Luftwaffen-Jets mit Flugstunde über Kleve

Silhouette am Sommerhimmel

Es sah fast so aus, als hätten die Piloten mit ihrem Kurs ein Muster in den Himmel über dem Kleverland zeichnen wollen. Für eine knappe Dreiviertelstunde verdrängte am heutigen Montagmorgen das mittlerweile doch recht sonore Dröhnen der Triebwerke zweier Bundeswehrjets das Zwitschern der Vögel und Zirpen der Grillen am sommerlichen Niederrhein. Die zwei Flieger waren am Morgen auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel (Schleswig-Holstein) gestartet und hatten dann schnurstracks Kurs auf den Niederrhein gekommen. Offiziell lässt die Bundeswehr nichts zu solchen Flügen verlauten.

Im Luftraum über Kleve angekommen, zogen die beiden Jets munter in zweieinhalb Kilometern (ca. 8000 Fuß) Höhe ihre Runden – mit durchschnittlich 800 Stundenkilometern (rund 400 Knoten), also mit für deren Verhältnisse überschaubaren Geschwindigkeiten. Die Schlaufen führten einige Male bis Xanten und zurück, manchmal wurde auch über Goch und Weeze gewendet – insgesamt ergab sich, wie die Auswertung des Kurses bei Flightradar zeigt, ein fröhliches, wenngleich undefinierbares Krikelkrakel am Himmel, das übrigens sehr genau innerhalb des deutschen Staatsgebiets blieb. Gegen elf Uhr nahmen die beiden Jets wieder Kurs nach Norden, wobei einer der beiden plötzlich vom Bildschirm verschwand.

Hin und her

Bei den Flugzeugen handelte es sich der Silhouette nach zu urteilen um Tornado-Jets. Dazu passt, dass Schleswig der Standort für die Ausbildung von Tornado-Piloten ist. Der erste Lehrgang startete am 24. April 2017. Der Tornado ist ein zweisitziges und zweistrahliges Kampfflugzeug mit Schwenkflügeln. Es wurde von 1979 bis 1998 gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien gebaut.

Aktuell sind noch etwa 80 Tornados im Dienst, die bis 2030 schrittweise durch den Eurofighter und die F-35 ersetzt werden sollen. Teile des F-35 werden in Weeze im neuen Werk des Rüstungskonzerns Rheinmetall hergestellt – vielleicht wollten sich die Piloten auch einfach nur mal anschauen, wo der neue Jet herkommt.

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59 Kommentare

  1. 58

    Kleingruppenarbeit in Washington…

    Das wird wieder nichts. Die USA wird keine verbrieften Sicherheitsgarantien abgeben, die Briten und Franzosen planen schon, Soldaten in die Ukraine zu schicken, Putin will die besetzten Gebiete behalten und keine Nato-Soldaten in der Ukraine, und Selenskyj will natürlich nichts abtreten.

  2. 57

    Genießen Sie Ihren ersten richtigen Urlaubstag auf neutralem Boden.

    Das letzte Mal, als ich in Österreich war, auch mit dem Zug, habe ich Salzburg – Wien – Innsbruck -München in zehn Tagen gemacht. Schöner finde ich es aber eigentlich, den Urlaub an einem Ort zu verbringen und von dort aus was zu unternehmen.

  3. 56

    @ 50 Krbg )

    Wenn ich in Urlaub fahre, darf ich doch losfahren , wann ich will. Wo Sie da ein Problem sehen, das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

    Und da steht ‚ vorhin‘..Das war also ein paar Stunden früher .

  4. 55

    @ 54 )

    Gestern 15.24 Uhr in Kleve abgefahren. Heute um 16.30 Uhr angekommen, sind 25 Stunden. So war das gemeint.

    Fahrrad kann ich diesmal nicht gebrauchen. Der Campingplatz liegt direkt an einer Bushaltestelle und hier bekommt man eine Karte für die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs

  5. 54

    „Genau 25 Stunden“?

    Jetzt komme ich auch nicht mehr mit… 25 Minuten?

    Ich beneide Sie jetzt ein bisschen. Geiler Campingplatz (nach dem Video zu urteilen), super Landschaft und die vielen österreichischen Lebensnittel im Billa oder Hofer. Und einiges andere mehr.

