(Aktualisiert, neue Informationen zur Geschichte) Karin Holtmann (geb. Bosmann) sagt, es sei ein „trauriger Moment“ und dass in dem Geschäft „viel Herzblut“ gesteckt habe, ihres und das ihrer vier langjährigen Mitarbeiterinnen. Doch der Einsatz zahlte sich nicht mehr aus, und so fällte die Geschäftsfrau nun schweren Herzens die Entscheidung, ihr Geschäft Lederwaren Bosmann zu schließen – vor zwei Tagen informierte sie ihre Händlerkollegen per Whatsapp über den Schritt. Zum Jahresende soll Schluss sein, der Ausverkauf der Handtaschen, Rucksäcke und Koffer (u. a.) beginnt am Freitag, 8. August.
Für die Innenstadt und insbesondere für die Kavarinerstraße, die sich als Hort des inhabergeführten Einzelhandels versteht, ist die bevorstehende Schließung neuer Einschlag. Erst hörte die Schokoladenmacherei auf, dann das Dekorationsgeschäft Jay Living sowie das Stoff-Outlet. Susanne Rexing schloss ihr traditionsreiches Einrichtungshaus, und auch Katarina Bröcking gibt ihre Geschäftserweiterung in Sachen Inneneinrichtung und Dekor in diesen Tagen auf („Alles muss raus!“), da sich niemand fand, der das Geschäft übernehmen wollte. Neu kamen ein Gold-Ankauf und ein portugiesisches Café (Kasa Algarve), ein vegetarisches Restaurant ist zudem Planung.
Zu den Gründen befragt, sagt Karin Holtmann: „Die Entscheidung zur Schließung fiel nicht leicht, wurde jedoch durch tiefgreifende Veränderungen im Konsumverhalten notwendig. Kunden und Kundinnen informieren sich heute online und erwarten vor Ort eine breite Farb- und Produkauswahl – Anforderungen, die ein kleines Fachgeschäft nicht leisten kann.“
Zugleich seien die Betriebskosten explodiert. Holtmann: „Steigende Kosten für Energie und Transport, erhöhte Ausgaben für die Digitalisierung und ein großer Anstieg bei den Personalkosten machen den wirtschaftlichen Betrieb zunehmend unmöglich.“ Holtmann beschäftigt vier Mitarbeiterinnen, die alle über viele Jahre im Betrieb tätig waren: Karin van Laar (33 Jahre), Annette Franken (26 Jahre), Marlene Boßmann (8 Jahre) sowie Sigrid Helmes (10 Jahre, gerade in den Ruhestand verabschiedet).

Die Geschichte von Lederwaren Bosmann begann 1981 in der Herzogstraße, wo die Mutter von Katrin Holtmann Lederwaren Gossens übernahm. [Eigentlich reicht sie sogar noch weiter zurück, wie nun ein Leser mitteilte: Es gibt einen Eintrag im Klever Adressbuch von 1952, in dem mit dem Hinweis „Seit 1855“ für das Geschäft Lederwaren Gossens geworben wird. Doris Bosmann hat es seinerzeit von einer Tante übernommen und zu dem gemacht, was es jetzt ist. Also war es all die Zeit in Familienbesitz.]
1986 erfolgte der Umzug in die Kavarinerstraße, und innerhalb der Straße erfolgte 2018 der Wechsel ins Zentrum der Fußgängerzone (ehemals Elektro Hussmann, später Volksbank Immobilien und nun im Besitz von Elbers (Gerüstbau)). Dort trug das Ladenlokal mit seinem hochwertigen Angebot (Stichwort: Mandarina Duck) nicht unerheblich zur Attraktivität der Straße bei. Doch diese Ära geht nun nach über 40 Jahren zu Ende.
„Über viele Jahre – fast möchte sagen Jahrzehnte – hatte ich ein einsatzwilliges und vertrauensvolles Team an meiner Seite. Sie haben wirklich immer alles gegeben“, so Karin Holtmann, die ihren Mitarbeiterinnen für ihren Einsatz dankt. Doch die heutige Arbeitswelt erschwere auch die Suche nach neuem Personal, insbesondere für die Dienste am Samstag, die nun einmal zum Einzelhandel gehören.
