Erstaunlicher Kahlschlag an der Bärenhöhle – das sagt der Förster

Holzstapel am Hang der Bärenhöhle

Spaziergänger, die die freie Zeit zwischen den Jahren nutzten, um im Tiergartenwald Winterluft zu schnuppern, reagierten erstaunt bis erschrocken. Im Bereich der „Bärenhöhle“, der bekannten Buche mit halb freiliegendem Wurzelwerk, zogen sich tiefe Reifenspuren durch den Waldboden und links und rechts des Weges stapelte sich frisch geschlagenes Holz in bemerkenswerten Mengen – ein regelrechter Kahlschlag schien sich da ereignet zu haben.

„Komplett geschockt“ postete eine Kleverin Fotos und Videos der Szenerie auf Facebook. Sie sei „den Tränen nahe gewesen“, schrieb sie dazu auf der Seite „Du kommst aus Kleve wenn“. Ein Kommentator ergänzte: „Es sieht dort aus, als hätten die Vandalen wild gehaust und nicht ein Unternehmen, welches weiß, was [es] tut.“ Prompt tauchte auch die Nationalpark-Diskussion wieder aus der Versenkung auf, die recht genau vor einem Jahr entschieden worden war – bekanntermaßen dagegen, das heimische Gehölz mit diesem Status besonders zu schützen.

So bleibt der Tiergartenwald (als Teil des Reichswaldes) ein Wirtschaftswald, dem, so schreibt es der Kreis Kleve, jährlich rund 15.000 m³ Holz „nachhaltig“ entnommen werden. Und so sieht es auch der für diesen Wald zuständige Förster Joachim Böhmer, der klipp und klar sagt: „Wald pflegen heißt Bäume sägen.“

Sehr viel zukünftiges Brennholz

Im Zuge der jüngsten Aktion seien im Bereich der Bärenhöhle mehr als hundert Bäume gefällt worden, die meisten davon relativ junge Buchen, die in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei Aufforstungen gepflanzt worden seien. Das schwere Forstgerät sei in den sogenannten Rückegassen eingesetzt worden. Diese Wege wurden eigens für solche Arbeiten angelegt und werden später wieder in den Ursprungszustand versetzt.

Die Aufregung über die Forstarbeiten kann Böhmer nicht verstehen. Böhmer: „Das ist Forstwirtschaft. Wir machen den Wald fit für den Klimawandel.“ Dazu gehört, dass der Zuwachs auf die sogenannten „Z-Bäume“ (zu erkennen an einem weißen Punkt) gelenkt werden soll. Sie sollen langfristig erhalten bleiben. Die nunmehr gefällten Exemplare hingegen sollen Platz machen für eine Verjüngung, in deren Verlauf Douglasien und als Nadelbaum Lärchen (als Ersatz für die anfälligen Fichten) gepflanzt werden sollen. Das Ziel: ein resilienter (widerstandsfähiger) Mischwald. 

Werk der Kettensäge

Dass die Aktion im Winter stattfand, liegt im Übrigen daran, dass sie nicht während der Brutzeit der im Wald lebenden Vögel stattfinden darf. Diese beginnt ab März. Dann sind solche Arbeiten gesetzlich verboten.

Das Holz selbst, so Böhmer, geht zu 95 Prozent in die „energetische Nutzung“. Will sagen: Es landet in den Kaminöfen der Käufer und macht deren Wohnzimmer behaglich warm.

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10 Kommentare

  1. 10

    Manche Menschen versuchen mit Hilfe der Laplace Transformation im Wavelet Raum das System gekoppelter partieller und gewöhnlicher Differentialgleichungen zu lösen, um den menschengemachten Klimawandel nachweisen zu können.
    Andere wiederum beschäftigen sich mit wesentlich einfacheren Dingen wie der Relativitätstheorie.

  2. 9

    Ist zu vermuten, dass Bernd Rütgens ein ausgeprägtes Hobby hat ….. eifrig versuchen, zu provozieren? 😉

  3. 8

    Wie wäre es, einmal über den Kahlschlag im Klever Kukturleben, sprich MuseumKurhaus zu berichten? Hat auch im weitesten Sinne mit mathematischen Modellen zu tun, die beliebig manipulierbar sind.

  4. 6

    @ Herrn Rütgers

    Gratuliere! Sie gehen aufmerksam und offenen Auges durch die Welt! Man muss keinen Regenschirm kaufen, wenn der Wetterdienst das empfiehlt! Haben Sie sich mal die Wettervorhersagen angesehen, bezüglich ihrer Treffsicherheit?! Alles „manipulierbare“ mathematische Modelle, die Daten verarbeiten, die ihnen geliefert werden!
    Ein Einzelner mag in seinern Kämmerchen „manipulieren“ oder sich irren – was wahrscheinlicher und „normaler“ ist. Aber ein „Modell“, das in der nationalen und internationalen Wissenschaft auch institutionell zur Anerkennung kommt, wird von Tausenden von Augen und Hirnen kontrolliert!
    Einwände werden diskutiert, eventuell auch der von Ihnen: Welche Vorhersage hat sich aus Ihrer Sicht nicht bestätigt, und rechtfertigt auch noch einen Manipulationsverdacht?! Wir hören!

  5. 5

    Welcher Klimawandel ?
    Der Klimawandel , der mit mathematischen Modellen berechnet wird , die beliebig manipulierbar sind ?

  6. 4

    Es ist sehr wichtig, dass auch der hiesige Wald für die Zukunft fit gemacht wird!
    Holz als „Energetische Nutzung“ bedeutet auch „Stoffliche Nutzungen“ für Baustoffe, Möbel, usw., also auch z.B. ein wichtiger Teil der Energiewende und Klimaschonung für nächste Generationen.
    Es wird ja wieder sinnvoll nachgeforstet!

  7. 3

    Wenn Holz nach 70 Jahren „nur“ dem Feuer zugeführt wird, kann das darin enthaltene CO2 direkt wieder in die Atmosphäre entweichen! Was soll bitte daran Nachhaltig sein? Verbrennen ist das letzte Mittel, gleiches gilt auch für Wasserstoff, es sei denn man hat zuviel von Holz und Wasserstoff. Wir lernen es wohl nie.

  8. 1

    Es berührt mein Herz 🧡wenn für Baum Exitus 😢 fließen. Als „Natur Schrott“ 🙄 z.B. für Streichhölzer, Zahnstocher, Baseball Schläger, ☝🏼 auch als Schanz Material für Splittergräben sollte er neue schöne Verwendung finden. 😳 😎