Volksbank Kleverland: „Sachverhalte intern aufgefallen“, welche Rolle spielt die Elten-Connection?

Zentrale der Volksbank Kleverland am Spoykanal

Die Nachricht, dass der Vorstandschef der Volksbank Kleverland, Frank Ruffing, im Zuge einer Überprüfung „vorläufig freigestellt“ wurde, sorgte gestern für helles Entsetzen in niederrheinischen Finanzkreisen, und schnell zogen – beispielsweise in den Kommentaren zum Artikel – Leser eine Verbindung zu einer weiteren Freistellung, die sich zwei Wochen zuvor ereignete und die offenbar den Leiter des Firmenkundengeschäfts der Bank betraf. Wie genau diese Verbindung allerdings aussieht, dazu war heute von offizieller Seite nichts zu erfahren. Die Bank bat in einer Mitteilung um Verständnis dafür, dass die Fragen „aufgrund der aktuell laufenden Analyse der Sachverhalte in unserem Haus derzeit nicht beantwortet [werden] können“.

Wer den Namen des Mitarbeiters in einschlägige Suchmaschinen eingibt, gewinnt indes schnell den Eindruck einer gewissen Umtriebigkeit. Es gibt gleich vier Gesellschaften, deren Anfangsbuchstaben die Initialen seines Namens sind. Anfang des Jahres trat er als Investor in der NRZ öffentlich in Erscheinung. Demnach hatte er ein ehemaliges Restaurant am Geistmarkt in Emmerich erworben und ließ dort ein Mietshaus mit neun Wohnungen errichten, das im Oktober bezugsfertig sein soll.

Nun ist Geschäftstüchtigkeit an sich allerdings nicht verboten, problematisch wird es erst, wenn die Grenzen zwischen der angestellten beruflichen Tätigkeit und dem unternehmerischen Tun verschwimmen. Doch ob dem so ist, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. Die Volksbank Kleverland selbst legt allerdings Wert auf die Feststellung, von sich aus tätig geworden zu sein. „Wir möchten ausdrücklich betonen, dass die betroffenen Sachverhalte intern im Hause der Volksbank Klever Land die die aufgefallen sind. Diese Sachverhalte sind Anlass für eine interne und umfassende Überprüfung”, hieß es in einer Nachricht an kleveblog.

In den Kommentaren und in anderen Hinweisen wird auch eine Verbindung zu einem derzeit in Kleve tätigen Investor gezogen, der der unmittelbare Nachbar des fraglichen Volksbank-Mitarbeiters in Elten ist. Der Unternehmer versichert allerdings, seine Projekte mithilfe anderer Banken zu finanzieren.

Der Volksbank-Mitarbeiter selbst sei auch nicht mit ihm gemeinsam geschäftlich aktiv. „Wir haben keine Beziehung, wir haben keine gemeinsamen Unternehmen, es gibt nullkommanull geschäftliche Verbindungen“, so der Investor.

Deine Meinung zählt:

27 Kommentare

  1. 27

    Gier frisst Gehirn.
    So könnte man die Überschrift für eine Stellungnahme der Bank nennen, wenn sie den einmal käme.
    Seit Tagen warten wir Kunden der Bank darauf was eigentlich vorgefallen ist, das ein Bereichsleiter
    suspendiert und der Vorsitzende vorläufig freigestellt wurde.
    Aus sicherer Quelle:
    es sind die Immobilienkäufe die durch die Volksbank Kleverland bzw. deren Unternehmen in den letzten Jahren getätigt worden.
    Der Wert der Immobilienkäufe beläuft sich auf über 100 Mio. Euro. Immobilien von Kleve über Düsseldorf bis hin zur Hauptstadt Berlin.
    Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien mit Leerstand, alles dabei.
    Und was bei einem Immobilienerwerb so anfällt sind die Grunderwerbsteuer, die Notargebühren und ab und zu auch Maklergebühren. Die Kosten fallen dann unter dem Punkt Erwerbskosten und fallen nicht weiter auf bei irgendwelchen Prüfungen.
    Die Objekte sollen ja schließlich Rendite erzielen, gleich Gewinn für die Bank und am Ende des Tages eine Ausschüttung für uns Genossenschaftler.
    Dafür werden die Mitarbeiter der Bank eigentlich fürstlich bezahlt mit Gehalt und Boni.
    So weit so gut.
    Scheinbar ist nun doch bei einer internen Prüfung aufgefallen dass es bei den Provisionszahlungen Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Im Fachjargon ist die Rede von verdeckten Provisionszahlungen.
    Die können z.B. an ein eigenes dafür gegründetes Maklerunternehmen, einen Strohmann oder wem auch immer geflossen sein. Am Ende steht dann immer der Endbegünstigte, und der könnte der suspendierte Bereichsleiter sein oder auch jemand anders oder auch mehrere Personen gemeinsam.
    Es wird spannend sein zu erfahren, in wie weit der Vorsitzende von dem Geschäftsgebaren Kenntnis hatte, oder er selber darin verstrickt ist und wer noch.
    Wenn Sie einen Immobilienkauf tätigen, zahlen sie eine Provision für die Vermittlung oder Kontaktherstellung in Höhe von, sagen wir 3 % bis 5%.
    Und das bei dem oben genannten Volumen, kann sich jeder selber ausrechnen, denke ich über welche Provisionszahlungen gesprochen wird. Und das vermutlich auch noch mitfinanziert von unserer Bank. […]