Ganz verschwinden wird Leder Bosmann allerdings nicht. Karin Holtmann betreibt noch ein weiteres Geschäft in Kevelaer. Das war ursprünglich die Filiale des Klever Stammsitzes – und wird nun der neue Hauptsitz. Holtmann: „Ich hoffe, dass mir meine treuen Klever Kundinnen und Kunden auch in Kevelaer treu bleiben.“



@40 jepp, und rd war einer von mehreren Statisten, die für die Dreharbeiten eine belebte Innenstadt spielten… 😉
Heute drehten 2 WDRler LeerStände in Kleve.
Soll heute Abend gesendet werden,
in der LokalZeit aus DuisBurg,
ab 19:30
Jeder von uns bestellt im Internet. Es wäre auch sehr seltsam, diese Erleichterung zwanghaft nicht zu nutzen, um dann teurer und mit Anfahrt und parken vielleicht so etwas ähnliches klassisch zu kaufen. Es ist wie immer, wenn du ausblendet, dass es knallhart überall nur ums Geld geht, merkst du plötzlich mit Schmerzen, dass es … nur ums Geld geht. Der Markt regelt das. Das ist was wir wollen. Es soll weh tun, wenn man nicht zu den Fittest gehört. Christlich eben
Die Städte sind „kapott“-lauf mal durch Goch – erschreckend wieviel Leerstand – sogar Kodi ist dort mittlerweile weg. Ich glaube langsam, ohne Fressbuden, Cafes, Handy und Barbershops plus 1 Euro Läden – wäre nix mehr los überall. Traurig ist das, haben wir / das Internet oder was weiß ich, alle so ein bißchen mit zu beigetragen – denke ich mal.
Früher war mehr „Lametta“ – das stimmt bezogen auf „früher war vieles anders/besser“…
Ich mag die Randlage von Kleve extrem gerne. Bin mit dem Schlagbaum damals aufgewachsen, kann es mir gar nicht anders vorstellen. Wenn jemand fragt, woher ich komme, sage ich oft: von der niederländischen Grenze.
Aus einem Grenzgebiet zu kommen, ist besonders, finde ich. Man ist quasi mit zwei Sprachen und verschiedenen kulturellen Einflüssen aufgewachsen. In der Provinz und auch wieder nicht, mit einer ausländischen Großstadt jenseits der Grenze.
@34 „Die Leder-Bosmann-Filiale in Kevelaer werde fortgeführt, da dort die Kundenfrequenz höher sei als in Kleve.“
Kevelaer ist ja ein hoch frequentierter Wallfahrts- und anerkannter Erholungsort mit Heilquelle, der auch einiges dafür tut, als touristischer Ort wahrgenommen zu werden. Auch an einem Sonntag ist da viel los, in der Fußgängerzone ist sonntags immer ein Teil der Geschäfte geöffnet.
Eine meiner Cousinen wohnte dort lange im Stadtzentrum, hat dann aber sogar ihr Haus verkauft, weil es ihr und ihrem Mann zu viel Trubel geworden war in den letzten zehn Jahren.
Blühende Landschaften am Horizont.
In der Fussgängerzone hat ein Händler für afrikanische Spezialitäten eröffnet. Und auf der Kavarinerstrasse neben dem Sexshop Ecke Heldstrasse ein afghanisches Beauty Studio.
Meinten zwar, bei mir würde sich das nicht mehr lohnen. Aber sonst waren die ganz nett dort.
@17 (rd)
Eine interssante Bemerkung hatte die RP in ihrem Abkupfer-Artikel aber dem Kleveblog-Inhalten hinzugefügt:
Die Leder-Bosmann-Filiale in Kevelaer werde fortgeführt, da dort die Kundenfrequenz höher sei als in Kleve.
