Volksbank Kleverland stellt Vorstandschef Frank Ruffing frei

Vorstandschef Frank Ruffing bei der Vertreterversammlung der Volksbank Kleverland (Foto: Volksbank Kleverland)

Als am 26. Juni die Volksbank Kleverland zur Vertreterversammlung in die Klever Stadthalle einlud, war das bestimmende Wort „Zufriedenheit“. Alles laufe gut, und dass sie mit Leistung und Ergebnis rundum zufrieden sind, demonstrierten die Mitgliedervertreter mit einstimmigen Beschlüssen zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Die Zufriedenheit indes hielt keine zwei Monate. Soeben teilte die Volksbank Kleverland in einer Pressemitteilung mit, dass ihr langjähriger Vorstandschef Frank Ruffing „vorläufig freigestellt“ worden sei.

Worum es genau geht, darüber schweigt sich die Pressemitteilung aus. Der Aufsichtsrat habe die Freistellung in seiner Sitzung am 1. September (also gestern) beschlossen. In der Mitteilung heißt es wörtlich: „Hintergrund dieser Entscheidung sind Hinweise auf Sachverhalte, die derzeit im Rahmen einer unabhängigen und sorgfältigen Untersuchung geprüft werden.“ Die Einleitung dieser Prüfung sei mit dem Ziel erfolgt, vollständige Klarheit zu schaffen und das Vertrauen in die Bank aufrechtzuerhalten.

„Für unsere Kundinnen und Kunden ändert sich nichts“, heißt es in dem Text. Leistungsfähigkeit, Stabilität und Handlungsfähigkeit der Volksbank Kleverland seien durch diesen Schritt in keiner Weise beeinträchtigt. Unterzeichnet ist die Mitteilung von Severin-Peter Seidel, neben Frank Ruffing der zweite Vorstand der Bank, und Christoph Thyssen.

Gerüchte, dass es bei der Bank Unruhe gibt, machen seit etwa zwei Wochen in informierten Kreisen in der Stadt die Runde. Unter anderem war von einer Sonderprüfung durch die Bankenaufsicht BaFin die Rede. Dazu wies die Bank darauf hin, dass „keine Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in unserem Haus stattfindet“. Geredet wurde auch, dass ein Zusammenhang mit den Immobiliengeschäften der Bank besteht. Bekanntlich hat die Volksbank Kleverland vor einiger Zeit das Spoycenter erworben, dies mit dem Ziel, die Klever Problemimmobilie am Spoykanal zu sanieren.

Frank Ruffing, 61 Jahre alt, kam 2005 zur Volksbank Kleverland – als Sanierer, nachdem das Haus wegen Immobilienspekulationen in den neuen Bundesländern in eine Schieflage geraten war. Er führte das Bankhaus durchaus erfolgreich aus dieser Krise. Eine Freundschaft verbindet ihn mit Theo Brauer, dem ehemaligen Klever Bürgermeister, der nach seiner aktiven Laufbahn für die Bank in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist. Ruffing absolvierte seine Banklehre und sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Saarbrücken. Seit 2013 amtiert Ruffing überdies als Handelsrichter beim Landgericht Kleve.

Die Volksbank Kleverland beschäftigt 150 Mitarbeiter und unterhält sieben Filialen. Die Bank ist eine Genossenschaft (mit 13.000 Mitgliedern) und hat 28.222 Kunden. Die Bilanzsumme 2024 betrug 987 Millionen Euro, der Jahresüberschuss 1,8 Millionen Euro. Davon wurden 1,4 Millionen Euro an die Mitglieder ausgeschüttet.

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26 Kommentare

  1. 26

    Der Kommentar wurde nicht veröffentlicht, weil er das Thema zum Anlass genommen hatte, eine nicht damit verbundene Leidensgeschichte zu erzählen. Passiert hier zwar häufiger, aber in diesem Fall war es zu viel.

  2. 25

    @18: warum regen Sie sich so auf, hm? immer schön locker bleiben. Ich weiß, wovon ich rede. Mit Unwahrheiten Menschen bekloppt machen? Ich mache ganz sicher niemanden bekloppt. Betroffen, involviert, Mr. Tom?

