Große Sorge um den Flughafen Niederrhein

rd | 11. März 2014, 09:25 | 36 Kommentare

Alle Dinge werden geprüft

Alle Dinge werden geprüft

Es war still im Maywald-Saal des Kreishauses, sehr still, als sich die 54 Mitglieder des Klever Kreistags auf ihrer Sitzung am 20. Februar zum nicht-öffentlichen Teil der Tagesordnung vorgearbeitet hatten. „Man hätte eine Stecknadel fallen hören können“, erinnert sich einer der Teilnehmer. Landrat Wolfgang Spreen (58, CDU) hatte den ersten Tagesordnungspunkt „Berichte aus den Beteiligungsgesellschaften des Kreises Kleve“ aufgerufen. Eine dieser Gesellschaften ist die Flughafen Niederrhein GmbH.

Dass es ernst werden sollte, konnten die Teilnehmer schon daran festmachen, dass der CDU-Politiker die Kreistagsmitglieder vor Beginn seiner Ausführungen noch einmal ausdrücklich zur Verschwiegenheit vergatterte – als ob diese in der 24. und vorletzten Sitzung dieser Wahlperiode noch dieses Hinweises bedurft hätten.

Dann ging es um den Flughafen Niederrhein, der seit vielen Jahren vielen Politikern Sorgenfalten bereitet. Der Landrat versuchte bisher mit dem Hinweis auf eine mögliche gloriose Zukunft den Blick wegzulenken vom prekären Alltag des Regionalflughafens im Süden des Landkreises, der gerne auch als „Jobmaschine“ betitelt wurde. Die Wahrheit ist: Ab und an erwirtschaftete der Flughafen Weeze einen minimalen Gewinn, aber viel zu wenig, um die Millionenkredite des Kreises ernsthaft zurückführen zu können. Statt dessen bekam der Kreis Anteile am Flughafen.

Diesmal aber, so berichten es übereinstimmend mehrere Teilnehmer, führte Spreen in bemerkenswerter Offenheit aus, dass der Flughafen in einer wirtschaftlich schwierigen Lage sei. Das Geschäftsverhältnis des Flughafens mit der Fluglinie Ryanair sei problematisch. Es soll sogar das Wort „vertragsbrüchig“ gefallen sein, und das Unternehmen scheint wohl auch keine Garantien zu geben, die Zahl der in Weeze stationierten Flugzeuge mit dem Beginn des Sommerflugplans wieder zu erhöhen. Spreen deutete offenbar an, dass der Kreistag möglicherweise kurzfristig noch einmal zu einer Sitzung einberufen werden müsse. Man solle sich „jederzeit“ bereithalten. (Ruth Keuken, Sprecherin des Kreises, bestreitet allerdings, dass es derzeit solche Überlegungen gibt.)

Ist da was im Busch?

Ludger van Bebber, Geschäftsführer des Flughafens Niederrhein, wollte gegenüber kleveblog die Ausführungen des Landrats aus dem nicht-öffentlichen Teil nicht kommentieren, verwies aber auf die bekannten Zahlen zur Verkehrsentwicklung – Ryanair hatte den Flugplan für Weeze stark zusammengestrichen (siehe hier: Ryanair lässt Weeze links liegen). Zum Verhältnis zu Ryanair befragt, sagte van Bebber, er wolle – wie in der Wirtschaft üblich – zu den Geschäftsbeziehungen zu Vertragspartnern kein Statement abgeben. Auch die irische Fluglinie, sonst um große Worte nicht verlegen, ließ gestern nur lapidar verlauten: „Als Rückmeldung auf Ihre Anfrage möchte ich Ihnen heute gern mitteilen, dass das Unternehmen Gerüchte und Spekulationen nicht kommentiert.“

Ein Problem scheint offenbar die Luftverkehrsabgabe zu sein. Die irische Fluglinie (Jahresgewinn 2012: 593,3 Mio. Euro) muss in Weeze 7,50 € pro Kurzstrecken-Passagier bezahlen – aber tut sie das auch? Oder lässt sie sich diese ihrerseits bezahlen?

Van Bebber bezifferte die Höhe der Abgabe, die durch den Flugbetrieb in Weeze generiert wurde, auf rund neun Millionen Euro. Dies sei in Relation zum Jahresumsatz des Flughafens, der rund 22 Millionen Euro betrage, eine gewaltige Summe, die allerdings von Ryanair entrichtet werde, der Flughafen habe damit nichts zu tun.

Auf die Frage, ob der Flughafen möglicherweise zusätzliche öffentliche Mittel oder sonstige Formen der Unterstützung in nächster Zeit benötige, antwortete van Bebber: „Auf Basis des reduzierten Verkehrsaufkommens prüfen wir derzeit alle Dinge im Unternehmen. Ende März wissen wir, wie das Jahr 2014 für den Flughafen aussehen wird.“

Befürchtet er eine Insolvenz des Flughafens? Van Bebber: „Für mich als Unternehmer gibt es nur zwei Zustände: Es ist so, oder es ist nicht so. Diese Frage ist nicht seriös zu beantworten.“

Weniger Flüge, weniger Passagiere: Blick ins Terminal des Flughafens Weeze (Fotos © Udo Kleinendonk)

Weniger Flüge, weniger Passagiere: Blick ins Terminal des Flughafens Weeze (Fotos © Udo Kleinendonk)

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  1. 36. Bernd Derksen

    Es scheint so, dass die Kommunen in NRW verpflichtet sind, die Wertberichtigung der RWE-Aktien spätestens in der Bilanz 2013 vorzunehmen (siehe z.B. auch http://www.wiwo.de/politik/deutschland/rwe-rwe-abschreibungen-kosten-beteiligte-kommunen-mindestens-2-5-milliarden-euro/9752752.html) .

