„Ach, wie liegt die Stadt so verlassen, die einst so volkreiche war! Sie ist wie eine Witwe geworden, die einst groß unter den Völkern war.“ (Klagelieder 1,1)

Es ist eine sakrale Haushaltsauflösung. Wo Gläubige noch vor wenigen Monaten der Vision eines transzendenten Daseins ihre Eherbietung erwiesen habe, sind nun von Zeit zu Zeit Handwerker zu sehen, die den einstmals geweihten Ort nach und nach entkernen, und das Verb ist hier vielleicht auch in einem übertragenen Sinne zu verstehen, denn dem Gebäude selbst wird gewissermaßen die Seele genommen. „Wir sind auf einem guten Wege“, sagt Propst Johannes Mecking (Pfarrei Zur Heiligen Familie), und man kann ermessen, wie sein Herz dabei uneingestandenermaßen blutet, denn er vertraut auf die Kraft des Gottesworts und muss nun doch davon berichten, dass eines seiner Gotteshäuser nur noch nach seinen Einzelteilen bewertet und ausgeschlachtet wird. Doch eine Alternative gab es nicht, die Aussagen, dass die Kirche immer noch gut gefüllt gewesen sei, lässt er nicht gelten. „Ich bin lange genug dabei, um das zu beurteilen“, sagt Mecking.

So bleibt die Zerlegung. Die Kirchenbänke landeten zum Teil bei einem örtlichen Schreiner, zu einem größeren Teil wurden sie nach Brandenbrg überführt, wo sie in einer anderen Kirche weitergenutzt werden können. So bietet sich dem Besucher der Anblick eines Fliesen- und Dielenbodens von beträchtlicher Größe, der zu allerlei Spekulationen über eine weitere Nutzung einlädt. Vorne am Eingang liegen die Klöppel der Glocke, sorgsam auf dem Holzboden aufgereiht. Die Glocken werden in einer Glockenbörse gelistet, dort kann jeder, der Interesse hat, sein Gebot abgeben. Manche Glocken werden als „Neuzugang“ gelistet, andere können sogar per Hörprobe getestet werden. Eine Glocke namens „Joseph“ steht noch in einem Seitenschiff, an der Wand prangt die Inschrift: „Christus meine Leidenschaft“.

Der Altar ist auch schon weg. Seine Ausmaße waren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ohnehin schon halbiert worden, der Rest ist nun auch weg und wartet auf eine Anschlussverwendung. In der Kirche klafft an der Stelle, an der Sockel stand, eine Lücke aus Betonbruch. Der Altar und andere sakrale Gegenstände werden in einem so genannten Lapidarium eingelagert.

In der Kirche selbst stehen noch die Orgel und das Taufbecken. Die Orgel wird über einen Zwischenhändler vertrieben. Da es sich um eine elektromagnetische Orgel handelt, ist der Aufbau in einem anderen Gotteshaus etwas einfacher. Die beiden Flügel lassen sich frei bewegen. Das erhöht die Hoffnung, dass sich bald ein neuer Besitzer dafür findet. Das Taufbecken hingegen ist ein Problemfall. Die Idee, ihn nach draußen vor die Kirche zu stellen, lässt sich nicht realisieren. Der Tuffstein ist zu empfindlich.
Und was geschieht mit der Kirche selbst nach vollendeter Räumung? Was folgt, steht noch nicht fest, da hat das Bistum Münster auch ein Wörtchen mitzureden. Unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht. Einstweilen kann das leerstehende Gebäude für die Jugendarbeit der Gemeinde genutzt werden.
