Geht das schon wieder los? Die neue Ratsperiode ist gerade einmal ein paar Wochen alt, da muss die achtköpfige Ratsfraktion der Grünen schon ihren ersten Aderlass verkraften. Wie die Vorsitzende der Ratsfraktion, Ulrike Wäckers, gestern auf der Mitgliederversammlung der Klever Grünen in den Räumen der Lebenshilfe mitteilte, hat Anne Belluardo angekündigt, ihr Mandat niederzulegen. Der Schritt erfolge aus „persönlichen und familiären Gründen“, so Wäckers. Für Anne Belluardo wird der Journalist Norbert Hoffmann nachrücken – obwohl er nicht die nächstgenannte Person auf der Reserveliste ist.
Ulrike Wäckers berichtet: „Auf der gestrigen Mitgliederversammlung des Ortsverbandes von B90/Die Grünen habe ich in meinem Bericht über die Fraktionsarbeit mitgeteilt, dass zu unserem Bedauern Anne Belluardo aus persönlichen und familiären Gründen ihr Ratsmandat voraussichtlich nur noch bis Ostern ausüben wird. Die Fraktion B90/ Die Grünen bedauert Annes Entschluss außerordentlich, denn sie ist ein sehr wichtiges, kompetentes und geschätztes Mitglied unseres Teams.“ Die Stadtverwaltung wird in der kommenden Woche über den unerwarteten Abgang informiert werden.
Anne Belluardo war auch Mitglied in den vier Ratsgremien Sozialausschuss, Kulturausschuss, Sportausschuss, Ausschuss für Chancengleichheit und Integration. Bei der Kommunalwahl war sie auf Listenplatz 5. Acht Grüne schafften es im September in den Stadtrat. Auf den Listenplätzen 9, 10 und 11 stehen Kathrin Hövelmann, Lisa Jacobs, Peter Schönrock. Sie haben offenbar den Verzicht auf das nun frei werdende Ratsmandat erklärt. So kam Norbert Hoffmann zum Zuge. Auf den folgenden Plätzen befinden sich Wiltrud Schnütgen, Thomas Geißelbrecht und Kristin Lemhöfer. Schnütgen hatte nach 21 Jahren im Stadtrat eigentlich schon ihren Abschied verkündet, nun muss sie damit rechnen, dass zumindest noch einmal das Angebot an sie herangetragen wird.
In der vergangenen Ratsperiode musste die Grünen-Ratsfraktion so viele Abgänge verkraften, dass am Ende die komplette Reserveliste leergeräumt war und sogar noch das Urgestein Friedrich Foerster in den Rat nachrückte, obwohl dieser auf den letzten Platz der Liste abgeschoben worden war.