  3. 24

    Vor meinem Kommentar #14 habe ich noch über meine Geschäftskunden-Erfahrungen mit der VoBa Emmerich-Rees eG geschrieben; wahrheitsgemäß, belegbar und sachlich – Hr. Daute war es wohl zu „heiß“…?!n Die VoBa Emmerich-Rees eG kam da nicht gut weg…
    Aus den dann aber hier dann doch veröffentlichten Kommentaren anderer User kann ich entnehmen, dass die Vermutung gleicher Geschäftspraktiken der VoBa Kleve und VoBa Emmerich-Rees Sorgen bereitet…

  4. 23

    Zum Schluss werden wieder die Unschuldigen, sprich die arbeitende Bevölkerung, die Zeche zahlen, wie es ja schon in 2005 bei der Inthronisation des jetzt vom Hof Gejagten zu beobachten war.

    Und viele Grüße von den Paragrafen 44 bis 46 KWG, nicht zu vergessen, Paragraf 35.

    Honi soit qui mal y pense…

  5. 21

    Letzten Endes passiert dem Ruffing nix. Der wird mit seinen 61 Jahren schön abgefunden und geht in den Ruhestand. Wenn der wirklich noch berufliche Ambitionen gehabt hätte, wäre der schon längst nicht mehr in Kleve.

  6. 20

    Bei der Gerüchteküche, bin ich verwundert, das nur der Vorstandsvorsitzende freigestellt wurde. Gerade durch das 4 Augenprinzip müsste mMn nach auch der Marktfolgevorstand freigestellt werden.

    Ob und in wieweit hier der Leiter Firmenkunden involviert ist vermag ich nicht zu beurteilen, hört sich aber stark nach einem Bauernopfer an. Sollte er nur Handlanger gewesen sein, ist es schade um und für ihn.

    Letztlich entscheidet in größeren Kreditbereichen der Vorstand über zu begleitende Vorhaben. Oft hört man auch, das Beschlüsse positiv durch auszuführende Mitarbeiter erstellt werden müssen, gleichwohl diese Vorhaben kritisch gesehen werden. Wenn es dann zu Problemen kommt will man sich plötzlich nicht mehr daran erinnern und der Berater ist schuld.

    Das auch Banker auf privater Seite Investoren sein können, mag befremdlich wirken, warum sollten diese keine Geschäfte tätigen (sofern sie rechtlich sauber sind)? Am Ende ist jeder selbst für seinen Vermögensaufbau verantwortlich unabhängig davon ob es Immobilien oder sonstige Sachwerte sind. Da gibt es im Klever Raum deutlich andere Personen die aufgrund Ihrer Verflechtungen dubiose Geschäfte tätigen.

  7. 19

    Das der Leiter Firmenkunden als Volksbanker zum Großinvestor für Immobilien wurde, nur möglich mit Volksbank Kleve-Geld, stinkt bis zu Himmel. Wo gibt es sowas denn? Jetzt muss alles geprüft werden…Geldwerter Vorteil, Bargeldzahlungen / Abhebungen (schwarzgeld) = insbesondere nach genehmigten Krediten und damit natürlich Steuer, Vergabe von Aufträgen und ganz wichtig: Das hin- und her verkaufen von Immobilien untereinander der verschiedenen Firmen („privat“ / Vobafirmem) etc… Auf gehts

  8. 18

    @Leser: selten so einen geballten Bullshit an Kommentaren gelesen!

    Täglich finden bundesweit mehrere BaFin-Prüfungen von Banken (egal ob 44-er, oder auch Sonderprüfungen) statt. Dass hier jedesmal die geballte Kavallerie mit Polizei und Zoll ins Haus rollt ist absoluter Schwachsinn!

    Von solchen Prüfungen kriegen in der Regel sogar die gewöhnlichen Mitarbeiter wenig mit.

    Gucken Sie weniger Ganovenfilme bzw. schließen Sie nicht von irgendeinem Spezialfall auf die Allgemeinheit!

    Und vor allem, machen Sie nicht mit Unwahrheiten die Menschen bekloppt!!!

