Corona breitet sich aus, Zauberfarben-Fall legt auch Jugendamt lahm, Weihnachtsmarkt fällt aus

rd | 08. Oktober 2020, 15:57 | 14 Kommentare
Mittlerweile befinden wir uns schon in Höhe der rechten Spitze

Die zweite Welle wächst, in ganz Deutschland und auch im Kreis Kleve. Soeben meldete die Kreisverwaltung die Zahl von 1206 erkannten Infektionen mit dem Coronavirus, 19 mehr als gestern und 76 mehr als vor sieben Tagen. Damit ist die Verbreitung wieder so hoch wie Anfang August, doch damals konnte das Geschehen auf die Teilnehmer einer Hochzeitsfeier im Südkreis eingegrenzt werden. Diesmal steigen die Zahlen im ganzen Kreisgebiet.

Den dritten Tag in Folge liegt auch die Zahl der Menschen in Quarantäne im Tausenderbereich. Darunter sind, wie kleveblog erfuhr, auch knapp zwei Dutzend Mitarbeiter des Klever Jugendamtes. Das Amt ist somit lahmgelegt, Belange des Kinderschutzes allerdings können weiterhin erfüllt werden, wie Stadt-Sprecher Jörg Boltersdorf mitteilt.

Die Quarantäne der Beamten lässt sich auf den Indexfall in der Kindertagesstätte Zauberfarben zurückführen. „Eine positiv auf das Corona Virus getestete Personen war im Rahmen verschiedener dienstlicher Anlässe auch mit Mitarbeitern des Jugendamtes sowie weiteren Bereichen der Verwaltung Kontakt“, so Boltersdorf. Diese Personen gelten als Kontakte der Kategorie I, für die eine verbindliche Quarantäne vorgeschrieben ist.

Zu den verschiedenen Kontaktsituationen zählte auch eine Verabschiedung anlässlich des letzten Arbeitstages einer Mitarbeiterin. Boltersdorf: „Trotz erfolgter Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel der Belüftung der Räumlichkeiten, ist nach Einschätzung des Kreisgesundheitsamtes davon auszugehen, dass die aufgrund der Anwesenheit der sogenannten Quellperson über einen längeren Zeitraum ausgestoßenen Aerosole von Besuchern eingeatmet werden konnten.“ Eine Absonderung aller Besucher sei mit dem Gesundheitsamt des Kreises besprochen und angeordnet worden. Der Dienstbetrieb des Fachbereichs Jugend und Familie erfolge in den nächsten Tagen nur eingeschränkt.

Wie die NRZ soeben meldete, fällt der Klever Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wegen der Corona-Auflagen aus. Der Vorstand des Klever Weihnachtsmarkt e.V, entschied in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbereichen der Stadt Kleve, den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht durchzuführen. „Die Entscheidung ist uns allen nicht leicht gefallen. Aber die aktuellen Auflagen zur möglichen Durchführung des Marktes sind leider für uns als Verein so nicht realisierbar“, so der erste Vorsitzende des Vereins Tim Tripp. Derzeit prüft der Vereine alternative Möglichkeiten, um dennoch für eine zusätzliche weihnachtliche Atmosphäre in der Innenstadt zu sorgen. Der neue Vorstand des Vereins um Tim Tripp als ersten Vorsitzenden freut sich bereits jetzt darauf, 2021 an den gelungenen Umzug in die Klever Innenstadt im vergangen Jahr anzuknüpfen.

Hier die aktualisierte Tabelle: Gesamtüberblick Corona Kreis Kleve

Einen Kommentar schreiben





14 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 14. jean-baptiste

    Re: Kontrollen und Sanktionen:
    Beim Jugendamt der Stadt greft man nicht ein, aber anderswo https://www.nrz.de/staedte/kleve-und-umland/corona-stadt-kleve-schliesst-zwei-gaststaetten-id230632514.html stehen sofort Bussgelder und Schliessungen auf dem Programm.

     
  2. 13. jean-baptiste

    11. Klaus ” Zuständiger Dezernent ist übrigens Herr Haas ”
    Der war doch gerade zur Dienstbesprechnung im Rathaus Nijmegen, und darauf von Hubert Bruls, seines Zeichens Bürgermeister der Stadt, antwortete er in bestem Niederländisch “mijn naam is haas, daar weet ik niets van “.
    Diesen Spruch kennt in vielen Ländern fast jedes Kind, weil “de fabeltjeskrant” seit nunmehr 50 Jahre die Nachrichten aus dem Märchenwald als Betthupferl am Bildschirm gesendet werden.
    Suf der Hase spricht die fatalen Worte, nur in deutschsprachigen Ländern wird stattdessen das Sandmännchen gesendet.