  2. 23

    Wir Kunden der Volksbank Kleverland warten nun schon seit Tagen auf Antworten warum ein
    Bereichsleiter gekündigt und der Vorstandsvorsitzende beurlaubt worden ist.

    [@Kunde Ich bin auf der gleichen Spur. Können Sie konkret benennen, um welches Projekt es dich handelte?]

  3. 21

    Tja – die Ähnlichkeit, vielleicht sogar gemeinsame Strategie der VoBa Kleverland und VoBa Rees-Emmerich könnte ich aufzeigen, belegen; Auf Grund persönlicher Erfahrungen als ehemaliger Kunde…

    Allerdings – Dem „Zensor“ hier ist es wohl zu viel und, statt Neutralität walten zu lassen, deklariert er derartige Erfahrungsberichte als „zu persönlich“ und nicht veröffentlichungswürdig. Warum wohl…?

  4. 20

    @19: die Anforderungen Aufsichtsräte der Banken und der Nachweis der entsprechenden Sachkunde in wirtschaftlichen Angelegenheiten sind in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen! Die Zeiten, in denen ein Dorf-Sheriff mit Leitungsfunktion in der Kommunalverwaltung seine Knügelei mit dem Vorstandsvorsitzenden einer Bank im Hinterzimmer ausmachen konnte und dabei beide Seiten sicherlich der anderen Krähe kein Auge aushackte sind vorbei.

    Das Durchgreifen des heutigen Aufsichtsrates zeigt doch, dass die Mechanismen im Hause wirken.

  5. 19

    „Es gibt drei Berufe, die man nicht erlernen muss: Den des Ehemannes, des Politikers und des Aufsichtsrates. Zumindest letzteres sollte sich ändern.“ von Thomas Middelhoff. Und der muss es wissen. Die Gegenwart zeigt jedoch, dass Politiker eingeschlossen werden sollten.

  6. 18

    Welche Aufgaben hat eigentlich ein Aufsichtsrat? Inwiefern ist er bei der Bewertung von Immobilien(vorhaben) und der Vergabe von größeren Krediten involviert?

    Oder können sich Mitarbeiter/Vorstände gegenseitig ihre persönlichen Kreditverträge abzeichnen?

  7. 15

    Immobilienfehlinvestitionen könnten schon ein Grund sein. Aufsichtsbehörden wie die BaFin greifen ja erst ein, wenn Verluste und/oder Klumpenrisiken in den Bilanzen wirklich erkennbar sind, was bei Immobilien oft länger dauern kann.

    Die hastige Freistellung des Vorstandsvorsitzenden kann dann ein Versuch sein, einem möglichen Vertrauensverlust entgegen zu wirken. Zu viel Risiko mögen Kunden einer genossenschaftlichen Bank ja eher nicht.

    Sind aber jetzt alles auch nur Vermutungen.

  8. 14

    @Realist Das aber ist ja eine geschäftliche Entscheidung, die dem Aufsichtsrat ja seit 2021 bekannt war. Dann bekommt man nicht so den Stuhl vor die Tür gesetzt. Und eine Kündigung kann auch nicht darauf beruhen.

  9. 13

    Guckt doch einfach mal bei FinanzSzene.de (Paywall!)
    Da steht doch der Grund. Und die haben einfach recherchiert und nicht gemutmaßt.

    Zitat: „So wurde das üppige Immobilien-Portfolio des Instituts erst im Geschäftsjahr 2021 aufgebaut, also unmittelbar vor der Zinswende. In jenem Jahr verdreieinhalbfachte (!) sich der Sachanlagenbestand des niederrheinischen Instituts auf 110 Mio. Euro. Während parallel die Geschäftsguthaben (offenbar, weil man Eigenkapital brauchte) und im Jahr darauf auch die Kredite bei der DZ Bank (offenbar, weil man Refinanzierung brauchte) hochgefahren wurden. Wegen der niedrigen Zinsen flüchtete man sich in Immo-Investments. Bevor die Zinsen dann dummerweise zu steigen begannen. Eine sündteure geschäftliche Fehleinschätzung.“ Zitat Ende

    Was manche hier für Verschwörungstheorien verbreiten – da wird ja Dan Brown sogar neidisch.

