Kermisdahl: Hang an Kaskade ausgespült, Uferwanderweg gesperrt

Ausspülung an der Kaskade (Foto: Stadt Kleve)

Satte Regengüsse mit ernsten Folgen: Der Endmoränenhang in der Höhe der Kaskade verzeichnete infolge der Niederschläge Ausspülungen, die am dortigen Wanderweg zumindest eine erhöhte Rutschgefahr verursacht haben. Deshalb fällte die Stadt Kleve nun aus Sicherheitsgründen den Beschluss, den betroffenen Bereich zu sperren – eine der beliebtesten Wanderstrecken der Stadt, insbesondere an Sonntagen, ist damit vorerst dicht! Die Stadt rechnet damit, dass die nun erforderlichen Sicherungsarbeiten, in deren Rahmen die Böschung wieder aufgefüllt werden soll, rund zwei Wochen in Anspruch nehmen. „Nach Abschluss der Arbeiten wird der Uferwanderweg wieder freigegeben“, so Niklas Lembeck, Sprecher der Stadt Kleve.

Geschätzt 30 Lastwagenladungen Erdreich rutschten in Richtung Kermisdahl – glücklicherweise war zu dem Zeitpunkt kein Spaziergänger am Ufer unterwegs (Foto: Torsten Barthel)

Für besorgte Bürger hat die Stadt noch den Hinweis parat, dass am Kaskadenbauwerk keinerlei Schäden eingetreten seien. Der Hang selbst ist durch die Spundwände gesichert, die nach dem Erdrutsch vor acht Jahren in den Hang gerammt wurden. Damals, am 4. Mai 2017, rutschten rund 500 Kubikmeter Erdreich weg (umgerechnet rund 30 Lastwagenladungen), rissen ein klaffendes Loch in die Endmoräne und schütteten den alten Rheinarm zu einem guten Teil zu. Die Wiederherstellungs- und Sicherungsarbeiten nahmen mehr als zwei Jahre in Anspruch. Der Erdrutsch 2017 war nicht der erste, schon 1763 rutschte nach starken Regenfällen der Hang ab und verschmälerte den Kermisdahl um die Hälfte. Der „enge Hals“ entstand, heute führt hier die Luisenbrücke auf die andere Uferseite. 

Lädierter Baum am Kermisdahl

Unterdessen wird am Eingang des Wanderwegs am Klever Ring/Uedemer Straße auch noch Gefahr durch einen lädierten Baum gemeldet. „Der Baum sieht aus, als hätte da ein Dinosaurier reingebissen“, so Manni Nuy, der auf seiner morgendlichen Joggingstrecke die Gefahr erkannte, Passanten warnte und später – auf der Materborner Kirmes – den Bürgermeister auf die riskante Wegstelle aufmerksam machte. Auch hier dürfte also in den kommenden Wochen Abhilfe geschaffen werden.

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13 Kommentare

  1. 13

    @ 12 A. Ritter :
    Ja, Sie haben Recht.
    Das neue Geländer paßt sehr gut.
    Danke an die USK
    und – vermutlich wohl auch – an den ArbeitsKreis Wetering.

  2. 12

    Auch wenn der Blog eventuell geschlossen ist gibt es Neuigkeiten zu vermelden:.wer in letzter Zeit entlang des Kermisdahl spazierte und die Kaskade erreichte, wird festgestellt haben, das die provisorische Absturz Sicherung zum Kermisdahl hin, durch ein fest montiertes, umlaufendes Geländer ersetzt wurde! Dies sieht auch recht gelungen aus. Kompliment. Anfangs mutete das Geländer etwas seltsam an, da das Geländer nicht bodennah montiert wurde. Es weißt unterhalb des Geländers zum Boden hin einen ca 40 cm hohen „Spalt“ auf. Dies ist vermutlich damit begründet, das das Wasser- im Extremfall- aus dem Überlauf Bauwerk ungehindert in den Kermisdahl abfließen kann und keine Äste o. ä. das Geländer versperren und es so zu einem Rückstau kommt. Ungewöhnlich aber gut umgesetzt. Auch wurde die herunter gespülte Fläche mit Rasen versehen, was auch gut aussieht.
    Ist das gelungene Geländer etwa ein Vorbote auf die LAGA 29? 😉

  3. 11

    Update: der Ufer Wanderweg ist wieder freigegeben. Vielen Dank für den unermüdlichen Einsatz der USK.