    Fahrrad dabei oder wie bewegen Sie sich vor Ort?

  6. 53

    @ 52 )

    Nee, ich hatte ja zu viel Zeit zwischen durch. Deshalb habe ich auch nicht so genau geschaut. Ich bin jetzt auf dem Campingplatz. Genau 25 Stunden.

  7. 52

    Oje… Spät am Tag abfahren, wenn man viel Strecke vor sich hat, birgt immer ein gewisses Risiko.

  8. 51

    @ 50 )

    Nee, stimmt schon alles. Ich bin 55 Jahre kampferprobt mit der Bahn . Aber das ist das erste Mal gewesen, das ich auf einem Abstellgleis gelandet bin. Ich wollte gemütlich rechtsrheinisch fahren Köln, Troisdorf, Linz, Koblenz , Frankfurt. Aber sind wohl Bauarbeiten gewesen, eventuell nur für das Wochenende . Das hatte ich nicht mitbekommen. Dann fuhr der nur bis Troisdorf. Dann kam wohl noch eine Durchsage: Alle Aussteigen, Endstation. Da wollte ich dann aussteigen, aber da war es schon zu spät gewesen. Die Türen ließen sich nicht mehr öffnen. Ein paar Minuten später ist der dann so 2 km weiter auf ein Abstellgleis gefahren.

  9. 50

    @ BR

    Sie wollen nach Bayern/ Tirol mit dem Zug fahren und starten ihre Reise erst am Samstag Nachmittag? ( 16:24 Abfahrt)

    Das halte ich für mehr als optimistisch, sofern ihnen eine frühere Abfahrt möglich gewesen wäre.
    Oder planen sie einen Stop zwecks Übernachtung?

    Nach knapp 6 Stunden Reisezeit wollen sie jetzt erst in Troisdorf, natürlich auf dem Abstellgleis, sein..

    Um ehrlich zu sein klingt das alles mich sehr konstruiert, manche würden auch erfunden sagen..
    Stets der Agenda folgend wie kacke doch mittlerweile alles in Deutschland ist..

  10. 47

    @44
    „Hätte man Putin in Alaska nicht einfach den Atomkoffer entwenden können?“
    War nicht notwendig, hat den Koffer freiwillig abgegeben. Waren Knallfrösche und 100 Schuss Peking Opera drin.

  11. 46

    @43 Ich finde ja auch den Billa in Österreich gut.

    Stimmt, zwischen Füssen und Reutte gibt es keine Bahnverbindung.

    Der Campingplatz Grubhof ist sehr schön gelegen. Da wünsche ich einen schönen Urlaub.

  12. 45

    Alaska gibt es auch noch ? Ich schlage mich gerade mit der Deutschen Bahn herum. Zug um 16.24 Uhr wollte ich eigentlich mit fahren . Fällt aus. Samstags , die fahren doch nur stündlich. Das klappt noch nicht einmal. Musste ich mich beeilen , um um 15.24 zu fahren. Toiletten sind natürlich auch alle wieder defekt. Eine Tür scheint auch defekt zu sein. Mal schauen, ob er überhaupt losfahren kann .

  13. 44

    Hätte man Putin in Alaska nicht einfach den Atomkoffer entwenden können?

    Dann hätte Hegseth nachher sagen können: Das Treffen hat gezeigt, dass man gleichzeitig Gespräche über ein Friedensabkommen führen und eine Spezialoperation durchführen kann.

  14. 43

    @ 42 )

    Ich habe schon gerade gegoogelt. Österreich scheint irgendwie Atomwaffenfreie Zone zu sein. Da kann ich ja gleich beruhigt losfahren.
    Reutte ist schlecht zu erreichen mit Bahn und Bus. Ich wollte direkt in Bad Reichenhall über der Grenze einen Campingplatz aufsuchen.

    https://www.youtube.com/watch?v=NAl32kvl8Xo

    Da kann man dann in Bad Reichenhall beim Aldi einkaufen.
    Der Hofer in Österreich ist wesentlich teurer.

    Da haben Sie mir aber einen ganz schönen Schrecken eingejagt mit den ganzen Atomwaffen in Deutschland. So genau habe ich das auch noch nicht gewusst.