Interessant, da Kevelaer nur halb so groß wie Kleve ist und nicht als Mittelzentrum eingestuft wird. Weder die doppelte Einwohnerzahl von Kleve noch seine günstigere Lage zu den Niederlanden sorgen also für eine ausreichende Kundenfrequenz in der Kavariner Straße (ob da die Wiedereröffnung des Koekkoek-Museums zumindest etwas Abhilfe schaffen kann???). Stattdessen schafft es ein kleines, feines Städtchen wie Kevelaer mit seinen vielen Wallfahrern und Ausflügern zumindest da, Kleve den Rang abzulaufen. Höchste Zeit, dass man bei der Stadt Kleve erkennt, wie Kleve durch seine Randlage (bezogen auf Deutschland) und seine schlechte SPNV-Anbindung immer tiefer in die Sackkasse gerät.
Ein Vertreter, die für eine Firma im Ruhrgebiet arbeitet (und die sogar ein bißchen in Verbindung mit dem RE 10-Chaos steht), antwortete mir vor einigen Monaten betreffend einer Anfahrt für eine Lieferung Hasenstreu nach Kleve: „‚tschuldigung, aber für uns liegt Kleve am Ar… der Welt.“
Von Kevelaer ist es halt (fast) nur halb so weit bis ins Ruhrgebiet (und bis an die großen Städte am Rhein). Ergo: Kleve muss sich bald mal irgendwie neu erfinden, sonst wird es noch erheblich übler.
Der Handel verschiebt sich in hohen Prozentzahlen von örtlich in das Internet.
Höhere Auswahl, fast immer bessere Preise. Beratung und Reklamationen
sind schwieriger.
Selbst große Radsportversender haben ihr Angebot merklich ausgedünnt und Dinge mit
niedrigen Verkaufszahlen (kennt noch wer die Radsporthosen in Jeansoptik?)
aus den Programmen genommen
Ich habe gerade kleine Edelstahlstifte in China bestellt.
Ich würde die nicht einmal selbst anfertigen wenn ich das Material liegen hätte.
Die gibt es teils in 5 mm Abstufungen in den dünneren, kleineren Abmessungen.
Nachteil: Es soll 3-4 Wochen dauern. Macht in diesem Fall nichts.
Hat mein (seit Jahrzehnten) Technik Lieblingsladen vermtl. auch oder kann es besorgen.
Die Kilometerkosten entsprechen ca. dem Endpreis.
@22
Hier vor Ort klappt es. Man muß / sollte es (online) bestellen,
(klar, es muß vorrätig sein)
und es kann gleich oder bei Abholung bezahlt werden.
Im Normalfall kann man es an der Theke nach 30-60 Min. abholen.
Ich hatte es 2 x „eilig“ mit kl. Speicherkarten
[…]
@31:
mit meinem Post wollte ich zum Ausdruck bringen, dass Automaten- und Barbershops, aber auch Handy an Handyshop nicht zur Attraktivität einer Stadt beitragen.
Wie Sie schon sagten, abwechslungsreiche, inhabergeführte Geschäfte erwecken eine Stadt zum Leben und mache diese Interessant.
Frage nur, wer kann sich diese Mieten in der Großen Straße leisten? Vor Jahren wurde schon festgestellt, dass das Mietniveau in Kleve fast so hoch ist wie im Ruhrgebiet. Ob es nun noch so ist, kann ich nicht beurteilen. Sollte es aber so sein, wer hat dann noch den Mut, den finanziellen Rückhalt, ein Geschäft dort zu eröffnen und gegen die Konkurrenz aus dem Internet anzutreten?
Wie sieht die Klever Innenstadt in 4 Jahren zur LaGa aus? Die Besucher der LaGa sollen ja Kleve als attraktive, interessante Stadt in Erinnerung behalten und womöglich auch noch mal wiederkommen.
Auf diese Frage habe ich keine konkrete Antwort.
Benno
@28 Benno
diese Entwicklung, den Wandel, die Kleve nun verzögert durchläuft, diesen haben City’s wie zum Beispiel Essen und andere Städte im Ruhrgebiet schon lange hinter sich.
Der Niederrhein (Kleve) ist nunmehr jetzt an der Reihe und was sich auf der Hagschen Straße etabliert hat und floriert, wird sich auch weiter bis in die Unterstadt ausdehnen und auch nicht aufzuhalten sein, damit sollten wir uns abfinden!
