nichts unterschrieben sei.

Ihm sei an einer „wertigen“ Nachfolge gelegen, versichert der Kaufmann, und er werde auch auf den Mix achten. Sollte Fielmann tatsächlich der Nachfolger werden, wäre dies für die Innenstadt nur ein Tausch, denn dann würde der Optiker seine bisherige Filiale am Fischmarkt aufgeben. Mitten in der Großen Straße hätte der Klever dann die Auswahl aus fünf Optikern (Apollo, Eyes + more, Rottler, Berghaus und Fielmann).

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17 Kommentare

  1. 17

    ….so lange die Holländerin in Kleve … „Kijk maar Jan ,dat is goodkoop 🉐, neem maar twee“ 😳 😂 ist Kleve noch nicht im….⤵ 🚽 . 🙄 😎

  2. 16

    Ich habe zunehmend den Eindruck, dass kleveblog.de zu einer Art „wünsch-dir-was“ entartet. Hier wird gewünscht, gefordert und und und, wer oder was mit welchem Konzept als Nachfolger ins Kiesow-Ladenlokal einzieht. Wie wär´s denn mal, als Wünsche-Erfüller zu fungieren und selbst etwas dort auf die Beine zu stellen. Die Umsetzung dieser Anregung wird bei wohl den meisten zu den Erkenntnissen führen, warum die Umsetzung dieser Wünsche wohl so kaum möglich ist. Learning by doing!!!

  3. 15

    Man könnte ein „Kulturkaffee“ raus machen, so mit kleiner Bühne, Getränken, Kaffee, Kuchen..

    Gut das macht keinen großen Gewinn, dass kann die Stadt Kleve auch nicht fördern, man muss ja für die LaGa sparen…

  4. 13

    Ich war am Wochenende mit dem Fahrrad in Weeze im „Eselsohr“.

    Leider gab es den Nusskuchen, der damals von dort ans Café No. 3 in der Kaverinerstraße geliefert wurde, nicht.

  5. 11

    Ah nee…Optiker…nee, dass finde ich nicht gut….warum nicht mal echt ein guter jugendlicher Modeladen…oder Footloker oder sowas ? Aber Optiker…nee…was reg ich mich auf…geht eh den Bach runter..dafür kommen auch die Niederländer nicht mehr..

  6. 9

    @4 ein Fahrradladen in der Innenstadt (ehemals Kiesow) erscheint mir doch ziemlicher Unsinn. Wenn jemand sein Rad zur Reparatur bringen muss, welches defekt und nicht fahrbereit ist, transportiert dies in der Regel mit dem Auto in die Werkstatt. Dürfte schwierig werden in der Fußgängerzone. Wer ein neues Rad kaufen will, möchte auch eine Probefahrt machen, auch das wird schwierig…..

  7. 8

    Ich kann noch etwas zu dem Zustand der Wege in direkter Nähe berichten.

    Unrat auf der Straße … hierzu steigt man / frau nur die Treppe hinauf
    zur Schwanenburg bis zur Schlosstorstraße. Am Wegesrand erblickt man
    zahlreichen Müll und abgelegten Schrott . Da bietet sich dem Betrachter
    ein fürchterlicher Anblick. Ich stelle mir dabei vor, welchen Eindruck
    Touristen von unserer Stadt bekommen …

  8. 7

    Eigentlich zeigt das Titelfoto schon ganz wunderbar den Ist-Zustand vom „Charme der Klever Einkaufsstraßen“.:

    Leere Schaufenster.
    Kaum Kunden bzw. überhaupt Menschen unterwegs.
    Unrat auf dem Boden.
    Plakate zuhauf wie dieses mit „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ & „Alles muss raus“.
    „Zu vermieten“ & Maklertelefonnummern findet man auch zuhauf.

    Prognose : Es wird nicht besser werden mit unseren einstigen Einkaufsmeilen aus der Vor-Internet-Zeit! Und auch die verkraftbare Zahl der 1-Euro Shops, arabischer Frisöranbieter sowie sich mit Rabatten überbietenden Optiker ist irgendwo limitiert da sie sich halt auch nur die wenigen Verbliebenen aufteilen müssen. Selbst die einst so boomenden Handy Shops sind im Prinzip nicht mehr so wichtig – auch hier wird das neueste Phone oder Vertrag auch immer öfter im Internet geklickt.

    Da ist es mM auch keine Erfolgsmeldung wenn eine Optikerkette nur ein paar Meter umzieht…

  9. 6

    @4 den würde ich dann aber an den „Rand“ der Fußgängerzone packen… Mitten in der Großen Straße zB dürfte es dann u.U. etwas eng werden.

  10. 3

    Für Fielmann wäre es jedenfalls eine Verbesserung. Und auch für die Kunden, denn im aktuellen Ladengeschäft ist es zu eng, wenn viele Kunden da sind.

  11. 2

    Der Altersdurchnitt in Kleve nimmt zu –
    und damit auch der Bedarf an Sehhilfen.
    Die Zeiten, die Menschen vor Bildschirmen etc. statt draußen verbringen, nehmen zu –
    und damit auch der Bedarf an Sehhilfen.
    Usw. usw.
    Folge: Der Verkauf von Sehhilfen (baby-) boomt.

  12. 1

    Also quasi eine Leerstandsverschiebung, und da die aktuelle Fielmann Filiale auch winzig ist, bleibt die dann wohl genau wie die anderen leer.