  15. 42

    Haben die denn überhaupt eine Luftwaffe?

    Ja, doch, 3500 Leute… aber Sie sind da sicher, keine Atomwaffen. Würde an Ihrer Stelle überlegen, da zu bleiben, am besten im westlichen Tirol… bei Reutte ist es ganz nett und Sie könnten auch schnell mal einen Ausflug nach Deutschland machen, um bei dm einzukaufen.

  16. 41

    @ 40 )

    Schauen Sie doch mal nach, wo in Österreich Atombomben gelagert sind. Ich wollte morgen nach Österreich in Urlaub fahren. Ich bin wohl flexibel, ich habe Campingsachen mit.

  17. 40

    Der Vollständigkeit halber – es ist ja nicht so, dass es heute keine Atomwafffen mehr in Deutschland gibt:

    „Am Fliegerhorst Büchel in der Eifel im Landkreis Cochem-Zell werden die letzten US-Atomwaffen in Deutschland vermutet. Offiziell bestätigt wurde das aber nie.“

    Stand: 2024

    https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/fliegerhorst-buechel-eifel-atomwaffen-umweltinfos-bleiben-geheim-100.html

    „Für den Einsatz im Ernstfall lagern die USA Atombomben auf deutschem Boden. Auf dem Atomwaffenstützpunkt Fliegerhorst Büchel in der Eifel sind bis zu 20 B61-Bomben für die Verwendung durch Bundeswehr-Soldat*innen stationiert. Jede dieser Bomben hat eine maximale Sprengkraft, die mit der von 13 Hiroshima-Bomben vergleichbar ist.“

    https://www.icanw.de/fakten/weltweite-atomwaffen/deutschland/

    „Büchel ist nicht ohne Grund als Standort ausgewählt worden: Hier ist das Taktische Luftwaffengeschwader 33 der Bundeswehr stationiert. Käme es zu einem Angriff mit Atomwaffen, würden Piloten der Luftwaffe die Atombomben mit deutschen Tornado-Kampflugzeugen ans Ziel fliegen und abwerfen. Nukleare Teilhabe heißt dieses Modell, durch das der Nicht-Atomwaffenstaat Deutschland an den Atombomben der USA partizipieren kann. Die Aufgaben sind dabei klar verteilt: Die Codes zum Scharfmachen der Atombomben kennen nur US-Militärs, ihr Abwurf aber wäre die Aufgabe deutscher Soldaten.“

    https://www.dw.com/de/usa-modernisieren-atombomben-in-deutschland/a-52856021

  18. 39

    Putin genießt diesen „internationalen“ Auftritt. Eine Festnahme droht nicht… Alaska hätte er sowieso gerne… und falls stimmt, was spekulativ berichtet wurde, dass Trump ihm den Zugang zu Rohstoffen in Alaska ebnen will für gewisse Zugeständnisse die Ukraine betreffend und gegen Cash natürlich, dann hat er bestimmt Krim-Sekt im Gepäck als Gastgeschenk für Trump.

    Selenskyj braucht wohl eher Beruhigungstee…

  19. 38

    Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Russen bis zu 300.000 Personen in ihren Atomwaffenprogrammen beschäftigt. Ich gehe deshalb mal davon aus, dass Trump heute ganz lieb zu Putin sein wird.

  20. 36

    @34 Ja, wir alle.

    Im Nachhinein betrachtet erscheinen die Proteste gegen den Bau des Schnellen Brüters in einem neuen Licht. Die Atomgefahr war schon längst da, seit 1960, bis in die 1990er Jahre.

    Gut, dass RAF Laarbruch Geschichte ist.

    Ich war dort schon als Kind, weil mein Vater mit einem britischen Soldaten befreundet war, mit dem er zusammen Fußball gespielt hat. Es gibt Facebook-Foren, in denen Briten, die als Kinder am RAF Laarbruch aufgewachsen sind, sich über ihre Zeit dort austauschen. Ihnen war auch lange nicht klar, dass sie neben Atombomben schliefen.

  21. 34

    @ 31 )

    Dann bin ich sogar mit Atombomben aufgewachsen. Neben dem Gutshof habe ich übrigens auch 18 Jahre gewohnt.