Kleine inhabergeführte Läden, die für die hierzulande lebenden verschiedene Kulturen, Lebensmittel und Dinge des täglichen Leben aus deren Ursprungsregionen anbieten.
Für uns ehr steifen Deutschen hier und da doch etwas ungewöhnlich, aber auch eine Bereicherung für Städte bzw Gemeinden.
Wo sonst kommt man schon an orientalische Gewürze ansonsten hier in Kleve ran.
Im Prinzip muss man sich nur trauen und fragen und man muss sich darauf einlassen das man in andere Kulturkreise eintaucht.
Für die Kavarinerstraße wäre mir als Nachfolge von Leder Bosmann ein „Blumen & More“ recht… bevor es ein weiterer Barbershop, Dönerladen oder Nagelstudio wird.
Herr Marks, denken Sie mal drüber nach…
Am Besten wäre es, den LaGa-Besuch an eine Zwangsanreise mit dem RE10 zu koppeln.
Für die wenigen Mutigen, die es dann tatsächlich bis Kleve schaffen sollten, würden die verbliebenen Geschäfte und eine Mini-LaGa vollkommen ausreichen. 😉
wenn das so weiter geht, wird der LaGa-Besucher eine verwaiste Stadt vorfinden, wo er von Barber zu Barbershop tingeln kann und zwischendurch sich in einem der Automatenläden eine Erfrischung ziehen kann… überspitzt ausgedrückt…
Attraktivität = null
Benno
@25.
„Selbst ist die Frau“!
Nur Mut ….. setzen Sie Ihre theoretischen Ideen in praktische Taten um. Eröffnen Sie selber etwas …..
Schade das sowas nicht mehr bald in kleve nicht mehr gibt traurig
@24 Darum geht’s nicht.
@23.
Leben und leben lassen ……
Es ist immer schwer zu beschreiben, wie andere Familien, zu denen man keinen direkten Kontakt hat, leben. Manchmal könnten sich auch Verallgemeinerungen und Vermutungen einschleichen, weil es keinen direkten „Einblick“ in Situationen gibt.
Vielleicht meiden speziell diese beiden Frauen von sich aus jeglichen Kontakt, aus Scham diskriminiert zu werden?
Aus eigenen Erfahrungen kann ich nur berichten, dass auch Frauen und Männer anderer Kulturkreise
und Religionen, nach einiger Vertrauenszeit, offen für bereichernde, gemeinsame Gespräche, Erfahrungsaustausche, Unternehmungen, gegenseitigem Verständnis und Wertschätzungen sind.
Mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen können tiefe, vertrauensvolle Freundschaften entstehen.
Auch in unserem Kulturkreis gibt es viele ruhige Menschen, die einfach nicht angesprochen werden möchten, und bewusst zurückgezogen leben.
@21 Die beschriebene Entwicklung geht in die falsche Richtung.
Hier im Haus leben zwei muslimische Frauen, beide tragen Kopftuch, leben also traditionell. Leider konnte ich mit ihnen bisher nicht ins Gespräch kommen, weil man ihnen so gut wie nicht im Treppenhaus begegnet. Während die Ehemänner omnipräsent sind, der eine in positiver Hinsicht, der andere leider in negativer.
Das ist es, was sich auch in den besagten Läden abspielt, die Männer in der Öffentlichkeit, die Frauen bestenfalls im Hintergrund, am ehesten aber zu Hause.
Das wird dann auch wieder in die nächste Generation getragen…
Davor kann man natürlich die Augen verschließen, muss man aber nicht.
@11
MediaSaturn kann eigentlich technisch ganz weg.
Du siehst Online „Im Markt abholbereit“ Fährst hin „Ja ne, ist im Lager, können wir nur Liefern in .. 2 Wochen“.
Einzelhandel unterstützen? Ja wie denn? So oft wie ich höre „Ja haben wir gerade nicht da müssen wir bestellen“ ja danke, kann ich auch selbst und man trägt es mir bis zur Haustür
@Niederrheinerin
Es verändert sich doch immer alles …….. wäre schlimm, wenn die Zeit stehen bleiben würde!
