Thank you very Matsch!
Es ist der winterste Winter, seit Napoleon die Jahreszeiten einführte.

Zärtlich knarzt der Schnee unter den Sneakersohlen und erinnert einen an den nun irreparablen Fehler, an der Kasse von Deichmann zum wiederholten Male das Imprägnierspray verweigert zu haben, sodass langsam die kalte Feuchte oder feuchte Kälte die Socken erklimmt und sich wie ein böser Erreger in den zwar abgehärteten, aber keinesfalls gestählten Körper schleicht, der sich sodann in die behagliche Wärme des Roots Cafés flüchtet, von wo das emsige Treiben der Mitarbeiter der Umweltbetriebe der Stadt Kleve zu beobachten und zu bewundern ist, die mit Gerät, das einem alpinen Wintersportort zur Ehre gereicht hätte, den Schnee in höchsten Bögen zur Seite schleudern, wo der dann unter Einfluss einer seit Äonen bewährten Verbindung aus einem Halogen und einem Alkalimetall aus seinem pulverförmigen Aggregatzustand geprügelt wird, der immerhin ausgereicht hat, in unserem Nachbarland, welches gemeinhin als Vorbild für alles, was mit Bauen und Verkehr zu tun hat, gilt, Zustände zu verursachen, für die das Wort Katastrophe fast schon angemessen erscheint, insbesondere wenn man liest, das sich angesichts nunmehr 3000 gecancelter Flüge auf dem Flughafen in Amsterdam-Schiphol die Schlange der wartenden Passagiere durch zwei komplette Terminalgebäude gezogen hat und die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij zur allgemeinen Steigerung der Unruhe noch verkündet, dass das Enteisungsmittel – eine Mischung aus Glykol und warmen Wasser – knapp wird, weshalb man nun selbst Lastwagen nach Deutschland schicke, um die plötzlich begehrte Flüssigkeit abzuholen, ein Bild des Chaos, das ergänzt wird durch die Nachrichten aus dem niederländischen Straßenverkehr, wo trotz des ministeriellen Aufrufs, zu Hause zu bleiben, siebenhundert Kilometer Stau auf den Autobahnen registriert wurden (knapp unter der Rekordmarke von 740 Kilometern) und das Internet geradezu überschwemmt wurde mit Filmchen von niederländischen Autofahren, die sich mit leichten Sommerreifen und schweren Problemen an lächerlichen Hanglagen abmühten, und das alles nur wegen ein paar Zentimeter Schnee, die doch eigentlich Freude auslösen sollten, weil nun vieles an ästhetisch fragwürdigen Hervorbringungen der Menschheit in ein weißes Tuch gehüllt scheint, welches die Ecken abrundet, das Schrille dämpft und die Unterschiede verschwinden lässt, und während der Löffel langsam durch den Milchschaum gleitet, um den Zucker aufzulösen, erinnert man sich des Morgens, als das einzige Geräusch, das noch zu einem drang, das Schrappen der Schneeschaufel war, mit der Nachbar, einem Sisyphos gleich, den Bürgersteig wieder begehbar zu machen versucht, ein Schrappen, das einen unsanft daran erinnerte, es ihm im besten Bürgersinne gleichzutun und ebenfalls ein paar Schritte ins Unwirtliche zu tun, um dann aber zu erleben, dass ebendieser Nachbar den eigenen Hausbereich gleich mitgeräumt hatte, was eine herzerwärmende Dankbarkeit auslöste, die an einem an diesem Wintervormittag im Januar 2026 noch ein wenig mehr mit der Welt versöhnte als es der Schnee alleine vermocht hätte.

Morgen soll es etwas wärmer werden.



Naja,, vielleicht kann man dem „was schönes abringen“…mir ist aber nicht danach, wenn ich morgens um 5-6 Uhr zu Arbeit fahre oder zur Nachtschicht um 21 Uhr…nein… es ist ätzend und gefährlich…da Schaufel ich lieber Schnee vom Bordstein und das tue ich auch noch jeden Tag, manchmal 2-3 mal und streuen…und auch für die älteren Nachbarn…als Berufstätiger ist dieses Wetter sche….! So einfach ist das und mich kotzt der Schnee an, wie viele andere auch…
Es ist glatt, gefährlich …und nicht schön.Punkt.
Hier eine Kurzfassung, die die Ästhetik des wunderbar mäandernden Satzes natürlich komplett verschluckt:
Kalte Nässe dringt durch
Weiße feine Welt, das Chaos nah
Doch Freundlichkeit hält warm
Danke 🙂
In Holland ist gestern Vormittag auch fast der komplette Bahnverkehr ausgefallen.
„weil nun vieles an ästhetisch fragwürdigen Hervorbringungen der Menschheit in ein weißes Tuch gehüllt scheint, welches die Ecken abrundet, das Schrille dämpft“ – sehr treffend beschrieben
Auch hier komme ich kaum zum Schneeräumen, weil es schon jemand gemacht hat. Heute eine Stunde hinterm Fenster vorm Laptop in einer Teams-Konferenz gesessen, draußen ordentlicher Schneefall, als der Nachbarn im Schneegestöber auftauchte und wieder Schnee schippte. Das hat schon auch Stress verursacht. Bin nachher mit einem Fläschchen rüber. Er sagte, er macht es gerne, die Bewegung tue ihm gut.
Gelesen mit großer Freude – und mein Grinsen wurde immer breiter, als doch irgendwie kein Punkt folgen wollte 🙂 Toller Satz, rd. Und ganz nebenbei ein großes Dankeschön für diese feine Klever Internetseite, die ich seit Jahren – wie wahrscheinlich viele nichtkommentierende Klever – gerne besuche.
@rd
Sind Sie jetzt, ob dieses Wörterschwalles, in einen einzigen Satz zu fassen, geschafft? 😉
Schneeflocken schweben, fast schwerelos leicht,
bis alles im Weiß der Stille entweicht;
die Dächer verneigen sich unter der Pracht;
Laternen bewachen die winterliche Nacht;
so liegt Kleve da, still und klar,
wenn Schnee die Stadt umarmt; Jahr für Jahr;
Früher gabs in Kleve dafür vernünftige Winterstiefel von elefanten.
Sneaker !…. wie weit ist Kleve heruntergekommen…… 🙁
Schnee steht für Stille ,Reinheit ,Frieden , Unschuld ,Neubeginn 😁 Da hat er sich in meiner Geografie aber ganz böse vergriffen,🙄 denn mit der Musik hat er hier ( z.Z. leider )😢 absolut NICHTS zu suchen .🤔 😳