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kreis Kleve es als einzige Kommune anders handhaben kann und darf. Selbst wenn der Landrat und die hiesigen CDU-Gremien sich nicht an die betreffenden Regelungen aus dem Innenministerium halten wollen. Und bewusst gegen die erwähnten Hinweise der Gemeindeprüfungsanstalt verstoßen wollen. Wenn sich die GPA selbst ernst nimmt, kann und darf sie derartiges nicht durchgehen lassen. Es geht auch um Ruf und Glaubwürdigkeit der GPA.

    Die Freien Wähler wollen ja zurecht die rechtlichen Möglichkeiten prüfen (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/freie-waehler-kreis-hat-sich-mit-rwe-aktien-verzockt-aid-1.4082380 ).

    Hier die erwähnte Stellungnahme des Kreises/Landrats dazu: http://bit.ly/1gMM8T6

    Spreens dort geäußerte Einschätzung, dass es sich nur um ein „vorübergehendes Absinken des Aktienkurses“ handele, teilt NIEMAND, der sich ERNSTHAFT mit Aktien beschäftigt. (Na, außer vielleicht ein paar träumende Zocker. 😉 )

    Selbst auf der Homepage von RWE werden seit Monaten den 16 oder 17 Verkaufsempfehlungen nur 1 oder 2 Kaufempfehlungen gegenübergestellt. Und das auf Basis der aktuellen „niedrigen“ Kurse (http://www.rwe.com/web/cms/de/109506/rwe/investor-relations/aktie/analystenempfehlungen/).

    Ich darf ja mal deutlich werden:
    Es ist ökonomischer Unsinn, den da unser Landrat geäußert hat.

    Ich hoffe, dass es die Aussage nur irgendwelche politisch-taktischen Hintergründe hat. Und nicht wirklich ökonomischen Einschätzungen entspricht…

     
  2. 35. Bernd Derksen

    Korrektur zu #2:
    Ich schrieb dort, betreffend die RWE-Aktien des Kreises:
    >Dass man, anders als in privaten Unternehmen zulässig, viel zu hohe Buchwerte unberichtigt und damit bewusst irreführend stehen lässt, mag ja juristisch okay sein. >

    Dies dürfte unzutreffend sein. Es scheint nicht okay zu sein.

    In der Gemeindehaushaltsordnung §35 (5) heißt es:
    „Außerplanmäßige Abschreibungen sind bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung eines Vermögensgegenstandes des Anlagevermögens vorzunehmen, um diesen mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der diesem am Abschlussstichtag beizulegen ist.“

    Der Kreis wird einiges vom Wert seiner RWE-Aktien abschreiben müssen. Zumindest sagten mir Vertreter des Verbandes der kommunalen RWE-Aktionäre, dass die Lage klar sei.

    Vielleicht glaubt eine Partei, die plakatiert, dass Kleve ihrs sei ;-), sich nicht an geltendes Recht halten zu müssen. 😉
    Ich gehe aber davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man zugeben muss, entsprechende Forderungen eigentlich schon längst hätte umsetzen müssen.

    Übrigens: Es ist scheint zutreffend, dass die Wertberichtung nicht ergebniswirksam sein würde. Wie z.B. vom Kreis mitgeteilt:
    http://www.kreis-kleve .de/C12570CB003A90BD/0/E7B1E42773CDFB9DC1257C920051339D?opendocument&nid1=11225 . Also zu keiner Erhöhung der Kreisumlage o.ä. führen würde.

    Was die „nur vorübergehende Wertminderung“ angeht, so halte ich die Position unseres Kreises für kaum zu rechtfertigen. Zumindest widerspricht die Sichtweise klar den Ansichten der Gemeindeprüfungsanstalt (vgl. die recht konkreten Darstellungen unter: http://gpanrw.de/media/1357722874_verffentlichung_apl_abschreibung_fa_stand_dez_2012.pdf )

    Man wird den Bilanz-Wert der Aktien realistischer machen MÜSSEN!
    Insofern wird man frühere grüne u.a. Forderungen erfüllen. (siehe: http://www.kurier-am-sonntag.de/cms/lokales/kleve-kalkar-kranenburg-bedburg-hau/6114-wie-der-kreis-einen-millionen-verlust-ignoriert.html)

    Mal sehen, wie lange man dafür brauchen wird. Denn wer gibt schon gerne Fehler zu.

     
  3. 34. Konfuzius a. D.

    @ rd

    Wer schreibt denn auch von 1000 Jobs oder 700 in Köln/Bonn und warum? Siehe Text weiter unten!

