Er ist wohl nicht mehr zu halten!
Am Freitag Abend lud die Volksbank Kleverland zu ihrer Veranstaltungsreihe „Schlossgespräche“. Die neogotische Wasserburg in Bedburg-Hau, 1997 saniert und als Beuys-Museum eröffnet, bietet dem Geldhaus den angemessenen Rahmen, um mithilfe prominenter Gäste gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Vorgestern war es die freidemokratische Sicherheitspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die vor rund 300 Gästen über ihr Lieblingsthema referierte – die Sicherheitspolitik.
Doch für viele der Gäste war an diesem Abend eine andere Sicherheit die wichtigere – die ihrer Bank!
Nachdem der Aufsichtsrat der Volksbank Kleverland in seiner Sitzung am 1. September entschieden hatte, den Vorstandschef Frank Ruffing „vorläufig von seiner Funktion als Vorstandsvorsitzenden freizustellen“, war die Bank Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Doch was genau dem Bankchef nach 7346 Tagen im Amt vorgeworfen wurde, blieb unklar. In einem Statement, das Severin-Peter Seidel, neben Ruffing der zweite Bankvorstand, und Prokurist Christoph Thyssen herausgaben, war vage von „Hinweisen auf Sachverhalte“ die Rede, die nun im Rahmen einer „unabhängigen und sorgfältigen Untersuchung geprüft werden“ sollten.
Aber was genau? Schnell kristallisierte sich heraus, dass die Immobiliengeschäfte der Bank im Fokus der Untersuchungen sind. Auf kleveblog kommentierte ein unbekannter User mit dem Nickname „Die Gier“, der offenbar über Insiderkenntnisse verfügt, dass bei der internen Prüfung aufgefallen sei, dass es bei den Provisionszahlungen für die Immobiliengeschäfte „Unregelmäßigkeiten“ gegeben habe, die entdeckt worden seien.
In den vergangenen Jahren, vermutlich infolge von schwächeren Erträgen im eigentlichen Bankengeschäft, hat sich die Volksbank Kleverland ein beträchtliches Immobilienportfolio zugelegt, mit Objekten wie beispielsweise dem Spoycenter oder dem Gebäude der Rechtsanwaltskanzlei Strick in Kleve, aber auch mit Gebäuden in Düsseldorf und Berlin. Der Wert dieser Immobilienkäufe soll sich auf über hundert Millionen Euro belaufen, sodass sich womöglich sogar die Frage stellt, ob das Geldhaus nicht in Wahrheit schon ein Immobilien-Investor mit angegliederten Kreditinstitut geworden ist und nicht umgekehrt.
Die Bank wies im Statement zur Freistellung Ruffings darauf hin, dass sich für Kundinnen und Kunden nichts ändere. Wörtlich hieß es: „Die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Handlungsfähigkeit der Volksbank Klever Land eG sind durch diesen Schritt in keiner Weise beeinträchtigt.“ Dieser Schritt war allerdings nur die Freistellung Ruffings.
Die Frage ist eher, inwieweit die Geschäftspolitik des nunmehr freigestellten Bankchefs die Stabilität vorher schon beeinträchtigt hat. Bekanntlich gab es in den vergangenen Jahren immer wieder mal auch Fusionsgespräche, die jedoch nie mit einer Einigung endeten, obwohl nahezu jede Bank in der Nachbarschaft schon mal mit den Bankern in Kleve Gespräche geführt hatte.
So war das Thema Sicherheit also auf den Schlossgesprächen präsenter als gedacht. Die Bank begründete ihre Zurückhaltung in Bezug auf die Hintergründe der vorläufigen Freistellung damit, dass – verständlicherweise – die Eigentümer der Volksbank, die Genossen, zuerst informiert werden sollten.
Das steht nun offenbar bevor. Auf den Schlossgesprächen ergriff nämlich nicht nur die bekannte FDP-Politikerin das Wort, sondern auch Wilhelm Wolters, der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank. Er teilte den Anwesenden mit, dass der Aufsichtsrat der Vertreterversammlung vorschlagen wird, Frank Ruffing abzuwählen. Dazu erfolge eine kurzfristige Einberufung der Vertreterversammlung.
Für die Mitglieder der Vertreterversammlung wird diese Sitzung dann ein Wechselbad der Gefühle werden. Im Bericht über den Ablauf der jüngsten Vertreterversammlung in der Klever Stadthalle, die gerade einmal zwei Monate zurückliegt, heißt es: „Dass sie mit Leistung und Ergebnis ‚ihrer‘ Bank rundum zufrieden sind, demonstrierten die Mitglieder Vertreter auf ihrer Versammlung mit einstimmigen Beschlüssen zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.“
Nun will der Aufsichtsrat mindestens 75 Prozent der Vertreter zusammenbekommen, um den eben noch gefeierten Vorstand loszuwerden.


Wahrscheinlich spielt das unangenehme Wort mit vier Buchstaben eine Rolle…
@2 Hm. Da kommen die hohen Dispozinsen ja nicht von ungefähr. Grade die Voba liegt hier weit vorn…. Von nix kommt nix.
Vielleicht war es doch wirklich nur die Hand in der Keksdose…..allerdings stellt sich die Frage ob es nur eine war…..
Das dicke Ende wird kommen! Das ist die Spitze des Eisberges.
Wir fragen uns, wie derartige Machenschaften möglich sind.
Warum bemerkt man das so spät?
Hoffentlich wird alles lückenlos aufgeklärt und die Volksbank Kleve erleidet keinen Schaden.
Außen hui, innen pfui.
Ich habe z.Zt. kein Vertrauen mehr in die Volksbank Kleve. Als Eigner eines wirklich kleinen Vermögens, das zur Rentenvorsorge diente,frage ich mich, ob dieses dort in der Bank noch gut aufgehoben ist. Vollkommen intransparent das Ganze. Aus dem Bankkreis keine weiteren Informationen für Bestandskunden. Ich plane auf jeden Fall den Übertrag auf das Konto einer anderen Bank!
…. falls er 💸💸 am Daumen lutschen muss, 😢 ☝🏼 sollte 📢 „Crowdfunding“ 😳 eingreifen . 🙄😂