CDU-Politikerin bringt erstmals „Kindergeld für Hunde“ ins Spiel

Unbezahlbar – oder nicht?

Wie der Lokalpresse zu entnehmen ist, hat der Rat der Stadt Kleve nach turbulenter Diskussion eine kräftige Erhöhung der Hundesteuer beschlossen. Statt wie bisher 60 Euro soll soll der Halter eines (handelsüblichen) Hundes künftig 90 Euro im Jahr bezahlen, was einer Erhöhung um 50 Prozent entspricht. Es gab Rede und Gegenrede, am Ende hatten alle alles gesagt, ein Beitrag allerdings stach heraus – ein wahrhaft revolutionärer Gedanke, vom CDU-Ratsmitglied Andrea Schwiete ins Spiel gebracht, bevor sie der Erhöhung der Hundesteuer zustimmte.

Andrea Schwiete sprach sich für eine Art „Kindergeld für Hunde“ aus, was aber nicht bedeuten sollte, dass die Eltern der Welpen zusätzliche Futterrationen erhalten, sondern die Halter Geld, analog dem, was Eltern ausgezahlt wird, wenn sie Kinder in die Welt setzen (hier der Link zum Artikel in der NRZ: Hundesteuer deutlich teurer – CDU-Ratsfrau wünscht sich „Kindergeld für Hunde“). Also Hundersteuer andersrum – ein Hundebonus. Man sieht vor seinem geistigen Auge schon Familien mit zwanzig bis vierzig Hunden durch die Stadt laufen.

Zur Begründung führte Schwiete aus, dass Hunde Familienmitglieder seien und eine wichtige soziale Funktion übernähmen. Für Schwiete, selbst Halterin eines Berner Sennehundes, ging es mit dem Beitrag darum, wie sie sagt, dass sie sich wünscht, dass Tiere nicht mehr als Gegenstände behandelt werden und Halter beispielsweise keine Angst davor haben müssen, ihr Tier kostspieligen Arztbehandlungen zu unterziehen. Aber wie soll das praktisch aussehen? Sollen die Menschen in der Stadt, die zurzeit insgesamt 4406 Hunde halten (diese Zahl ist vom April und erfasst die bei der Stadt gemeldeten Vierbeiner), monatlich einen Geldbetrag erhalten?

Aber warum bei Hunden aufhören? Könnte die Stadt Kleve diese Revolution nicht noch weiter vorantreiben und das Geld auch den Halterinnen und Haltern von Katzen auszahlen? Darf Tiergartenchef Martin Polotzek alle Tiere seines Tiergartens als seine „Kinder“ angeben, oder nur die hochbedrohten und zuckersüßen?

Muss man überhaupt bei Lebewesen stoppen? „Johnnie Walker, du bist mein bester Freund“, sang einst Marius Müller-Westernhagen, und niemand würde ernsthaft beschreiten, dass auch dieser Freund eine wichtige soziale Funktion übernehmen kann – also was bitte spricht gegen Kindergeld für Spirituosen? (Zumal der Konsum von Spirituosen oft ja auch dazu führt, dass weitere real kids entstehen, die ja später das ganze Kindergeld für Hunde- und Katzenhalter bezahlen müssen.)

Wenn ich alle „sozialen Funktionen“ meines Haushalts zusammenrechne, komme ich inklusive Heißluftfritteuse und Wäschetrockner insgesamt auf ein Kindergeld von ca. 5000 Euro im Monat, das ich gerne bei der Familienkasse anmelden würde.

CDU – wir haben verstanden!

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4 Kommentare

  1. 4

    Die Hundesteuer ist veraltet. Damals eingeführt als Luxussteuer, heute nennt man sie eine örtl. Aufwandssteuer. Für welchen Aufwand ? Den Aufwand haben die Hundehalter. Eine nicht zweckgebundene Steuer, die direkt in den allg. Haushalt fließt, sollte abgeschafft werden. Immer höhere Steuern entfernen sich vom Zweck den Hunden ein schönes Leben zu ermöglichen.

  2. 2

    Da dürfte sich so mancher alte Mensch ,dem in seiner Einsamkeit nur ein Hund geblieben ist überlegen ob er auf Essen oder auf seinen letzten Kameraden, seine Herz+ Seelen Therapie, verzichten muss. Ich könnte 🤮 ! By the way, ihr ….. 🤫 Einsamkeit kann töten, besonders alte Menschen ,aber wen juckt das schon in der, für mich schon lange, degenerierten Gesellschaft ? 😠