Der Winter hat sich – zumindest vorläufig – verkrochen wie ein ängstlicher Feldhase vor einem hungrigen Fuchs, und so orange wie der Fuchs sind auch die Fahrzeuge der Einrichtung, die uns diesen gloriosen Sieg bescherte – die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK). Man soll mit Komplimenten nicht hinterm Berg halten, wenn sie angebracht sind, und so seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der USK hier gelobt für ihren ebenso unermüdlichen wie flächendeckenden Einsatz gegen Eis und Schnee, der auch nachts vor Nebenstraßen nicht halt machte. Als der Schlingel Winter in der Nacht von Freitag auf Samstag nach einem taktischen Rückzug erneut angriff, waren beispielsweise in der Gasthausstraße in den Nacht- bzw. frühen Morgenstunden gleich zweimal Räumfahrzeuge der USK im Einsatz, obwohl an dieser Stelle ja lediglich eine zweitrangige Fußgängerzone ist.
Man stellte sich Karsten Koppetsch, den USK-Chef, in diesen Stunden wie einen General vor, der oben an der Brabanterstraße vor einem überdimensionalen Modell der Stadt Kleve stand und seine Fahrzeuge zu den Brennpunkten des Schneefalls und der Eisbildung dirigierte. 250 Tonnen Streusalz waren bis zum Wochenende schon verteilt worden, genug, um eine Fläche von 3000 Fußballfeldern (die dann etwa so groß ist wie das Saarland, weil am Ende alle Vergleiche im Saarland enden) aufzutauen. In der Fußgängerzone waren auch Schneepflüge zu beobachten, die – wie bereits hier geschrieben wurde – einem alpinen Wintersportort zur Ehre gereicht hätten.
Am Wochenende kam nun noch die Pressemitteilung, dass der Kampf nicht nur einer des Menschen mit fossil betriebenen Maschinen gegen Flocken und Kristalle ist, sondern, dass auch die nächste Generation des Winterdienstes bereits getestet wird: Die USK setzen an der Kältefront bereits einen ersten elektronische Sensor ein, der an einem Laternenmast befestigt ist und unter anderem Luft- und Bodentemperatur sowie die Feuchtebedingungen am Einsatzort erfasst.
Alle Daten stellt das Gerät über ein städtisches Funknetz zum Abruf bereit. Dafür arbeitet der Sensor mit dem sogenannten LoRaWAN-Funkprotokoll (Long Range Wide Area Network), mit dem sich kleine Datenmengen bei sehr geringem Energieverbrauch über große Entfernungen übertragen lassen. Die Informationen stehen nahezu in Echtzeit zur Verfügung und können dazu beitragen, Glätteentwicklungen genauer zu bewerten. „Gerade im Winterdienst sind Zeitpunkt und Umfang von Einsätzen entscheidend“, erklärt Karsten Koppetsch, Vorstand der Umweltbetriebe der Stadt Kleve. „Durch die zusätzlichen Daten erhoffen wir uns eine weiter verbesserte Entscheidungsgrundlage, um Maßnahmen noch detaillierter planen zu können – insbesondere bei schwer einschätzbaren Wetterlagen.“

Durch genauere Informationen lässt sich auch der Einsatz von Streumitteln, Kraftstoff und Arbeitszeit optimieren. Unnötige Belastungen für Umwelt und Infrastruktur sollen so vermieden werden. Langfristig können sensorbasierte Anwendungen dazu beitragen, den Winterdienst noch zuverlässiger und wirtschaftlicher zu gestalten.
Auch aus Sicht der Digitalisierung des öffentlichen Raumes ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein, betont Jörg Boltersdorf, Digitalisierungskoordinator der Stadt Kleve. „Das Projekt zeigt uns, wie innovative Technologie im kommunalen Kontext sinnvoll eingesetzt werden kann“, so der Digitalisierungsexperte. „Sensorbasierte Anwendungen können dabei helfen, reale Situationen digital abzubilden und Entscheidungen datenbasiert zu treffen.“ „Wichtig ist, dass die eingesetzten Technologien einen Mehrwert für die städtischen Betriebe schaffen und letztlich den Bürgerinnen und Bürger zugutekommen“, ergänzt der Projektverantwortliche Daniel Hendricks.
Wie geht es weiter? Ist es vorstellbar, dass demnächst mit Salz beladene Drohnen vollautomatisch die Straßen abfliegen und ihre Last dort abwerfen, wo die Sensoren Gefahren gemeldet haben? Warum eigentlich nicht? Von Künstlicher Intelligenz gesteuert, pendeln sie zwischen Ladestation, Salzdepot und Einsatzort zu unser aller Wohl, und die Mitarbeiter der USK müssen bei nächtlichen Schneefällen nur noch kurz ins Home Office und das Drohnenheer freischalten (wenn überhaupt). Aber was machen wir Menschen dann überhaupt noch?


Leider waren einige Bürgersteige für FußgängerInnen nicht geräumt. Dafür wären die jeweiligen Eigentümer bzw. Mieter zuständig.
Die USK hat aber in Kleve sehr gute Arbeit geleistet!
Totale Pseudo-Zukunftshypeverblendung physikunbeleckter Journalisten….
🙂
Um 1kg Salz zu heben hat eine Drohne mit der nötigen Ausrüstung das mehrfache an Gewicht, was sie ebenfalls mit anheben muss, und braucht dafür locker bis zu 1kW Leistung und mehr.
Abgesehen davon dass der Dohne da schnell die Puste ausgeht, wird das mit bodengestützen Fahrzeugen, besonders auf Elektrobasis, auch weiterhin viel effizienter gehen. Eine Drohne hat da klar das Nachsehen, da waren vermutlich schon die Streuwagen der 70er Jahre effizienter.
Nicht alles was neu ist macht auch überall Sinn. In bestimmten Nischen wo Energieverbrauch keine Rolle spielt (Militär, Feuerwehr, Polizei) machen solche Drohnen vielleicht Sinn, aber nicht als Standardanwendung.
Wo,wann ,wie -weit und breit von USK nichts zu sehen; statt dessen ewige Behlerungen, dass Hauseigentümer mal bitte ihre Pflicht erfüllen sollen – um damit abzulenken, dass die USK völlig unrorganisiertist…
Passiert ein Unfall .- Hat es NICHTS mit USK zu tun; sondern die privaten Leute ( die ja Übrigens Abgaben an die USK Zahlen!) sind dann schuld…
Wie im Leben alles eine Sache der Ansicht. Ich finde das es durchaus auch noch Luft nach oben gibt, wenn denn öffentliche Parkplätze, wie hier am Seniorenheim auch dazu gehören?? Dieser war an sämtlichen Wintertagen eigentlich nicht begehbar, wurde aber natürlich von Bediensteten und Besucher trotzdem genutzt. Es gab einen MA der USK der sich daran versucht hat, dann aber feststellen musste das sein Räumschild nur über die Oberfläche des Eises kratzte und dann aufgab! Hätte man diesen Parkplatz von Anfang an geräumt und gestreut, wären gefährlich Laufwege nicht entstanden!
Man hätte den Platz auch des Nachts bedienen können, da stand nicht ein PKW darauf!
Platz für einen Sensor gibt es hier sicherlich auch!
Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet…!
Das sollte wirklich erwähnt werden. Danke, so bin ich auf jeden Fall sicherer zur Arbeit gekommen (und zurück).
Kriegen die das denn auch bezahlt, oder ist das ehrenamtlich ?