Auch u.a. die „Zweite und Dritte Welle“ (und weitere) der Frauen, hat die Zeit verändert. Wo wäre denn die Gesellschaft heute, wenn wir nicht für mehr Gleichberechtigung „gekämpft“ hätten?
Leider ist auch in unserer Gesellschaft, das Thema Gleichberechtigung für alle, manchmal noch nicht angekommen.
@12
Sehr geehrter Herr van Bebber,
die ehemaligen Räumlichkeiten ihres Antiquariat an der Bahnhofstraße waren mir nur zu gut bekannt.
Habe ich doch viele Stunden meiner Kindheit beim Ehepaar Gossens im Laden, in der Küche bei einem Schoko-Kakao sowie hinten in der alte Lederwerkstatt in den 60er und 70er Jahren verbracht.
Die Tochter des Ehepaares war seinerzeit die beste Jugendfreundin meiner Mutter und verzog Mitte der 70er Jahre, der Liebe wegen, nach Österrreich wo sie heutzutage noch lebt.
Den ganz speziellen Geruch von Leder wenn man den kleinen Laden betrat, den habe ich noch heute in der Nase und wenn ich heute noch ein Lederwarengeschäft betrete kommen diese tollen Erinnerungen wieder hoch. Hinter der gläsernen Verkaufstheke mit dahinter den hohen Regalen mit Lederwaren, konnte man links einen schmalen Gang entlang gehen bis ins Hinterhaus, wo damals sich die Leder-Werkstatt befand.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Schmitz
Absolut sehenswert – ein deutscher Top-Hacker gibt einen außergewöhnlichen Einblick in seine Geschichte, Ansichten, Privatleben und vor allem in seine Arbeit – aber Vorsicht, könnte Illusionen über Sicherheit tangieren:
https://www.ardmediathek.de/video/benjamin-gnahm-mit-hacken-zum-top-verdiener/benjamin-gnahm-mit-hacken-zum-top-verdiener/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9lYTNkODY3Ni1hMjBiLTRlNDgtYjBlMC03N2UxYTQ1MWU0Yjlfb25saW5lYnJvYWRjYXN0
JD.com ist kein neutraler Investor. Der Konzern agiert im Umfeld eines autoritären Staates, in dem Wirtschaft und Politik Hand in Hand gehen. Er unterliegt dem National Intelligence Law* von 2017, wonach Unternehmen zur Zusammenarbeit mit chinesischen Sicherheitsbehörden verpflichtet sind.
Was passiert, wenn sich Europas Verhältnis zu China verschärft? Werden dann Lieferungen blockiert oder bestimmte Technologien nicht mehr verkauft? Lieferstopp als Druckmittel – China könnte sich das leisten, wenn es damit andere Interessen absichern kann.
Sicherheitspolitisch: Über diese Handelsplattform laufen Millionen vernetzter Geräte – vom Smartphone bis zur Überwachungskamera. Wer kontrolliert künftig die Software-Updates? Wer schützt unsere Daten?
Die EU sollte diesen Deal kritisch prüfen. Elektronikhändler gehören zur kritischen Infrastruktur. Technische Grundversorgung ist keine Spielwiese für geopolitische Interessen.
Btw: Gerade gestern noch einen aufschlussreichen Bericht über einen deutschen Hacker gesehen, der bei FinFisher an der Entwicklung der Überwachungssoftware FinSpy beteiligt war, die dann überallhin gelangten, wo man bereit war, entsprechend zu zahlen.
Wie wunderbar, wenn man z. B. Überwachungssoftware im Ausland über staatlich gelenkte Handelsketten unter die Leute bringen kann. Im Zweifelsfall, als Worst-Case-Szenario.
Aber seit 2022 wissen wir wieder, dass Pferde kotzen können.
*National Intelligence Law (chinesisches Geheimdienstgesetz) – Artikel 7:
Alle Organisationen und Bürger müssen die nationalen Geheimdienstbemühungen im Einklang mit dem Gesetz unterstützen, ihnen beistehen und mit ihnen zusammenarbeiten und die ihnen bekannten Geheimnisse der nationalen Geheimdienstarbeit schützen.
kleveblog lesen, dabei gewesen 😉 https://rp-online.de/nrw/staedte/kleve/kleve-traditionsgeschaeft-bosmann-lederwaren-schliesst_aid-132079299
Ist ja nur Handel.
