Neue Mitte: Reno geht – schon im Oktober

rd | 20. Juli 2013, 12:52 | 17 Kommentare
Reno unterhält 750 Filialen in der ganzen Welt. Bald sind es nur noch 749

Reno unterhält 750 Filialen in der ganzen Welt. Bald sind es nur noch 749

Diese Nachricht dürfte so gar nicht in das Konzept derjenigen Politiker passen, die in der Klever Unterstadt munter neue Gewerbeflächen schaffen wollen, zum Beispiel in einem nach Meinung vieler Bürger überdimensionierten Geschäftshaus auf dem Klever Minoritenplatz: Die Neue Mitte, das mit so vielen Ambitionen vor ziemlich genau zehn Jahren gestartete Passagen-Projekt im Herzen der Stadt, beklagt den Verlust eines weiteren Mieters. Der Schuhhändler Reno mit seiner geräumigen Filiale im Obergeschoss des Objekts wird schon im Oktober sein Geschäft in Kleve aufgeben. Nach der bereits angekündigten Schließung des Cafés Louzada ein zweiter schwerer Schlag für die Neue Mitte, die somit zum Ende des Jahres im Kern nur noch aus dem Saturn-Markt sowie den Einzelhändlern Hentz, Hopmans und Mühlenbruch besteht, die allesamt auch vorher schon da waren. möglicherweise ist vor diesem Hintergrund die Aussage des Neue-Mitte-Chefs Ruud Kraaij verständlich, die er kürzlich in einem Interview mit dem Kurier am Sonntag tätigte: „Aber ich habe das Gefühl, dass die Stadtväter über die Unterstadt vergessen, dass man auch das Herz der Klever Innenstadt nicht vergessen darf.“

Gerne dokumentiert kleveblog auch, wie unmittelbar vor der Eröffnung eine Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer über die Neue Mitte berichte (Hervorhebungen von mir):

Zu Beginn des Jahres stiegen potente Investoren in das Boot des Generalplaners Thomas Euwens: Außer den Banken sind der Bauunternehmer Erich Tönnissen und Bernd Zevens zu nennen, der zuvor in Kleve das Werk der Margarine-Union übernahm. In der Oberstadt baut er zudem auf dem alten Elefanten-Gelände ein weiteres Einkaufszentrum, das ganz auf Fachmärkte setzt. „Ich sehe die Neue Mitte nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu meinem Vorhaben“, begründet Zevens sein Engagement in der Stadtmitte. „Beide Projekte sind neue Anziehungspunkte und stärken die Kaufkraft insgesamt. Ich bin von deren Erfolg überzeugt, sonst wäre ich nicht eingestiegen.

Fast 11 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche mit interessantem Branchenmix, eine neue Tiefgarage sowie ein Konzept, das gas- tronomische wie auch kulturelle Erlebnisse vorsieht, soll die Attraktivität der „Neuen Mitte“ ausmachen. Natürlich wollen die Klever Bürger wissen, welche Unternehmer die Ladenlokale anmieten. Aber der Schleier ist noch nicht ganz gelüftet: der Elektronikkonzern Saturn, ein größeres Textilgeschäft, eine Eisdiele – sehr viel mehr an Information ist noch nicht an die ÖÖfentlichkeit gedrungen. Es heißt, 70 Prozent der Flächen seien schon vermietet. Die Inhaber der vorhandenen Ladenlokale sanieren bereits ihre alten Ladenlokale, die in das Ensemble integriert worden sind.

Genau diese Mischung aus Alt und Neu macht den Zauber der Neuen Mitte aus“, meint Thomas Euwens. Schon während der jetzigen Bauphase füllen sich rund um die „Neue Mitte“ auch ehemals leer stehende Ladenräume wieder mit Leben. Man sei voll im Zeitplan, ist von allen Seiten zu hören. Ende 2003 wird Eröffnung gefeiert. Dann wird die Schwanenstadt mit einer attraktiven Erlebnis-Immobilie aufwarten können, die für die Entwicklung im innerstädtischen Einzelhandel zweifellos positive Impulse setzen wird.

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17 Kommentare - Sortierung: Neuester oben / Ältester oben
  1. 17. peter van zanten

    Max Knippert vielen Dank fuer die Bilder von der Neue Mitte;
    solche Fotos muesste man doch nicht an noch einer anderen Stelle in Kleve (d.h. M-platz) machen koennen.
    Ein so ein oedes Gebaeude (da halfen auch nicht Massnahmen am Dach und an den Rolltreppen) in Kleve reicht doch voellig!
    Liebe Stadt: erst besinn`s dann beginn`s.

