Zwei Stunden und 16 Minuten stand der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth amerikanischen Medienvertretern Rede und Antwort, als er gestern das Unternehmen Riverside Machine & Engineering in Eau Claire im US-Bundesstaat Wisconsin im Rahmen seiner „Arsenal-of-Freedom“-Tour besuchte, und – von einem ehemaligen Fernsehmoderator kann man natürlich erwarten, dass er sich der Macht der Bilder bewusst ist – für dieses Gespräch hatte sich der Politiker einen Standort in der Werkshalle des Unternehmens herausgesucht, mit Produktionslärm im Hintergrund. Wenn Hegseth Kopf und Oberkörper ein wenig bewegte, war in seinem Rücken ein Industrieofen zu sehen – mit einem Logo, das viele Klever nur zu gut kennen.
Gut sichtbar prangte in kursiv gesetzten Buchstaben der Schriftzug „Ipsen“ auf dem mannshohen Gerät, während der Politiker unter anderem über die Rückkehr der „goldene Ära der amerikanischen Produktion“ redete. Die Amerikaner seien endlich wieder in der Lage, Dinge selbst herzustellen, und die Qualität sei höher, wenn dies so geschehe.
Für Ipsen natürlich ein schöner PR-Moment, wenn der Namenszug des Unternehmens im Zusammenhang mit Produktionsexpertise und Fertigungsqualität erscheint – wenn auch nur als Logo im Hintergrund, so wie bei Trainer-Interviews nach Fußballspielen. Zu erkennen ist übrigens auch, dass der Ipsen-Ofen selbst eine Signatur von Pete Hegseth bekam: „Forging the arsenal of freedom – Pete Hegseth“, zu deutsch: das Arsenal der Freiheit schmieden.
Riverside Machine & Engineering hat sich auf hochpräzise CNC-Bearbeitung, Vakuum-Aluminiumlöten und komplexe Baugruppen spezialisiert. Es bedient technologisch anspruchsvolle und streng regulierte Branchen wie die Militär- und Verteidigungsindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie die Medizintechnik.
Ipsen wiederum stellt unter anderem genau die Vakuumöfen her, die für Prozesse wie das Vakuumlöten, Härten und die Wärmebehandlung in der Luftfahrtindustrie eingesetzt werden. Doch der Ofen selbst kommt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht aus Kleve, sondern aus dem Ipsen-Werk in den USA. Ipsen USA hat allein im Jahr 2026 mehr als 70 Vakuumofensysteme verkauft.
Ipsen ist ein 1940 von Harold N. Ipsen in den USA gegründetes Unternehmen, dessen internationale Expansion 1950 mit der Gründung der Ipsen Industries GmbH in Kleve begann. Die operativ wichtigste Gesellschaft Ipsen International GmbH wird seit 2019 von Paul van Doesburg geführt. Am Standort Kleve gab es im Jahr 2023 rund 230 Mitarbeiter.


@Rütgens Bernd Ich halte das hier nach dem Grundsatz, dass ich allgemein übliche Begriffe verwende und nicht selbstgewählte Bezeichnungen, die offensichtlich propagandistischen Zwecken dienen.
Verteidigungsminister ?
An seinem Büro steht : Kriegsminister