  22. 32

    1976 konnte der Pilot Bill Langworthy seinen Jaguar-Flieger noch einigermaßen gefahrlos auf den Acker des dortigen, ehemaligen, südlichen Gutshofes der Rheinischen Landesklinik stürzen lassen. Heute würde es die Neubauten der Föhrenbach- bzw. Rheinischen Landesklinik treffen, die sich da inzwischen breit gemacht haben. Landgrabbing erschwert die Durchführung derartiger, lebensverschonender Notmanöver!

  23. 31

    @30 Ja, es ist schockierend, was da ans Licht gekommen ist und wie wenig die Bevölkerung über die Atombomben in ihrer Nähe wusste.

    Neil Wheeler, der damalige Kommandeur des RAF Flughafens Laarbruch, sagte zu dem besagten Zwischenfall um1960, als die Atomwaffen durch US-Militär angeliefert wurden:

    „Nach der Landung rollte die C-130 zum Atomwaffen-Gelände und streifte auf dem Weg einen Baum mit einem Flügel, wodurch ein Treibstofftank zerbrach. Nun hatte ich eine sehr schwierige Situation durchzustehen, denn die jungen und unerfahrenen amerikanischen Wachen umringten sofort bis an die Zähne bewaffnet das Flugzeug und wollten unsere Feuerwehr keinesfalls in die Nähe des Flugzeugs lassen. Das war äußerst ernst, und ich mußte einen festen Standpunkt vertreten.

    Ich erklärte, wenn die U.S.-Wachen der Feuerwehr nicht erlaubten, Schaum auf den Treibstoff zu sprühen wegen der Atomwaffen usw., dann würde ich sie mit Gewalt überwältigen. Sie waren nicht viele und gaben schließlich und sehr zögernd nach. Ich hatte dem jungen Captain erklärt, daß wir kein Interesse daran hätten, uns die Waffen anzusehen, aber daß es sehr ernst sei, all den Treibstoff aus dem Flugzeug fließen zu lassen, ohne etwas dagegen zu tun.

    Ich versicherte ihm, daß ich alles in meiner Macht stehende tun würde, um ihn vor seinen Vorgesetzten zu schützen, falls diese der Meinung sein sollten, er hätte niemandem erlauben dürfen, der Maschine nahezukommen.“

    https://blattus.de/archiv/kaz/texte/a_kaz/atomwaffen-laarbruch.html

    https://www.atomwaffena-z.info/glossar/begriff/laarbruch-weeze

    Neil Wheeler (geboren und aufgewachsen in Südafrika) – vom Piloten im Zweiten Weltkrieg bis ins britische Verteidigungsministerium: https://de.wikipedia.org/wiki/Neil_Wheeler

    Bei einem Vorfall mit Atombomben in Brüggen im Jahr 1984 ließ man gleich den ganzen RAF Flughafen sperren und flog Experten ein. Offiziell bestätigt wurde das erst 2007.

  24. 30

    @ 29 )

    Ich habe 40 Jahre in Weeze gewohnt. Der Öffentlichkeit ist damals versichert worden, dass sich dort keine Atomwaffen befinden würden.
    Nach dem Abzug der Briten hat sich das aber als Lüge herausgestellt als ein ehemaliger Kommandeur ausgepackt hat .
    Dabei hat es mindestens zwei Unfälle mit Atombomben gegeben. Einmal haben die Amis mit einem Flugzeug dort eine Atombombe angeliefert, wobei bei der Landung Teile des Flugzeuges in Brand geraten sind. Und einmal sind von einer Buccaneer Teile einer Atombombe abgefallen.

  25. 29

    @27 BR

    Das drang lange nicht in die breite Öffentlichkeit durch. Es gab auch Zwischenfälle mit Atombomben, die beim Transport auf den britischen Militärflughäfen Laarbruch und Brüggen herunterfielen.

    In Brüggen hätte es 1984 zur Katastrophe kommen können, als eine scharfe Bombe herunterfiel. Sie soll die achtfache Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima gehabt haben.

