Eine bemerkenswerte Abrissparty an der Kermisdahlstraße

Tanzen im Pool

Ein Jahrzehnt lang hatten die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal dort ein splendid life, das in die Jahre gekommene Wohnhaus an der Kermisdahlstraße bot ideale Lebensbedingungen für junge Menschen, die etwas lernen und die sich dazu noch, wie die Wände in dem Gebäude bezeugen, in vielfacher Variation der Kunst widmen wollten. In den Zimmern war Platz für etwa zehn Bewohner, unterm Dach befand sich zudem noch eine abgeschlossene Einliegerwohnung mit großer Dachterrasse. Die Studierenden selbst bezeichneten es nur als das „Pool house“, was sich fast schon nach einer offiziellen Einrichtung anhörte. Die darin wohnende Gemeinschaft hatte, so musste die Redaktion nach etwa zehn Jahren dann erstmals erfahren, auch eine gewisse Meisterschaft darin entwickelt, Partys abzuhalten, die in Kleve – wo das Clubleben sonst eher dahinsiecht – ihresgleichen suchten. Am vergangenen Samstag fand erneut eine dieser Partys statt, das Motto hieß „Out of space“, und entsprechend abgespaced ging es in den drei Etagen des Hauses zu. Im Zentrum des Geschehens stand ein Swimmingpool, der im Erdgeschoss des Hauses eingebaut ist. Das leerstehende Becken diente als Tanzfläche, und das Geschehen dort – mit DJs, unter denen sogar ein Dozent der Hochschule war – stand dem Treiben in irgendwelchen angesagten Großstadtclubs nicht im geringsten nach. Um fünf Uhr morgens strich der kleveblog-Reporter beseelt die Segel, aber es war klar, dass da noch lange nicht Schluss war. Als aber irgendwann in den frühen Morgenstunden des Sonntags die Party zu Ende war, war sie – zum Leidwesen der Studierenden – auch für immer zu Ende, denn eine Neuauflage wird es nicht mehr geben. „Out of space“ war die Abriss- und Abschiedsparty, das Gebäude wird in Teilen abgerissen und dann zu einer Seniorenwohnanlage umgebaut. Kleves Studentenszene aber ist um einen Ort ärmer geworden, der vielen jungen Menschen besondere Nächte und Erlebnisse (insbesondere für eine Kleinstadt mit Hochschule) beschert hat. Das Gemeinschaftshaus wird fehlen!

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Kategorisiert als Stadtleben

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3 Kommentare

  1. 3

    Studentenparty und gut schließt sich meiner Erfahrung nach aus… gut waren immer nur die anderen Partys…

  2. 2

    Ah das typische „Die Jugend macht was! VERHINDERT ES!“

    Aber gut, Altenwohnheim ist auch schick, Kleve wird es brauchen denn die Jugend vergrault man ja, da bleiben dann halt nur alte über.

  3. 1

    Als langer Freund der WG ist es wirklich Schade, dass diese Ära zuende geht, aber der Abschluss war wirklich geglückt.

    Auf dass die nachrückenden Generationen an Studierenden sich neue Freiräume schaffen und Kleve für junge Menschen Lebenswert halten.