4 Fantasialänder mit Flaschenpfand

rd | 13. Oktober 2012, 09:31 | 4 Kommentare

Ja, die Expo Real, jene berühmte Gewerbeimmobilienmesse unmittelbar nach dem Oktoberfest in München, vermag den teilnehmenden Landräten, Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern euphorische Momente zu bescheren. Die Freunde ist geradezu greifbar, wenn z. B. der Kreis Klever Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers in der Rheinischen Post mit folgender Vision zitiert wird: »Ja, im Einzelhandel, der sich übrigens stark für die Situation auf dem Klever Minoritenplatz interessierte, haben wir den Auftrag, im Kreis Kleve vier Standorte für Getränkemärkte ausfindig zu machen.« Getränkemärkte! Vier! Nicht nur zwei oder drei, nein vier! Und dann noch der Relativsatz!

Vier Getränkemärkte und ein Relativsatz – so sieht Glück heutzutage aus. Wie sagte doch mein Freund Peter kürzlich in einer hellsichtigen Analyse: »TrinkGut, das ist Fantasialand für Erwachsene.« Darauf einen Dujardin!

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  1. 4. Max Knippert

    ,Todgesagte Leben länger’ betrifft nur Untote. Diese Entwürfe sind Mausetod, die Debatte über den Minorittenplatz jedoch quicklebendig.

    Ich verstehe Sie nicht Herr Grass, mit einem solchen Artikel erwecken Sie den Eindruck; es gäbe nur diese beiden Möglichkeiten und beziehen somit ganz klar Stellung für die Befürworter dieser Fehlplanung. Meine Vorstellung von Berichterstattung ist eine andere.
    “Bürger wollen (und werden) mitreden”

    http://demos-monitor.de/index.php/infrastrukturprojekte-burger-wollen-mitreden/

    “In Zahlen: 89% der Befragten wünschen sich mehr Beteiligungsmöglichkeiten, zwei Drittel fordern von den Behörden bessere Informationen.” NRZ 4.9.2012

    Bot und Spiele!
    “Der Ausdruck bezeichnet auch heute noch die Strategie politischer (oder industrieller) Machthaber, das Volk mit Steuersenkungen, Wahlgeschenken und eindrucksvoll inszenierten Großereignissen (Oktoberfest & Trinkhallen) von wirtschaftlichen oder politischen Problemen abzulenken.
    Dies kritisiert aber gleichzeitig auch eine abgestumpfte Gesellschaft, deren Interesse über elementare Bedürfnisse und „niedere Gelüste“ nicht hinausgeht. Eine moderne Abwandlung des Ausdrucks kam in Deutschland durch einen Postkartenentwurf von Wolfgang Flatz in Umlauf: „Fressen, ficken, fernsehen“.
    Ab 2008 erlangte der Ausdruck zusätzliche Bekanntheit in der Populärkultur durch die amerikanische Jugendbuchreihe The Hunger Games (dt. Die Tribute von Panem) von Suzanne Collins. In „Panem“, einem künftigen, totalitären Staat anstelle der USA, wird die Dekadenz und die Sehnsucht nach Ablenkung durch eine hyperbolische Metapher demonstriert, in der nämlich Kinder zur Unterhaltung und zur Kontrolle von Panems Distrikten in Arenen geschickt werden, um sich gegenseitig zu töten. 2012 erschien mit Die Tribute von Panem – The Hunger Games die Verfilmung des ersten Buches.”

    Auf den ersten Blick vielleicht weithergeholt. Aber die Reihenfolge ist plausibel. Sobald nur noch niedere Gelüste bedient werden sind es letztlich unsere Kinder die auf dem Altar des Stumpfsinnes geschlachtet werden.

    Jetzt noch etwas für unsere durstigen Kehlen.

    “Die Deutschen trinken mehr Alkohol als gesund ist. Zwölf Liter reinen Alkohol nahm jeder Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren im Schnitt pro Jahr zu sich. Gesundheitlich vertretbar wären aber maximal drei Liter, warnte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) am Dienstag (27.7.2010) in Berlin. Alkohol verursache als Genuss-, Sucht- und Rauschmittel jährlich Milliardenkosten: Es gebe 3,3 Millionen Abhängige, hinzu kämen Verkehrsunfälle, Straftaten und schwerste Gesundheitsfolgen.”

    12 Liter werden gesoffen, 3 Liter wären zu vertreten! Da ist er, der Faktor Vier. Nur irgendwie anders. Wer zu tief in die Flasche schaut hat weder Durchblick noch Hochzeitsbraut.

    “Jährlich erkranken weltweit bedingt durch den Alkoholkonsum 390.000 Menschen an Krebs. Die DHS fordert deswegen eine Abgabe auf den Verkaufspreis und verstärkte Präventionsmaßnahmen. Zudem müsse die ständige Verfügbarkeit alkoholischer Getränke, etwa an Tankstellen (oder in Kleve), ein Ende haben. (apn)”

    http://www.derwesten.de/panorama/deutsche-trinken-zu-viel-alkohol-id3292094.html

    Irgendwie ist die ganze Darstellung und Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema Haarsträubend. Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Todlachen. Und morgen ist dann zu lesen. ‘ Klever Todgelachte leben länger, auch nachdem sie immer und immer wieder am Minoritenplatz vor die Wand fahren ‘.

    Dujardin ist TrinkGut aber ein Frühstückskorn aus dem selben Hause macht uns deutlich das wir den ganzen tag saufen müssen.

    Karl Soost – Prost

     
  2. 3. Dat Orkakel vonne Spoy

    @Rodenwalde

    Hömma, dat Trinkgut gibbet auch unten in dieser ehemaligen Plätzkes-Fabrik! Du weiss schon, datt is da wo man den ersten Leerling nicht gleich erkennt wenn er hier einmal wieder auf der Durchreise is.

    Ausserdem: so viel Bier können die Brauer in Issum, Dortmund und Warstein am einem Tag gar nicht produzieren damit et ausreicht um sich den Opschlag, dat Rathaus und den Minoritenplatz halbwegs schön zu saufen!

     
  3. 2. Killerplautze

    Zu dieser schnuckeligen Meldung erfreut uns Mattes Grass im Königlichen Verkündigungsblatt für Kleve uns angrenzender Kirchspiele mit Folge 4071 des beliebten Spiels

    “Wie reden wir den Leuten ein, dass der Zevens-Klotz mit Rathaus inside genau die Lösung ist, welche die Bürger schon immer haben wollten?”

    Falls das nicht klappt und die Bürger nicht endlich das Gemecker einstellen, hat die Narrenzentrale und Moms Handelsvertreter schon vorsorglich damit gedroht, sich bei der nächsten Kommunalwahl für ein anderes Volk zu entscheiden.

    http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/kleve/nachrichten/minoritenplatz-der-vergleich-1.3028994

    http://letras.terra.com/ulrich-roski/1725772/

     
  4. 1. Rodenwalde

    Interessant! Die Oberstadt kann damit schon mal nicht gemeint sein. Dort gibt es (Liste sicherlich nicht vollständig)

    – Trinkgut (?) neben Aldi
    – Ganze Trinkhöllen am und im EOC
    – Trinkdingsbums bei Norma, Hau

    Wo sollen die denn hinkommen? Unterstadt!