Wer studiert eigentlich hier, und, wenn ja, wie viele?

rd | 24. Juni 2011, 11:16 | 13 Kommentare

(Aktualisiert) Laut Wikipedia kommt die Hochschule Rhein-Waal zurzeit (Stand 2011) an beiden Standorten auf 650 Studenten (siehe hier). Aber ist diese Zahl verlässlich? Eine Veröffentlichung der Landesregierung nährt zumindest Zweifel – wenn man sich denn traut, die Grundrechenarten korrekt anzuwenden. Also, los geht’s:

  • Geld, das das Land NRW den Hochschulen als Ausgleich für die wegfallenden Studiengebühren zur Verfügung stellt: 249 Millionen Euro
  • Zahl der Studenten in NRW: 472.000
  • Verteilungsschlüssel: Gleichmäßige Verteilung je Student innerhalb der 1,5-fachen Regelstudienzeit
  • Daraus folgt: Summe pro Student: 527 Euro (die Bummelstudenten werden vernachlässigt)
  • Anteiliges Geld für die Hochschule Rhein-Waal (siehe hier): 216.750 Euro
  • 216.750 geteilt durch 527 gleich: 411 Studenten!
  • Zahl der Studenten in Kamp-Lintfort: mehr als 200 (eigene Angaben der Hochschule, siehe hier)
  • Bleiben für Kleve (nach insgesamt 4 Semestern): knapp 200.

Nur damit man mich nicht falsch versteht: Die HRW ist eine junge Hochschule, es muss sicher viel improvisiert werden, und es wird sich sicherlich auch noch einiges entwickeln, aber diese Zahl steht trotzdem im krassen Widerspruch zu dem Jubelmeldungsorkan, der uns tagtäglich in den Medien durchweht. Vielleicht einfach mal aufm Teppich bleiben und kleine Brötchen backen? Oder sogar mit dem faszinierenden Dozenten-Studenten-Verhältnis werben?

Einen Kommentar schreiben





13 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 13. Norbert Böhmer

    Die HSRW hat z.Z. 2014 ca. 5000 Studenten in Kleve und Kamp-Lintfort- bitte aktualisieren

     
  2. 12. Konfuzius a. D.

    Offensichtlich konnten Studierwillige für sich die Frage klären, wohin die Politik eigentlich nach dem Studium mit den bachelorisierten Massen will.

    Wer 50 Minuten Zeit hat und zunächst ca. 6 Minuten Werbung übersteht:

    http://www.youtube.com/watch?v=MS9554ZoGu8

    Bezeichnend: E-Goverment an der Hochschule Rhein-Waal ist nicht Teil der Fakultät “Gesellschaft und Ökonomie”. So, nun aber ab und Kästchenrechnen! 1. Semester. 2. Semester. 3. Semester. 4. Semester. Ich wette, noch kein Studierender hatte den Willen, sich in Theos-Zukunfts-Kiste TZK.. . Warum aber auch? Und wieso nicht? Antworten gibt der Professor im Video. Ich entschuldige mich für das Publikum in Saal. Es scheint schon eine Masse an bachelorisierten anwesend..!

     
  3. 11. tut nichts zur Sache

    @Bernd Derksen:
    Vielen Dank für die Infos. Das es so ausführliche Daten so gut aufbereitet gibt, war mir auch nicht bekannt.
    Übrigens auch interessant, wie die direkten Konkurrenten (Hamm-Lippstadt und Westliches Ruhrgebiet) im Vergleich dastehen.
    Auch mal witzig, auf die ganzen privaten Hochschulen zu sehen. Letztlich kam ein Bericht im ZDF über eine private FH, die ganze 5 Studenten hat….

    Auch ich bin dafür, dass die Entwicklung kritisch begleitet wird. Jubelmeldungen und Selbstdarstellung ist für manche Kreise wichtig, so manches geschieht aber auch im Verborgenen.

     
  4. 10. Bernd Derksen

    Im Wintersemester 2010/11 waren es 528 661 eingeschriebene Studierende in NRW. ( http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2011/pdf/91_11.pdf ).

    Je nach Zweck lassen sich natürlich einige Gruppen rausrechnen. So wird auch das Ministerium seine 472.000 rechtfertigen.