     
  3. 12. jean-baptiste

    @10. Jens-Uwe Habedank “Haben die im JA nichts Besseres zu tun”
    Ich möchte vorausschicken, dass wir glücklicherweise noch nie etwas mit dem Jugendamt zu tun hatten, und wenn es nicht zu einem grossflächig fatalem Unfall über mehrere Ebenen der Familie kommt, es auch nicht zu erwarten steht, jemals Kontakt mit denen zu bekommen. In sofern bin ich völlig unbelastet.
    Weil man aber öfter schon von Versagen, Fehlverhalten und Unterlassungen, bzw. dem genauen Gegenteil davon, in den Medien hört / sieht und liest, fand ich es interessant, einmal Dr Google zu befragen.
    Nun habe ich fürwahr eine kritische Natur, also glaube ich nicht Alles, was da so verbreitet wird, allerdings, wenn extrem negative Berichte im Netzt bleiben dürfen und nicht entfernt werden müssen, und ausserdem deutsche Gerichte in der gleichen Angelegenheit mehrfach zugunsten der Eltern entschieden haben, bin ich geneigt, diese Aussagen für wahr anzusehen.
    Nach dieses Video https://www.youtube.com/watch?v=FixmkVuy8g0 gesehen zu haben, bin ich dann glatt der Meinung zugetan, dass Covid nicht nur Schlimmes verursachen, sondern vielleicht genauso gut Schlimmes auch verhindern kann.
    Und wohlverstanden, wir reden hier weiterhin über das Jugendamt der Stadt Kleve am Niederrhein.

     
  4. 11. Klaus

    “Trotz erfolgter Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel der Belüftung der Räumlichkeiten……”

    Wer hat den Umfang der Hygienemaßnahmen denn festgelegt? Das war wohl schlecht bis garnicht geplant.

    Bei uns im Betrieb waren in der 1. Welle noch Mitarbeiter vom Klever Ordnungsamt, um sich ein Bild über die Hygienemaßnahmen zu verschaffen und Empfehlungen auszusprechen. Hier arbeiten nur noch maximal 2 Leute in einem Büro und Besprechungen werden nur mit 3 Meter Abstand bei Dauerbelüftung abgehalten. Gespräche mit Dritten nur noch per Video oder mit Maske. Bisher keine Störungen und der Betrieb läuft reibungslos.

    Aber eine Verwaltung kann es sich anscheinend ja erlauben alle Vorsicht in den Wind zu schießen. Zuständiger Dezernent ist übrigens Herr Haas. Wundert mich, dass der solche Zustände in seinem Dezernat zulässt. Die Dummheit ist ganz offensichtlich gleichverteilt.

    Der Virus existiert und das Einzige was hilft, ist Abstand halten und zwar immer und viel !!!!!!!!

     
  5. 10. Jens-Uwe Habedank

    Da kann man nur ungläubig mit dem Kopf schütteln: In Zeiten wie diesen einfach ‘ne Abschiedsparty in der Verwaltung abhalten!? Haben die im JA nichts Besseres zu tun???

    Aus einschlägiger Erfahrung weiss ich, dass es nicht unter 12 Wochen und bis zu 44 Wochen dauert beim JA überhaupt einen (ersten) Termin zu bekommen insofern man sich da mal Hilfe erbittet bzw. nur mal etwas anfragen möchte. Stets erhielt man eine Leier von “Schulung”, “Kollege krank” usw. – Gleichfalls konnte ich mitansehen wie verzweifelte Eltern, weil dann hilflos sich selbst überlassen, in diesem Zeitraum regelrecht verrückt wurden, da die Situation(en) mit ihren Kids unendlich und immer irreversibler eskalierte.
    Aber – Feten veranstalten! Wie wär’s mal beim JA bitte mit Arbeit?

     
  6. 9. rd

    Die Beschreibung bezog sich auf den Kommentar von Anonym 2.

