Fünf-Euro-Schein mit Herz: Busfahrer verweigert Annahme, Fahrgast muss raus

Mutwillig oder versehentlich beschädigt?

Womöglich war dieser Geldschein mal als subtiler Liebesbeweis gedacht, wobei der Nennwert von fünf Euro dann vielleicht nicht auf die ganz große Liebe hinweisen könnte, vielleicht eher auf etwas sehr, sehr Flüchtiges, aber man weiß es nicht. Jedenfalls gibt es in der Mitte der besagten Banknote einen wenige Quadratmillimeter großen Ausriss in Herzform. Mit diesem Geldschein in der Hand wollte gestern Abend eine Frau am Bahnhof in Kleve beim Busfahrer der Linie 56 ihr Ticket für eine Fahrt nach Bedburg-Hau lösen – doch der Mann am Steuer verweigerte die Annahme der beschädigten Banknote und verwies die Frau, die unglücklicherweise keinen anderes Bargeld mit sich führte, des Busses.

Das durfte er auch, denn annehmen musste er den Geldschein nicht. Händler und Verkäufer sind zwar verpflichtet, Bargeld anzunehmen, solange sie es mit dem Kunden nicht anders vertraglich regeln. Beschädigte Geldscheine können sie aber auch im Einzelfall ablehnen, um sich vor Falschgeld zu schützen. Wenn etwa Teile des Scheins fehlen, sind in der Regel auch einzelne Sicherheitsmerkmale nicht mehr vorhanden. Geregelt ist das im Münzgesetz § 3, Absatz 3: „Niemand ist verpflichtet, Euro-Münzen und deutsche Euro-Gedenkmünzen anzunehmen oder umzutauschen, die durchlöchert, verfälscht oder anders als durch den gewöhnlichen Umlauf verändert sind.“

Dass bei dem Miniloch im Fünf-Euro-Schein nun ein Sicherheitshinweis fehlt, kann beim besten Willen nicht behauptet werden. Doch dieser Fall hat noch eine besondere Wendung, denn der Geldschein stammt nicht aus irgendeiner dunklen oder nicht mehr nachvollziehbaren Quelle: Die Frau hatte ihn auf der Hinfahrt von Bedburg-Hau nach Kleve erhalten – als Wechselgeld vom Fahrer.

kleveblog-Service: Wo wird man beschädigte Geldscheine los? Leicht beschädigt, tauscht diese in der Regel z. B. die Sparkasse um. Schwer beschädigte Banknoten sind inkl. eines auszufüllenden Formulars direkt an die Bundesbank zu senden. Als Faustregel gilt: Mehr als die Hälfte des Geldscheins muss vorhanden sein, damit ein Anspruch auf Ersatz besteht. Alternativ muss zweifelsfrei belegt werden können, dass der fehlende Teil vernichtet wurde.

Deine Meinung zählt:

16 Kommentare

  1. 15

    Sie erhielt den Schein vorher beim Fahrer.
    Geil.
    Ob’s der gleiche oder selbige war, ist nicht bekannt?

  2. 14

    Sorry Leute…
    Der Fahrer muss seine Einnahmen in einen Automaten einzahlen. Diese Geldscheine werden verweigert und der Fahrer muss zusehen wie er an seine Kohle kommt.

  3. 13

    Also Busfahrer vergessen oft das sie im Servicebereich arbeiten: ohne die Kundschaft keine Buslinie. Wo ist bitte bei diesem kleinen Betrag (Echtheit des Geldscheins ist ja gegeben), diesen Betrag anzunehmen?
    Solange der Teil des Silberstreifens vorhanden ist, wechselt ihn jede Bank.
    Echt arm sowas..sry

  4. 11

    In diesem Bericht wird nicht ein einziges Mal etwas von einem Automaten erwähnt!!!! Wie kommt diese Person auf so einen schönen Mist?!!

  5. 10

    Wollte als Schülerin mal eine Busfahrkarte mit nem 20er bezahlen. Wollte der Busfahrer nicht, weil er nicht wechseln könne. Eine Quittung hat er mir auch nicht angeboten, obwohl ich mir sicher bin, dass das (zumindest damals) möglich war. Mangels Alternativen bin ich dann ohne Ticket gefahren, irgendwie musste ich ja nach Hause kommen.

    Der „Service“ des hiesigen Busunternehmens is also nicht erst seit kurzem absoluter Mist!

  6. 9

    @5 Seit wann werden Geldscheinen im Bus über einen Automaten eingezahlt?

    Und wenn es mittlerweile so ist, wie kommt es dann, dass der andere Busfahrer die beschädigte Banknote überhaupt herausgeben konnte???

  7. 7

    Der Busfahrer hat das Hausrecht,darf aber einen Fahrgast ,nicht des Busses verweisen, auch wenn er kein Geld hat oder wie in diesem Fall,einen beschädigten Geldschein. Das ist in der Gesetzgebung festgelegt.

  8. 6

    Ähnlicher Mist ist mir bei Rewe passiert …
    Aber niemand hat einen Artikel geschrieben oder ihn an die Kasse geworfen.

  9. 5

    Hallo Leute, etwas mehr Verständnis für das Fahrpersonal bitte !
    Im Bus Depot können die Fahrgeldeinahmen nur über einen Automaten eingezahlt werden. Und diese Geräte nehmen kein beschädigtes Geld an, egal ob Münzen oder Scheine. Die Fahrer sind dann gezwungen in der Freizeit das beschädigte Geld bei der Bank zu tauschen. Also nicht immer gleich Kommentare losschicken und ganze Berufsgruppen runter machen….

  10. 4

    Das war eine Frage des Spielraums, den der Fahrer nicht genutzt hat zugunsten eines anderen Menschen.

  11. 3

    Noch ein Grund diesen ÖPNV zu meiden. Egal ob man die Freundlichkeit, oder das Fahrverhalten nimmt. Einfach nur Unmöglich

  12. 2

    Kopfschütteln,er hätte die 5.euro annehmen können.aber er hat es nicht getan so ein schwachsinn

  13. 1

    Am besten ist, man nimmt eine beschädigten Geldschein als Wechselgeld erst gar nicht an. Mit der gleichen Begründung wie der zweite Busfahrer.