    @ ProFN

    Die Zahl 1100 (neue Arbeitsplätze) basiert in der Regel auf sogenannten ACI konformen Zahlen. Man geht davon aus das 1 Mio. Passagiere am Flughafen 1000 sogenannter “on-site” Jobs unterstützen. Bei Ryanair verweist man auf jenen ACI Wert. Warum weisen Politiker oder Presse sehr selten darauf hin?

    http://corporate.ryanair.com/news/news/140410-ryanair-announces-new-cologne-base-no-68/?market=ie

    Es sind wohl 92 am Flughafen und ich stimme zu: Vermutlich gibt es einige Arbeitsplätze die indirekt vom Flughafen profitieren. ACI konform wären das 2014 wohl weit über 1500 Arbeitsplätze. Das darf dann auch entsprechend mitgeteilt werden. Hier “versagen” allerdings oftmals Politiker oder die Presse.

    Ich kann nicht behaupten das der Flughafen (ich drücke es mal so aus) seine aktuelle Struktur noch sehr lange behalten wird. Ich gehe aber fest davon aus das Weeze 2016 “abhebt” und im Jahr 2020 ab dem Flughafen Niederrhein Deutsche wie Niederländer in Richtung Expo nach Dubai verreisen. Alles klar?

     
  4. 33. rd

    @Pro FN Es ist immer von rund 1000 Jobs die Rede, ohne dass diese Zahl je spezifiziert worden ist. Belastbar sind die 92, und dass es einige mehr sind, gestehe ich gerne ein. Zu den Verkäufen bitte die Geschichte „Der Preis ist heiß…“ lesen.

     
  5. 32. Der Laie

    @Pro FN
    wer mit seinem Geschäftsmodell so am Tropf von öffentlichen Kreditgebern hängt,hat keine Zukunftsaussichten.
    Der Erlös aus dem Grundstücksverkauf wird ja nicht zur Zahlung von Verbindlichkeiten (Überfällige Zinszahlungen) genutzt, sondern soll wieder einmal verfrühstückt werden.Wobei über den Umweg Agello die Verantwortlichen noch persönlich einen Vorteil aus den öffentlichen Krediten ziehen.
    Wohin die Mentalität der VEB Betriebe geführt hat, hat doch die Geschichte der DDR hinreichend gelehrt.
    Die Politik ist u.a. mit der Planwirtschaft der EEG Umlage auf dem besten Wege,die Fehler der Geschichte zu wiederholen.Ich stelle etwas her, und die anderen sind verpflichtet mir die Ware abzunehmen,wenn ich dann die Ware unter Einstandspreis verkaufe, hat gefälligst der Staat mir die Differenz zu ersetzen, damit ich überleben kann.
    Oder warum zahlt Raynair keine kosterndeckende Start- und Landegebühren,sitzen da die Kaufleute nur in Irland und Herr Buurmann und Herr van Bebber verlassen sich darauf,das eitle Kreispolitiker die Differenz gerne zu Lasten der Allgemeinheit übernehmen.
    Es bleibt nur zu hoffen, das die Wähler soviel geballte Dummheit im Mai zu würdigen wissen.

     
  6. 31. Pro FN

    @rd

    Von der polnischen Zeitarbeitsfirma war keinerlei Rede….ziemlich engstirnig das Ganze nur auf „92“ Mitarbeiter zu begrenzen!

    Von welchen „Verkäufen“ reden wir?

     
  7. 30. rd

    @Pro FN Ich kann nicht erkennen, inwieweit polnische Zeitarbeiter auf dem Gelände mit der Wertschöpfung durch den Flughafen in Zusammenhang stehen. Und zur Wirtschaftlichkeit: Ohne die zumindest fragwürdigen „Verkäufe“ von Land an die FN Grundbesitz GmbH hätte der Flughafen in jedem Jahr seines Bestehens Verlust gemacht. Und nu?

     
  8. 29. Pro FN

    @rd

    Nein…deine Rechnung bezieht sich aber in diesem Fall nur auf ca. 100 Mitarbeiter, dies ist aber nicht der Fall, wir reden hier über weitaus mehr…..nämlich ca 1100 die ihren Job verlieren könnten!

    Zudem wurde „kein“ weiterer Kredit bewilligt, sondern ein Gelände an den Kreis „verkauft“ und dieses Gelände sichert dem Kreis auch den Pachtvertrag des Solarparksbetreiber!

    Unwirtschaftlichkeit?

    Wir haben letztes Jahr wie auch Ryanair ein Plus von 12% zu verzeichnen am Airport Weeze, dieses Thema wurde nur wieder aktuell als Ryanair bekanntgab 18 Ziele zu streichen, dies wird ein schlechtes Jahr da gebe ich recht, aber es wurden direkt nach bekanntgabe von Ryanair Maßnahmen am Geschäftsmodell ergriffen!

    Wir können in dem Fall nicht von einer Insolvenzverschleierung sprechen, es ist nicht so als würde einfach so weitergemacht wie bisher….

    Zudem finde ich das hier gezeigte Foto nicht gerechtfertigt…..jeder Flughafen hat seine Stoßzeiten, jetzt nur wegen diesem Thema eine Zeit fürs Foto zu wählen wo nix los ist, ist wirklich nicht angebracht!

