Kermisdahl: Die Natur veranstaltet schon ihre eigene Landesgartenschau

Kermisdahlhang, weiß grundiert

Ihr Stiel ist schwach gebaut, weshalb die Blüte sich senkt und nickt – ansonsten aber ist das Schneeglöckchen (Galanthus) ein vor Saft und Kraft strotzender Überlebenskünstler, der – sobald Väterchen Frost erste Zeichen der Ermattung zeigt – die Krume durchbricht und mit seinen weißen, radiärsymmetrischen Blüten den nahenden Frühling ankündigt, die aufkeimende wohlige Wärme, die uns schon bald in Eisdielen und Biergärten treiben wird, und im besonderen Falle der Schneeglöckchen am Kermisdahl verstärken sie diese Sehnsucht, weil dort ca. 1,7 Millionen Exemplare des Amaryllisgewächses blühen, sodass – etwa in Höhe der Kreisverwaltung – der ganze Hang teilweise so wirkt, als sei er mit Schnee bedeckt. Wenn also der Klever Spaziergänger Zeuge einer von der Natur selbst produzierten (ohne Fördergelder) Landesgartenschau werden möchte, so sei ihm dringend anempfohlen, die berühmteste aller Klever Spazierrunden zu absolvieren, und natürlich lädt im Augenblick das Wetter besonders dazu ein, aber Eile ist ohnehin geboten, denn die Blüte dauert nur wenige Tage, und dann hat die Pracht ein Ende. Ganz wichtig: Nicht pflücken! Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz, Verstößen können mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Fun Fact: Der botanische Name Galanthus ist abgeleitet aus den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte. Der deutsche Name „Schneeglöckchen“ bezieht sich auf das den Frühling anzeigende Herausragen von Galanthus nivalis aus dem Schnee. Andere deutsche Trivialnamen sind: Frühlingsglöckchen, Hübsches Februar-Mädchen, Lichtmess-Glöckchen, Lichtmess-Glocken, Märzglöckchen, Märzveilchen, Marienkerzen, Milchblume, Schnee-Durchstecher, Schneetulpe, Weiße Jungfrau, Weißglatze.

Etwas zum Aufschauen
Gern gesehener Gast auch im eigenen Garten

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