Zur Geschichte der Christus-König-Kirche: Ursprünglich zählten die Bewohner der Oberstadt zur Stiftspfarre, aber mit der Erweiterung der Stadt ging auch die Gründung einer neuen Pfarre einher. Die dazu gehörige Kirche, vom österreichischen Architekten Clemens Holzmeister entworfen, wurde im Jahre 1934 durch den Münsteraner Bischof Clemens August Kardinal Graf von Galen geweiht. Im Oktober 1944 sank die Kirche beim Bombenangriff auf Kleve in Trümmer. Die erste Notkirche nach dem Krieg befand sich im Kindergarten an der Ackerstraße (Liebfrauenheim), 1946 diente das Jugendheim an der Brabanterstraße diesem Zweck, ab 1948 wurde die gegenüberliegende Reithalle der alten Berufsschule als Notkirche genutzt – noch bis 1953. Nach dem Krieg rief der Pfarrer von Christus-König, Theodor Janßen, zur Enttrümmerung der zerstörten Christus-König-Kirche auf. Diese Arbeit leisteten Gemeindemitglieder. Im Oktober 1953 wurde die neue Kirche geweiht, entstanden nach Plänen des Münsteraner Architekten Michael Kleffner.


Es ging ja um den Kauf von Häusern. Da greift dann laut bisher nicht zurückgenommenem Heizungsgesetz für ältere Häuser ggf. die Sanierungspflicht (Heizanlage, Dämmungen) mit einer Frist von zwei Jahren ab Kauf. Das führt im Kreis Kleve dazu, dass viele Häuser noch länger auf dem Markt sind. Natürlich gibt es noch weitere Gründe. Aber die zusätzlichen Kosten und der Aufwand sind ein Nachteil.
By the way:
Bleibt wenigstens das angebundene Kalle Jugendzentrum erhalten? Ich hoffe doch.
Hmm heute ein Artikel in der RP:
Appell des Gutachterausschusses
Der Kreis Kleve braucht dringend mehr Wohnbauland
Kreis Kleve · Der Immobilienmarkt in der Region ist weiter im Aufschwung. Im ersten Halbjahr 2025 wurden mehr Häuser und Wohnungen verkauft – das hat Auswirkungen auf die Preise. Die Experten warnen vor Grundstücksknappheit: Es gibt zu wenig Bauland.
Wieso soll jetzt das Heizungsgesetz dran schuld sein das viele Eigentümer keinen bock haben ihre marode Heizung zu erneuern…
Auffallend viele leerstehende Häuser sind mir jetzt noch nicht aufgefallen, aber das muss ja nichts heißen. Wahrscheinlich hängen ja auch Gardinen vor den Fenstern.
Als leerstehend kann man allerdings kein Haus bezeichnen, in dem noch eine Witwe, ein Witwer oder ein alleinstehender älterer Mensch leben. Die leben – so lange es geht – dann noch in den Häusern, in denen sie ggf. Jahrzehnte schon gelebt haben und mit denen viele Erinnerungen verbunden sind. Sie leben in ihrem Zuhause. Da können sie keinem sagen, dass er oder sie dann mal ausziehen soll.
Es gibt das allgemeine Problem, dass die Gesellschaft immer älter wird und Häuser nicht mehr ohne Weiteres verkauft werden können – wozu das Heizungsgesetz einiges beigetragen hat. Am Niederrhein ist das durch die vielen Einzelimmobilien in der Fläche nochmal verschärft.
Es stehen übrigens sehr, sehr viele Häuser zum Verkauf im Kreis Kleve. Also, da muss keiner verbliebene alte Menschen aus ihren Häusern treiben oder ihnen ein schlechtes Gewissen machen.
Es ist doch eher so: Mehrfamilienhäuser werden gebraucht, bezahlbare Wohnungen. Dafür ist genug Platz da, allein, es müssen Investoren her.
@38
Da haben Sie recht, nein, ich meinte einfach grundsätzlich verfügbaren Wohnraum = dass in Kleve eigentlich schon genug Fläche zugebaut für Wohnbedarf zugebaut ist …aber diese ist zu heterogen bzw. ungerecht verteilt.
Viele -schöne und grosse, eigentlich schon damals ZU grosse- EFH’s aus den 80ern (daher der Bezug auf die Neubaugebiete) stehen dort in grosser Anzahl inzwischen im Prinzip leer, da die Kinder lange ausgezogen und Ehepartner/in teilweise bereits verwitwet sind.