     
  2. 16. Otto

    @. Heinz Goertz,

    er hat über sich selbst und seine unerhörte Wichtigkeit gesprochen. NRZ v. 28.06; Hinweis im Kunstacker. Sein
    Kultur- und Kunstverständnis, sowie seine Achtung vor solchen Leistungen ist nicht messbar.

     
  3. 15. Heinz Goertz

    @Otto, klär mich/uns bitte auf. Was hat ein Stadtmännchen zur Verabschiedung gesagt?

    Reicht das Geld für das Rathaus nicht?

     
  4. 14. Otto

    Im Blog wird oft geschrieben, wir könnten nur meckern und es wird sogar über das Meckern gemeckert.

    Auch erscheint hier immer wieder der Vorwurf, daß man (wir) nicht bereit wären, in Ausschüssen mit zu arbeiten. ALLEN ist bekannt, wie die Stadtvertreter und bestimmte Politiker die interessierten Bürger behandeln, sie werden einfach mit Habwahrheiten (vorsichtig ausgedrückt) abgespeist.

    Wo sind Antworten zu finden auf Vorstellungen z.B.von Julia Blank, Max Knippert, Peter Wanders? -NUR
    SCHWEIGEN-.

    Die Anregungen im Kunstacker, wenn auch nur zum Einstieg, für mich einfach wunderbar. Lesen die Verantwortlichen überhaupt den Kunstacker und wenn ja, können sie die Richtung erkennen und verstehen?

    Die Bemerkung eines Stadtmännchens zur Verabschiedung von – Drs. de Werd – läßt das Schlimmste befürchten.

     
  5. 13. Lohengräm

    Reno und Deichmann sind in der elemaligen Elefantenstadt eh nur schwer zu ertragen. Weg damit. 🙂

     
  6. 12. Max Knippert

    – Zeitschleife der attraktiven Elebnisimmobilie –

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber es sieht so aus das ‚Fashion for you‘ in die Neue Mitte zieht und
    Hatsche Straße 14 – 16 ist dann leer steht. Eventuell noch das Gegenüberliegende ‚Schuhgeschäft Hagsche Straße 9 – 11 (Schuh 4 you?). Das Integrierte Handlungskonzept hat am 31.1.2013, 12 Leerstände nach Stromzählerdaten gezählt. Ich komme fast auf das Dreifache. Noch ein Satz aus meinem geliebten Handlungskonzept: „Die Gesamtverkaufsfläche der Innenstadt (39.460 m2 + 5800 m2 = 45260) würde somit um ganze 15% steigen.“ Wobei der Leerstand, wie gesagt, aus der Luft gegriffen ist.

    Wem es draußen zu heiß ist kann sich ein paar Fotos der neuen Mitte ansehen. Text gibt es auch…

    http://kunst-acker.de/2013/03/24/zeitschleife/

     
  7. 11. Otto

    Dass Kleve das EOC angenommen hat, ist hinreichend bekannt. Flächen in der Innenstadt gibt es für jeden
    Anspruch.

    Wenn Zeeven als kluger Investor (damit ist nicht der Sanatoriumbau im Schwarzmeerlook gemeint) das
    Union-Gelände attraktiv gestaltet und daran brauchen wir nicht zu zweifeln, welchen Sinn sehen die
    Sontowskiklotzfreunde dann noch in diesem Vorhaben und Herr Ruffing bliebe in seinem baufälligen Notquartier?

    Kleve würde dann eingerahmt von zwei großen Einkaufscentern und mit dem Tönnissen-Center und der
    Neuen-Mitte auch innerstädtisch gut versorgt, incl. unserer attraktiven Einzelhandelsgeschäfte.

    Der Gestaltung des Minoritenplatzes mit Unterstützung eines namhaften Stadt-Planungsunternehmens stände NICHTS mehr im Weg.

     
  8. 10. Andreas

    @WH:
    Journalisten handeln mit Informationen, verarbeiten diese und veröffentlichen ganz oder in Teilen ihr gesammeltes Wissen.
    Journalisten schützen ihre Quellen, verfremden Aussagen zum Schutz dieser Quellen und formulieren Aussagen so um, das der Kern der Aussage bestehen bleibt, deren Herkunft aber verschleiert wird.
    Was Sie allerdings machen:
    Ich behaupte mal was, belege das nicht, begründe meine Aussage nicht und überlasse der geneigten Leserschaft das dumme raten und spekulieren um Sinn und Wert meiner Aussage – das hat noch nicht einmal etwas mit Bildzeitungsjournalismus zu tun, das erinnert eher an Schicehausparolenklopperei 😉

     
  9. 9. otto

    4.H.G.,

    Heinz,
    was hältst du davon, wenn wir einmal am Wochenende nach Kalkar o. Xanten fahren mit einem Schild,
    Besucher kommt nach Kleve, z. B. Sonntags in die Herzogstrasse, oder an’s Spoyufer und besucht dann die Burg um anschließend im Hühnergrill zu speisen.