@6 Schlimmeres gibt es immer.
Aber es geht gerade etwas Elementares den Bach runter, wie Sie ja selber feststellen.
Was mich an der „Mittelmeer“-Kultur stört, die sich langsam breit macht, sind die wenigen bis gar nicht vorhandenen Frauen in diesen Läden, Barber-Shops oder Restaurants.
Da verändert sich seit einiger Zeit etwas.
@12 Helmut van Bebber
Ich freue mich schon darauf, wenn Ihr Antiquariat wieder eröffnet ist.
@11 Übernahme Mediamarkt/Saturn durch JD.com, einen chinesischen E-Commerce-Megakonzern.
Ich dachte, ich lese nicht richtig, als die Nachricht kam. Der Cyberwar zwischen Ost und West ist in vollem Gange und diese wichtigen Handelsketten sollen bald in chinesischer Hand sein?
Da würde ich erwarten, dass das von Regierungsseite verhindert wird.
Ich hatte ja über 30 Jahre mein Antiquariat im Stammhaus von Bossmann (früher Gossens) auf der Herzogstraße. Anfangs bestand noch die alte Lederwerkstatt und der Schuster kam 1x die Woche, um Taschen usw. zu reparieren.
Dazu passt das die Elektronik-Handelsketten MediaMarkt und Saturn nun einen chinesischen Eigentümer bekommen sollen. Es sei »der richtige Partner zur richtigen Zeit«, heißt es bei Ceconomy in Düsseldorf, laut Managermagazin. Die Marken MediaMarkt und Saturn blieben bei einer Übernahme ebenso wie die Ceconomy-Zentrale in Düsseldorf zunächst erhalten. Für drei Jahre gibt es den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, ab Closing der Transaktion. Letztlich sollen aber nur Umsatzstarke Standorte weiter geführt werden.
Es ist noch gar nicht so lange her, als ich bei Boßmann eine Herrenumhängetasche aus Leder im Vintagestil gekauft habe. Ein, wie ich finde, tolles Produkt, das ich gerne trage.
Ich erinnere mich an eine sehr gute und sympathische Beratung.
In der Filiale in Kevelaer durfte ich mir ein Portemonnaie aus Leder aussuchen. Es war ein Geschenk an mich. Auch hier erfuhren wir eine gute und sympathische Beratung.
Mir fehlt es in diesem Fall leider an Vostellungskraft, wie solche Geschäfte wirtschaftlich erfolgreich existieren können. Diese Frage stellte ich mir damals schon. Ich fragte mich, wie viele Taschen und Portemonnaies etc. im Monat verkauft werden müssen, damit die fixen und variables Kosten gedeckt, Rücklagen gebildet und Gewinne erwirtschaftet werden können. Nun, die fehlende Antwort lag an meiner Vorstellungskraft, denn ich konnte nicht erahnen, wie viele Kunden im Monat mit mindestens ein eingekauftes Produkt dieses Geschäft verlassen. Immerhin zählen Lederwaren nicht zu den Gütern des täglichen Bedarfs.
Wie dem auch sei: Ich freue mich, dass die Inhaberinnen viele erfolgreiche Jahre hinter sich bringen durften und bedauere, dass das Klever Geschäft zum Jahresende für immer seine Türen schließen wird und auch die Mitarbeiterinnen ihren vertrauten Arbeitsplatz verlieren werden.
Hoffentlich wird der Ausverkauf von Erfolg gekröhnt.
Ich wohne über 30 Jahre hier in Kleve. Habe dort niemals eingekauft. Es ist zu bedauern. Allerdings gehe ich mal davon aus, dass dieses Geschäft, den Inhabern es ermöglicht, einen angenehmen Ruhestand zu bescheren vermag.
@3 Wenn es ist in der City kaum noch Läden gäbe, könnten Sie da wohl über kurz oder lang auch keinen Cappuccino mehr trinken.
