Basketball, Stalder, Sparkasse – alles, was Sie über den neuen Papst wissen müssen

rd | 14. März 2013, 00:28 | 12 Kommentare

Franziskus, wie in die Webseite des Vatikan (http://www.vatican.va/) präsentiert

Spielt er Basketball? Kennt er Werner Stalder? Wie denkt er über die Gehälter der Sparkassen-Vorstände? Der neue Papst Jorge Mario Bergoglio im kleveblog-Schnellcheck…

Er ist ein Typ wie Jason Kidd, da liegt es eigentlich nahe, dass der neue Papst – wie übrigens auch der Diktator von Nordkorea, Kim Jung Un – ein begeisterter Basketballspieler ist. Doch falsch! Nicht Jorge, sondern sein Vater, aus Italien eingewandert, spielte bei San Lorenzo Buenos Aires Basketball, konnte aber seine Liebe zu diesem wahrlich schönen Sport nicht auf seinen Sohn übertragen Jorge entschied sich stattdessen für ein anderes Team – den Klerus. Dort ist er jetzt Spielführer. Die Wahrscheinlichkeit, dass der neue Papst einen Klever kennt, ist übrigens extrem groß. Der Grund: Werner Stalder, RP-Mitarbeiter und Hobbybischof, kümmert sich seit vielen Jahren um die argentinische Armutsregion Anatuya und hat dort viel zur Besserung der Verhältnisse beigetragen. Da auch Franziskus eine ausgeprägte soziale Ader hat und sich in seinem Heimatland für Projekte für die Bedürftigsten engagierte, erscheint es naheliegend, dass die beiden sich bereits über den Weg gelaufen sind und seitdem herzliche Grußbotschaften (»Ola, Werner!«) austauschen. Mehr davon vermutlich ab morgen in einer ca. 20-teiligen Serie in der Grenzland Post: »Mein Freund, der Papst«. Gut dokumentiert ist die Haltung des Hirten zu Einkommensexzessen (beispielsweise exorbitante Gehälter für Kleinstadt-Bankdirektoren). »Die ungleiche Verteilung der Güter schafft eine Situation sozialer Sünde, die zum Himmel schreit – und so vielen Brüdern und Schwestern die Möglichkeit eines erfüllteren Lebens vorenthält.« Das sitzt.

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  1. 12. HeinzS

    @Fisch
    Habe ich so verstanden.Wobei,bei sinnvoller Verwendung,
    nichts gegen Spendengelder spricht. Z.B. Micro-Kredite,
    sehr gute “Hilfe-zur-Selbsthilfe”
    Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Hilfe.

     
  2. 11. Fisch

    HeinzS

    zu 10.

    Damit kein falscher Eindruck entsteht, es handelt sich dabei ausschließlich um winzige, sinnvolle
    “Hilfe-zur-Selbsthilfe”-Projekte ohne irgendwelche Spendengelder etc.

     
  3. 10. Fisch

    @8. HeinzS
    Vielen Dank für den Kommentar!

    Ich selber bin in keinem Hilfeverein, also mit meinen kleinen, aber sehr hilfreichen Projekten privat unterwegs.

    Mit den Deko-Schablonen weiß ich aus erstem Mund, weil diese Person das organisieren musste.

    Die afrikanische Kirche ist total anders. Es gibt u.a. die Naturreligionen, die viele unwissenden Europäer als “Sekten” bezeichnen. Natürlich sollte man diesen Religionen mit viel Respekt begegnen.

    Diese Menschen leben miteinander.
    Deswegen hatte ich auch an anderer Stelle im Blog geschrieben, dass alle aus einem Stamm oder einer Familie geben, was sie haben, damit nur als Beispiel, wenigstens eine Person zur Schule gehen kann und eventuell noch zu studieren.
    Das wiederum bringt die ganze Familie, den ganzen Stamm weiter.

    Es ist vollkommen richtig, dass jeder Mensch die Gelegenjheit haben sollte, selber seinen Glauben zu suchen und zu finden.

    Tatsache ist auch, dass gerade durch die grausame, europäische Kolonial- und Sklavenzeit, mit damit verbundener Missionierung (Verschleppung der afrikanischen Menschen)gerade in Argentinien, Brasilien ….heute der Katholizismus dort noch zu erkennen ist. Aber auch dort befreien sich die Menschen und besinnen sich an ihre Ahnen.
    z.B. in Brasilien ist doch mit dem Candomblé aus der afrikanischen Yoruba-Religion die Erinnerung und Besinnung an die Wurzeln in Afrika geblieben.

