Frage zum Dreikönigsball: Hat Bedburg-Hau die schönere Stadthalle?

Tanzpaare im Gesellschaftshaus (Foto: Gesellschaft Verein)

Auf der Bühne spielte sich das „Party Symphonie Orchester“ mit Verve durch ein ausgewähltes Repertoire zeitgenössischer Musik, auf dem Parkettboden aus Eichenholz schwangen dazu Dutzende Paare ihre Tanzbeine in mal souveräner, mitunter aber auch etwas freierer Interpretation dessen, was in der Tanzschule (in den meisten Fällen bei Ludger Seidl) gelernt wurde – für den traditionellen Dreikönigsball der Klever Gesellschaft Verein (1848 gegründet!) ein gewohntes Bild.

Aber das Ambiente war in diesem Jahr zum ersten Mal seit Jahren ein anderes: Das Organisationskomitee des Klubs, der von Staatsanwältin Christina Lindner geführt wird, hatte eine neue Location aufgetan, und zwar eine, die wie der Verein selbst schon mehr als hundert Jahre alt ist. Der Ball fand im Gesellschaftshaus der Rheinischen Kliniken in Bedburg-Hau statt. Ludger Seidl, Vergnügungswart der Gesellschaft: „Ein neuer Veranstaltungsort bedeutet immer auch Neuland in der Organisation. Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, zeigt die große Zufriedenheit unserer Gäste – der Saal wurde als wunderschön empfunden und hat sich als perfekter Rahmen für einen Ball bewährt.“

Die Örtlichkeit passte so gut zu dem Ball, das die Besucher sich unweigerlich zwei Fragen stellten: Warum nicht schon früher? Und zweitens: Warum hat Kleve nicht eine so schöne Veranstaltungshalle? (Eine Antwort dürften die Kriegszerstörungen sein, und eine Stadthalle im Stil der neuen Sachlichkeit hat natürlich einen anderen Charme als das im feinsten Jugendstil errichtete Festhaus der Rheinischen Kliniken.) Früher fanden dort Veranstaltungen für Jubilare des Landschaftsverbands Rheinland statt, außerdem noch der eine oder andere Kongress („Sex & Drugs & Rock ’n‘ Roll“), aber diese Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Die Klinik selbst verlagert sich ja mehr und mehr in die forensischen Neubauten, das alte Gelände ist zur Hälfte an einen Investor verkauft, die restlichen Bauten sind schon in die Jahre gekommen, für das Gesellschaftshaus selbst gibt es eigentlich nur noch wenig Bedarf. Aber: Wenn die Klever einmal über ihren Schatten springen würden – da hätten sie einen charmanten Veranstaltungssaal mittlerer Größe, der für viele Auftritte gut geeignet ist. (Allerdings muss man sich offenbar um das Catering selbst kümmern.)

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14 Kommentare

  1. 14

    @13

    Offensichtlich hat es inzwischen eine Neuordnung der Hausnummer ergeben oder ich habe eine falsche Erinnerung an die Hausnummer. Ist ja auch schon mehrere Dekaden her.

    Ich meine die letzte Villa auf der rechten Seite der Bahnstrasse (aus Richtung der Hauptverwaltung kommend), unmittelbar vor der Einmündung in die Horionstrasse.

  2. 12

    @rd : die Zeiten von „Sex & Drugs & Rock ’n‘ Roll“ sind mitnichten vorbei. Zuletzt im Mai 2025 und auch für 2026 gibt es wieder ein Save the Date für Anfang Mai. Und auch sonst wird das Gesellschaftshaus immer wieder durch die Klinik für Tagungen, Kongresse oder Feiern genutzt. *Daumenhoch

    Und auch zwei der ortsansässigen Karnevalsvereine feiern dort PLUS Proklamation der Tulpenprinzessin durch das BTK. Mit Sicherheit ein einer Prinzessin angemessenes Ambiente, wie ich finde 🙂

  3. 11

    Flashback:
    60er Jahre, Schützenball der St. Antonius Bruderschaft im Ballsaal der ‚Beklopptenanstalt‘. *(lokaler Schmähbegriff der Niederrheiner damals.) *Ich durfte dabei sein, weil ich beim Königschießen der Jungschützen den Sperrholzflügel runtergeschossen hatte. Tief in mein Gedächtnis eingegraben hat sich eine Szene auf der Herrentoilette, als ein älterer Schützenbruder in Not lautstark rief: „Wacht es af bis gej so aalt sit wie ek, än die Klocken dieper hangen as et Tau…“.

    Der Karnevalsball fand bisher in der Klever Stadthalle statt???
    Leute, das geht überhaupt nicht, wie war sowas nur möglich…

    Ah, sweet Memories!

  4. 10

    Ich habe eine Zeit lang – in jungen Jahren – in der technischen Abteilung der Rheinischen Landesklinik Bedburg-Hau gearbeitet. Zu den Aufgaben zählte u.a. die Planung von Arbeiten der Instandhaltung, Sanierung, Umnutzungen oder Umbauten an den alten Bauwerken aus der Jugendstilzeit. Die technische Abteilung und mithin mein Büro befanden sich ebenfalls in einem solchen alten Gemäuer mit dem typischen Korbbogen-Fenstern. Ich kann sagen, dass ich nahezu in jedem der historischen Gebäude war. Auch im Gesellschaftshaus, wo wir die eine oder andere „fröhliche“ Zusammenkunft hatten. Am meisten beeindruckt hatte mich allerdings die Villa an der Bahnstrasse 10.

    Es war eine interessante Zeit…

  5. 5

    @4 Kann man nicht vergleichen.

    Das eine ist ein offizielles Konzerthaus einer niederländischen Großstadt, das andere ist das Gesellschaftshaus einer LVR-Klinik.

  6. 4

    Vor einigen Monaten habe ich ein Konzert besucht im „Concertgebouw de Vereeniging“ in Nimwegen. Das toppt das Gesellschaftshaus in Bedburg-Hau nochmal um Einiges.

  7. 3

    Das Gesellschaftshaus ist der schönste/hat den schönsten Jugendstilsaal weit und breit, Parkett, Empore,Bühne platzt für Essen Catering…hoffentlich wird`s mehr genutzt!
    Die Beleuchtung ist schon mega…man hat viel zu bestaunen

    Möhneball-Oktoberfest und Jahesabschluss plus Examensfeiern warne Highlights…

    Disoc an 30 (Schweizerhaus) soll doch auch weiter laufen.—-je mehr desto besser.

  8. 1

    LVR Klinik Bedburg-Hau,

    Ist das nicht die Klinik, wo man vergessen hatte am Eingang der Verwaltung ein grosses Schild aufzuhängen:
    “ Betreten auf eigene Gefahr. Rien ne va plus. Hier geht nichts mehr, da sich das komplette
    Management der Klinik in Luft aufgelöst hat. “

    Ist das nicht die Klinik, wo seitdem der altersschwache Höhmann den ersten Kasper spielen
    durfte ?

    Ob du wirst verrückt nah oder fern, der LVR verscheissert dich gern.