    Heute 12.04.2014 Mittags:

    http://www.directupload.net/file/d/3590/rp2vyv4x_jpg.htm

     
  9. 28. rd

    @Pro FN Ich sehe es nicht als Aufgabe eines Landkreises, in einer strukturschwachen Region einen Flughafen zu betreiben. Wenn Privatpersonen das machen wollen, sollen sie das tun (sofern sie eine Genehmigung dazu erhalten, aber die gibt es ja). Diese Privatpersonen sollen sich dann aber an privatwirtschaftlichen Maßstäben messen lassen. Daran hapert es in diesem Fall. Ich bin der Überzeugung, dass das Geld anders besser eingesetzt wäre (es handelt sich rechnerisch immerhin um 38.000 Euro/Beschäftigten, damit der Betrieb ein Jahr weitergeht). Und nur darum geht es: Der Flughafen hat sich zwölf Monate Zeit erkauft. Der Landrat hat eine extrem unangenehme Wahrheit 45 Tage vor der Wahl verkleistert. Arbeitsplätze sind wichtig, aber der Staat darf sie doch nicht gewissermaßen als Belohnung für Unwirtschaftlichkeit finanzieren.

     
  10. 27. Pro FN

    Mir ist persönlich erstmal egal wie es weitergeht, Hauptsache es geht weiter!
    Mein Job hängt davon ab, nicht nur die besagten „92“ Mitarbeiter der FN GmbH sind darauf angewiesen, sondern wurden „alle“ Leute der Agello hier nicht genannt!
    Ich brauche diesen Job und arbeite gerne dort, wie andere auch!

    Nicht nur wir sind betroffen….Taxi-Unternehmen, Bus- Unternehmen, Gastro-Unternehmen und viele mehr sind davon betroffen!

    Jeder der hier das vermeintliche „Gesamtwohl“ im Auge hat, sollte sich mal überlegen wie es wäre, wenn seine Firma kurz vor der Insolvenz stehen würde…..ihr würdet natürlich das Geld in einem solchen Umfang ablehnen…is klar!

    Sich nur von einer Airline abhängig zu machen scheint ein Fehler zu sein?
    Ja…das ist so….aber das sich nur wenige mit Ryanair auf eine Platte stellen und somit die Angebote anderer Airlines fehlen, auf solch eine Idee kommt wohl keiner!

    Es blieb keine andere Möglichkeit als Ryanair zu stationieren….denn Ryanair hat dem Flughafen das Überleben gesichert!

    Der Verkauf des Solarparkgeländes war ein Fehler?
    Warum? Was meint ihr an wen der Betreiber des Geländes nun seine 5% Bezahlt?

    Ich bin über jede Hilfe dankbar, die dem Flughafen sein Überleben sichert, denn ich arbeite gerne dort!

    Die meisten hier beschweren sich über das Handeln diverser Geschäftsleute wieviel Geld doch verpulvert wurde…..nunja….IHR seid aber nicht anders….denn IHR habt in diesem Fall auch nur das Geld im Kopf….an den kleinen Mann der hier sein Lebensunterhalt verdient denkt ihr auch nicht!

    Schönen Tag noch

     
  11. 26. bb experte

    Zu 25.

    Lustig finde ich auch den letzten Absatz des Artikels: Zitat van Bebber „…Für mich als Unternehmer…“. Ich dachte Herr van Bebber ist „nur“ Geschäftsführer. Scheint ja wohl noch unternehmerisch Tätig zu sein. Evtl am Privatparkplatz nähe Flughafen beteiligt ? an Agello Zeitarbeit ? wer weiß, wer weiß…

     
  12. 25. Peter Wanders

    Bevor jemand auf die Idee kommt, dem Buurman noch mehr Geld in den Hintern zu stecken, verweise ich auf das Geschäftsmodell von Amigo. Präsentiert vor 10 Monaten hier im Blog zum 10-jährigen Jubiläum der Steuergeldversenkung.
    Man stelle sich vor, der Flughafen geht pleite. Dann verliert so manches gewichtige Kreistagsmitglied seine so bitter benötigten Nebeneinkünfte in einer der vielen Neben-GmbHs.
    Aber lesen Sie selbst:

    Amigo am 5. Mai 2013 um 14:23 Uhr
    Liebe Amigos der Kreis-SPD und -CDU, sehr geehrte Herren Spreen und Katzky, ich würd ja gern eine millionenschweres Freizeitbad kaufen, welches mir anschließend so hohe Einkünfte einbringt, dass ich davon locker schon sehr bald sämtliche Kredite zurückzahlen werde.
    Aufgrund gewisser Risiken in meinem Geschäftsplan, ja, Sie verstehen schon, gewährt mir leider keine Bank den benötigten Kredit. Aber liebe Amigos, das ist die Chance für Ihre Region!!!
    Und kleingedruckt: Sie dürfen dies tolle Prestigeobjekt jederzeit für ihre Werbemaßnahmen in eigener Sache nutzen! Das sind doch mal Aussichten.
    Herr Spreen, Herr Katzy, selbstverständlich springen Sie mit Ihren Fraktionen gerne ein. Sie geben mir diesen Kredit. Die Kreis Klever Bürger blenden wir dann anschließend gemeinsam und den Rest vertuschen Sie in nicht-öffentlichen -Sitzungen.
    Ich gelobe Ihnen zügige Tilgung, können dies Augen lügen?