  26. 28

    Wen es interessiert, hier noch der Verlauf des Vorfalls, für den das DFC an Dick Langworthy, Zwillingsbruder von Bill Langworthy, verliehen wurde – er zeigt, unter welchen Bedingungen der Militäreinsatz damals stattfand – übersetzt aus https://www.thegazette.co.uk/London/issue/49134/supplement/12854/data.pdf:

    Staffelkapitän Richard Ulric Langworthy befand sich an Bord der MV NORLAND
    und später der HMS FEARLESS, die vom 21. bis 26. Mai 1982 in San Carlos Water vor Anker lagen. Am 25. Mai wurde die MV ATLANTIC, CONVEYOR durch einen feindlichen Angriff getroffen und zerstört. Alle Einheiten der 18. Staffel mit Ausnahme eines Chinook-Hubschraubers wurden zerstört. Der verbleibende Chinook ZA 718 wurde nach San Carlos Water geflogen. Eine kleine Abteilung unter dem Kommando von Squadron Dick Langworthy wurde am 27. Mai an Land gebracht, um dieses
    einzige Flugzeug zur Unterstützung von Land- und Seeoperationen einzusetzen. Die Abteilung verfügte über keine Ausrüstung für den Feldeinsatz und operierte zunächst aus „Fuchsbau-Löchern” (unterirdische Bunker) heraus. Später wurden in Port San Carlos feste Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten eingerichtet. Trotz des völligen Mangels an Flugzeugersatzteilen wurde der verbliebene Chinook ZA 718 vom 27. Mai bis zum Waffenstillstand ununterbrochen zur Unterstützung der Kämpfe eingesetzt.

    Am 30. Mai erhielt Squadron Leader Langworthy den Auftrag, drei 105-mm-Leichtgeschütze (zwei interne und ein externes), 85 Männer und 22 Tonnen Munition zum Mount Kent zu verlegen. Die Verlegung sollte nachts unter Verwendung von Nachtsichtgeräten erfolgen.
    Die Informationen des Geheimdienstes waren vage, aber es wurde davon ausgegangen, dass sich der
    Feind auf dem Mount Kent in Stellung befand und zusätzlich Kompaniepositionen in Estancia House hatte. Das Beladen der ersten Ladung mit den Leichtgeschützen und 22 Mann dauerte 2 Stunden. Der Transport verlief trotz heftiger Schneeschauer in der Gegend ohne Zwischenfälle. Der Abwurfpunkt, der als flaches Plateau beschrieben worden war, erwies sich als ein abfallender Felsfluss mit flachen Bereichen und angrenzenden tiefen Schluchten. Der vollständige Betrieb der hinteren
    Kabinenrampe erwies sich auf diesem Gelände als schwierig, und das Entladen dauerte 40 Minuten. Dies wurde ohne Beleuchtung und zusätzlich erschwert durch einen Ausfall der Gegensprechanlage im Flugzeug erreicht. Obwohl das Flugzeug nicht direkt unter feindlichem Beschuss stand, wurde das Gebiet, in dem es gelandet war, beschossen. Nach Abschluss des Entladens flog der Hubschrauber
    unter verheerenden Wetterbedingungen mit starkem Schneefall los. Der Funkhöhenmesser fiel aus und der Chinook schlug in der San Carlos Water Bay auf dem Meer auf, wodurch er leicht beschädigt wurde. Squadron Leader Langworthy schaffte es, ihn wieder hochzuziehen und brachte die Besatzung ohne weitere Zwischenfälle zurück zur Operationsbasis.

    Nerven wie Drahtseile braucht man wohl für solche Berufe. Die hatten die Langworthys offenbar. Und das war zusammen mit der Erfahrung vielleicht entscheidend, in der San Carlos Water Bay… und in Schneppenbaum.

    Dick Langworthy starb 1983 nach einem Herzinfarkt, ein Jahr nach dem geschilderten Vorfall. Sein Bruder Bill überlebte ihn um 23 Jahre, starb mit 70 Jahren am Neujahrstag 2006.

  27. 27

    Ich habe früher in Weeze gewohnt. Am schlimmsten waren noch die Phantom gewesen, wenn die
    die Schallmauer durchbrochen haben. Auf dem Gelände wurden auch W 177 Atombomben gelagert, mit denen die Flugzeuge bestückt werden konnten.

  28. 25

    Manchmal kommen die Menschen hinter den Ereignissen ja zu kurz. Deswegen jetzt hier mal etwas mehr über William Arthur „Bill“ Langworthy.