    ___
    Die Verordnung sieht die Verteilung einzig nach Studierendenzahl vor. (Es geht hier ja nur um den Ausgleich für die Studiengebühren.) Das hat nichts mit Glauben an den Weihnachtsmann zu tun 😉 , sondern dem Lesen des Antragstextes:

    §2
    Verteilung
    (1) Die Höhe des Betrags, der auf die einzelne Hochschule entfällt, ergibt sich aus ihrem jeweiligen Anteil an den eingeschriebenen Studierenden in der 1,5fachen Regelstudienzeit. Der Berechnung nach Satz 1 werden die amtlichen Studierendenzahlen (Studierende nach Kopfzählung), mit Ausnahme der Studierenden im Promotions- und Weiterbildungsstudium, aus dem letzten Wintersemester zugrunde gelegt.
    (…)

     
  5. 9. ralf.daute

    @tut nichts zur Sache: 472.000, sagt das Land NRW. Siehe hier: http://www.wissenschaft.nrw.de/studieren_in_nrw/index.php

     
  6. 8. tut nichts zur Sache

    Ab nächster Woche ist Prüfungsphase an der HRW.
    Im Moment müssten also die Anmeldelisten mit den Matrikelnummern aller Studierenden an den schwarzen Brettern hängen.
    Wer hat Lust, mal die Nummern in Kamp-Linfort, Kleve und Emmerich zu erfassen und zu sortieren?
    Da jeder aktive Student im Moment zu jeder Prüfungsphase sich zu irgendwas anzumelden hat, müsste man damit die Anzahl der aktiven Studenden ermitteln können.

    Wenn ich das recht mitbekommen habe, ist übrigens das System der Vergabe von Matrikelnummern 10000+x. x liegt nach Berichten im Moment irgendwo bei ~750.

    Lt. einschlägigen Presseberichten studieren in NRW ca. 520.000 Studierende.
    Und wer an einen gleichmäßigen Verteilungsschlüssel glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. So was hat es in der Politik noch nie gegeben. Mir klingelt da noch was im Ohr, dass alte Studierendenzahlen hergenommen werden – was natürlich den drei Neugründungen nicht gerade hilft.
    Ich weiß aber nicht, ob das noch aktuell ist.
    Das wäre mal ein schönes Thema, mal grundlegend zu recherchieren…

    Ja, es knirscht an vielen Ecken und Enden in der Hochschule und es muß sich noch einiges zurechtrütteln.

    Aber die im Text getroffenen Grundannahmen stimmen ebensowenig, von daher eignet sich das Thema so überhaupt nicht als Aufreger.

     
  7. 7. Bernd Derksen

    Im Wintersemester 2010/11 waren es 335 Studierende in Kleve und 285 in Kamp-Lintfort, zusammen also 620.
    (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/BildungForschungKultur/Hochschulen/StudierendeHochschulenVorb2110410118004,property=file.pdf , S. 40)

    (selbe Gesamtzahl unter: http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2011/pdf/91_11.pdf)

    Ich halte diese Zahlen für recht glaubwürdig, auch weil sie eine Grundlage der tatsächlichen Mittelverteilung sein dürften.
    _________________

    Die in der Pressemitteilung des Ministeriums genannten Summen sind ungefähre Vorberechnungen, werden in ihrem genauen Zustandekommen nicht nachvollziehbar gemacht und werden sich auf jeden Fall in der Realität ändern.
    (Der Antrag der Landesregierung, der wohl im Parlament abgenickt wird: http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV15-683.pdf )

    Kurz: Es ist zu erwarten, dass die Zuschüsse für eine stark wachsende Uni wie “unsere” höher als 216.750 Euro sein werden.

    ___________

    Auch wenn ich’s schon öfter schrieb:
    Hiesige Medien missverstehen sich oft als unkritische Pressemitteilungsverbreiter. Da halte ich einen vielleicht manchmal überkritischen Beobachter wie Ralf für ein notwendiges und wichtiges Korrektiv.
    Spricht doch nix dagegen, wenn Kontrollrechnungen aufgestellt werden. Und es ist auch der FH u.a. nicht verboten, hier Falsches richtigzustellen.

     
  8. 6. Dickschaedel

    Hab da son Polaroid gefunden – immer diese schlechten Zahlen

    http://www.bilderhoster.net/img.php?id=rta6w8rx.jpg

     
  9. 5. Beobachter

    Wenn Ich Klever ist, sollte er Verständnis haben, wenn nicht, sollte er sich raus halten …

     
  10. 4. ralf.daute

    @Ich Gähn. Was genau rede ich schlecht? Dass die Hochschule für Kleve eine Chance darstellt, habe ich hier bereits kundgetan. Nur sollte das nicht zu völliger Kritiklosigkeit und blinder Gefolgschaft verleiten, oder? Meine Rechnung stimmt, also kann was mit den Zahlen der HRW nicht stimmen…

     
  11. 3. Beobachter

    DAS interessiert die (Kreis) Klever sehr wohl, Herr Ich. Und es ist vollkommen ok und wichtig, wenn so etwas (wenigstens) hier mal auf den Tisch kommt! Weiter machen!

     
  12. 2. Ich

    Die Themen werden immer langweiliger. Wen interessiert das? Völlig unwichtig! In zwei Jahren redet da keiner mehr drüber. Typisch Klever, erst mal alles schlecht reden.

     
  13. 1. egalonormalo

    Mit schöngeredeten Zahlen kennt man sich in Kleve ja bestens aus….