    Hachja, nun, ein paar Jährchen später, haben ihre bösen Politikkollegen weiter oben eine so fiese Bade-Steuer erfunden, also die sind schuld daran, dass die Tilgung noch eben dauert. Und Zinsen zahl ich auch erstmal nicht.
    Da Sie mir so ein guter Amigo sind kommen Sie selbst auf die Idee, dass Sie nun statt der Zinszahlungen 2 Prozent des Schwimmbadwertes in Eigentum des Kreises übernehmen.
    Dass die Kreis Klever Bürger aufgrund des Kredites in Wahrheit ja schon hundertprozentiger Eigentümer sind, vertuschen wir gemeinsam vor den Bürgern. Ihr Klever seit dann in 50 Jahren praktisch doppelter Eigentümer dieses Schwimmbades. Genial!
    Ein Dank den Amigos!

    Ich lach mich kaputt und freue mich auf die nächsten 49 zins-, tilgungs- und mietfreien Jahre des Bades, welches mir ein tolles Einkommen zahlt. In 49 Jahren gebe ich Ihnen den Schlüssel und habe bis dahin Nullkommanull an Sie gezahlt.

    Nach 10 Jahren feiern wir gemeinsam diese tolle wirtschaftliche Entwicklung..
    Ihre Nachbarn sind auch superfroh, denn die haben aufgrund unseres Geschäftsmodells noch nie so billig baden können
    Herr van Bebber, Sie als ehemaliger Chef der Kreis Klever Wirtschaftsförderung mit besten Amigo-Connections nehme ich gerne als Schirmherr mit ins Boot. Ein tolles Geschäftsführergehalt sei Ihnen gewiss. Ihr und mein Einkommen gestalten wir so geschickt, dass für die Kreis Klever Bürger nicht einmal ein Centchen zur Zinszahlung, geschweige den Tilgung übrig bleibt.

    Alternativ, lieber Amigo Spreen, übernehme ich auch gerne van Bebbers Nachfolger beim Kreis, Herrn Kuypers als Geschäftsführer meine Freizeitbades. Der wird Ihnen als vertrauter Amigo schon erklären, dass dies ein ganz tolles Geschäftsmodell ist.

    Ich werd gleich Herrn Kuypers zwinkernd den Kreditantrag vorlegen.
    Und liebe Herren Spreen und Katzky, wir werden ganz bestimmt auch für Sie einen gut bezahlten Nebenjob in einer der vielen Unter-GmbHs finden. Es soll ja nicht zu IHREM Schaden sein…

     
  13. 24. Der Laie

    Die Frage ist doch, werden die wahren Zahlen erst nach der Wahl im Mai den Bürgern mitgeteilt und stellt man das hinterherwerfen von gutem Geld, dem bereits verlorenen als alternativlos dar.
    Fraport aus Frankfurt hat sich doch nicht grundlos, zwar mit Verlust, aus dem Flughafen Hahn zurückgezogen.
    Das Argument die Luftverkehrsabgabe verhindere eine Erhöhung der Pasagierzahlen ist doch nur vorgeschoben, die gestrichenen Flugziele rechnen sich für Ryanair nicht,also werden sie im Flugplan gestrichen.
    Da bleibt nur zu hoffen, das in den neuen Kreistag, Politiker einziehen werden, die es mit dem Spruch zum Wohle der Bürger ernst meinen.

     
  14. 23. Konfuzius a. D.

    Die Krise am Flughafen in Weeze kann als neue Chance gesehen werden. Optimismus alleine reicht in der Situation allerdings nicht aus. Eine der Hausaufgaben wäre die Ansiedlung einer neuen Airline, die außerdem neue Ziele ansteuert. Airbus liefert ab dem Jahr 2015 wohl 100 Stück des Airbus A320 neo an den “Billigflieger” Norwegian Air Shuttle aus. Es soll ja nur ein Beispiel sein. Geht da nicht etwas?

    Politisch clever wäre der Versuch, eine dritte Niederlassung der Fachhochschule Rhein-Waal an diesem Flughafen zu eröffnen. “Cool”, würde vermutlich jeder Student sagen. Tatsächlich eine Marketingidee! Allerdings darf man davon ausgehen, dass eine solche Kombination in Weeze die Magnetwirkung auf die Wirtschaft ausstrahlt, die man am Standort Kleve nach nun ca. 5 Jahren FH bis heute nur vermisst – weshalb es ganz gut ist, die üblichen Unternehmen mehr als 4 mal pro Monat in die Presse zu bringen. Ich bin jetzt schon gespannt welcher Student künftig mit einem Analysegerät in der Hand sich wichtige Objekte wie das Schüsterken oder den Schwan auf dem Schwanenturm vorknüpft. Einfach supergeil!

    Laut Beratungshaus PWC zählt Deutschland immerhin zu den wenigen Ländern innerhalb der EU, die von einem Wachstum im Flugverkehr ausgehen dürfen. Gigantisches Wachstum ist, kaum jemand wird überrascht sein, in Asien zu erwarten. Will man im Kreis Kleve ausgerechnet jetzt den Anschluss an die Boomregion verpassen und auf Möglichkeiten verzichten? Dann macht die Lichter doch komplett aus! Der Flughafen ist überflüssig. Muss er deshalb nach so viel an Steuergeld demnächst “dicht” machen?