Der Wohnraum wäre da. Aber Sie haben recht, der steht eben oft nicht zum Verkauf. Aber daraus zu schliessen, dass grundsätzlich noch weiterer Wohnraumbedarf bestünde und man NOCH mehr Fläche zubauen muss, halte ich für falsch. Insbesondere wenn selbst Kleve den Klimanotstand ausruft.
(Zum Thema Nütterden und Bedburg Hau: Haarspalterei sorry, 🙂 . Nehmen wir halt Kellen, Griethausen und Warbeyen dazu )
@33 Dann lösen wir doch mal auf…
Nütterden gehört zu Kranenburg und Bedburg-Hau ist eine eigenständige Kommune.
Aber viel interessanter, wo genau sollen die verwaisten Neubaugebiete aus den 1980ern sein? Meinen Sie Häuser, die zum Verkauf stehen?
Ich werfe hier mal die Idee einer kommunalen Markthalle zur Diskussion in den Raum.
Die Antwort wurde doch unter 31 korrekt genannt.
@33 Genau. Sie haben noch einen Versuch.
gebiete…..
sorry
🙂
Es ging um Neubaugebete in Kleve.
Vielleicht noch Wissel und Weeze? 😉
@27
Materborn Reichswalde Rindern Nüüterden Donsbrüggen Bedburg Hau
@27: erläutern Sie doch mal bitte „Neubauviertel aus den 80ern“.
Habe mal in Amsterdam in einem Hotel übernachtet, dass vorher eine Kirche war.
Würde ich nicht wiederholen. Dieses Hallenartige ist nicht mein Ding. Es hallte auch in den großen Zimmern mit den immer noch recht hohen Decken. Außerdem gab’s da keinen Schallschutz, nur eine ständige Geräuschkulisse vom Flur und den ebenfalls halligen Nebenzimmern. Irgendwann war ich so weit, dass ich eine Wasserflasche (aus Plastik) gegen die Wand geworfen habe. Als dann das Auto aufgebrochen wurde und wir wegen der nun fehlenden Seitenscheibe eine Garage brauchten, war ich froh darüber, in ein anderes, „normales“ Hotel umzuziehen.
Wie sieht es überhaupt mit der Statik in sehr alten Gemäuern aus?
hier ein Beispiel aus den Niederlanden, wie man mit Visionen ein entweihtes Kirchengebäude weiter nutzen kann. Sicher für Kleve eine Nummer zu groß, aber man sieht, es gibt Möglichkeiten.
https://the-church.nl/
@26
Wo bitte fehlt Wohnraum in Kleve?
Ganze Neubauviertel aus den 80ern sind inzwischen quadratmermäßig verwaist.
Es kommt wie es in Kleve nun mal kommen muss: Abriss der Kirche, da Wohnraum fehlt.
In Alkmaar, z B., hat man es tatsächlich geschafft eine Kirche in Wohnungen um zu widmen und umzubauen. Und das sieht sogar Klasse aus.
Es wäre jetzt natürlich perfekt für eine Konzert- und Theaterhalle ….vom Volumen her wahrscheinlich grösser als die Stadthalle. Mit Bühne und Riesen-Projektionsfläche an der Stirnwand. Orgel tät ich drinlassen, viele Konzertsäle haben auch eine Orgel.
Boden wahrscheinlich ohne Umbauten auch für Leibesübungszwecke geeignet.
Würde alles auch den Vorteil haben dass man den Raum -zumindest theoretisch- dem ursprünglichem Zweck wieder zuführen könnte.
(Deren grösster Gegner wäre wahrscheinlich der Amtskirchenklerus selber: Bloss keine einmal eingeschlafenen Hunde wecken und Leute in die Kirche locken…. bloss keine unnötige zusätzliche Arbeit ohne dabei nicht steigende Einnahmen … money makes the world go round ….)
@23 Friedrich Foerster
Zu Ihrer Idee einer Umnutzung des Kirchenhauses in ein Kolumbarium hatte ich zuvor schon in der zweiten Hälfte meines Kommentars Nr. 22 einige Ausführungen geschrieben.