    Mir selber ist es völlig gleichgültig, ob und welche Religion ein Mensch hat.

    Es kommt auf die positiven Energien an, die man miteinander verknüpfen kann und sollte.

     
  4. 9. Wolfgang Look

    Das franziskanische Ideal der Armut und Einfachheit ist m. Wissens nicht nur – wenngleich natürlich auch – so zu verstehen, dass man sein Geld abgibt, nichts mehr hat oder sich nur mit sozialen Projekten befaßt.
    Arm werden im Sinne der christlichen Mystik bedeutet, dass ich mein egoistisches und habgierges Ich zurückstelle und mich öffne für das Heilswirken Gottes. Ich soll eine ander Haltung zur Welt und den Menschen einnehmen. Ich darf die Welt, die Natur, Gott, die Menschen nicht nur besitzen, beherrschen und ausnutzen wollen, sondern muss sie als ein Symbol Gottes, als “sein Lied über sich” für uns auffassen. Ich muss mich als Diener Gottes auf Erden sein und sein wie die Erde (daher der braune Habit der Franziskaner).
    Je mehr ich mein weltliches Ich zurückstelle, je mehr wird Platz für Gott, für die 3. Geburt Christi, die in der menschlichen Seele, und je mehr wird mein Herz von seiner Liebe erfüllt.
    Das Geheimnis eines in diesem Sinne “gereiften” Menschen besteht wudnersamerweise darin, dass er am Ende glücklicher ist, als der egoistische Mensch.

     
  5. 8. HeinzS

    @Fisch
    Ich war als Mitglied von APH (Aktion-pro-Humanität), mit einer
    Gruppe,während des Papst-Besuch – November 2011 – in Benin
    unterwegs.Mich hat auch gestört,dass viele kleine Verkaufsstände
    am Straßenrand,verschwinden mußten. Diese Verkaufstände sind illegal,aber ermöglichen den Menschen ein kleines Einkommen.
    Die Deko-Schablonen habe ich aber nicht gesehen.

    Als der Papst ins Stadion einfuhr,brannte frenetischer Jubel auf,
    das war dann Afrika. Der Jubel entstand,da im gleichen Augenblick
    eine große Wolke verschwand und die Sonne “aufging”!

    Die afrikanische Kirche habe ich als andere Kirche kennengelernt,dort sind die Menschen auch noch bereit zu teilen! Die Christen sind in Benin nicht sehr stark vertreten,von daher
    wunderte mich die große Anzahl der begeisterten Menschen schon.

    Welche Religion der Mensch wählt,soll er selbst entscheiden,aber ein positiver Einfluss wäre wünschenswert.

    Ich wünsche dem neue Papst viel Erfolg,vor allem in Afrika.

     
  6. 7. RumsdieKuh4Ever

    @ralf.daute

    Sehr schön. Ein freundlicher älterer Herr bekommt eine Mütze aufgesetzt und alles jubelt. Das kenne ich doch irgendwo her.

    “Wer ist der Mann mit Mitra und Hirtenstab neben Theo Brauer?”

     
  7. 6. ralf.daute

    Geht doch: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/wir-haben-vor-glueck-geweint-1.3258464

     
  8. 5. Wolfgang Look

    @Fisch Grundsätzlich sind darunter in meinem Verständnis “geringer entwickelte” Länder zu verstehen, wobei entwicklungspolitisch umstritten ist, wer dazu gehört. Lange Zeit erhielt z.B. China Geld aus entsprechenden Töpfen der Bundesregierung, heute aber holt China oder auch Indien – wie wir wissen auf – und überholt uns sogar in manchen Bereichen.

    Den Begriff “Entwicklung” muss man natürlich präzisieren und wird von mir zunächst als wertfreier Begriff verwendet, d.h. er enthält also keine Aussage über die Würde eines Menschen oder darüber, welche Form von Entwicklung menschlich gesehen überhaupt anstrebenswert ist. Vielleicht sind als Länder mit geringer technischer Entwicklung glücklicher als wir?