  9. 17

    Banken werden regelmäßig, egal ob vom Verband oder von der BaFin, geprüft. So weit,so normal. Wenn allerdings,wie hier bei der Volksbank Kleverland geschehen, bereits wenige Stunden nach eintreffen der Prüfer massive personelle Schritte (Freistellung des Leiters Firmenkunden) eingeleitet werden, ist es sehr offensichtlich, dass das keine Routineprüfung ist, sondern das die prüfende Organisation vorher schon einen sehr konkreten Verdacht oder Hinweise hatte. Die Tatsache das nicht schon vor der Prüfung Mitarbeiter beurlaubt wurden zeigt sehr deutlich, dass auch Vorstand und Aufsichtsrat von der Prüfung kalt erwischt wurden.
    Da stellt sich mir die Frage, was ist mit den internen Prüfern, dem Complianvebeauftragten etc. der Volksbank? Zu meiner Bankzeit hatte der Compliancabeauftragte schon ein Problem damit, wenn man Vollmachten zu Konten der eigenen Eltern hatte.
    Der Leiter der Firmenkundenabteilung ist privat geschäftsführender Teilhaber einer GmbH in der Immobilienbranche. Und das ist niemanden aufgefallen oder wurde als in Ordnung durchgewunken? Die GmbH ist eng mit einem Immobilieninvestor verstrickt der gleichzeitig großer Kreditkunde der gleichen Bank ist und intern hat es keiner gewußt?

    Und hier noch kurz zu @12:
    Zu den jungen, dynamischen Eigengewächsen die sich leider in die freie Wirtschaft verabschiedet haben schreibe ich hier mal lieber nicht zu viel, der Text würde zu lang werden. Nur so viel, zwei davon kenne ich und die beiden sind ebenfalls mit dem hier schon mehrfach genannten Immobilieninvestor verbandelt. Die haben alle ungefähr zur gleichen Zeit die Bankfachklasse, ja der Immobilieninvestor ist gelernter Banker, besucht. Der eine hat nach seinen Ausstieg aus der Bank zunächst bei jenen Investor gearbeitet, der andere sollte demjenigen folgen. Das bedeutet nicht zwangsläufig das die beiden in irgendwelche Kungeleien aktiv verwickelt sind, es legt aber meiner Meinung nach nahe, das da in der Volksbank Kleverland einige Verpflechtungen sind bei denen anscheinend interne Kontrollsysteme völlig versagt haben oder Dinge stillschweigend durchgewunken wurden. Letzteres fände ich persönlich schlimmer weil sich dann die Frage nach dem warum stellt.

  10. 16

    Es würde mich wundern, wenn Zoll und Polizei an einer Sonderprüfung nach § 44 KWG beteiligt wären.

    Das wäre dann ja keine Prüfung mehr, sondern eine Fahndungs-/Ermittlungsmaßnahme. Vielleicht war es so, aber dann ging es wahrscheinlich über eine normale Sonderprüfung hinaus. Das kann u. a. bei Verdacht wegen Verstoß gegen das Geldwäschegesetz oder bei Verdacht auf Steuerstraftaten der Fall sein.

  11. 15

    Ah ja – noch vergessen:
    Bank-Berater sind KEINE Berater; Sie sind schlichtweg Verkäufer ( mit dem Ehrgeiz von Boni, Provisionen etc. )!

  12. 14

    @ 11: ich habe mit einem Rechtsanwalt und Richter zusammen gearbeitet, der diese Prüfungen bei der BaFin veranlasst hat. Mag sein , dass es verschiedene Eskalationsstufen gibt. Bei dieser Prüfung war es so.

  13. 12

    Im Firmenkundengeschäft der Volksbank war es – nach zuvor viel hin und her – in den vergangen Jahren endlich sehr ruhig geworden. Man hat viel Gutes gehört! Nach allem, was ich weiß, wurde viel auf junge Kräfte aus dem eigenen Haus gesetzt, die da einiges bewegt haben.
    Ich selbst war sehr zufrieden mit meinem Berater, und ich kenne viele, die es auch waren. Der ist aber Ende letzten Jahres gegangen und das scheint eine ganze Welle ausgelöst zu haben – Austausch von Prokuristen inklusive – und hat den neuen, jetzt freigestellten, Leiter Firmenkunden in die Rolle gehoben. Das der wiederum ganz dick mit kleinen großen Investoren aus Emmerich ist, fanden ich und andere schon immer befremdlich…
    Wer weiß ob das alles damit zu tun hat.

  14. 11

    @Leser
    So ein Quatsch, ihr Post (10). Eine 44er-Prüfung nach Paragraf 44 KWG ist keine Razzia. Das ist eine Prüfung auf Einhaltung der Vorschriften, die gelten. Da läuft es gesittet ab, inkl. Interviews der handelnden Personen.