    Die Anbindung der Kombination an das deutsche Schienennetz wäre ein wichtiger zusätzlicher Faktor. Ständig lese ich das Mutti im Land investieren wird. Na bitte, hier bietet sich doch eine Chance, Die Zusammenarbeit mit Ronald P. von der Bahn dürfte ihr doch wirklich nicht so schwer fallen. Kaum auszumalen, wie begeistert die Stammwählerschaft wäre, wenn sich endlich mal etwas bewegen würde. Doch im Wahlkampf zeigt die CDU aktuell wohl lieber auf die SPD in Düsseldorf. Was für ein bescheidener Inhalt.

    Natürlich sind alle diese Punkt “schwierig”. Ich sehe schon die Protestler. Gefordert sind endlich die Menschen, die eine Entwicklung der Region wollen. Stellt Euch doch endlich mal gegen die Nörgler. Das würde wohl vielen Leserinnen und Lesern in diesem Blog gefallen, sofern es sachlich bleibt. THX!

     
  15. 22. Bernd Derksen

    Ich fand es bemerkenswert, wie vergleichsweise deutlich das „Liquiditätsproblem“ im RP-Artikel (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kevelaer/airport-sieht-sein-fortbestehen-akut-nicht-gefaehrdet-aid-1.4103462) angesprochen wird. D.h. man braucht neues Geld. Zwar nicht „akut“, aber doch offenbar relativ schnell.

    Natürlich wäre Eigenkapital schön. Aber ob Buurman kann bzw. mag? Neue private Investoren dürften bei den Aussichten auch nicht Schlange stehen. Jenseits der Alibi-Verzinsung erwarte ich auch nicht, dass man für weitere Flughafenanteile eine Kreistagsmehrheit finden wird.

    Also: Fremdkapital. Aber (echte 😉 ) Kreditinstitute dürften auch weiter sehr vorsichtig sein. (Zumindest wohl nicht zu den Konditionen, die man gegenüber der EU-Kommission als marktüblich verkauft, die aber gerade nicht der Marktlage entsprachen und entsprechen. Da der Schuldner Flughafen nicht die Bonität hat, derlei Konditionen außerhalb staatlicher Quasi-Subventionierung zu erreichen.)

    Also könnte es wieder auf das Geld der Bürger (per Kreiskredit o.ä.) hinauslaufen (müssen). Und die Flughafen GmbH weiß ja, dass der Kreistag erpressbar ist, wie sie selbst von Ryanair.

    >>“Man solle sich „jederzeit“ bereithalten.“>>
    –> D.h. zum Abnicken der Flughafen-Wünsche?
    Oder sind die Kreistagsmitglieder stärker denen verpflichtet, deren Interessen sie doch eigentlich vertreten sollen?

    Ich persönlich halte die Nichtöffentlichkeit derlei finanzieller Abenteuer-Spielchen für fatal. Aber offenbar sieht es die Mehrheit der zuständigen Volksvertreter wie auch deren Wähler halt anders.

     
  16. 21. rd

    Heute zieht die RP zum Flughafen nach. Ein Artikel mit viel „soll“, an dessen Ende steht, dass eine Entscheidung zum Finanzierungsmix der künftig notwendigen Liquidität noch nicht getroffen sei. Es ist also so, wie geschrieben, dass der Airport Geld braucht – und der Kreis darüber wird entscheiden müssen, inwieweit er Teil dieses Mixes wird…

     
  17. 20. HeinzS

    @Bernd Derksen
    Klar! Mit der Ebene,die sie beschreiben, kann ich noch leben. Nur nicht,wenn es
    zynisch wird.

     
  18. 19. rd

    @Bernd Derksen Die Crux in dieser Antwort ist das Wort »günstig«. Ich wiederhole mich zwar nur ungern, aber: TANSTAAFL

     
  19. 18. Bernd Derksen

    @HeinzS
    Es gibt immer verschiedene Ebenen der Bewertung.
    Ich z.B. finde die Möglichkeit, einfach und günstig von Weeze aus andere Länder kennenzulernen, einfach toll.

     
  20. 17. SPD-Defibrillator

    Wie das beim Kreis genau läuft und welche Gedankengänge die Entscheidungsträger vollziehen, kann man schön an den jüngsten Aussagen zu den 80 Mio.-Verlust mit den RWE-Aktien ablesen.

    So orakelte der Börsen- und Finanzweissager Katzy (SPD), dass der Verlust von 80 Mio. Euro mit den RWE-Aktien gar nicht schlimm sei, weil diese Aktien ja eine „Sicherung“ wären.

    Den Satz habe ich bis heute nicht verstanden, aber er zeigt vl., wie die SPD die Welt versteht und warum sie unbedingt immer mehr Anteile vom Flughafen übernehmen möchte. Man „be-sichert“ sich durch die Übernahme von Anteilen die Zinsen. Der Kreis tauscht praktisch Volksvermögen gegen einen festen Anteil am Flughafen. Der ist zwar nichts wert, die SPD bzw. wir Bürger können dort auch in Zukunft, ggf. nach Einstellung jeglichen Flugverkehrs, trotzdem hinfahren und beispielsweise für 16 Euro /Stunde das Auto parken, wenn man dort spazieren geht!?