Wenngleich auch ich diesen Vorschlag, diese Idee eines Kolumbariums ganz reizvoll finde, gibt es einige – wie ich finde – durchschlagende Argumente, die dagegen sprechen.
Sie als Vertreter der Klever Bündnis90/Die Grünen, die die Zukunft Kleves im Auge haben und dafür Politik machen, sollten doch auch ein Interesse daran haben, dass eine ohnehin defizitäre Infrastruktur wie der Städtische Friedhof nicht noch mehr Konkurrenz bekommt, so das weitere Abwanderungen von Bestattungen zu anderen Orten dazu führen, dass die Ertragslage durch Friedhofsgebühren bei der Stadt Kleve weiter sinkt, so dass das zusätzliche Defizit zwangsläufig dazu führen würde, dass die Friedhofsgebühren angehoben werden müssten. Ich glaube nicht, dass diese Konsequenz in Ihren Sinne sein dürfte.
Zwei Vorschläge, wie dieses Gebäude sinnvoll weiterverwendet werden könnte:
1)
Gegenüber ist die Gemeinschaftsgrundschule „An den Linden“.
Sie ist – zumindest bei den Eltern – die beliebteste Grundschule in Kleve.
Mit entsprechenden Umbau-Maßnahmen könnte man dort mit etwas Phantasie und gutem Willen ganz sicher eine vierzügige Klasse einschließlich notwendiger Toiletten unterbringen.
Damit wäre diese Grundschule endlich vierzügig und könnte der großen Nachfrage viel besser gerecht werden.
Natürlich müsste eine Zwischendecke eingezogen werden, damit die Heizkosten niedrig bleiben.
Und es müsste eine röhrenförmig geschlossene Füßgänger-Brücke gebaut werden, damit die Kinder nicht die Straße zu überqueren brauchen, um zum Beispiel mittags zur Mensa zu kommen.
(An der „Gesamtschule am Kaiserplatz“ in Krefeld klappt so etwas seit Jahrzehnten hervorragend.)
2)
Eine andere Möglichkeit, wie dieses Gebäude sinnvoll weitergenutzt werden könnte, ist ein Columbarium, also ein Raum für Urnen Verstorbener.
In Mönchengladbach zum Beispiel gibt es ein derart umgenutztes ehemaliges Kirchengebäude,
in dem auch die Urnen verstorbener Verwandter von mir stehen.
Zwei – meines Erachtens – naheliegende Vorschläge.
Mal sehen, warum sie nicht umgesetzt werden können … 🙁
@19 frikkler
Nachdem Benno mit seinem Kommentar Nr. 10 deutlich zu erkennen gab, dass er überhaupt keine Kenntnis hatte über euer Engagement, war es mir wichtig, dieses Engagement an dieser Stelle „ins Feld zu führen“.
Natürlich muss aber auch gesagt werden, dass ein solches Engagement nicht in allen Städten vorzufinden ist, wo auch ein Kirchensterben festzustellen ist. Der Blick in die Nachbarstadt Goch reicht aus. Dort wurde die Liebfrauenkirche schon vor längerer Zeit aufgegeben.
Ich bin davon überzeugt, dass Engagements wie das eure in Zukunft dazu führen wird, dass sich die Zahl der Kirchenbesuche festigen wird.
Ich habe bereits einige Gespräche mit Propst Johannes Mecking und einigen deiner Teamkollegen geführt und mir Meinungen und Begründungen zu den aktuellen Situationen eingeholt. Allesamt nachvollziehbar und aufschlussreich, was die Hemmnisse eines Fortbestands als auch der Entwicklung einer Folgenutzung angeht. Für mich als Visionär natürlich manchmal schwer einzusehen, aber mit klarem Blick sehr wohl.
