Tagsüber hat in den vergangenen Tagen und auch heute noch stundenlang die Sonne geschienen, nicht mehr so kraftvoll wie im Sommer, schon so ein bisschen mit der Aura des glorios Verlöschenden (Stichwort: Goldener Oktober), und sobald der acht Lichtminuten entfernte Stern aus der Klasse der Gelben Zwerge (für Pedanten: der Hauptreihenstern der Spektralklasse G2V) hinter dem Horizont verschwand, sorgten die in großer Zahl ausgesandten Photonen dafür, dass der schützende Gasmantel um unseren Planeten in die schillerndsten Farben getaucht wurde.
Ultimativer Sonnenuntergangsschnappschuss
Schon einmal hatten wir hier ein Ereignis dieser Art abgebildet und unter der Überschrift Rotlichttherapie ein wunderbares Foto von Manuel Funda veröffentlicht und ein paar launige Gedanken dazu verfasst, nun aber ist Martin Fonck, der das Foto dankenswerterweise der Redaktion zukommen ließ, der vielleicht ultimative Sonnenuntergangsschnappschuss gelungen, zumindest für einen waschechten Klever: Das Bild zeigt das Wahrzeichen unserer Stadt, die Schwanenburg, getaucht in einen Himmel, dessen Farbton auch mit Glutorange nur schwach beschrieben werden kann.
Das Foto hat Posterqualität, vielleicht sollte sich der Urheber mal mit einem Grafiker in Verbindung setzen, ob man da nichts machen kann (in Wohn- und Schlafzimmern von überzeugten Klevern oder (zur Entspannung) in Warte- und/oder Behandlungszimmern von Arztpraxen könnte das Bild sehr zum Seelenfrieden beitragen).
Doch solche Schönheit kommt selten ohne Wermutstropfen: Für die nächsten Tage ist Regen und viel Regen gemeldet, sodass der geneigte Leser vielleicht das eine oder andere Mal kleveblog aufrufen muss, um des kosmischen Spektakels noch einmal angesichtig zu werden. (Und der Pegel Emmerich lag heute um 20:30 Uhr sogar bei minus 13 Zentimetern und krabbelt in den kommenden Tagen nur ganz knapp über die Nulllinie.)

