Erfolgsrezept „Spoyschicht“ – wird Kleve die Stadt der fröhlichen Feste?

Massenauflauf an der Stadthalle

Verena Rohde, die neue Leiterin der Klever Wirtschaft Marketing und Tourismus (WTM) GmbH, und ihre Mitarbeiterinnen waren noch bis die Tief in die Nacht damit beschäftigt, die Spuren ihres eigenen Erfolgs zu beseitigen. Die WTM GmbH hatte die Klever Bürger und Gäste unter dem Titel „Spoyschicht“ zu einem Weinfest auf dem Platz vor der Stadthalle geladen, geschätzt waren mehr als 1500 Gäste gekommen, und die hatten bei bestem Sommerwetter am Fuße der Schwanenburg den guten Tropfen nicht nur glas-, sondern vorzugsweise gleich flaschenweise zugesprochen. Am Ende des Abends war die Ware an etlichen Stände, wie beispielsweise an dem von Wein Peters und dem der „Schampusschwestern“ ausverkauft, und hunderte geleerte Flaschen standen auf den Bierzelttischen oder lagen auf dem Areal verstreut herum. Rohde und ihre Mitarbeiterinnen sorgten dafür, dass es am Ende wieder manierlich aussah – und kündigte gestern Abend auf dem Händlerstammtisch „City aktiv“ an, dass im kommenden Jahr eine andere Lösung gefunden werden müsse, beispielsweise mit Pfand auf den Flaschen.

Zwei Schwestern, eine Idee

Sicher ist aber: Es wird im nächsten Jahr eine neue Auflage geben, und man muss keine hellseherischen Fähigkeiten haben, um darauf zu kommen, dass es auch noch größer gehen könnte. Am Freitag war nur das Areal zwischen der Stadthalle und Spoykanal bespielt worden, Richtung Stadt war am Parkplatz Schluss. „Wir sind happy damit, wie es gelaufen ist“, so Rohde. Toute Kleve schien sich aufgemacht zu haben, um mitzufeiern, darunter auch Bürgermeister Wolfgang Gebing und sein Herausforderer Markus Dahmen. Die Stimmung war besser als auf der Klever Kirmes, wo in diesem Jahr auch der berühmte Donnerstag nur noch ein Schatten seiner selbst gewesen zu sein schien.

Hoch die Gläser!

Interessanter aber ist, dass dies nun schon das zweite Volksfest dieser Art ist, dass zu einem Instant Classic geworden ist, denn auch die Feierabendsause am Rathaus im Juni hatte Hunderte von Besuchern angezogen und dem ansonsten um 18 Uhr ausgestorbenen Pastor-Leinung-Platz Leben eingehaucht. Die Feier an der – illuminierten – Stadthalle, deren Toiletten zur Nutzung freigegeben waren, war aber nochmals eine Steigerung gegenüber der Rathausfeier.

Wird Kleve zu einer Party-Zone? Die zwei Feste lassen sich bereits auf der Habenseite verbuchen, doch darüber hinaus hat die Stadt auch im Frühjahr ein Fest zu bieten, das zwar ein wenig von den Launen der Natur abhängig ist, aber nichtsdestotrotz ebenfalls ein Hort entspannter Stimmung und guter Laune geworden ist – das Kirschblütenfest am Burghang. Die Feier, einst ersonnen von Auszubildenden der WTM GmbH als gemeinschaftliche Abschlussarbeit, fand in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt, diesmal sogar mit termingerecht blühenden Bäumen. Doch das Fest hat auch noch mehr Potenzial als nur für einen Samstagvormittag, und auch da ließe sich womöglich räumlich der Bogen bis zur Stadthalle und somit der Anschluss an die Stadt schaffen.

Zu den wirklichen Partys/Volksfesten muss man noch die Kirmes in Materborn zählen sowie die diversen Feuerwehrbiwaks, die beispielsweise in Rinden und Reichswalde stattfinden – und dann natürlich noch im September das Lichterfest im Forstgarten, auch schon ein Klassiker. Es fehlt also nicht viel, und das Dasein in Kleve – insbesondere im Sommer – lässt sich begreifen als eine Aneinanderreihung von Partys, ab und an unterbrochen durch ein paar Werktage, die man aber auch irgendwie überstehen kann.

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13 Kommentare

  1. 13

    Ich fand es auch sehr gelungen, würde mir aber sowohl beim Spoyfest als auch bei der Feierabendsause mehr Bierausschank, vorzugsweise gezapft und nicht in Flaschen, wünschen.

  2. 12

    Am besten die LAGA-Besucher, die es bis Kleve schaffen, kostengünstig mit Wein versorgen. Erstens sehen sie nach einer Weile alles doppelt (spart Kosten) und zweitens werden sie Kleve in so weinseliger Erinnerung behalten, dass die Bewertung der LAGA entsprechend ausfällt…

  3. 11

    Bitte jede Woche ein Weinfest. Nüchtern wird die Landesgartenschau wohl kaum zu ertragen sein.

  4. 9

    Schön, das auch das Weinfest so toll gelaufen ist. Eine tolle Anerkennung für die geleistete Arbeit von Fr. Rohde und ihren Team. Sie ist jetzt schon eine Bereicherung für unsere Heimatstadt. Vielen Dank.

  5. 8

    Super Sache. Die Leute können spontan zusammen kommen, der Handel kann etwas verdienen, und das alles ohne Riesen-Etat und -Vorlauf.

    Einfach das nutzen, was Kleve ja durchaus hat: Platz.

  6. 6

    …und hunderte geleerte Flaschen standen auf den Bierzelttischen oder lagen auf dem Areal verstreut herum.
    Sehr schön, dass man nachmittags und abends öffentlich in der Stadt stilvoll trinken kann / darf ohne Reue. Das freut die obere Mittelschicht aus Kleve. Dies war sonst nur den Mitbürger/innen am EOC, Bahnhof und Bushaltestelle vorbehalten.

  7. 3

    Ob Weinfest, Feierabendsause, Klaviersommer etc. – die Klever Bürgerinnen und Bürger stimmen doch mit ihrer Anwesenheit ab und zeigen: Wir wollen das!!! Also gibt es nur eine Schlussfolgerung: Weiter so und vielleicht sogar mehr. Jürgen Bock

  8. 1

    Es gibt noch eine, seit Jahren, sehr gut besuchte und beliebte Veranstaltungsreihe:
    „Klevischer Klaviersommer“ im Forstgarten.

    Dieses Jahr war der „35. Klevische Klaviersommer 2025 im Forstgarten“.
    Sensationell!!!