Insbesondere den Wunsch, aus dem Kirchenraum ein Kolumbarium zu gestalten, wie es bereits solche Beispiele andernorts gibt und dieser Wunsch immer mal zu hören ist. Allerdings sehe ich mit wirtschaftlichem Verstand die Tatsache, dass die Preise, die Hinterbliebene für einen Urnenplatz bezahlen müssten, als unrealistisch an. Zudem würde ein Kolumbarium in Konkurrenz treten zu den klassischen Friedhöfen, die ohnehin immer mehr Grundfläche nicht mehr für Grabstellen zur Verfügung stellen aufgrund der schwindenden Nachfrage. Der Städtische Friedhof an der Merowingerstrasse ist für die Stadt Kleve ohnehin jetzt schon defizitär – ein Kolumbarium könnte diesen Effekt noch verstärken, mit der Folge, dass die Friedhofsgebühren steigen müssten. An diesem Beispiel wird deutlich, welche weitreichenden Auswirkungen die Entscheidung einer Folgenutzung haben könnte.
Finanziell kann die kath. Kirche CK problemlos stemmen. Ging früher ja auch. Signifikant mehr Kirchensteuerzahler gab es nicht und es musste viel mehr Personal finanziert werden.
Es geht bei dieser Kirche ausschliesslich um Profit.
Selbst schuld wer als steuerzahlendes Kirchenmitglied das noch mitträgt.
Wo finden eigentlich jetzt die Schulgottesdienste der GGS an den Linden vom vom Steingymnasiumstatt? Oder gibt es die gar nicht mehr?
@ 19:
Danke für Ihre Rückmeldung zu diesem Thema.
Ihr Beispiel mit dem Staubsauger verdeutlicht in meinen Augen, warum die Kirche Christus-König nicht mehr genutzt wird: es geht nur um dem Mammon des Geldes und sonst nichts. Dagegen hat schon Jesus gewettert. Warum folgt nun die Institution Kirche den Ruf des Geldes?
Könnte es vielleicht an der Doppelmoral der Kirchenführung liegen, dass viele sich von der Kirchensteuer befreien lassen?
Ihre schwarzen Schafe, die Kinder missbraucht haben, wurden dann eben „über Nacht“ in eine andere Gemeinde versetzt. Statt diese anzuzeigen und direkt dem weltlichen Gericht zu übergeben, wurde das Kirchengericht bemüht. Wie mit Missbrauchsfällen bisher umgegangen wurde, siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=RMsYUQtEHs0
Und wie nun, seid diese Welle losgetreten wurde, damit von der Kirchenführung umgegangen wird – da bekleckern sich die Kirche auch nicht gerade mit Ruhm. Irgendwann reicht es den Bürgern!
Und wie „arm“ die deutsche Kirche ist, kann sich jeder dazu hier ein Bild machen
https://www.youtube.com/watch?v=ZZ7xVqYQ_VQ
Beide Videoberichte wurden von dem Team „die Story“ gemacht. Also fundierte Recherche.
Vielleicht sollten unsere Kirchenvertreter mal für zwei Jahre in Afrika, Brasilien oder Indien dort Gemeindearbeit verrichten. Dann wüssten Sie, wie Menschen für den Glauben begeistert und wie mit wenig finanziellen Mitteln „Berge versetzt“ werden können.
Um nochmals auf die Christus-König-Kirche zurückzukommen:
Es gab dort einen Verein, der größtenteils aus Eigenmitteln zum Beispiel die Kirche hat streichen/selbst gestrichen hat. Die Gemeinde war lebendig, zeigte Eigeninitiative, alles das, was eine lebendige Gemeinde ausmacht, Menschen, die mit dem Tuen/Einsatz andere Menschen begeisterten und mitnahmen. Das alles war aber nicht gewünscht und so wurden diese Menschen vergrault, sich weitere für Ihre Kirche einzusetzen.
Ich denke auch nur den Verlauf der Fusion. Ein Gemeinsam, angefangen von der Namensgebung, gab es nicht…
So kann die Kirche zumindest in Kleve noch nicht einmal einen verwelkten Blumentopf gewinnen.
Schauen Sie mal, wie „voll“ und wer die Stiftskirche an normalen Messtagen besucht. Es sieht danach aus, als würde die Kirche, zumindest in Kleve, mit Ihrer Strategie in die falsche Richtung marschieren…
Benno
Es freut mich unter diesem Beitrag auch positive Worte zu den Unglaublich Gottesdiensten zu finden, die ich auch seit dem Beginn der Reihe im Jahr 2017 mitgestalte.