     
  7. 8. jean-baptiste

    4. djek “sozialen Kontakten und einer guten Kollegialität”
    Es war ja immerhin eine Verabschiedung einer Kollegin beim letzten Arbeitstag, das ist doch wohl Küssschen links, Küssschen rechts, Küssschen links angebracht, und ein wenig gemeinsames Singen hebt doch auch die Verständigung unter Kollegen.
    Egal, jedenfalls jetzt tragen Alle noch ein weiteres Element, was sie verbindet.
    @5. rd “virtuell”
    Wieso ist “in Teams” denn virtuell, da war doch bestimmt eine Mitarbeiterin der Zauberfarben dienstlich im Jug.A. , und wenn man schon einmal dort ist, erledigt man gleich die Dienstgeschäfte in alen Abteilungen.
    Jedenfalls stelle ich mir das so vor, und zumindest Händchenschütteln gehört ja zum guten Ton.
    Da könnte doch nicht viel schief gehen (wenigstens aus Sichtweise eines Virusses).

     
  8. 7. djek

    Na dann. Durchatmen.

    Die Coronavirus-Übertragung Mensch Maschine ist glaube ich bisher ausgeschlossen.

     
  9. 6. Guenther Hoffmann

    1/2 ) ☝🏽..es gab schon immer solche und solche. Die Maskenpflicht z.B. im Bundestag wurde während des lookdown
    ignoriert was ,by the way, meinen Respekt vor diesen 🐦🐦 weiterhin➡🚾 tendieren ließ.😁 Warum sollte sich da das administrative Fußvolk anders verhalten ? 🙄 😎

     
  10. 5. rd

    @djek „in Teams“ steht in dem Kommentar. Also virtuell

     
  11. 4. djek

    In Bezug auf Anonym 2.

    Nichts gegen das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten und einer guten Kollegialität, aber Happy Birthday gesungen anschließend noch ein paar Fotos zeigen?

    Am Besten noch eine Blaskapelle einladen und eine Runde schunkeln, vielleicht noch Flaschendrehen und Blindekuh…

     
  12. 3. Anonym 2

    Bei uns darf seit März keiner mehr auch nur ansatzweise eine Feier abhalten. Diese Woche noch haben wir uns in Teams zum runden Geburtstag einer Kollegin getroffen. Alle hatten ein Glas Sekt bereitgestellt, es wurde Happy Birthday gesungen und ein Kollege hat seinen kleinen Sohn gezeigt, die Stimmung war locker. Man kann sagen, das war viel besser als gar nichts und derzeit besser als eine Feier vor Ort.

    Überhaupt hat sich an der Kollegialität in den letzten Monaten nichts geändert, auch nicht an den üblichen Streitpunkten. Wir sind immer noch die von vor Corona. Von Vorteil ist, dass fast alle schon seit ca. zwanzig Jahren zusammen arbeiten.

     
  13. 2. Anonym

    „Zu den verschiedenen Kontaktsituationen zählte auch eine Verabschiedung anlässlich des letzten Arbeitstages einer Mitarbeiterin.“

    D.h. während unsere Kinder in der Schule mit Maske und unter vielen anderen Auflagen notdürftig unterrichtet werden, setzt sich im Jugendamt eine komplette Abteilung für eine nette Verabschiedungsfeier ohne Maske bei gelegentlichem Lüften zusammen, feiert ein wenig während der Arbeitszeit und legt sich dadurch selbst lahm. Da muss man doch ernste Zweifel anmelden, ob die Mitarbeiter -aber insbesondere die Leitung der Abteilung das ernst meinen. Ganz ehrlich: wer so grob fahrlässig agiert, soll sich um das Wohl und die Angelegenheiten von Kindern kümmern, die Unterstützung bzw. Hilfe brauchen? Da wird mir Angst und Bange auch wenn angegeben wird, dass trotz Fehlens von zwei Dutzend Mitarbeitern die Belange des Kinderschutzes erfüllt werden.
    Schön auch, dass vermutlich die Lohnkosten während der selbstverschuldeten Quarantäne von der Stadt gezahlt werden.

     
  14. 1. Fritz Fuchs

    Es ist ja schon sehr fraglich, dass eine Behörde die genannten Hygienebedingungen nicht einhalten kann… Das ist ja schon Wahnsinn, dass dadurch eine ganze Abteilung ausfällt… Unglaublich…