     
  21. 16. HeinzS

    @Rainer
    Sie bewerten diese Entwicklung offensichtlich positiv! OK!
    Aber bitte tun Sie es auch,sollten Sie mal die negativen Aus-
    wirkungen,z.B. beruflich,zu spüren bekommen. Behalten Sie dann
    bitte Ihre positive Einstellung,dann wäre es auch ehrlich.
    Ein System ist nicht nur gut wenn man persönlich profitiert!

     
  22. 15. Der Laie

    Wie weltfremd sind eigentlich die Damen und Herren des Kreistages, das sie glauben einen Regionalflughafen mit
    einem einzigen Nutzer wie Ryanair, könne man wirtschaftlich ertragreich betreiben.
    Sind Beispiele wie Hahn, Lübeck,Memmingen oder Altenburg noch nicht genug um einzusehen, das die Rechnung immer nur für Ryanair aufgeht, solange Provinzpolitiker sich mit Subventionen gegenseitig überbieten.
    Ist der Posten im RWE Beirat so lukrativ für den Landrat, oder warum werden bei fallendem Aktienkurs noch weitere RWE Aktien erworben.Liegt es an der bequemen Position des Kreistages, das bei fehlendem Geld im Haushalt einfach die Kreisumlage erhöht werden kann und die Kommunen die Spekulationsverluste ausgleichen
    müssen.Erst wenn auf der Gebührenrechnung der Gemeinden der Aufdruck steht, vielen Dank mit ihrem Beitrag sponsern sie das Billigticket eines Ryanair Kunden und sorgen für einen ruhigen Schlaf des Unternehmers Buurmann wird auch der letze Bürger im Kreis Kleve merken,welches Schein Jobwunder da aufrecht erhalten wird.

     
  23. 14. rd

    @Klever Dumping ist es nicht, weil Ryanair ja Gewinne macht. Der Witz ist, dass diese Gewinne gewissermaßen vom Steuerzahler kommen (Kreis verzichtet auf Rückzahlung von Krediten im Fall Weeze).

     
  24. 13. Klever

    Die Situation wie sie sich jetzt darstellt ist eine logische konsequenz unserer Geiz ist geil gesellschaft. Niemand ist mehr bereit für eine dienstleistung wie einen Flug den angemessenen preis zu zahlen. Betriebswirtschaftlich gesehen ist es nicht möglich mit 19euro pro fluggast bei ausgelastetem flugzeug nach mallorca zu fliegen. Diese Regionalflughäfen in Deutschland sind eine absolute Fehlentwicklung. Alle sind Steuergeldvernichter….. Das wird auch so lange so bleiben wie das Flugpreisdumping existiert..

     
  25. 12. Meier

    @10 Rainer

    Aber Hauptsache, „war billig“! Taxi zur Kneipe ist teurer als einmal Weeze-Venedig! Supi, daumenhoch!

    Dieser Schnäppchenjäger-Generation ist anscheinend jedwedes Gefühl für den echten Preis einer Ware/Dienstleistung abhanden gekommen…

     
  26. 11. G.M.

    Dieses Ryanair – Gelumpe sollte man dorthin zurückschicken wo des her kommt, Auf die grüne Insel.
    Müssen nicht auch die anderen Fluggesellschaften eine Luftverkehrsteuer zahlen ?
    Machen die auch so ein Tam Tam darum.?
    Schaut euch nur um wieviel Regionalflughäfen Ryanair schon Platt gemacht hat.

    Von diesem Flugkasper kann man nichts anderes erwarten.

     
  27. 10. Rainer

    Rainer Karl Hermanns,
    Ich stimme auch einem „Müller Stimmt“ zu. Habe schöne Urlaube mit meinen Kindern von weeze aus gestartet, Irland London Venedig, war billig. Der Leidensdruck der Menschen, die mehr Steuern und gebühren zahlen als ich, war mir nicht bewusst. Es tut mir leid, dass ihr euch aufregen müsst

     
  28. 9. BBB

    Leider musste ich gestern mit tränenden Augen einen Flug ab Eindhoven buchen, und zwar nach Breslau. Schade, dass diese Verbindung nun dort, nur wenige Kilometer weiter angeboten wird. Verfügbar ist diese Verbindung allerdings nicht über Ryainair sonder über WIZZair, die man auch in Dortmund findet, nur leider bei uns nicht. Ab Düsseldorf geht natürlich auch aber dort kostet der gleiche Flug gleich doppelt so viel, nämlich 220 Euro.

    So ist das. Jetzt haben wir diesen fantastischen Flughafen und alle mir wichtigen Verbindungen sind inzwischen nicht mehr vorhanden: Birmingham, Breslau und Balaton, alles mit „B“… Schade!

    Vielleicht konzentriert sich der Kreis endlich auf Aufgaben, die sich in ihrer Wertschöpfung auf den näheren Umkreis begrenzen und Handfest sind, wie z.B. der Reaktivierung der Bahnstrecke Kleve – Nijmegen. Für das Geld, was in diesem Flughafen verpulvert wurde, hätte man die Strecke bereits eigenhändig in Betrieb nehmen können.

    Der Konjunktiv…

     
  29. 8. otto

    @7 und @6,

    natürlich stimmt es, dass im Interesse der dort Tätigen äußerste Vorsicht zu beachten ist.

    Ob O’Leary bei seinen Entscheidungen für Weeze den Aspekt der sozialen Rücksichtnahme überhaupt in Betracht gezogen hat, ist zu bezweifeln.