Leider ist es tatsächlich so, dass durch den Wegfall der Christus-König-Kirche ein für uns relativ wichtiger Veranstaltungsort geschlossen wird. Wir haben dort in den vergangenen Jahren 9 große Gottesdienste feiern können und dabei die Kirche immer gut gefüllt.
Jedoch muss man auch sagen, dass Einzel-Gottesdienste das „überleben“ eines solchen Gebäudes nicht sichern können. Die Anzahl der Besucher bei „normalen“ Messen ist stark rückläufig. Rein argumentativ bleibt da nicht viel übrig, wenn es darum geht ein solches Gebäude zu unterhalten (zumindest bei rein kirchlicher Nutzung).
Wenn ich meinen Vorgesetzten bitten würde einen Industriestaubsauger für 800€ zu kaufen, den ich 5 mal im Jahr brauche, wenn 3 Arbeitsplätze weiter ein ähnliches Modell die gleichen Anforderungen erfüllt und auch von mir genutzt werden kann, bleiben nicht viele Argumente.
Über lang oder kurz werden immer weitere Kirchengebäude schließen. Zunächst wird es noch die Nachkriegskirchen treffen, aber auch historische Gemäuer werden in die Betrachtungen mit einbezogen werden. In unserer „Stammgemeinde“ – Zur heiligen Familie – wurde in Reichswalde, wo wir mit den Gottesdiensten angefangen haben, die Kirche auch bereits geschlossen. Sie wird wohl realistisch betrachtet durch die hohen Investitionssummen auch nie wieder geöffnet.
Wir sind mit dem Unglaublich-Team daher dazu übergangen zwischen den verschiedenen, für solche Gottesdienstformate, geeigneten Kirchen im Umkreis zu „springen“, was für uns natürlich einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Andererseits haben wir dadurch auch ein größeres Einzugsgebiet und können so noch mehr Interessierte erreichen.
Was ich im Falle der Christus-König-Kirche besonders irritierend fand: Leerräumen und Ausverkauf der Kirche ohne Vorangehende Profanierung? Klar, wurde im Dezember eine Schließung für liturgische Zwecke angekündigt – ein Räumungsverkauf war daraus jedoch nicht herzuleiten.
Alles in allem ein schwieriges Thema, bei dem ich jedoch auch jeden Wunsch zur Erhaltung eines solchen Gebäudes nachvollziehen kann.
Zuletzt noch ein Link zu einem Bilderalbum eines Unglaublich Gottesdienstes in CK: https://unglaublich-eucharistiefeier.de/projects/made-by-god/
frikkler ~ LM
@10
Ich fand die Messen in CK auch so ganz schön.
@15
Man weiss wie spät es ist.
(
Früher diente das Angelusläuten den Menschen auf dem Feld, zum Gebet innezuhalten und danach Frühstücks/Mittagspause zu machen)
Und als es noch keine Sirenen gab dienten die Glocken als Signal für die Feuerwehren.
)
Interessanterweise hatte CK Angelusläuten, aber weder optische noch akustische (Viertel-/Stundenschlag) Uhr.
@ 13 HPL:
nein, diese habe ich nicht erlebt. Danke für den Link.
Wenn ich es richtig auf der Seite erkannt habe, fanden auch in der Christus-König-Kirche diese Gottesdienste statt.
Warum wird diese Kirche nicht den engagierten Jugendlichen für diese Gottesdienste zur Verfügung gestellt? Wenn keine „unglaublich“ Gottesdienste dort stattfinden, wäre es eine gute Räumlichkeit für Aufführungen der Klever Singgemeinde, Collegium Musicum und weitere Vorstellungen.
Geld hat die Kirche genug, hat sich auch den Willen?
Benno
Die Nationalsozialisten ließen tausende Glocken abnehmen und einschmelzen, um ihren Metallbedarf zu decken. Fast 80 Prozent aller Glocken damals wurden zerstört.