  15. 10

    Wenn die BaFin bei der Voba gewesen wäre, dann hätte man das mitbekommen. Die ziehen den Laden auf links, meistens noch eskortiert vom Zoll oder der Polizei. Ich habe das einmal erlebt, großes Kino.

  16. 8

    Bei der Voba Emmerich wundere ich mich seit Jahren, dass da die BaFin noch nicht aufgeschlagen ist. Aber die sind halt cleverer und halten zusammen.

  17. 7

    Die Geschichte Firmenkundenberater war absehbar. Jeder in der Szene wusste um die Verstrickungen. Aber da sitzt noch einiges mehr hinter. Er findet bestimmt einen neuen Job bei der Voba Emmerich. Die sind ähnlich unterwegs, sie machen es nur schlauer

  18. 6

    @4
    Der Name Volksbank am Niederrhein ist leider schon vergeben (an Moers, Alpen, Rheinberg etc.).
    Volksbank Rhein-Waal ist wahrscheinlich noch frei – auch wenn da schnell das bestimmt noch verbesserungsfähige Image der lokalen Hochschule mitschwingt.

  19. 5

    Spannend. Den Bereichsleiter Firmenkunden der Voba traf es vor 2 Wochen.

    Wenn ich mir auf der Seite northdata die zahlreichen Verflechtungen anschaue die die Eingabe […] hervorbringt führt das zur […] GmbH, die wiederum hat Kontakte zur […] Holding, welche 50% an einer Holding hält, deren Gf und Teilhaber real life Nachbar von […] ist, ein aus der Zeitung bekannter Investor. Interessierte Kreise sind seit längerem verwundert, wie er das alles gestemmt bekommt. […]

    Reine Spekulation, warum die Chefetage bei der Voba beurlaubt wird, aber es riecht nach einem ganz ganz dicken Skandal mit Dominopotenzial, s. Verflechtungen oben.

  20. 4

    Bilanzsumme Volksbank an der Niers: ca. 3,1 Mrd. EUR
    (rechtlicher Sitz: Kevelaer, operative Zentrale: Geldern, Gebiet von Goch-Pfalzdorf bis Straelen)
    Bilanzsumme Volksbank Emmerich-Rees: > 1,2 Mrd. EUR
    (rechtlicher Sitz und operative Zentrale: Emmerich, Raiffeisenplatz 1 – die Adresse, die Herr Ruffing so gerne gehabt hätte, Gebiet: rechtsrheinischer Teil des Kreises Kleve, Aufsichtsratschef: Wim Abbing/Probat – also jemand aus der Wirtschaft, der weiß wie es geht)
    Bilanzsumme Volksbank Kleverland: < 1 Mrd. EUR
    (rechtlicher Sitz und operative Zentrale: Kleve, Gebiet Kleve, Kalkar, Bedburg-Hau und Kranenburg)
    Sinnvolle Konsequenz, wenn jetzt eine Schieflage oder andere Desaster zum Vorschein kämen:
    (Überfällige) Integration der Volksbank Kleverland in die Volksbank Emmerich-Rees.
    Neuer Name: Volksbank am Niederrhein
    Bilanzsumme: ca. 2,2 Mrd. EUR
    Rechtlicher Sitz und operative Zentrale dann: Emmerich
    Aufsichtsratsvorsitzender: Wim Abbing (wenn er’s denn macht, aber bitte nicht wieder ein Politiker)
    Vorstandsvorsitzender: Ist bereits vorhanden = spart viel Geld
    Bisheriger Zentrale am Minoritenplatz: Teilweise Untervermietung, z.B. an die VHS oder Stadtbibliothek
    Minoritenplatz-Bebauung: Ein weiteres (endgültiges?) Scheitern – daher hier noch einmal altbekannter Vorschlag zur sinnvollen Nutzung des Minoritenplatzes (von Niederrheinstier?):
    Umgestaltung in eine Kuhkoppel

  21. 2

    Letzte Woche wurde schon Herr […] suspendiert. Er war Bereichsleiter Firmenkunden und tätig bei den Immobilienfirmen der Volksbank Kleverland. Im privaten Bereich war er auch als Hersteller für Neubauwohnung unterwegs. Interessante Konstellation