    Und der Menschenfreund Buurman, er wird gewiss bis 2016 wie vereinbart seinen Verpflichtungen (incl. aller ausstehenden Zinsen) nachkommen, so dass dem Kreis eine große Last zum Wohle Aller genommen werden wird.

    Kann es sein, dass im Sinne der im Weeze-Airport Tätigen, ALLE Verantwortlichen -verantwortungslos-
    handelten und auch noch handeln?.

     
  30. 7. rd

    @Müller Stimmt.

     
  31. 6. Müller

    Vorsicht, man kann auch etwas kapruttreden bzw. -schreiben.

    M.E. ist hier trotz aller (berechtigter) Kritik -im Interesse der dort Tätigen- Vorsicht geboten.

     
  32. 5. otto

    @4.rd,

    Die EU kappt ja auch ihre Beihilfen für Regionalflughäfen, wie sah bzw. sieht das denn für Weeze aus?

    Eine „uralte“ unternehmerische Weisheit lautet, verlasse dich NIE nur auf einen Kunden, du bist ihm IMMER
    auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

    Weeze war und ist ein unkalkulierbares Risiko-Geschäft.

     
  33. 4. rd

    @tto Die Geschäftsgrundlage des Flughafens hat sich erst mit der Ryanair-Ankündigung von Mitte Februar entscheidend verändert. Insofern erscheint mir das Thema verfrüht, zumal bisher auch galt, dass der Kreis Anteile übernimmt.

     
  34. 3. otto

    @ 2 B.D.

    ………..ergänzend bleibt noch daran zu erinnern, dass nicht nur die Dividendenkürzung verkraftet werden muss, auch die nicht eingegangenen und nicht eingehenden Zinszahlungen vergrößern das Desaster „täglich“.

    Sehe ich das richtig, dass inzwischen der Tatbestand der -vorsätzlichen- Insolvenzverschleppung vorliegt?
    Welcher der Verantwortlichen mag wohl demnächst die Gemeinschaftsunterkunft mit dem FC-Bayern-Boss
    teilen; mit höherer Gewalt kann hier gewiss nicht argumentiert werden!!!

     
  35. 2. Bernd Derksen

    Ich hatte schon vermutet, dass sich hinter dem allgemein formulierten TOP Neues vom Flughafen-Abenteuer verbergen dürfte.

    Im Doppelhaushalt des Kreises ist die RWE-Dividendenkürzung bislang nicht enthalten. oder? Debattiert der Kreistag, wo er das Geld einsparen will? Und traut man sich dies nicht, da man sich damit ja nicht im nichtöffentlichen Teil vor der Öffentlichkeit verstecken kann?
    Dass man, anders als in privaten Unternehmen zulässig, viel zu hohe Buchwerte unberichtigt und damit bewusst irreführend stehen lässt, mag ja juristisch okay sein. Seriös finde ich’s nicht.
    ——
    Dass der Geschäftsführer der Flughafen GmbH die Insolvenz-Gefahr offenbar nicht deutlich ausschließt, finde ich bemerkenswert. Und wenn da „Ende März“ das Aussehen des Jahrs 2014 klar sein soll, dann scheint mir tatsächlich eine „Bedrohung“ massiv vorhanden.

    Der Flughafen schafft es bislang nicht andere Fluggesellschaften anzulocken. Zumindest nicht in irgendeinem für die Aufrechterhaltung des Flughafenbetriebs relevanten Umfang. D.h. ohne Ryanair ist Weeze insolvent.
    Und alle Beteiligten sind sich dessen voll bewusst.
    Die Kreispolitiker hätten dann ein riesengroßes Problem: Sie MÜSSTEN die Fakten, d.h. die quasi von ihnen verpulverten Millionen, den Bürgern offenbaren.

    Da ist doch zwangsläufig, dass Ryanair in Verhandlungen ein Maximum an Zugeständnissen einfordert. Ryanair ist kein Wohlfahrtsunternehmen. 😉 Und dass man die Erpressbarkeit und Willfähigkeit eines Pseudo-Kreditinstituts (auch gerade kurz vor Kommunalwahlen) ausnutzt, ist nachvollziehbar.
    So ist das halt im Wettbewerb, wenn die Verhandlungsposition der einen Seite so besch…eiden ist.

     
  36. 1. Ulli Hoe.

    So fing das bei mir auch an. Erst habe ich keck 3.5 Mio. zugegeben und dann erst die eigentlichen 18,5 Mio. hinterher geschoben. Zugegeben, aktuell gleitet mir diese Strategie etwas aus den Händen. Deshalb kann ich dem Landrat nur raten, direkt alle Karten auf den Tisch zu legen, denn was der Kreis in den letzten Jahren wirklich verzockt hat, geht schon in den dreistelligen Millionen-Bereich.

    Merkwürdige Sparkassenbeteiligungen, Verluste mit RWE-Aktien, Einnahmeausfälle durch fehlende Dividende und natürlich der Flughafen, der aber nur ein kleiner Teil des Ganzen ist, summieren sich auf weit über 100 Millionen Euro, die demnächst über die Kreisumlage auf Städte und Kommunen zukommen.

    Und ich, so wie es aussieht, muss mich nun nur wegen 18.5 Mio. beruflich auf das Managen einer Haftanstaltfussballmannschaft beschränken müssen?