Übriggebliebene Glocken wurden zum Beispiel hier gesammelt: https://www.ndr.de/geschichte/waswardalos/NDR-Serie-Was-war-da-los-Der-stumme-Garten-der-Glocken,glockenfriedhof100.html
„Das von der Kirche erreichte Zugeständnis, jeder Kirche wenigstens eine Läuteglocke zu belassen, diente offensichtlich nur dazu, den Glockenraub vor der Öffentlichkeit etwas zu tarnen. Die den Kirchen belassene Läuteglocke durfte indessen nicht schwerer als 25 Kilogramm sein.“
Die Rückgabe der nicht eingeschmolzenen, geraubten Glocken dauerte bis in die 1970er Jahre.
@Spoyboy
Nennen sie doch Mal einen Nutzen, den die Allgemeinheit aus dem läuten der Glocken zieht..
By the way kann ich auch Christ sein ohne dass bei mir um’s Eck die Glocken läuten..
Mein 🤏🏼 Tip ! * „Glocken zu Waffen“ 👍🏼,statt “ Waffen zu Pflugscharen“ würde der heutigen Politik Qualität , wie ich das sehe 😁 (mal wieder )🤫 sicher Freude machen.😠 (*WK I / II .“GOLD GAB ICH FÜR EISEN“ ) … 🍻 🥳
@10 Benno
Schon mal eine unglaublich?-Messe besucht bzw. erlebt?
Ihr Kommentar läßt erkennen, dass Sie es noch nicht erlebt haben…
https://unglaublich-eucharistiefeier.de
Schauen wir mal nach Polen:
Zu Ostern und zu Weihnachten sind die Pfarrer auf „Besuchstour“ in Ihrer Gemeinde.
Hier kommt nur der Pfarrer vorbei, wenn jemand sich von der Kirchensteuer hat sich befreien lassen.
Benno
@7
Ich habe in diesem Bereich 40 Jahre Intensiverfahrung und weiss es wirklich.
Und damals haben die Priester wesentlich mehr gearbeitet. Ist einfach Fakt.
Neben den Messen die ganzen Beerdigungen, Hochzeiten und Taufen sowieso. Bei uns Hochzeiten damals noch fast jeden 2. Samstag, danach war Abendmesse. Sonntags Messe und Andacht. An Hochfesten 2 Messen/Tag.
Auch die Beerdigungsdienste werden im Übrigen inzwischen auf die Ehrenamtlichen abgewälzt .
Die Kirche schafft sich selbst ab.
Warum? Weil Sie einfach nicht die Zeichen erkennt, erkennen will oder zu bequem/ gewillt ist, etwas Neues auszuprobieren. Ich denke nur an Kaplan Christian Olding, damals in Emmerich tätig, der auf eine neue, moderne Art das Wort Gottes unter die Menschen gebracht hat. Und die Kirchen waren immer voll. Es gibt also Möglichkeiten, Menschen zu erreichen. Nur die Kirche muss es wollen.
Wenn die Kirche durch die zeit kommen möchte, muss Sie auf die Jugend zugehen. Es geht nicht darum, dass Evangelium neu zu schreiben, sondern dem Evangelium eine „neue Verpackung“ zu geben.
Und, um ehrlich zu sein, wie sich zum Beispiel Kardinal Woelki aus Köln in Sachen Missbrauchsverdachtsfälle verhält, dass ist auch nicht gerade förderlich , dass Image der Kirche aufzupolieren.
Benno
Da haben Sie natürlich recht. Gerade deshalb hat die Stiftskirche auch noch vor 15 Jahren eine mal eben nur 3,8t schwere neue Glocke angeschafft nebst einem 23-stimmingen Carillon.
Und natürlich wird auch heutzutage überall in Kleve von JEDER Kirche um 7h morgens, 12 mittags, und 18 oder 19h abends geläutet.
Man muss ja nun nicht jede Volkstradition direkt abschaffen.
Solche Beispiele kenne ich auch.
Schade, dass es die Kirche als solche nicht mehr gibt. Ich fand die Atmosphäre immer angenehm.
@1 & 2
Warum nicht?! Eine elegante Lösung. Wäre das Problem des Stellplatznachweises nicht.
