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Bekanntermaßen plant die Stadt eine Unterführung unter den Bahnhof zu bauen, um die Massen an querenden Passanten zu kanalisieren, die nach der Eröffnung des Konrad-Adenauer-Gymnasiums auf der anderen Seite des Bahnhofs die Gleise werden kreuzen müssen. Sie kommen am Busbahnhof an und müssten nach derzeitigem Stand über die mickrige und keinesfalls barrierefreie Überführung gehen, um zur Schule zu gelangen.
17 Millionen Euro soll das Bauwerk kosten, aber das ist nur der derzeitige Stand, offenbar ist die Verwaltung schon beauftragt worden, eine neue Schätzung der Kosten zu veranlassen. 17 Millionen Euro, das ist eine Menge Geld, insbesondere, wenn man bedenkt, dass beispielsweise der Neubau des Klever Rathauses (das ist nun schon einige Jahre her) nur rund zwölf Millionen Euro gekostet hat. Aus Sicht der Planer ist der unterirdische Durchgang unvermeidlich, weil die Bahn keine ebenerdigen Übergänge mehr erlaubt, vermutlich um Unfallrisiken zu minimieren.
Was aber, wenn die Sache einmal ganz anders gedacht wird – vom Ende her sozusagen? Bekanntermaßen endet die Linie des RE 10 am Klever Bahnhof, und alles, was dahinter noch an Gleisen steht, wird sporadisch genutzt, um mit den Triebwagen zu rangieren. Allzu viel Zugverkehr findet dort in absehbarer Zeit aber ohnehin nicht mehr statt, die einst avisierte Halbstunden ist bis auf weiteres zu einem Stundentakt geworden, und selbst der hakelt ja immer wieder.
Außerdem, auch das sollte man sich an der Stelle einmal vergegenwärtigen, ist der Klever Bahnhof ja schon lange kein Bahnhof mehr im eigentlichen Sinne, sondern ein „Haltepunkt“, und das Gebäude, das einst wartenden Passagieren Schutz bot, den Fahrkartenkauf ermöglichte und einigen Zusatzgeschäften Raum bot, ist nunmehr das Kundenzentrum der Krankenkasse AOK. Faktisch gesehen, besteht der Bahnhof aus zwei Bahnsteigen, von denen einer aber gar nicht benutzt wird (kennt irgendjemand jemanden, der in Kleve schon mal an Gleis 2 ausgestiegen ist?).
Was also spricht dagegen, diese Bahnsteige um die Länge von drei Triebwagen (genau genommen zwei, der dritte würde sich überschneiden) nach Südosten zu verlegen und die frei werdenden Flächen direkt gegenüber des Busbahnhofs und des Bahnhofs einzuebnen, sodass die Gleise dort ohne Aufwand ebenerdig überquert werden können? Es müssten also lediglich zweimal hundert Meter Bahnsteig neu gebaut werden. Ein einfacher Bahnsteig (ca. 100–140 Meter) wird in Planungsprojekten oft mit rund 800.000 Euro Gesamtkosten inklusive Treppenanlagen kalkuliert (Quelle: Google).
Für die paar Rangiermanöver müsste dann ein wenig mehr aufgepasst werden, aber selbst wenn man dafür einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellte, der nichts anderes zu tun hätte als diese Manöver zu beaufsichtigen und wir dieser Person aus dem Stadtsäckel 4000 Euro im Monat bezahlten, dauerte es bis zum Jahre 2346, bis die Tunnellösung doch die bessere wäre. Mehrere Jahrhunderte also, in denen noch so viel passieren kann (fliegende Robotaxis z. B., Aufhebung der allgemeinen Schulpflicht oder Neubau des Konrad-Adenauer-Gymnasiums an einem anderen Ort).
Danke kleveblog, daran haben wir ja noch gar nicht gedacht!
Gerne, stets zu Diensten.

p.s. Gibt es in der Geschichte von Eisenbahnunterführungen auch nur eine einzige, die irgendwie gelungen ist?


„Für die paar Rangiermanöver müsste dann ein wenig mehr aufgepasst werden, aber selbst wenn man dafür einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellte, der nichts anderes zu tun hätte als diese Manöver zu beaufsichtigen und wir dieser Person aus dem Stadtsäckel 4000 Euro im Monat bezahlten, dauerte es bis zum Jahre 2346, bis die Tunnellösung doch die bessere wäre. “
So kann man doch nicht rechnen. Auf die Tunnellösung kommen doch noch Zinsen und Kosten für Substanzerhaltung und Unterhalt. Und zwar weit mehr als für den einfachen Bahnsteig. Die Tunnellösung wird nie die bessere sein. Auch nicht in 10.000 Jahren. Ganz im Gegenteil. Im Laufe der Jahre wird der Vermögensverlust für die Stadt immer grösser.
In Goch gibt es das gleiche Problem Kalkarer Straße seit ewigen Zeiten (Verkehrsstau x mal am Tag)…mal spricht man von Unterführung-dann von Drüber usw. ! Ich sehe da auf langer Sicht nix, was einer Besserung gleich kommt – Goch sowie in Kleve
Was in dem Zuge vielleicht auch interessant wäre, oder grundsätzlich, eine Möglichkeit für Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen, oder anderen Beeinträchtigungen den Übergang zu Gleis 2 zu ermöglichen. Dort fährt zwar nicht immer ein Zug aber es kommt vor. Und dann auch gerne mal ‚spontan‘.
Die Verkehrswende hat hier in der Oberstadt noch nicht stattgefunden
Langfristig würde eine Unterführung, Sinn ergeben (unter folgenden Punkten):
breiter Bauweise
viel Licht
Videoüberwachung
klarer, direkter Führung zum Gymnasium
Ohne diese Aspekte, bringt sie allerdings wenig, wie ich persönlich finde.
Was heisst denn genau, “ die Bahn erlaubt keine ebenerdige Übergänge mehr “ ? Ebenerdige Übergänge, die noch vorhanden sind, können weiter genutzt werden. Neue dürfen nicht mehr errichtet werden ?
Das Problem könnte man doch auch anders lösen, da es sich um einen Endhaltepunkt handelt. Zumindestens könnte man den Umweg für Behinderte stark verkürzen von 800 m auf 500 m. In Weeze am Bahnhof , railwaystation aerport niederrhein , beträgt der Umweg für Behinderte 1,5 km.
Der ist ebenfalls nicht angekommen.
Kann es sein, rd, dass Sie bei Ihrer Planung vergessen haben, dass die Bahnsteige des Klever Restbahnhofs in Kürze doch ohnehin von aktuell ca. 150 m Länge um ca. 50 m gen Süden verlängert werden sollen? Denn die BEMUs, die dort ab Dezember 2028 abfahren und ankommen sollen, sind ja jeweils 55 m statt 41 m lang.
PS:
Ich hatte gestern Abend (23.02.26) einen Ersatzbeitrag zu den Gründen für die sehr wahrscheinliche Verlängerung des Studentakts über den 01.03.26 hinaus gesendet (als Ersatz für den Beitrag, den ich laut „Kontakt“ schon einmal am 17.02.26 versucht hatte einzustellen). Ist der Ersatzbeitrag von gestern Abend nun ebenfalls nicht angekommen oder kann es sein, dass der Ersatzbeitrag „nur“ wegen der darin vorgenommenen Verlinkungen zu den Quellen nicht angenommen wurde?
Eine Unterführung am Bahnhof macht so viel Sinn. Abgesehen von den zu kanalisierenden Massen, kann sie nächtens die Schlafsäcke der Bankbesetzer aufnehmen.