    Bill Langworthy wurde im April 1935 als als eineiiger Zwilling geboren. Er und sein Zwillingsbruder Richard „Dick“ Langworthy traten 1952 – also im Alter von 17 Jahren – gemeinsam in die Royal Air Force ein. Dick wurde Hubschrauberpilot, Bill Jetpilot und Fluglehrer.

    Bill Langworthy flog als Mitglied des Kunstflugteams „Red Pelicans“ der Central Flying School Jet Provost. Gut möglich, dass er hier dabei war – ein Video aus Mitte der 1960er: https://www.youtube.com/watch?v=smBttqeXaPw

    Am 11. Juni 1966 – mit 31 Jahren – wurde ihm die Queen’s Commendation for Valuable Service in the Air verliehen.

    In den 1970er Jahren gehörte er zum Team, das am Projekt SEPECAT Jaguar arbeitete: https://www.youtube.com/watch?v=5GrQ27Yd-QA . Die Jaguar-Kampfflugzeuge wurden in britisch-französischer Kooperation entwickelt.

    Bill Langworthy flog den Jaguar, zu dessen Entwicklung er beigetragen hatte, längere Zeit für die RAF in Deutschland. Wie schon erwähnt, er erreichte als erster Pilot weltweit 1000 Flugstunden im Jaguar und kam insgesamt auf um die 2000 Flugstunden in dem Kampfjet. Ein paar Mal war die Aktivierung des Schleudersitzes notwendig. So kam Langworthy zu dem Spitznamen „Bang Out Bill“.

    Bill Langworthy wurde im Rang eines Squadron Leader im Juni 1982 – mit 47 Jahren – mit dem Air Force Cross (AFC) ausgezeichnet. Der AFC gilt als eine der höchsten Auszeichnungen der Royal Air Force. Sie wird für Tapferkeit in nicht-kämpferischen Einsätzen im Flugdienst verliehen. Ausgezeichnete Soldaten dürfen dann das AFC hinter ihrem Namen tragen.

    Nach seinen Stationen in Deutschland, u. a. in Laarbruch, kehrte Bill Langworthy nach Großbritannien zurück, um wieder Jet Provosts zu fliegen. Im Ruhestand unterrichtete er als Zivilist in Linton on Ouse am Tucano-Flugsimulator. Zuletzt lebte er Stamford Bridge, Yorkshire, wo er 2006 auch beerdigt wurde.

    Bill Langworthy war verheiratet und hat zwei Söhne.

    Man kann Bill Langworthy wohl zu Recht als Elite-Pilot bezeichnen und vielleicht hatte Schneppenbaum Glück, dass er es war, der das Flugzeug steuerte. Das lässt sich nicht herausfinden. Aber Fakt ist: er hat das Schlimmste verhindert.

    Was ist aus seinem Zwillingsbruder Dick Langworthy geworden? Er war als Kampfpilot u. a. im Falkland-Krieg eingesetzt und erhielt außer einem AFC das Distinguished Flying Cross (DFC), eine Auszeichnung für Kampfeinsätze. Während eines Nachtflugs über der San Carlos Water Bay (Falklandinseln), bei schwerem Schneesturm und mit kaum Sicht, schlug der Chinhook von Langworthy aufgrund eines defekten Höhenmeters auf der Wasseroberfläche auf. Trotz des durch den Aufprall entstandenen Schadens gelang es Langworthy, den Hubschrauber wieder in die Luft zu bringen und zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

    Was dann nicht mehr wundert: Schon der Großvater von Bill und Dick Langworthy, William Langworthy, war bei der Royal Air Force. Er war von 1912 bis 1919 im Einsatz, also wahrscheinlich auch in Deutschland, unter anderen Vorzeichen als sein Enkel Bill Langworthy.

  29. 23

    @20 und 21
    Mmuuuh, den Link zu dem Kleveblog-Topic über den torkelnden Helden (als Resultat einer Flugstunde mit einem Royal-Air-Force-Jet über Bedburg-Hau vor 49 Jahren) von 2012 hatte mein Emmuuuhlator schon gestern auf ein entsprechendes Gemmuuuhe von Opa Niederrheinstier hin (und unter Hinweis auf die Urheberschaft von rd) selbstätig zum Besten gegeben. Aber rd hat diesen AI (= Animal Intelligence) induzierten Beitrag vermmuuuhtlich zensiert, mmuuuh, mmuuuhtmaßlich wegen der Verwendung der üblichen Abkürzung für Royal Air Force!?