@ 3
Man kann vom „Bodenpersonal“ der Pfarrgemeinden denken was man will, aber dass die Geistlichkeiten scheu vor Arbeit seien, das teile ich überhaupt nicht. Warum? Weil ich es anders weiß.
Als Bestatter habe ich regelmäßig Berührungen mit den Zelebranten. Und die sind in den Friedhofskapellen und Kirchen nahezu täglich tätig, manchmal mehrmals am Tag, um Wortgottestdienste und Eucharistiefeiern zu halten. Manchmal sogar zu zweit.
Auch sind viele dieser Leute auch noch als Seelsorger tätig. In diesem Zusammenhang durfte ich es kürzlich selbst erleben, dass einer von ihnen nachts von mindestens 1.00 Uhr bis frühestens 2.30 Uhr in einem Trauerhaus zugegen war, um den Hinterbliebenen eines plötzlichen Haussterbefalls zur Seite zu stehen. Das Zeitfenster kann ich so genau benennen, weil ich in jenem selbst dabei war…
Weiternutzung…mal ’nen Blick zum Nachbarn werfen.. die haben Ideen und setzen solche dann auch um.
Kletterhalle
Wer oben ankommt,schlägt die Glocke an
Übernachtungsmöglicjkeiten schaffen,auch eine gute Idee
Ausstellungen,Kreativangebote
Open Stage,Konzerte usw
@4
Spoyboy
Nichts gegen ihre persönliche Meinung aber das läuten der Glocken ist tatsächlich etwas sehr aus der Zeit gefallen, egal ob die Kirche noch im „Betrieb‘ ist oder nicht.
Ich wollte Mal sehen was los wenn jemand anderes am Wochenende zu den Zeiten des Glockenläuten, in ähnlicher Lautstärke die Umgebung beschallt.
Es repräsentiert halt nur noch einen überschaubaren Teil der Bevölkerung.
Ich selbst bin zwar auch nicht aus der Kirche ausgetreten aber das war es dann auch schon was mich mit dem Verein verbindet. Ich denke dass es vielen so oder ähnlich geht. Diese Menschen repräsentieren somit für mich auch nicht mehr die Kirche..bzw denen wird es egal sein wenn die Glocken nicht mehr läuten.
Ansonsten gilt halt auch, gleiches Recht für alle.
Dann darf bald auch überall der Muezzin zum Gebet rufen.
Hä???
ER hat die Kirche geschlossen !
Als Priester kann man pro Tag 2 Messen feiern. Auf jeden Fall am Wochenende. So wie es unser Pfarer früher ganz selbstverstädnlich getan hat.
Für die Priester dieser Kirchengemeinde wäre es problemlos möglich, Samstags UND Sonntags 4 Messen anzubieten.
Stattdessen ist der Propst fast jedes 2. Wochenende gar nicht da!!
Aber Hauptsache am Gehalt der Priester ändert sich nix. Lieber Kirchen schliessen wenns -angeblich- knapp wird.
Und es wird ja auch seitens der Amtskirche jetzt ALLES dafür getan, den Zustand unumkehrbar zu machen! Es ist total unnötig die Glocken abzuhängen bzw. könnte man diese weiterhin zum Angelus läuten lassen.
Die Amtskirche WILL gar nicht dass Leute in die Kirche kommen. Viel zu viel Arbeit!
Ich glaub eher an die Jungfrauengeburt als dass ich dem Propst auch nur ein Wort abnehme!
Sorry!
Von genau den Bildern wie sie jetzt kleveblog veröffenlticht habe ich schon vor Monaten schlimm geträumt! Ehrlich.
Grauenhaft !!
Gut dass ich ausgetreten bin !!
Veranstaltungshalle für Konzerte! Also solche mit Gitarre, Bass, Schlagzeug. Immer noch besser als die ranzige Stadthalle.
So zur Eröffnung ein Pagan Metal Festival?
Da immer Unterkünfte für touristische Übernachtungsgäste benötigt werden, könnte man sich eventuell vorstellen, darin ein Hostel für Erholungssuchende, unterzubringen?