    Ich meine zunächst einfach nur wirtschaftliche Entwicklung. Dabei spielt nicht nur einfach die Einkommenshöhe, sondern der Differenzierungsgrad einer Volkswirtschaft, d.h. die technische Entwicklung, der Ausbildungsstand der Bevölkerung, die Funktionstüchtigkeit des Rechtsystems, die demokratische Kultur, der Verflechtungsgrad mit der Welt, das kulturelle Entwicklungsniveau, die Verteilungsgerechtigkeit innerhalb eines Landes eine Rolle. Es gibt z.B. einige rohstoffreiche Länder, wo einige wenige sehr viel Geld haben, aber das Land nach den anderen o.g. Kriterien nur gering entwickelt ist.

    Entwicklung kann auch nur kulturell oder spirituell sein. Tibet z.B. hält man für ein spirituell hoch entwickeltes Land, das aber arm und wirtschaftlich-technisch rückständig ist. Andere Kulturen haben im musikalischen Bereich viel geleistet, sind aber wirtschaftlich schwach und einseitig entwickelt (z.B. Georgien, überwiegend nur Weinbau und Tourismus, aber viele schöne Lieder und Sänger). Einige Länder auch in Europa waren z.B. recht arm, aber reich an katholischer Kultur (Irland).

    Entwicklunspolitik muss m.E. Rahmenbedingungen schaffen, wo Länder sich so entwickeln können wie sie es nach ihren Werten wollen. Durch eine ungerechte Wirtschaftsordnung, Korruption, fehlende Ausbildung usw. ist dies aber – auch in Europa – nur begrenzt der Fall

     
  9. 4. Fisch

    @1. Wolfgang Look

    Es würde mich sehr interessieren, was Sie unter der Beschreibung oder Namensgebung “Dritte Welt” verstehen.

     
  10. 3. Fisch

    Ich bin sehr neugierig, was real geschieht?

    Besonders achte ich auf den eventuellen Besuch in Afrika.

    Die nahe Vergangenheit hat gezeigt, dass speziell für den Papstbesuch in Benin, die armseligen Hütten mit
    Deko-Schablonen (wie im Film) kaschiert wurden, die hungrigen Menschen mit ein wenig Nahrung an den Wegesrand gelockt wurden, um mit Fähnchen zu winken.

    Selbst den hungernden Menschen in einem Land der Yoruba, ist es egal wem sie winken, Hauptsache sie haben für einen Moment Etwas zu essen!

    Afrika und die Menschen, die dort leben, haben durch die verschiedenen Kolonisationen und Kontinentausraubungen, die bis in die Jetztzeit reichen, und die versuchte Missionierung, bleibenden Schaden erlitten, der nicht wieder gut zu machen ist!

    Über die überdimensionalen “Modenschauen” und Ausgaben, wenn man in die ärmsten Länder der Welt reist, möchte ich gar nicht zu oft nachdenken….

    Ich selbst bin sehr gottgläubig (es gibt verschiedene Namen dafür) und neutral denkend.

     
  11. 2. Saunaboy

    Es ist davon auszugehen, dass er die neue gastronomische Vielfalt unserer Herzogstrasse (Gaststätte Scandal) wohl weniger mögen wird.

     
  12. 1. Wolfgang Look

    Obwohl scheinbar weit entfernt, kann seine Wahl auch auf das Leben im (zumindest einstmals sehr katholischen) Kleve Einfluss haben und so stellen sich m.E. einige spannende Fragen.
    – Wie wird sich der ökumenische Dialog weiter entwickeln. Wird es mehr oder weniger Zusammenarbeit geben?
    – Muss es für uns nicht Anlass zur Sorge sein, dass Europa, DEU, Kleve weiter an Gewicht in der Welt verliert, nun auch auf religiösem Gebiet durch die Wahl eines Lateinamerikaners?
    – Wird er eine Neumissionierung Europas (Kleves) betreiben, wie wird er den Dialag gestalten wollen?
    – Ist die derzeit dominierende Weltanschauung des Agnostizmus die Richtige für uns? Wozu brauchen wir die Religion/das Christentum?
    – Wird er eine stärkere Verteilung der irdischen Güter Richtung Dritte Welt und auch innerhalb von Europa/DEU/KLeve fordern und wird sich das auch auf die Arbeit z.B. der Caritas in Kleve auswirken?
    – Wie gestaltet er den Umgang mit dem Islam?
    – Was ist seine Vorstellung wie man wahrhaft glücklich wird?
    – Wie geht Kleve mit ihm um? Ignorieren? Verspotten? Ernst nehmen?
    – Sind die Reformforderungen für die Kirche, die wir in DEU/Kleve stellen diejenigen, die die weite Welt bewegen?