  30. 22

    @20 Unter Geiern

    Sie meinen den Absturz des britischen Kampfjets vom Typ Jaguar am 14.12.1976. Der Pilot schaffte es gerade noch, das Flugzeug auf ein Feld zu lenken und verhinderte so eine Katastrophe. Kurz zuvor rettete er sich per Schleudersitz und blieb unverletzt.

    Gottfried Evers, damals RP-Fotograf, machte kurz nach dem Absturz Fotos von dem Piloten, als er noch benommen über das Feld taumelte.

    Bill Langworthy (1935-2006) hieß der Held. Er diente 30 Jahre bei der Royal Air Force und war der erste Pilot weltweit, der 1000 Flugstunden im Jaguar erreichte, damals eines der besten Kampfflugzeuge.

    https://www.kleveblog.de/ein-torkelnder-held-bedburg-hau-1976/

  31. 21

    Na, ich bin „froh“, wenn es noch ein paar „Flieger“ gibt, die überhaupt noch fliegen können.
    Ich war „live“ dabei, als damals der Englische Flieger in Schneppenbaum abgestürzt ist und der Pilot es geschafft hat, das Flugzeug noch über das Föhrenbacheck Wohngebiet zu bekommen (ich war draußen auf dem Kinderspielplatz). Der Ohrenbetäubende Lärm des Absturzes, der Knall, den Feuerball, alles habe ich noch vor Augen und in unserer Wohnung war nicht eine Scheibe mehr ganz.
    Dieses Ereignis hat mich fasziniert, zum einen habe ich Respekt vor den Piloten, die solche Dinger fliegen, Respekt vor diesen Maschinen und ihrer Power und natürlich auch ein mulmiges Gefühl, durch den Absturz und die damit vorhandene und verbundene Hoffnung, dass diese Dinger nie ernsthaft noch zum Einsatz kommen, so dass ich, meine Kinder oder Enkel dieses erleben müssten – ob Kriegerischer Einsatz oder Absturz.

  32. 20

    Zitat „Wie hat ihre Mutter die 80erJahre überstanden?
    Da waren solche Übungen beinahe an der Tagesordnung und es hat niemanden wirklich gestört oder verstört..“

    Also ich dachte auch spontan an diese Zeit zurück als täglich donnernde Tiefflieger über den Niederrhein flogen – atemberaubend laut. Verstörend war es vielleicht nicht – aber gestört hat es wirklich massiv. Unangenehm für Tier und Mensch.

    Eine Wohltat das man diese Übungen eigentlich in Gebiete verlegt hat die vergleichsweise „menschenleer“ sind. Und ich hoffe Mal nicht das diese Zeit in Zeiten der Aufrüstung zurückkommt!

    Hat man doch vor kurzem schon lieber 2 donnernde Düsenflieger für Luftaufnahmen über Kalkar im Tiefflug geschickt anstatt sich mit umständlichen Genehmigungen für einen Drohnenflug auseinanderzusetzen. Hallo, alle wach da unten?

  33. 19

    @17
    Na hoffentlich beherzigen Sie ihre eigene Forderung auch selbst, nur noch Dinge zu kommentieren bei denen sie persönlich anwesend waren.

  34. 17

    @16 Krbg

    Ich glaube, man muss selber im Straßengraben gelegen haben damals, um sich ein Urteil zu erlauben oder das, was andere empfinden, so zu kommentieren wie Sie es tun.

    Bei vielen älteren Menschen, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs Kinder waren, kommen übrigens Kriegstraumata im Alter stärker an die Oberfläche. Vor allem, wenn sie lange im Frontgebiet waren und vieles verdrängt haben.

  35. 16

    @10

    Wie hat ihre Mutter die 80erJahre überstanden?
    Da waren solche Übungen beinahe an der Tagesordnung und es hat niemanden wirklich gestört oder verstört..