  4. 10

    Hallo zusammen, wenn es noch einen Beweis für die Unfähigkeit der Verwaltung und der Regierenden Mehrheit gebraucht hätte ist es hiermit erbracht worden! Ein popeliges Bauwerk zur Regenwasserentsorgung, was sicherlich sehr viel Steuergeld verschlungen hat, hält nicht mal einen ordentlichen Regenguss aus! Was sind hier nur für Stümper am Werk? Aber der Steuerzahler hat bestimmt Verständnis für das Missgeschick. Leider ist das nur einer von etlichen Missgeschicken für die Kleve bekannt ist, ich erspare uns hier eine Aufzählung. Die Firma Siebers wird sicherlich ein günstiges Angebot für die nächste durchdachte Planung abgeben. Bis dahin viel Glück.

  5. 9

    Es ist einfach unbegreiflich, wo leben wir denn? Nach 8 Jahren ist noch immer nichts passiert, aber eine Landesgartenschau, die muss es sein, ist unser kompetenter Bürgermeister nicht zufällig auch Jurist? Auf jeden Fall werden es Klagen hageln bis in die allerletzte Instanz wenn hier Menschen und/ oder Eigentum zu Schaden kommen

  6. 8

    @4. und 5. Stefan Schuster: Sie sprechen es genau richtig an: Die Dinge werden ausgesessen. Fachliche Expertisen ignoriert und ingenieurtechnische Argumente nicht gehört. Im Gegenteil werden selbst Naturgesetze geleugnet und sich die Dinge so zurecht gelegt, dass man meint, nicht mehr handeln zu müssen. Da werden auch schonmal Zuständigkeiten verschoben und so getan, als ginge es die Stadt nichts an. Besteht inzwischen wieder eine wasserrechtliche Einleitungserlaubnis?

    Die Sanierung der Kaskade war und ist ein Provisorium. Zur Entlastung der Kaskade war angekündigt ein umfangreiches Konzept zur Optimierung der Oberflächenentwässerung in der Oberstadt durchzuführen. Diese Ankündigung ist aber auch schon ein halbes Jahrzehnt alt. Die Nachfrage ergibt nur die lapidare Antwort „Wir sind dabei.“ Zeitpläne, Durchführungspläne, Finanzierungskozepte, hydraulische Berechnungen, … Fehlanzeige. Das Provisorium besteht weiter.

    Wie lange hält es noch? Bei einem Schadenereignis dürfte die Schuldfrage juristisch zu klären sein. Denn die Gefahrenlage ist ja inzwischen hinlänglich bekannt. Und das Unterlassen von geeigneten Maßnahmen bei Kenntnis dieser Gefahren ist sicher nicht mehr leicht fahrlässig.

    Übrigens: Ich persönlich nutze diesen Wag schon lange nicht mehr bei meinen Joggingrunden.

  7. 7

    Der große Mist bei diesen hier beschriebenen Gegebenheiten ist, dass nicht die Verantwortlichen mit teils fünfstelligen Gehältern zur Verantwortung herangezogen werden, sondern immer wieder und wieder der Steuerzahler.

    Wäre die Kaskade in Holland; die Niederländer hätten das Problem schon vor zig` Jahrzehnten gelöst.

  8. 6

    Unter diesem Aspekt, wie mit der Kaskade umgegangen wird, der Inhalt des Post 4 „… und ich mich widerwillig immer mit dem Ratsklüngel und der Verwaltung anlegen musste, v…“ kommt bei mir – vielleicht auch die schräge Frage – auf, ob nicht auch das ein Grund ist, warum Herr Bomblat seinen Hut nehmen soll. Ist er da jemanden vielleicht ordentlich auf die Füße getreten?