Solange der Onlinehandel weiter blüht, ohne das darauf Gebühren beim Kauf anfallen ist das Fußfaule Volk nicht gewillt, den stationären Handel zu unterstützen. Meine Klamotten kaufe ich vor Ort, alleine das lästige Retoure versenden geht mir auf den Zeiger. Einmal und nie wieder. Haben doch alles hier:
Baumarkt, Klamotten usw. Noch…..
Wußte ich nicht: Hoffmannallee ist Mittelmeer und die Kavarinerstr. demnächst vielleicht Emmerich 2.0 bzw. Kleve ist Emmerich 2.0 und die Hoffmannallee zumindest NOCH Mittelmeer aber was ist dann Goch ? Alles kaputt irgendwie, der ganze City Kram…nix mehr City.
Es ist Schade-alles-aber, dass Internet läuft einfach zu gut (M/bits) – so dass man da schon viel bestellt (Kollegen bestellen da sogar Klopapier – echt). Vielleicht ein paar Paketshops in die Stadt, zum wegbringen und dann vielleicht nen Kaffee trinken gehen und nochmal im www. Gucken etc.
Mein Gott, waren die 80 er noch entspannt…“haben Sie die App?“…was für ne App, ich hab nur Bargeld und den Einkaufszettel…so einfach war das damals und die Gurke kostete Montags genauso viel wie Freitags bzw. Es gab nicht den Super Mittwoch/Donnerstag/Freitag…es gab nur den Supermarkt-fertig.
Die Welt geht mir manchmal auf den „S…“, echt.
Aber es gibt schlimmeres, wirklich, es gibt schlimmeres –
Schade, wieder geht ein Stück Kleve verloren. Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht und sich an die „alten Zeiten“ erinnert mit den schönen Geschäften und einem breiten Angebot kann der Klever schon traurig werden! Allen Angestellten und der Inhaberin alles Gute für die Zukunft!
@2
Na Hauptsache im Landkreises Görlitz gibt es blühende Landschaften. 😉
Der stationäre Einzelhandel erlebt flächendeckend einen Tiefgreifenden Wandel ( nicht unbedingt zum Guten).
Ich wüsste nicht wie sich die Stadt Kleve dem entziehen sollte?
Mal ganz davon abgesehen dass die Geschäftsaufgabe auch im Ermessen des Inhabers liegt.
Erneut eine solche Nachricht. Man findet es traurig, muss sich aber auch eingestehen, dass man selbst nicht dramatisch viel dazu beigetragen, dass das Geschäft weitergeführt werden kann.
Mir fehlt in Kleve die Einsicht, dass es kein „Früher“ mehr geben wird. Die Ladenlokale werden leer bleiben – wer sollte sich ansiedeln? Auch Tobacco & More hat nach oben hin eine Grenze – wer soll so viel Rauchen? Und der Kaufhof: ich setze kein Geld darauf, dass es ihn in 10 Jahre dort noch gibt.
Es braucht eine viel kleinere Innenstadt, Geschäfte müssen umsiedeln, dazu gehören auch baurechtliche Veränderungen. Die Vermieter der Lokale müssen mehr in die Pflicht genommen werden. Leere lokale sollten für den Mangel an Wohnraum in Frage kommen.
Ich weiß, das ist kein Masterplan. Aber mal ehrlich: Wie viele Texte dieser Art solle hier noch erscheinen? Der Handel findet heute online statt. Aber einen gemütlichen Cappuccino kann ich bei Amazon nicht trinken. Darauf sollte der Fokus liegen.
Failed City
Ein schöner kleiner Laden mit freundlichen Frauen. Leider war die Auswahl schon aus Platzgründen begrenzt. Ich habe dort insgesamt drei Schirme und eine Tasche gekauft.
Es ist jedenfalls sehr schade. Vermutlich wird sich wieder jemand mit einem Deko- und/oder Teeladen versuchen. Alles gut, nur bitte kein weiterer Laden, dessen männliche Inhaber dann an einem Tischchen davor sitzen. Die sind besser an der Hoffmannallee aufgehoben. Dort ergibt es vielleicht noch ein pittoreskes Gesamtbild, das manch einen an Urlaub im Mittelmeerraum erinnert.