  36. 15

    Es kommt nicht von ungefähr, dass solche Übungsflüge z. B. am Niederrhein oder im Münsterland gemacht werden und nicht über der Metropolregion Rhein-Ruhr.

    „Säbelrasseln is OK. Wenn man Menschen opfert fängt die Polarisation an.“

    Wenn man angegriffen wird, muss man sich verteidigen (können).

  37. 11

    Direkt hinter der Landesgrenze in den Niederlanden befindet sich auch ein Fliegerhorst.
    Dieser wechselt sich regelmäßig mit jener in Leeuwarden ab, um den niederländischen Mehrzweckkampfflugzeugen als Basis zu dienen.
    In unmittelbarer Nachbarschaft sind Übungsflüge vollkommene Normalität, so wie im Kreis Kleve auch bis zum Abzug der RAF aus Laarbruch.
    In der Eifel fliegen amerikanische Kampfflugzeuge regelmäßig.
    Jetzt fliegen mal ausnahmsweise wieder Jets über den Niederrhein … wen stört das?
    Ich kann mich noch an die Tiefflug Scheinangriffe auf den Brüter, den Paulsberg oder auch diverse Radar- und Funkstationen erinnern.
    Das war ein ganz anderes Kaliber als die heutzutage stattfindenden Übungsflüge.
    Ja, ich vergleiche gerade Abfang- mit Angriffsszenarien.

  38. 10

    Am Samstag gab es in Kalkar Eurofighter-Tiefflüge, worüber die NRZ berichtete (mit O-Ton-Video):
    https://www.nrz.de/lokales/kleve-und-umland/article409701800/darum-flogen-am-freitag-zwei-eurofighter-ueber-kalkar.html

    Demnach waren hier aktuell keine weiteren Eurofighter-Flüge geplant.

    Von den Tornados sind weniger als die Hälfte einsatzfähig. Die anderen sind in Wartung. Vielleicht kamen ja zwei aus der Wartung und haben sich schon mal für die Nato-Übung Quadriga 2025 warm geflogen.

    Wie auch immer, ich hatte Urlaub, die Jets haben mich nicht wach gekriegt.

    Meine Mutter, 87, fühlte sich an den Krieg erinnert, den sie als Kind erlebt hat – „ich hatte ein richtig fieses Gefühl, weiche Knie, es war, als wenn ich wieder mit Oma im Straßengraben liegen würde und über uns die Flugzeuge, die so tief fliegen, dass man die Piloten erkennen konnte…“

  39. 7

    Ja, ja, schon gut! Nächstes Mal sprenge ich meinen Rasen wieder mit einem ganz gewöhnlichen Rasensprenger statt ihn mit meiner neuen, großen FPV (= feine Perlen versprühenden Pflanzenschutz)-Drohne zu sprengen, äh zu wässern. Konnte ja nicht wissen, dass die Luftwaffe inzwischen (wegen dem Ukrainekrieg?) so alert auf für sie plötzlich aus dem Nichts auf den Uedemer Radarschirmen auftauchenden, noch unangemeldeten Drohnen reagieren. ‚tschuldigung, nächstes Mal sag ich vorher Bescheid.

  40. 6

    Pistorius hat seinen Duktus verändert: Er spricht nicht mehr von wehrtüchtig werden, sondern von kriegsfähig. Solche Manöver wie heute sollen unterschwellig zur wachsenden Akzeptanz führen, dass die BRD mit dem Feuer spielt…

  41. 5

    Interessanter Bericht, denn unser Enkel ist derzeit in der Ausbildung zum Kampfflugzeugpiloten.
    Wir hoffen und wünschen ihm eine gute Zukunft.

  42. 4

    Hat früher keinen geschert, wenn Kampfflieger über den Kreis Kleve flog, war halt so!
    Immer diese bescheuerten Fragen: Was macht der Hubschrauber/Flugzeug über Kleve?
    Ganz einfache Antwort: Es fliegt! Anders wäre ja auch schlecht.

  43. 3

    Falls noch kein Motto für die LAGA existiert, wie wäre es – angesichts der weltpolitischen Lage – mit „Grüne Landesverteidigung“. Landwehren, Panzergräben, Fallgruben mit angespitzten Baumstämmen, Treibsandflächen, etc. Mal ganz was anderes.