Sehr schön geworden! Kleve freut sich über noch ein Café

Wieder Leben an der Münze: Eröffnung von Espresso Perfetto Kleve

Seit Samstag hat Kleve ein weiteres Café, und das Schöne an der neuen Örtlichkeit ist, dass es den Kaffeegenuss an einer Stelle wiederbelebt, wo Kleve fast anderthalb Jahrzehnte sein erstes Café hatte, das einer jüngeren, milchschaumverliebten Klientel zugewandt war. Das Café Lust war von 2004 bis zu seiner Schließung im Jahre 2017 für viele Klever der Inbegriff eines mittäglichen Treffpunkts, ein Ort, wo nicht nur die Milch, sondern der ganze Alltag aufgeschäumt wurde.

Nach dem bedauerlichen Aus stand das Ladenlokal wie eine Anklage neun Jahre leer, doch nun ist der Platz endlich wieder mit Leben gefüllt: Gisela Kohl (aus Keeken stammend) und ihre Tochter Lena Güden haben das „Espresso Perfetto Kleve“ eröffnet. Es handelt sich um den 28. Ableger einer Kette, die unter anderem in Kairo, New York und Moskau gleichartige Cafés betreibt.

Lena Güden (l.) und Mitarbeiter: Alle Hände voll zu tun

Doch – anders als zum Beispiel bei McDonlad’s – haben die Filialisten weitgehend freie Hand, wie sie das Interieur gestalten, nur der Spezialitätenkaffee, den es auch für den heimischen Gebrauch in Päckchen zu kaufen gibt, muss über das Unternehmen bezogen werden. Die freie Hand nutzten Lena Güden, Gisela Kohl und viele Helfer, um ein freundlich gestimmtes Lokal zu schaffen, in dem ein frischer Mintton die dominierende Farbe ist und ansonsten Tische und Stühl sehr hell daherkommen. Die Tische selbst sind klein geraten, sodass diese auch bei Bedarf hin und her gruppiert werden können.

Es gibt 26 Sitzplätze drinnen (draußen nochmals 20), und an der Theke kann wie in Italien der Espresso auch im Stehen getrunken werden. Natürlich gibt es alle Kaffeesorten, der Cappuccino kostet 3,60 Euro (als Doppio 4,60), und – wie heute längst überall selbstverständlich – hat die Kuhmilch keine Monopolstellung mehr. Wer will, kann zwischen Hafer-, Kokos-, Soja- und Mandelmilch wählen. Macha und Tees gibt es natürlich auch.

Kaffee kann auch vor Ort gekauft werden

Als Blickfang des Cafés und zugleich dessen Herzstück dient die Faema E61 Kaffeemaschine, deren Brühgruppe immer noch der Goldstandard unter den Siebträgermaschinen ist. Die 1961 von Ernesto Valente kreierte italienische Brühgruppe wurde seit der Erstproduktion immer weiter perfektioniert und gilt als Nonplusultra. Der von der Maschine erzeugte Brühdruck beträgt 9 bar, ideal zur Extraktion der Aromastoffe aus dem Kaffeepulver.

Esöresso-Perfetto-Inhaber Musa Ibis (Mitte) mit den beiden Chefinnen seiner Klever Filiale Gisela Kohl unf Lena Güden, rechts Architekt Werner van Ackeren, links der Autor (Foto: Thomas Velten)

Zur Eröffnung begrüßten die beiden Betreiberinnen praktisch sämtliche Klever Caféhausgänger, obwohl diese bisher ja auch keinen Mangel an Auswahl hatten. Doch der Leerstand schmerzte wie eine alte Narbe. Die beiden Gründerinnen entdeckten das ungenutzte Ladenlokal während eines Spaziergangs am Karfreitag. Kurz zuvor hatten sie die Eröffnung einer Espresso-Perfetto-Filiale in Oberkassel erlebt, und schon war die Idee geboren. Mit dem Vermieter wurde man schnell handelseinig, und so konnte nach neun Jahren endlich dieser Leerstand verschwinden. Dass es ein Zuviel in Kleve an Cafés gibt, glaubt Gisela Kohl nicht: „Kleve ist eine lebendige Stadt.“

Vorerst aber ist das Espresso perfetto nur von freitags bis sonntags geöffnet. Ob das dauerhaft so bleiben wird, steht noch nicht fest.

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Kategorisiert als Alles, Stadtleben

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