Mitte Januar 2027 schon, also in gut drei Monaten, will der Landesbetrieb StraßenNRW mit dem Abriss der Spyckbrücke beginnen, und dann dürfen sich die Autofahrer in Kleve auf gewaltige Veränderungen einstellen. 12.000 Autos passieren pro Tag die Brücke – wo sollen die hin? Im Nachgang zur jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Mobilität stellte die Verwaltung die Entwürfe für die Umleitungen ins Ratsinformationssystem – sie zeigen, wo die Autofahrer langsollen, wenn ein gutes Stück des Klever Rings (der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsader) für ein Dreivierteljahr einfach stillgelegt wird?
Normalerweise fahren Autofahrer, die aus der Oberstadt kommen, an der Kreuzung Gruftstraße geradeaus und nutzen das Ende der Siebziger-Jahre errichtete, gut 500 Meter lange Teilstück des Klever Rings, um zur Straße Landwehr zu gelangen. Von dort geht es dann rechts ab weiter auf den Klever Ring. In umgekehrter Richtung biegen Autofahrer an dieser Kreuzung links ab und fahren an der nächsten Kreuzung geradeaus weiter auf die Gruftstraße. Das wird noch drei Monate lang möglich sein, dann ist Schluss.

Der vorgelegte Entwurf sieht im Grunde vor, die überörtlichen Verkehre über die südliche Schlaufe des Klever Rings zu führen. Wer aus Kranenburg kommt und nach Emmerich möchte, wird von der Tiergartenstraße aus künftig nach rechts über die Gruftstraße, Ringstraße, Lindenallee, Uedemer Straße und Klever Ring bis zur Kreuzung Emmericher Straße geführt – und umgekehrt. Das ist ein Umweg von stolzen 9,5 Kilometern. Wer innerstädtisch unterwegs ist und beispielsweise zum Hagebaumarkt oder ins Industriegebiet möchte, wird über Ludwig-Jahn-Straße und Flutstraße geführt.

Viel Mühe wird darauf verwandt, Schleichfahrten zu verhindern. Beispielsweise sollen die Straßen Wasserburgerallee und Stiller Winkel zu Einbahnstraßen umgewidmet und jeweils an beiden Enden mit Ampelanlagen versehen werden. Die Wasserburgerallee kann dann nur noch stadtauswärts benutzt werden, der Stille Winkel stadteinwärts.
Schranke für die Hafenstraße
Natürlich sind Autofahrer immer kreativ, wenn es darum geht, alternative Routen zu finden. Wenn die Spyckbrücke abgerissen wird, wäre der Schleichweg Kavarinerstraße-Hafenstraße-Wiesenstraße-Emmericher Straße eine Möglichkeit, schneller zum Ziel zu kommen. Das hat auch die Verwaltung erkannt und plant, dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben: „Des Weiteren werde nach den derzeitigen Planungen die Hafenstraße (zwischen den beiden Kreisverkehren) mit Hilfe einer Schrankenanlage gesperrt. Die Durchfahrt werde zu bestimmten Zeiten nur für die Rettung und den Linienverkehr möglich sein“, heißt es in der Niederschrift der Sitzung. Die Verbindung wird also gekappt. Radfahrer sollen übrigens ebenfalls weiterhin freie Fahrt auf dieser Strecke haben.

Das öffentliche Protokoll im Ratsinformationssystem ist mit einem Hinweis versehen, dass es sich erst um eine vorläufige Fassung handelt. „Im Nachgang hat noch ein weiteres Abstimmungsgespräch mit dem Landesbetrieb Straßen NRW über die Maßnahme stattgefunden. Der in Rede stehende Umleitungsplan befindet sich noch in einer vorläufigen Entwurfsfassung und ist nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Eine Freigabe zur Veröffentlichung durch den Landesbetrieb ist nicht erfolgt. Allerdings wird dieser nun zeitnah überarbeitet und auf der eigenen Homepage des
Landesbetriebs zur Verfügung gestellt.“


Weiß man, was mit dem Radschnellweg ist an der bisherigen Unterquerung der Brücke? Wird dieser auch vollgesperrt?
Autofahrer die aus Kranenburg Richtung Emmerich wollen, sollen über die Gruft Strasse Richtung Emmerich geführt werden, anstatt einfach grade aus über die Tiergartenstr. /Hafenstr. / Wiesenstr/ Emmericherstr. zu fahren??? Wer hatte denn da bei der Planung noch Restalkohol im Blut ???? Kirmes, Schützenfest, Kegeltour, Erntedankfest….????
MMMHHHHH dann komme ich ja gar nicht mehr vom Bahnhof aus auf direktem Weg zu Edeka mit dem Auto? Wenn die Kreisverkehre via Schranke gespeert werden!