Blumen waren bis zum Mittag noch nicht vorbeigebracht worden, dafür floss bereits der Sekt: In der Gasthausstraße feierte ein Geschäft ein Jubiläum, das so sicher keiner erwartet hatte: Das GastHaus, Fachgeschäft für die schönen und überflüssigen Dinge des Lebens, beging seinen 20. Geburtstag.
Gegründet hatten Barbara Pauls und Gaby Bons das Geschäft 2006. Damals war das GastHaus noch schräg gegenüber in der Gasthausstraße 16 ansässig, dort wo sich heute die Gaststätte Zentrale befindet. Die beiden Gründerinnen waren Newcomer in dem Gewerbe, und so gab es unter altgedienten Kaufleuten in der Stadt durchaus Skepsis, ob sich der Laden würde halten können. Doch Pauls und Bons fanden mit zuweilen extravaganten Dekorations- und Geschenkartikeln schnell ein treues Publikum, und das ließ sich gerne auch durch den gastronomischen Teil Geschäfts verführen.
Geworben wurde mit dem Slogan „Wein – Wohnen – Wohlfühlen“, wobei es in den Anfangsjahren nicht immer nur beim Wein blieb. Oftmals hatte das Ladenlokal bis in die späten Abendstunden geöffnet und bot einem schillernden Publikum die Möglichkeit, die Kunst der gepflegten Konversation über alle Bereiche des menschlichen Lebens auszuüben. Manchmal geriet der Geschäftszweck, der Verkauf von dekorativen Gegenständen, etwas in den Hintergrund, was dem Ruf des GastHauses aber nur zuträglich war.

Nach einigen Jahren erfolgte der Umzug in das ehemalige Osterkamp-Geschäftslokal (heute: Swan-Pilates), nach Corona gab es einen weiteren Wechsel in der Straße, diesmal in das Ladenlokal neben dem Gasthaus Früh. Das Programm wurde unter anderem um Mode erweitert, und natürlich besucht die Inhaberin noch immer die wichtigsten Fachmessen in Deutschland, um Trends nachzuspüren und dem Klever Publikum immer neue schöne, extravagante, dekorative oder witzige Dinge zu präsentieren, die das Heim verschönern können.
Weitere GastHaus-Standorte als den nunmehr dritten wird es voraussichtlich nicht mehr geben, denn Barbara Pauls, die das Geschäft seit einigen Jahren allein führt, hat nach zwanzig turbulenten Jahren ein Alter erreicht, in dem der Ruhestand in greifbare Nähe gerückt ist. Doch solange von dienstags bis samstags noch die GastHaus-Fahne in der Fußgängerzone weht, darf gestöbert werden.


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