    Benno

  9. 5

    Die URSACHEN der neuen Unterspülung sind seit Jahren bekannt, nun werden erneut die sichtbaren SYMPTOME zugeschüttet. Sowas hält doch nur von 12:00 Uhr bis Mittag!

    Wer suchet der findet. Einfach nur bei Youtube als Suchbegriff ‚Kleve Kaskade eingeben. Der interessierte Bürger findet dann etliche Kurzvideos als Rohmaterial, aus diesen Videos habe ich dann einige Zusammenfassungen erstellt und die Youtube Links dazu großzügig an alle politischen Parteien und an die Lokalpresse gemailt, genauso wie meine länglichen Expertisen in Form von Textwüsten.

    https://www.youtube.com/watch?v=W96IrdhwRss
    https://www.youtube.com/watch?v=SDop3IpCLLY

    Die Klever Entscheidungsträger haben damals einem Ingenieurbüro den Auftrag für ein Gutachen erteilt, dort wurde dann als wirksame Maßnahme ein ‚Wirbelfallschacht‘ empfohlen. Unsere Entscheider haben diese unabhängige Empfehlung dann elegant ignoriert. Seitdem wird wie eh und je gegen die Natur gearbeitet, statt mit ihr. Ach ja…. einige der Verantwortlichen wollen in wenigen Wochen wiedergewählt werden.

  10. 4

    Neue Verantwortliche, neue Namen, ein uraltes Problem.

    Die Kaskade war ja immer wieder mal in der Presse. Auch ich hatte mich vor Jahren mal heftig engagiert, vergeblich. Weil ich das Gefühl hatte tauben Ohren zu predigen, und ich mich widerwillig immer mit dem Ratsklüngel und der Verwaltung anlegen musste, verlor ich dann die Lust – eine innere Kündigung nach dem Motto ‚…macht doch euren Mist alleine, nach mir die Sintflut.‘ Eine sachliche Auseinandersetzung auf Ingenieurslevel war nicht möglich. Der Leiter des Tiefbauamtes verlas vor versammeltem Rat noch ein ‚Oberstadtentwässerungskonzept‘, für dessen Realisierung wurden im Haushalt auch Gelder bereitgestellt. Alles nur heiße Luft, passiert ist nichts.

    Nach mir die Sintflut? Nein, dafür mag ich meine Heimat zu sehr. Ich wünsche der Stadt eine trockene Durchführung der LAGA ohne Gewitter und Starkregen. Aber heute wären meine Kenntnisse nicht mehr gratis zu haben.

    Die schlechte Nachricht: Weit und breit sehe ich Niemanden, der gewillt wäre, einen verantwortlichen Ingenieur (oder eine Firma) zu beauftragen und mit Sondervollmachten auszustatten – wegen dem nötigen Kawuppdich. Die Stadt Kleve ist viel zu vornehm für die Methoden, mir denen in der Privatwirtschaft Projekte durchgezogen werden.

    Unser Bürgermeister kennt den ‚Brennpunkt Kaskade‘ genau. Zur letzten Wahl hat er auf dem kurzen Dienstweg eine provisorische Absperrung aufstellen lassen, damit niemand ins Wasser fällt. Nun macht er die Erfahrung, dass nichts so dauerhaft ist wie ein Provisorium.

  11. 2

    Ist das die gleiche Stadtspitze, die uns 2029 eine LaGa zaubern will?
    Seit der ersten großen Betonschlacht an der Kaskade schaut offenbar niemand mehr richtig nach dem Bauwerk. Die damals groß angekündigten Wirbelfallschächte? Nie gebaut.
    Und jetzt die nächste Unterspülung – völlig vorhersehbar.

    Kleve braucht endlich eine Stadtführung mit Weitblick.
    „Aus den Augen, aus dem Sinn“ darf in unserer Stadt nicht länger die Devise sein!