    Ihr werdet erstaunt sein, mit welchem Aufwand unsere Stadtväter ihr städteplanersiches Können verwirklicht haben. Das kleine, zum Haus Koekoek passende neue Gebäude dürft ihr auf keinen Fall übersehen, denn es wird kein Sanatorium sondern ein zu Kleve und seinen Gärten passendes Hotelchen.

    Nur so können wir die Besucherströme (um die Worte im Audi-Max von Herrn Rauer zu verwenden) in die Unterstadt
    lenken.

     
  10. 8. Max H. Blank

    Verursacher Internet? Nein! Verursacher Politik? Ja!

    Schlimm: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/07/53448/

     
  11. 7. Guilleaume Heuvens

    @ 6

    Ich handle so wie ein rechtschaffender Journalist; was man mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit sagt, gebe ich nicht weiter.

     
  12. 6. rd

    @WH Wie so oft, nur düstere Andeutungen. Lassen Sie uns teilhaben an Ihrem Wissen?

     
  13. 5. Giuseppe Heuvens

    Der neue Unternehmer steht bereits fest, der dort einzieht …

     
  14. 4. Heinz Goertz

    Reicht es nicht, dass das Spoycenter und die Neue Mitte gravierende, gesamtkonzeptionslose Fehler waren, um Besucherströme nach Kleve zu lenken? Nein es war nicht Lehrgeld genung. Wie borniert müssen die sein, die Kleve noch einen unnützen Klotz ans Bein hängen wollen?

    Theo Brauer hat sicherlich Recht, wenn er den Fokus vom Einzeihandel abwendet. Der Internethandel rollt wie eine Dampfwalze auf den bestehenden Einzelhandel zu!
    Die Gegenstrategien müssen anders aussehen, als noch mehr Verkaufsflächen zu generieren. Ich habe es schon oft geschrieben:

    1. Aufenthaltsqualität, 2. Aufenthaltsqualität und 3. Aufenthaltsqualität!

    Genau das, hat Kleve schon immer von anderen abgehoben. Das tut es immer noch. Deswegen kommen die Gäste und nicht weil Einkaufscenter da sind. Die haben alle. In Emmerich wird auch noch eins geplant, dort wo das alte, REWE-Center steht, soll es hin! Das „so tolle“ Rheinparkcenter reicht den Verantwortlichen auch nicht! Griins

    Jeder macht Fehler! Aber wenn der als solcher erkannt wird, kann man doch einen anderen Weg einschlagen. Es wäre doch ok, jeder sieht ein, dass die Zeiten für den Einzelhandel sich ändern. Es würde die Verantwortlichen EHREN, wenn sie öffentlich diese Entwicklungen feststellen.

     
  15. 3. HP.lecker

    Solange es weder eine Machbarkeits- noch eine Verträglichkeitsstudie im Zusammenhang mit der Projektentwicklung der Fa. Sontowski gibt, sind alle Worthülsen – sowohl für (!) das Projekt noch gegen (!) das Projekt – nicht im geringsten glaubhaft.

    Wesentlich dürfte in diesem Stadium wohkl eher sein, wer die bessere Glaskugel besitzt.

     
  16. 2. otto

    Diese Worthülsen sind im Augernblick wieder stark gefragt, um uns die dringende Notwendigkeit des
    Sontowski-Centers schmackhaft zu machen. Es ist ein unglaubliches Trauerspiel.

    Die Texte zur Vorstellung des Stechbahn-Centers, des Spoyufers und der neuen Mitte sollten auf CD in Rapperform aufgenommen werden um damit das Ausweich-Stadthaus zu beschallen.

    Das Klever Marketing könnte die Bahnhofsräume unrenoviert übernehmen, es paßt dort upper-beauty
    hinein.

     
  17. 1. Fisch

    Ich hoffe, ich täusche mich nicht………waren da nicht mal die Gedanken oder Gespräche, dass sich Saturn in Kleve vergrößern wollte?
    Das freiwerdende Ladenlokal „Reno“ würde sich dann anbieten (vielleicht ist es schon in Planung….?)