1. FC Wersolldasbezahlen?

rd | 25. Mai 2008, 23:25 | 7 Kommentare

Erst war etwas mysteriös von “Vermieterpflichten” die Rede, und nun werden schon die so genannten “Sportförderrichtlinien” der Stadt Kleve bemüht, die nach Auslegung williger Interpreten in Stein gemeißelt festschreiben, dass die Stadt Kleve für 40 Prozent der Kosten aufkommen muss, die dadurch entstehen, dass die Volksbank-Arena nach dem Aufstieg des 1. FC Kleve auf ein regionalligataugliches Niveau gebracht wird, zum Beispiel mit Zäunen, ganz vielen Sitzschalen und einem Aufenthaltsraum für die Polizei.

Also mal nichts wie rein ins Paragraphenwerk, und das ist in diesem Fall überraschend eindeutig: Nach den Sportförderrichtlinien gibt es keine Chance für den 1. FC Kleve, auch nur einen Cent zu bekommen. Zumindest nicht vor 2010.

Und das kommt so:

  • Unter Punkt 3.6 heißt es: “Anträge sind bis zum 15. 05. für das folgende Jahr einzureichen.” Das heißt: Derzeit können die Verantwortlichen bis zum 15. Mai 2009 Anträge für 2010 einreichen.
  • Einfach erst einmal anfangen und hinterher die Hand aufhalten ist auch nicht zu empfehlen: “Für bereits begonnene Baumaßnahmen werden keine Zuschüsse bewilligt”, heißt es dazu in den Richtlinien.
  • Doch was wird überhaupt gefördert? Ist ein Aufenthaltsraum für die Polizei im engeren Sinne eine Sportstätte? Im Richtlinientext heißt es dazu: “Bezuschusst werden Einrichtungen, die der aktiven Sportausübung dienen und weitere Einrichtungen, sofern sie nach den Richtlinien des Landes als förderungswürdig und zuschussfähig anerkannt werden.” Der Nachsatz lässt immerhin etwas kreativen Spielraum, aber er klingt eher nach Umkleidekabinen als nach Sitzschalen und Zäunen. (Für Feinschmecker: Die erwähnten Richtlinien des Landes existieren überhaupt nicht mehr.)
  • Last but not least wird eine Gleichbehandlung aller Sportvereine verlangt. Die ist jetzt schon etwas aus dem Lot geraten, wenn man weiß, wie lange es dauert, bis ein – für den Spielbetrieb des VfL Merkur Kleve nötiger – Basketballkorb in der Turnhalle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums erneuert wird. (Ok, hier bringt der Autor persönliches Angezicktsein ins Spiel.)

Doch wie an eine Million Euro kommen, wenn nicht Paragraphen überreizen und Rhythmische Sportgymnasten verärgern? Es kann so einfach sein! Hier der Überblick:

  • Kollekten: ca. 2000 Euro
  • Zusätzlicher Parkgroschen: ca. 5000 Euro
  • Draisinenmaut: ca. 20.000 Euro
  • Eintritt für Ratssitzungen: 60-70 Euro

Naja, so richtig viel bringt das noch nicht. Wahrscheinlich ist am Ende doch wieder unheimlich viel Eigeninitiative der maßgeblichen Persönlichkeiten nötig. Deshalb Vorschlag Nr. 5:

  • Verkauf privat genutzter Auslandsimmobilien (Schweiz, Mallorca): ca. 1,5 Mio. Euro

(Mit herzlichem Dank an Kle-Peter – www.politikblog-kleve.de – für inhaltliche Unterstützung)

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7 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 7. Günter

    Dortmunder hat recht, es ist wie im Kasperletheater. Mein Vorschlag: Wäre das nicht ein Stück für die Materborner Mundartbühne? In den Sitzungen des Karnevals ist es bestimmt ein Haupthema. Ich denke, das Markus Kock von der Germania schon fleißig darüber schreiben wird und Rudi van Zoggel jeden morgen singt….. was war ich doch schlau!

     
  2. 6. Dortmunder

    Herr Daute, jetzt bin ich durch! Leider habe ich nicht die Aussagen vom Bürgermeister Joeken und Ex-Vorstand der Sparkasse Kleve Theissen im Blog gefunden. Aber tolle Artikel und Meinungen aus den letzten 2 Jahren über den 1 Fc Hollywood Kleve. Ich habe fertig und schaue mir diese Lügengeschichten nicht mehr an.

     
  3. 5. ralf.daute

    Sagen wir so: Wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen.

     
  4. 4. einekleverin

    was ist denn mit Verkauf privat genutzter Auslandsimmobilien gemeint?

     
  5. 3. KRITISCHER KRITIKER

    Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: möchte hier keine (happpy weekend) Lanze für kle-peter brechen, aber sein Thema ist nun mal die Politik und das ist nun mal (zumindest in Kle-Area+Surroundings) relativ trocken! Vielleicht darf ein Journalist, der sich selbst (zu) ernst nimmt, nicht über 6 schreiben, wenn er darüberhinaus nicht superbegabt ist, wirkt seine Schreibe dann nun mal etwas “boring”, da ist mir persönlich dieser Blog hier lieber, dieser Mensch hier (ob Männlein oder Weiblein, doesn´t make any difference) zwinkert öfters mal mit den Augen und hat einen Knoten im Taschentuch, damit gewisse Dinge nicht in Vergessenheit geraten können! (remind the reminder und überzeuge ihn/sie vom Gegenteil!)

     
  6. 2. KRITISCHER KRITIKER

    Herr ALEX! Politik&more steht immer etwas im Minus, liegt in der Natur der Sache, also verschwende dein Leben nicht in irgendwelchen Foren, kauf dir die neueste Happy-Weekend, tanz mit dir selbst oder mach deinen eigenen kle-optimism-blog auf.
    Immer nur gucken, was die anderen machen ist doch auch reichlich destruktiv!

     
  7. 1. Alex

    politikblog-kleve.de habe ich schon mal angeklickt. Der Autor dieses blogs sucht immer und eigentlich ausschießlich nach den negativen Seiten im Leben.Hat wohl zuviel Spiegel gelesen. Ganz gut recherchierte Artikel, wohl langweilig geschrieben, hat aber sicherlich sein Publikum.