  10. 12

    Freistellung oder Suspendierung – ganz so trennscharf ist es auch nicht. Eine Suspendierung ist auch eine Freistellung, aber in der Praxis in der Regel einseitig aus wichtigem Grund. Bedeutet oft auch, dass der Arbeitnehmer die Betriebsräume nicht mehr betreten darf, Dienstlaptop und Schlüssel abgeben muss, ggf. vom Arbeitsplatz bis vor die Tür begleitet wird.

    Eine normale Freistellung kommt ja z. B. oft vor im Rahmen von Aufhebungsverträgen, um Zeit für die Stellensuche zu gewähren. Das ist dann eine Vereinbarung.

    Letztlich kann es beides sein, wenn die Volksbank von Freistellung spricht. Kommt drauf an, was damit an „Maßnahmen“ einher geht.

  11. 11

    Danke für den Hinweis, das war mir so bisher nicht bekannt und wirft natürlich ein anderes Licht auf die Ereignisse.

  12. 5

    Wie schön ! Hat doch mal was ,🤏🏼 Salz in der Suppe der Klever Spießer + Dauerempörten Welt ! 😁

  13. 4

    Ich finde es spannend wie viele Kommentare zu diesem und dem anderen Artikel veröffentlicht werden, bei denen Neid und Mistgunst deutlich herauszulesen ist. Wenn ein junger Mann sich nach Feierabend nicht vor den Fernseher setzt, sondern das gelernte für sich selbst umsetzt ist das etwas, dass man loben und nicht tadeln sollte. Zudem bin ich gespannt, ob alle die jetzt Verschwörungstheorien, kriminelle und moralisch Machenschaften anführen, sich hinterher auch öffentlich wirksam entschuldigen, wenn die Unschuld bewiesen wird.

  14. 3

    Es gibt insgesamt drei dieser „Senkrechtstarter“ im Dorf Elten.

    Der viel betitelte Ex-VoBa-Mitarbeiter ist allerdings derjenige, der mit seinen Geschäften zumindest bis jetzt am wenigsten aufgefallen iwar.

    Der andere, der als Investor ein Unternehmen […] in Bedburg- Hau führt, ist jedoch der in der Öffentlichkeit am meisten bekannte der drei Personen. […] Er stammt zudem eigentlich auch nicht aus Elten, sondern aus Emmerich.
    Interessant ist, dass dieser einen Geschäftsführer beschäftigt, der ebenfalls aus Elten kommt, bei der VoBa in Kleve ebenfalls seine Ausbildung absolviert hat und zudem als guter „Buddy“ des ehemaligen VoBA- Mitarbeiters bezeichnet werden darf.

    Der dritte im Bunde ist ein Sohn eines bekannten großen Eltener Landwirts, der allerdings weniger öffentlichkeitswirksam agiert.

  15. 2

    Die Zusammenhänge zu prüfen ist zweifellos richtig, und wenn sich dabei Unstimmigkeiten ergeben haben, sollte man diese selbstverständlich sorgfältig aufklären.
    Allerdings halte ich es für sehr fragwürdig, die beschriebene Umtriebigkeit so darzustellen, als würde sie bereits beim bloßen Anblick negativ wirken.
    Gerade in der heutigen Zeit des Generationswechsels sollten wir es vielmehr positiv sehen, dass es noch engagierte Investoren gibt, die neuen Wohnraum schaffen, ohne dabei zusätzliche Flächen stark zu versiegeln.

    Ich selbst hatte stets ein distanziertes, rein geschäftliches Verhältnis und habe es sowohl persönlich als auch von anderen Seiten sehr begrüßt, dass es dort einen Ansprechpartner gab, der nicht nur berät und finanziert, sondern auch eigene Projekte umsetzt und somit genau weiß, wovon er spricht.

    Zudem sollte man bedenken, dass heutzutage beinahe jeder zweite Unternehmer eine Holdingstruktur aufbaut – was steuerlich wie auch im Hinblick auf Wachstum Vorteile bringen kann, aber nicht zwangsläufig muss.
    Wie gesagt: Wenn etwas falsch gelaufen ist, muss man das prüfen und auch die Verantwortung dafür übernehmen. Aber typische Unternehmensstrukturen grundsätzlich infrage zu stellen, halte ich für äußerst fragwürdig.

  16. 1

    Naja, wenn der Investor seit 1,5 Jahren nichts mehr mit der Volksbank Kleverland zu tun hat, konnten die Jahre davor doch ganz gut genutzt worden sein für nette Geschäfte. Schließlich ist der ehemalige Leiter Firmenkunden laut Xing seit fast 2 Jahrzehnten bei der Volksbank Kleverland…Am Ende kommts eh alles raus